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Scythe Kaze Q-8 und Q-12


Einleitung

Es gibt zunehmend mehr Lüfter auf dem Markt. Auch wenn sie sich meist stark in Farbe, Form und Größe unterscheiden haben sie meist das gleiche Problem. Sie erzeugen Geräusche. Der wohl effektivste Schritt die Geräuschkulisse zu senken ist, diese mit Hilfe einer Lüftersteuerung zu drosseln. Die Firma Scythe ist seit Längerem für Produkte rund um die Luftkühlung bekannt. Nach der im Jahre 2009 erschienen Scythe Kaze-Q veröffentlichte das japanische Unternehmen zwei neue Lüftersteuerungen in dieser Serie. Kaze Q-8 und Kaze Q-12 richten sich besonders an Nutzer, die sich bei der beschriebenen Vielzahl von Lüftern auf dem Markt einfach nicht entscheiden können oder an diejenigen, die große Radiatoren vollständig mit Lüftern versehen und gleichzeitig effektiv die Lautstärke reduzieren wollen. Auch bei dieser enormen Vervielfachung der Leistung verliert Scythe das Design nicht aus den Augen und setzt erneut auf das bei vielen Nutzern beliebte gebürstete Aluminium. Wie sich die beiden Lüftersteuerungen im Test schlagen und ob wir alle unsere Lieblingslüfter unterbringen konnten, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung

Die Verpackungen der beiden Lüftersteuerung sind im gleichen Stil wie andere Scythe-Produkte gehalten. Ein dicker Pappkarton schützt den sich in einer zusätzlichen weichen Kunststoffform befindlichen Lieferumfang. Des Weiteren zeigt die Verpackung Bilder und Informationen auf Deutsch, Englisch und Japanisch zum jeweiligen Produkt. Insgesamt fällt die sehr sichere Verpackungsweise positiv auf. Zudem wird der Platz in der Verpackung gut ausgenutzt, wodurch überschüssiger Materialverbrauch vermieden werden kann.
Lieferumfang

Der Lieferumfang besteht zunächst jeweils aus der eigentlichen Lüftersteuerung. Diese wird von einem durchsichtigen Kunststoffbeutel geschützt, der auch ein Säckchen Kieselgel beinhaltet, dazu kommen je vier Schrauben. Für die Kaze Q-12 sind es Schrauben mit dem Gewinde M5, für die kleinere Steuerung werden UNC-6-32-Schrauben beigelegt. Letztlich liegen je zwei Kabelbündel bei, die durch einen später wiederverwendbaren Kabelbinder zusammengehalten werden. Während beiden Geräten gleichermaßen ein etwa 57 Zentimeter langes Kabel für die Verbindung mit dem Netzteil mittels Molex-4-Pin beiliegt, werden jeder Steuerung so viele Lüfteradapterkabel mitgegeben, wie sie Lüfter unterstützt. Das heißt der Kaze Q-12 liegen zwölf und der Kaze Q-8 acht Kabel dieser Art bei.
Spezifikationen
Scythe Kaze Q-12Scythe Kaze Q-8
Abmessungen (Breite x Höhe x Tiefe):148,5 x 42,5 x 63 Millimeter102 x 25 x 93 Millimeter
Gewicht:142 Gramm110 Gramm
Material:Front aus gebürstetem AluminiumFront aus gebürstetem Aluminium
Drehzahl-Regelbereich:0 - 9.900 Umdrehungen pro Minute0 - 9.900 Umdrehungen pro Minute
Ausgangsspannung:5 Volt (±10%) - 12 Volt (±10%) 5 Volt (±10%) - 12 Volt (±10%)
Schachtgröße:5,25 Zoll 3,5 Zoll
Lüfterkanäle:12 Kanäle (pro Kanal max. 1 Ampere / 12 Watt Leistung)8 Kanäle (pro Kanal max. 1 Ampere / 12 Watt Leistung)

Scythe KazeQ-8

Die Scythe Kaze Q-8 kommt bei unserem Testsample in der silbernen Ausführung. Sie ist für den 3,5-Zoll-Schacht ausgelegt und verfügt daher über eine Höhe von 25 und eine Breite von 102 Millimetern. In der Tiefe misst die Steuerung 93 Millimeter. Die Front besteht aus gebürstetem Aluminium und weist neben den acht nummerierten Drehpotentiometern jeweils eine zugehörige, runde Fläche auf, die im Betrieb des zugehörigen Kanals blau aufleuchtet. Letztlich findet man in der oberen rechten Ecke den Herstellerschriftzug. Der Grundkörper und die Seiten bestehen aus grauem Stahl, wobei die Seiten mit je zwei Löchern für die spätere Befestigung versehen sind.
Die eigentliche Lüftersteuerung ist nicht, wie man es beispielsweise noch von der Scythe Kaze-Q kennt, auf einem PCB untergebracht, sondern wurde auf zwei separate Platinen aufgeteilt. Beide sind in schwarz gehalten und durch die Teilung wesentlich schmaler, als bisherige Lüftersteuerungsplatinen. Während das hintere PCB Kondensatoren, Dioden und die Adapter für Lüfter und Strom beherbergt, findet man auf der vorderen, vertikalen Platine die Potentiometer und mit Kühlern versehene Transistoren. Beide Platinen sind über ein sechs- und ein vieradriges Kabel miteinander verbunden.
Leider ist zu bemerken, dass viele der elektronischen Bauteile sehr zerbrechlich wirken und bereits in der Verpackung, durch das Verpackungsmaterial leicht aus dem Ursprungszustand gebogen wurden. Dies gilt leider auch für die von außen sichtbaren Drehpotentiometer. Wie man auf dem letzten Bild erkennen kann, schauen diese unterschiedlich weit aus der Front und sind teilweise verbogen. Über die Anschlüsse hingegen lässt sich nichts Negatives sagen, Schwächen in der Stabilität der Anschlüsse, die man ebenfalls bei dem Vorgänger des Geräts finden konnte, sind hier nicht zu verzeichnen.

Scythe Kaze Q-12
Unser Modell der Scythe Kaze Q-12 weist eine schwarze Frontplatte und schwarze Drehpotentiometer auf. Wie auch schon bei der kleineren Version besteht die Frontplatte aus gebürstetem Aluminium. Jedoch ist diese Lüftersteuerung mit einer Breite von 148,5 Millimetern und einer Höhe von 42,5 Millimetern für 5,25-Zoll-Schächte ausgelegt. Auch diese Steuerung verfügt über je ein Drehpotentiometer für jeden Kanal, dessen Status dabei durch eine von zwölf runden Flächen angezeigt wird. Letztlich ist die sehr geringe Tiefe der Lüftersteuerung zu nennen, die es beispielsweise ermöglicht hinter der Lüftersteuerung noch eine Festplatte im Schacht zu verbauen.
Ohne die elektronischen Bauteile und die zwei Seitenteile, die zur Montage benötigt werden, beträgt die Tiefe von Platine zu Frontplatte lediglich 2,5 Zentimeter, was rein von der Form dem Aqua Computer aquero sehr ähnelt. Ermöglicht wird diese geringe Tiefe durch zwei breite, schwarze Platinen, die in ihren Ausmaßen ungefähr einen 5,25-Zoll-Schacht füllen würden. Diese sind, wie bei der bereits angesprochenen Wasserkühlungssteuerung, hintereinander mittels Abstandshaltern montiert und über zwei 16-fache Steckerleisten miteinander verbunden. Auch bei der Kaze Q-12 dient die vordere Platine der Anbindung der Drehpotentiometer. Die Hintere hingegen fasst Anschlüsse, Kondensatoren und Transistoren.
Die bei der Kaze Q-8 bereits angesprochenen Stabilitätsschwächen einiger Bauteile lassen sich zum Teil auch bei der Kaze Q-12 feststellen. Jedoch mindert dies bei dieser Steuerung nicht gar so stark den Eindruck, da die wesentlichen Teile fest halten und es bisher auch keine anderen Lüftersteuerungen gab bei denen beispielsweise die Transistoren wirklich fest hielten. Besonders die Potentiometer überzeugen hier mit bestem Halt und einheitlicher Positionierung.

Betrieb der Scythe Kaze Q-8
Der Einbau in den 3,5 Zoll Schacht verläuft reibungslos. Die Kanten der Steuerung schließen sauber mit denen des Gehäuses ab. Nach oben beziehungsweise unten ist jedoch bei unserem Testgehäuse (Lian Li PC-8 NWX) noch etwas Platz. Die Montage der Lüfter- sowie des Stromkabels erfolgen ohne Komplikationen. Dabei ist erfreulich, das erstens die Anschlüsse auf Seiten der Lüftersteuerung sehr fest sitzen und zweitens das Montieren der Kabel vereinfacht wurde, indem die Platine etwas über dem Boden des Rahmen montiert ist, sodass ein Freiraum zwischen beidem entsteht. Beides war beispielsweise bei der älteren Version der Scythe Kaze-Q nicht der Fall.
Neben der bereits erwähnten fehlenden Stabilität einiger Bauteile unter anderem der Drehpotentiometer fällt letztlich auch auf, dass die Potis zudem eher schwer zu erreichen sind. Dies lässt sich auf die enge Anordnung zurückführen. Hierbei ist man zwar beim eigentlichen Einstellen der Spannungen keinesfalls eingeschränkt, im direkten Vergleich mit der bereits erwähnten Vorgängerversion schneidet die Kaze Q-8 allerdings im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit etwas schlechter ab. Gleichzeitig gewinnt man dabei aber auch doppelt so viele Regelmöglichkeiten.


Betrieb der Scythe Kaze Q-12
Der Betrieb der Scythe Kaze Q-12 ähnelt in weiten Zügen dem der kleineren Lüftersteuerung. Auch hier blieb eine Lücke von wenigen Millimetern nach oben oder unten beim Einbau in den Schacht. Die bereits angesprochene geringe Tiefe der Lüftersteuerung war im Test hilfreich um die vielen Lüfter verkabeln zu können. Nichts desto trotz braucht man schon ein großes Gehäuse um zwölf Lüfter verbauen zu können und dabei ein annehmbares Kabelmanagement zu erreichen. Allein die Verlängerungskabel für Lüfter nehmen vollständig angeschlossen und zusammen gestaut einen ganzen 5,25-Zoll-Schacht ein. Bei den Kabeln ist für beide Lüftersteuerungen gleichermaßen zu loben, dass nun auch 4-Pin-PWM-Stecker bedingungslos unterstützt werden. (Bild dazu weiter unten)
Das Benutzen der Drehpotentiometer ist bei der Kaze Q-12 ein wenig leichtgängiger, da aufgrund des 5,25-Zoll-Formats mehr Platz zwischen den einzelnen Potis gewonnen wurde. Um einen Lüfter abzuschalten wird bei beiden Steuerungen einfach der Poti bis zum Anschlag nach links gedreht. Ein Einrasten des Potentiometer gibt es nicht. Das stufenlose Regeln funktioniert ohne wahrnehmbare Stufen in der Umdrehungszahl. Beim Überprüfen der Spannungen mit einem Multimeter fällt auf, dass die Maximalspannung bei 11,8 Volt liegt. Sind alle Kanäle voll aufgedreht sinkt diese um 0,07 Volt. Die minimal einstellbare Spannung liegt bei etwa 2,25 Volt. Schon nach einer kleinen Drehung springt die Spannung dann auf die angegebenen fünf Volt.
Beide Steuerungen sind pro Kanal bis maximal ein Ampere beziehungsweise zwölf Watt belastbar. So lassen sich beispielsweise sechs Phobya Nano-G 14 PWM an einem Anschluss betreiben und regeln. Dabei sollte allerdings beachtet werden, dass die Gesamtauslastung der jeweiligen Steuerung nicht zu groß wird. So verträgt die Scythe Kaze Q-8 zwar insgesamt acht Ampere (96 Watt) und die Scythe Kaze Q-12 zwölf Ampere (144 Watt), bis an die Grenze sollte man die Steuerungen - zur Schonung der Molex-Anschlüsse - aber lieber nicht belasten. Letztlich bleibt zu sagen, dass beide Lüftersteuerungen im Punkt Design einiges her machen. Selbst die Potis weisen eine geriffelte Struktur auf, die beiderseits bestens zum gebürsteten Aluminium passt. Höchstens die einfarbige Beleuchtung der Anzeigeflächen für den Betrieb könnte einige Nutzer stören. Allerdings ist dies in Zeiten von bunt blinkenden Computergehäusen auch eine Art von Stil, den es zu bewahren gilt.

Fazit
Scythe Kaze Q-8

Die acht Kanäle umfassende Kaze Q-8 ließ sich gut montieren und nimmt aufgrund des 3,5-Zoll-Formfaktors wenig Platz in Anspruch. Das Design ist sehr edel und die Funktionalität ist umfassend. Stufenloses Regeln und die Möglichkeit Lüfter abzuschalten ist mittlerweile eines der wichtigsten Kaufkriterien für Lüftersteuerungen und ließ sich bei der Kaze Q-8 gut durchführen. Die Leuchtanzeige ist dabei eine nette Unterstützung. Der Lieferumfang fiel erfreulich aus. Alle nötigen Kabel wurden mitgeliefert und bewiesen im Test große Kompatibilität. Neben der, durch die eng nebeneinander liegenden Potentiometer, teilweise schwierigen Handhabung könnte die Verarbeitung besser sein. Bei unserem Testexemplar waren bereits nach dem Auspacken zwei der Transistoren leicht verbogen. Zudem sind die Drehpotentiometer nicht ausnahmslos gerade und die Kondensatoren wackelig. Die Scythe Kaze Q-8 kann man für rund 20 Euro im Handel erwerben.

Wir verleihen der Scythe Kaze Q-8 den DeXgo-Bronze-Award.
Scythe Kaze Q-12

Die Scythe Kaze Q-12 lieferte im Test ein durchweg positives Bild ab. Auch diese Steuerung aus dem Hause Scythe ließ sich problemlos im 5,25-Zoll-Schacht montieren. Besonders von Vorteil war dabei die sehr geringe Einbautiefe, die durch die zwei hintereinander liegenden vertikalen Platinen ermöglicht wird. Das Design harmoniert bestens mit edlen Aluminiumgehäusen und wird durch die blaue Beleuchtung ergänzt. Die Leistung der Kaze Q-12 ist enorm. Zwölf Lüfter lassen sich anschließen und jeweils von 5 bis 12 Volt regeln. Leicht vereinfacht wird dabei das Drehen der Poti, da der Abstand zwischen den einzelnen Reglern größer ist, als bei der kleineren Version. Der Lieferumfang der Kaze Q-12 besteht im Wesentlichen aus den gleichen Teilen wie bei der bereits besprochenen Version und wurde zusätzlich um vier weitere Kabel für Lüfter erweitert. Ob man wirklich zwölf Lüfter in seinem Gehäuse verbauen möchte muss jeder selbst entscheiden. Auf jeden Fall wird dabei die Scythe Kaze Q-12 eine nützliche Hilfe um die Geräuschkulisse möglichst niedrig zu halten. Für 30 Euro kann man die Scythe Kaze Q-12 käuflich erwerben.

Aufgrund der genannten Punkte verleihen wir der Scythe Kaze Q-12 den DeXgo-Gold-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von FTSJack verfasst.
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