» Artikel » Reviews » Deepcool Ice Matrix 400

Deepcool Ice Matrix 400


Einleitung

Mit dem Fiend Shark stellten wir vor Kurzem bereits einen Kühler von Deepcool vor. Während der Fiend Shark zur Kategorie der Top-Flow-Kühler zählt, gehört der heute getestete Ice Matrix 400 zu den Tower-Kühlern. Mit vier 6-mm-Heatpipes und einem 120-mm-Lüfter ausgestattet nimmt der Kühler den Kampf gegen die Abwärme des Prozessors auf. Durch seine schmale Bauweise soll der Ice Matrix 400 zudem auch noch eine hohe Kompatibilität gewährleisten. Ob der Kompromiss aus schmaler Bauweise und dennoch guter Kühlleistung funktioniert, klären wir in diesem Review.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Ice Matrix 400 ist schneeweiß und bietet neben einem guten Transportschutz auch noch viele Informationen zum Kühler. So befindet sich nicht nur ein Bild auf der Verpackung, durch ein Sichtfenster kann der Kühler auch noch direkt begutachtet werden. Seitlich befinden sich mehrsprachig die technischen Daten auf der Verpackung aufgebracht und auch die Kompatibilität des Kühlers ist auf der Verpackung abgedruckt.
Der Lieferumfang des Ice Matrix 400 fällt recht üppig aus. So liegen dem Kühler gleich zwei Paar Halteklammern für Lüfter, ein 120-mm-Lüfter, das Montagematerial für die unterstützten Sockel, eine Tube Wärmeleitpaste, eine Montageanleitung, ein 4-Pin-zu-3-Pin-Anschlusskabel sowie ein Spannungsadapter für den Lüfter bei.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):162 x 131 x 45 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):520 Gramm
Material:Kupfer Heatpipes vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt, Kupfer Boden vernickelt
Anzahl Heatpipes:4x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:46
Lamellenabstand:1,8 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:500 - 1.500 U/min
Fördermenge:112,58 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:1,56 Watt
Lautstärke:27,60 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter, verlötet
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:35 Euro (Stand August 2011)

Der Kühler im Detail

Optisch ähnelt der Deepcool Ice Matrix dem Xilence M612 Pro recht stark. Jedoch besitzt der Kühler von Deepcool nur vier Heatpipes mit einem Durchmesser von sechs Millimetern. Und auch von der Breite her ist er neun Millimeter schmaler als der Kühler von Xilence. So bringt es der Ice Matrix 400 auf eine Breite von 131 Millimetern, eine Höhe von 162 Millimetern und ist dabei 45 Millimeter tief. Dank der schmalen Bauform fällt das Gewicht des Kühlers mit 520 Gramm verhältnismäßig gering aus und auch Kompatibilitätsprobleme mit dem Arbeitsspeicher können so auf ein Minimum reduziert werden.
Die Heatpipes sind in zwei Gruppen angeordnet, welche zentral auf einer Linie durch den Kühler gehen. Dabei konzentrieren sich die Pipes auf die Gebiete, in denen der meiste Luftdurchsatz von den Lüftern erzeugt wird. Sowohl die Lamellen, als auch die Heatpipes sind zum Schutz vor Korrosion vernickelt. Für einen besseren Wärmeübergang wurde der gesamte Kühler zudem verlötet.
Nicht nur dem Wärmeübergang kommt das Verlöten zu Gute, auch die Stabilität der Lamellen nimmt dadurch zu. Um am Rand ein Verbiegen der Lamellen zu vermeiden wurden diese dort zudem noch ineinander verhakt. Ansonsten ist der Kühler seitlich komplett geöffnet, was es der Luft ermöglicht bereits seitlich aus dem Kühler zu entweichen. Dies hat sowohl Vor-, als auch Nachteile, je nachdem mit welcher Drehzahl der Lüfter auf dem Kühler betrieben wird. Die Lamellen besitzen zentral wieder Karo-Muster, welches den Widerstand der Luft beim Eintritt in den Kühler verringern und dadurch die Lautstärke reduzieren soll.
Insgesamt 46 Aluminium-Lamellen verbaut Deepcool im Ice Matrix 400. Der Abstand der einzelnen Lamellen beträgt rund 1,8 Millimeter. Bei der Frontalansicht erkennt man auch recht gut, dass es sich eigentlich um zwei einzelne Kühltürme handelt, nur die obersten und untersten fünf Lamellen sind durchgängig.

Der Kühler im Detail

Auf der Bodenplatte, welche übrigens aus Kupfer gefertigt wurde, befindet sich ein kleiner passiver Kühler, welcher eher der optischen Aufwertung denn der Steigerung der Kühlleistung dient. Da das Montagematerial seitlich an der Bodenplatte angebracht wird, wurde so der leere ungenutzte Platz aufgewertet. Die Heatpipes, welche durch den Boden verlaufen, gehen in leichten Biegungen in die Lamellen. Dabei ist zu erwähnen, dass die Pipes, die Zentral im Boden sitzen, auch zentral in den Kühler gehen.
Der Boden selbst wird während des Transports zum Anwender durch eine Folie geschützt. Die Folie kann leicht und frei von Rückständen entfernt werden, darunter befindet sich der plane aber nicht polierte Boden. Auch wenn der Boden rau ausschaut, so sind die Schleifspuren sehr fein und mit den Fingern nicht wahrnehmbar.
Zur Belüftung legt Deepcool einen 120-mm-Lüfter bei, welcher einen leicht gummierten Rahmen besitzt. Dies soll dafür sorgen, dass Schwingungen und Vibrationen gemindert und Geräusche dadurch verringert werden. Angeschlossen werden kann der Lüfter an einen 4-Pin-PWM-Anschluss, welcher den Lüfter dann im Drehzahlbereich von 500 bis 1.500 U/min steuern kann. Die maximale Leistungsaufnahme liegt bei 1,56 Watt, der Lüfter wird dann laut Hersteller 27,6 dB(A) laut. Der Luftdurchsatz beträgt im 12-Volt-Betrieb knapp über 112 m³/h.
Die Befestigung der Lüfter erfolgt mit Hilfe von Metallbügeln, welche innen im Lüfter in das Montageloch greifen. Durch Einkerbungen im Kühler werden die Lüfter mit den Klammern dann am Kühlkörper befestigt. Aufgenommen werden können 120-mm-Lüfter und auch 140-mm-Lüfter mit dem Montagesteg von 120-mm-Lüftern. Voraussetzung bei beiden: Die Lüfter verfügen nicht über einen durchgängigen Montagesteg.

Die Montage

Die Haltestege, welche zur Montage des Kühlers genutzt werden, werden seitlich mit einer Schraube befestigt. Bei Intel-Sockeln kann die Ausrichtung wieder frei gewählt werden, AMD-Anwender sind auf eine Ausrichtung (Luft wird zum Heck-Lüfter befördert) eingeschränkt. Für alle unterstützten Sockel, die Ausnahme bildet der Sockel 1366, liegt eine Backplate bei. An dieser werden vier Abstandshalter befestigt, an denen wiederum der Kühler geschraubt wird. Zur Montage wird kein Werkzeug benötigt, die Schrauben lassen sich problemlos mit der Hand festziehen.
Auf Intel-Systemen kann, wie bereits erwähnt, der Kühler frei ausgerichtet werden. Soll der Luftstrom zum Gehäuse-Deckel geleitet werden, so blockiert der Kühler auf unserem Testsystem knapp den nahsten RAM-Steckplatz.
Bei der typischen Ausrichtung, bei der der Luftstrom zur Gehäuserückseite geleitet wird, ist zumindest auf Sockel 1366-Systemen viel Platz zum Arbeitsspeicher vorhanden. Durch seinen geringen Platzbedarf ist der Kühler für Systeme geeignet, in denen Arbeitsspeicher mit hohen Heatspreadern zum Einsatz kommt.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Von hohen Drehzahlen profitiert der Deepcool Ice Matrix 400 durchschnittlich stark, 3,1 Kelvin geringere Temperaturen bringt die Steigerung von 1.300 auf 1.850 U/min. Bringt man einen zweiten Lüfter am Kühler an, verbessert dies die Temperaturen um bis zu 4,7 Kelvin, dies ist der Fall bei einer Drehzahl von 700 U/min. Im Vergleich mit anderen Kühlern ist die eingetretene Leistungssteigerung bei einer Dual-Belüftung aber unterdurchschnittlich.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Im 12-Volt-Betrieb arbeitet der verbaute Lüfter mit 1.600 U/min, dabei ist der Lüfter deutlich hörbar, auch in einem geschlossenem System. Im Vergleich zum Intel-Boxed-Kühler verbessert sich die Temperatur des Prozessors zwar deutlich, bezieht man aber die anderen getesteten Kühler mit ein, so ist die Kühlleistung nicht sehr überzeugend.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Mit fünf Volt versorgt dreht sich der Lüfter noch mit 450 U/min, dabei ist dieser im Gehäuse nicht mehr hörbar, die Kühlleistung reicht für unser Testsystem aber nicht mehr aus. Zu Gute halten muss man dem Kühler jedoch, dass er auch nur bis 130 Watt zugelassen ist, unser Testsystem erzeugt jedoch rund 50 Watt mehr Abwärme.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


In unseren Vergleichscharts mit einem 120-mm-Lüfter schneidet der Deepcool Ice Matrix 400 deutlich besser ab, als es im Vergleich mit den Original-Lüftern der Fall ist. Die Schlussfolgerung daraus wäre, dass der mitgelieferte Lüfter zu schwach ist. Zwar rangiert der Ice Matrix 400 bei 1.850 U/min recht weit hinten im Testfeld, mit abnehmender Drehzahl kann er sich jedoch deutlich nach vorne schieben. Gerade für den Betrieb mit niedrigen Drehzahlen ist die schmale Bauweise also gut geeignet. Der Rückstand zu den Spitzenplätzen beträgt aber immer über acht Kelvin. Der ähnliche aufgebaute, aber etwas größere und zwei Heatpipes mehr besitzende, Xilence M612 Pro schneidet aber deutlich besser ab und liegt im Schnitt 3,8 Kelvin vor dem Deepcool Ice Matrix 400.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Dass der Ice Matrix 400 nicht stark von einem zweiten Lüfter profitiert erwähnten wir ja bereits, in den Diagrammen des Dual-Referenz-Setups zeigt sich dies nun auch recht klar. Zwar kann auch hier der Kühler von Deepcool bei 700 U/min Plätze gut machen, die Grundleistung liegt aber deutlich hinter den anderen Kühlern zurück.

Fazit

Der Deepcool Ice Matrix 400 kann in unseren Tests nicht ganz so überzeugen, wie es sein Bruder, der Deepcool Fiend Shark, im Top-Flow-Bereich tat. Die Verpackung und der Lieferumfang zeigten sich auch beim Ice Matrix 400 vorbildlich. Hier zu nennen sind z.B. die Adapterkabel für den Lüfter oder die beiden Paare Montageklammern für zwei Lüfter. Auch bei der Verarbeitung zeigt sich der Ice Matrix 400 von einer guten Seite. Bei der Montage gibt es eigentlich nur einen Kritikpunkt: Der Kühler kann auf AMD-Systemen nicht frei ausgerichtet werden. Der Kühler muss dort mit nach hinten ausgerichteten Luftstrom betrieben werden. Die Montage selbst geht durch den vielen Freiraum leicht von der Hand und erfordert kein Werkzeug. In unseren Testläufen zeigte sich eines deutlich, unserer übertakteter Prozessor war eine Nummer zu groß für den Kühler, bis auf den 5-Volt-Test hat der Ice Matrix 400 aber jedes Setup überstanden. Seine Stärken konnte er dabei im Single-Referenz-Test ausspielen und dort bei niedrigen Drehzahlen seine beste Platzierung erreichen. Erhältlich ist der Deepcool Ice Matrix mittlerweile bei diversen Online-Shops auch in Deutschland. Der Preis von rund 35 Euro geht in diesem Fall in Ordnung, wenn man den Lieferumfang und die Qualität des Kühlers mit einbezieht. Rein von der Kühlleistung her gibt es andere Kühler die bessere Ergebnisse für weniger Geld erzielen.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ guter Lieferumfang
+ leichte Montage
+ geringer Platzbedarf

Contra
- Kühlleistung (Original-Lüfter und Dual-Referenz-Setup)


Award

Die gezeigten Leistungen des Deepcool Ice Matrix 400 reichen noch knapp, um unseren DeXgo-Bronze-Award zu bekommen.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Deepcool.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread