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BitFenix Shinobi Core


Einleitung

Mit dem Shinobi Core bringt die recht junge Firma BitFenix eine interessante Neuerung auf den Markt der Gehäuse. Angeboten wird zunächst ein einfacher Midi-Tower, welcher entweder in Schwarz oder in Weiß mit verbautem Fenster oder Standardseitenteil geliefert wird. Zusätzlich kann der Käufer eines von drei verschiedenen Logos, sowie farbige Streifen aus Lochgitter erwerben, welche anschließend am Case montiert werden können. Dieses Konzept stellt eine Möglichkeit für alle dar, die auch ohne viel Aufwand oder handwerkliches Geschick ihrem Computergehäuse eine persönliche Note geben wollen. Wir werden testen, wie einfach sich die Zusätze installieren lassen und vor allem ob das Shinobi Core mit sieben PCI-Slots, sowie einer Vielzahl von Montagemöglichkeiten für Lüfter und Festplatten auch in Konkurrenz zu anderen Gehäusen ein gutes Bild macht.

Verpackung

Das Shinobi Core wird wie üblich in einem hauptsächlich braunen Karton geliefert, welcher zusätzlich Abbildungen des Gehäuses und einige Spezifikationen aufweist. Zudem ist das Shinobi Core durch Styroporformen und eine Kunststofffolie geschützt. Insgesamt ist das Case sehr ordentlich verpackt und läuft daher nicht Gefahr während des Transports beschädigt zu werden.
Lieferumfang

Im Lieferumfang des Shinobi Core befinden sich Rändelschrauben mit zwei verschiedenen Gewinden, Mainboardabstandshalter und die dazugehörigen Schrauben, Gummifüße für das Case, zehn Kabelbinder, die Befestigung für ein optionales Sicherheitsschloss und schließlich ein kleines Handbuch zur Inbetriebnahme. Verpackt ist das Ganze in einem kleinen Pappkarton, den man im Festplattenschacht findet.
Spezifikationen
Abmessungen (Breite x Höhe x Tiefe):205 x 460 x 490 Millimeter
Gewicht:6,4 Kilogramm
Material:Stahl, Kunststoff
Formfaktor:ATX-Mid Tower
Laufwerksschächte extern:3x 5,25 Zoll
Laufwerksschächte intern:8x 3,5 Zoll (einer per Adapter)
1x 2,5 Zoll
Erweiterungsslots:7
Front I/O-Panel:4 x USB2.0, Audio
Lüfter optional:6x 120 Millimeter

Äußere Ansichten
Unsere Ausführung des BitFenix Shinobi Core ist, mit Ausnahme einiger Schrauben und den Schlauchdurchführungen an der Rückseite, komplett in Weiß gehalten. Dies umfasst auch den Innenraum. Wie bereits beim kürzlich getesteten BitFenix Survivor wird bei den Kunststoffteilen auf die von BitFenix patentierte SofTouch-Oberfläche gesetzt. So ist das Shinobi Core, wie schon das Survivor, weniger anfällig für Kratzer, dafür aber umso mehr für Schmutz. Besonders abfärbende Gegenstände sollte man vom Gehäuse fern halten. Leider stimmen die Farbtöne des Kunststoffs nicht zu 100 Prozent mit denen des Metalls überein. Jedoch fällt dies nur bei genauer Betrachtung auf.
Die Front ist sehr übersichtlich gestaltet. Hier finden sich einzig drei Laufwerksblenden für die dahinter liegenden 5,25 Zoll-Schächte und die Montagemöglichkeiten für die zusätzlich erhältlichen Moddingaccessoires, welche wir später genauer betrachten werden. Diese Montagemöglichkeiten beinhalten zum einen das ausgestanzte BitFenix-Logo in der Mitte der Front und desweiteren zwei Kanäle, die sich jeweils vertikal an den Seiten der Front entlang ziehen. Mit etwas Kraft lässt sich die Front von unten abziehen. Dahinter befinden sich Aussparungen für zwei 120-Millimeterlüfter mit einem durch eine Schraube montierten Staubfilter und die eigentlichen 5,25-Zoll-Schächte.
Die praktisch identischen Seitenteile des Shinobi Core bestehen aus relativ festem Stahl, der allerdings trotz seines Gewichtes keine komplette Stabilität gewährleistet. An der Hinterseite verfügen die Seitenteile über je eine Lasche, die das Entfernen der Seitenteile erleichtert. Das Entfernen geschieht über das Lösen von je zwei silbernen Rändelschrauben. Bei der Seitenansicht fällt zudem auf, dass das eigentliche Grundgehäuse neben der abnehmbaren Front auch einen zusätzlichen Deckel aufweist.

Äußere Ansichten

Auch der Deckel besitzt die Kanäle, in denen die optionalen Lochgitterstreifen angebracht werden können. Im hinteren Teil findet man einen Ausschnitt mit Lochgitter, unter dem zwei 140-Millimeter-Lüfter Platz haben. Vorne befinden sich vier USB2.0-Anschlüsse, Audio-In, Audio-Out, Power- und Resetbutton sowie die Status-LED. USB3.0-Anschlüsse gibt es nicht. Wie auch bei der Front bedarf es einiger Kraft den Deckel zu entfernen um beispielsweise die darunter montierbaren zwei 140- beziehungsweise 120-Millimeter-Lüfter zu verschrauben. Durch eine Öffnung im vorderen Teil des Deckels werden die Kabel der Frontanschlüsse in das Gehäuse geführt.
Auf der Rückseite des BitFenix Shinobi Core finden wir zunächst die Aussparung für das I/O-Panel und sieben, mit luftdurchlässigen Slotblenden versehene Erweiterungsslots. Zudem erlaubt das Gehäuse die Verwendung entweder eines 120- oder 140-Millimeter-Lüfters im oberen Teil des Rückens, sowie das Durchführen zweier Schläuche auf Höhe der Erweiterungsslots mittels schwarzer Schlauchdurchführungen. Das Netzteil wird unten im Gehäuse verbaut und kann durch die vorhandenen sieben Schraublöcher entweder mit dem Lüfter nach unten oder nach oben ausgerichtet werden.
Der Boden des Case verfügt über vier Erhöhungen, die als Füße dienen und auf die sich die mitgelieferten Gummifüße kleben lassen. In der Mitte lässt sich ein 120-Millimeter-Lüfter montieren, welcher durch einen entfernbaren Staubschutzfilter verdeckt wird. Einen weiteren dieser sehr biegbaren Filter findet man unter dem Netzteil, wo eine Öffnung mit Wabenmuster Platz nimmt. Man erkennt außerdem, dass die Front an der Unterseite Lüftungsschlitze besitzt um Luft ansaugen zu können.

Innere Ansichten
Über die bereits erwähnten Rändelschrauben lassen sich die Seitenteile entfernen. Von Innen fallen die acht 3,5-Zoll-Schächte und die darüber liegenden 5,25-Zoll-Schächte auf. Man erkennt die Aussparungen für werkzeuglose Befestigungsmittel, auf die anscheinend bei dieser Version verzichtet wurde. Um den Platz des Mainboards befinden sich Kabeldurchführungen auf Höhe der Grafikkarte und der Stelle, an der sich üblicherweise das 24-Pin-Kabel anschließen lässt. Der Mainboardschlitten verfügt zudem über einen großen Ausschnitt für ausladende CPU-Backplates. Die maximale Grafikkartenlänge im BitFenix Shinobi Core beträgt etwa 32,5 Zentimeter, was sich zusätzlich um einige Zentimeter erweitern lässt, wenn man den vernieteten Festplattenkäfig entfernt.
Auf der rechten Seite des Shinobi Core gibt es kaum Dinge, die man nicht bereits von der anderen Seite hätte erahnen können. Der Abstand zwischen Mainboard-Tray und Seitenteil beträgt rund zwei Zentimeter und es gibt Platz für einige dazwischen verlegte Kabel. Interessant ist einzig noch die Montage der 5,25-Zoll-Schächte. Biegsame Metallärmchen halten beispielsweise den 5,25-auf-2,5-Zoll-Adapter in Position. Zudem sind hier die Frontanschlusskabel verlegt.
Die Frontanschlusskabel sind ausnahmslos in Schwarz gehalten und variieren in ihrer Länge zwischen 50 Zentimetern für Power, Reset und Status-LED und maximal 70 Zentimetern bei den Audio-Anschlüssen. Die Größe der Öffnung für die CPU-Kühler-Rückplatte beträgt 13 mal 13 Zentimeter. Der Durchmesser der Schlauchdurchführungen am Rücken beträgt knapp zwei Zentimeter. Die maximal mögliche Dicke des Schlauches beträgt daher etwa 18 Millimeter.

BitFenix Shniobi Custom Mesh
Als erstes zusätzlich erhältliches Accessoires bietet BitFenix so genannte Custom Mesh Stripes in vier verschiedenen Farben an. Dabei handelt es sich um lange Streifen aus Lochgitter, die über biegbare Ärmchen in den dafür vorgesehenen Kanälen am Gehäuse fest gemacht werden können. Die je rund 45 Zentimeter langen Lochgitter-Streifen sind in Schwarz, Weiß, Rot und Blau erhältlich und kosten 6,90 Euro. Verpackt sind sie in einer langen Kunststoffverpackung, die zusätzlich eine kurze Anleitung zur Montage beinhaltet.
BitFenix Custom Logo
Die zweite Modifikationsmöglichkeit, die der Hersteller anbietet ist eine etwa sieben mal fünf Zentimeter große Kunststoffplatte, aus der das Hersteller Logo geprägt ist. BitFenix nennt dies das Custom Logo und bietet es in drei unterschiedlichen Ausführungen an. Die schwarze, silberne oder weiße Oberfläche des Logos verfügt über eine Art gebürstetes Finish, was einen hochwertigen Eindruck erzeugt.

Einbau der Hardware

Der Einbau der Hardware verlief weitgehend reibungslos. Für das Kabelmanagement erwiesen sich die Kabeldurchführungen aus Gummi auf dem Mainboardschlitten von Vorteil. Ebenfalls gibt es dahinter genügend Raum um Kabel sauber zu verlegen und gegebenenfalls unbenutzte Kabelstränge zu verstauen. Auch optionale Lüfter lassen sich ohne Probleme montieren. Einzig der Platz für Lüfter auf dem Boden des Gehäuse wird bei unserem Testnetzeil von Kabelsträngen belegt und bei den Lüftern im Deckel sollte darauf geachtet werden, keine Lüfter mit einer Dicke von über 25 Millimetern zu wählen um beim Verbauen des CPU-Kühlers nicht eingeschränkt zu werden. Der Kühler wiederum darf von der Mainboardplatine aus gemessen maximal 17 Zentimeter in der Höhe messen, was allerdings für die meisten Nutzer ausreichend Spielraum bieten sollte. Grafikkarten werden in ihrer Länge bis rund 32,5 Zentimeter unterstützt. Dabei ist zu beachten, dass bei einer Belegung der Festplattenschächte auf Höhe der Grafikkarte mindestens sieben Zentimeter verloren werden. Jedoch lässt sich hier in den meisten Fällen auf andere Schächte umsteigen. Für zukünftige Modelle denkbar wäre ein um 90 Grad rotierbarer Käfig, der es ermöglicht die Festplatten platzsparender zu montieren. Bei der Montage der Laufwerke fällt auf, dass das Shinobi Core über Aussparungen für werkzeugfreie Befestigungsmittel verfügt. Auch der Karton, in dem das Case geliefert wird, zeigt auf den Abbildungen derartiges Zubehör. Bei unserem Testexemplar fehlte das Befestigungsmaterial. Eine Rücksprache mit Caseking ergab, dass beim Zusammenpacken des Gehäuses und dem Zubehör schlicht vergessen wurde, den entsprechenden Karton mit den Halteclips beizulegen. Daher haben wir in diesem Review die Laufwerke mit Schrauben befestigt, was ebenfalls problemlos möglich ist. Wer ein Gehäuse ohne die entsprechenden Haltemechanismen geliefert bekommen sollte, muss sich lediglich an den Support von Caseking wenden.
Das Verbauen der zusätzlich erhältlichen Accessoires verlief weitgehend ohne größere Probleme. Besonders das Logo sitzt, nachdem man es mit etwas Kraft in die richtige Position gebracht hat, angenehm fest in der dafür vorgesehenen Öffnung. Die Meshstripes bedürfen ebenfalls etwas Anstrengung für die richtige Montage. Da sie nicht direkt in die Öffnungen rutschen, müssen die Füße teilweise etwas zurecht gebogen werden. Leider war auch eines unserer Testsamples verbogen. Dies ist zwar auf die geringe Stabilität von Lochgitter zurückzuführen, allerdings ist es bei dem stolzen Preis dieses Zubehörs doch etwas schade. Ansonsten nehmen die Accessoires keine praktischen Funktionen ein, steigern allerdings eindeutig den optischen Individualitätswert.

Fazit

Insgesamt ist das BitFenix Shinobi Core ein gutes Durchschnittsgehäuse, welches sich im Punkt Design und Individualitätswert von anderen Gehäusen seiner Klasse abzusetzen weiß. Begonnen mit einem umfangreichen Lieferumfang und guter Stabilität, weißt das Shinobi Core ausreichend Platz für ein gewöhnliches ATX-System und eine große Menge von 3,5-Zoll-Geräten. Sechs Lüfter lassen sich montieren und durch entfernbare Staubschutzgitter gelangt weniger Staub in das Gehäuse. Angenehm sind auch die Positionierung des Netzteils am Boden und die Schlauchdurchführungen am Rücken des Gehäuses, die einem wassergekühlten System zu Gute kommen. Der Mainboardtray verfügt über eine Aussparung für sperrige Backplates von CPU-Kühlern. Das Frontpanel bietet erfreuliche vier USB-Anschlüsse, leider wurde dabei auf USB3.0-Support komplett verzichtet. Die Slotblenden verfügen über kleine Löcher, die den Luftaustausch ermöglichen, und mit einer maximalen Grafikkartenlänge von 32,5 Zentimetern werden die meisten aktuellen Grafikkartenmodelle unterstützt. Die eigentliche Montage der Hardware, sowie der zusätzlich erhältlichen Modding-Accessoires verlief weitgehend problemlos. Das Gehäuse ist groß genug um die Hardware einfach montieren zu können und die Accessoires sitzen nach der Montage sehr fest. Hierbei ist allerdings zu bemängeln, dass eine unserer Custom Mesh Stripes bereits in der Verpackung verbogen war und die Lochgitterstreifen insgesamt mit Vorsicht zu behandeln sind, da die für die Montage nötigen Metallfüße leicht abbrechen und das Material sehr leicht verbiegen kann. Ein weiteres Manko des Shinobi Core ist aus unserer Sicht, der vollständige Verzicht auf Lüfter im Lieferumfang. Der Grund warum BitFenix beim Core keine Lüfter mitliefert ist, dass man dem Anwender selbst überlassen möchte, welche Lüfter im Gehäuse verbaut werden. Zudem sind die Front und der Deckel zwar abnehmbar um beispielsweise die Lüfter dahinter zu montieren, allerdings benötigt man dazu recht viel Kraft. Insgesamt bietet das Gehäuse einen guten Schutz für Hardware und weiß durch die zusätzlich erhältlichen Modding-Accessoires auf sich aufmerksam zu machen. Das BitFenix Shinboi Core ist für 45,90 Euro bei Caseking erhältlich. Die zusätzlich erhältlichen Custom Mesh Stripes kosten 6,90 Euro und das BitFenix Logo 1,90 Euro.


Pro & Contra

Pro
+ innovatives Moddingangebot
+ umfangreicher Lieferumfang
+ gute Stabilität
+ entfernbare Staubschutzfilter
+ Durchführungen für Kabelmanagement
+ SofTouch-Oberfläche schützt vor Kratzern...

Contra
- keine Lüfter im Lieferumfang
- schwer entfernbare Front und Deckel
- kein USB3.0 Support


Award

Wir verleihen dem BitFenix Shinobi Core den DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von FTSJack verfasst.
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