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Enermax Modu 87+ ErP Lot 6 500 Watt


Einleitung

Ein geringer Stromverbrauch ist in Zeiten immer stärker steigender Energiekosten etwas, was kein Nutzer aus den Augen verlieren sollte. Neben sparsamen Komponenten bietet auch ein effektives Netzteil einiges an Sparpotential. Um so länger der Rechner täglich läuft und um so mehr Strom dieser benötigt, steigt das Sparpotential natürlich deutlich an. Aber auch bei kleinen Systemen lohnt sich die Anschaffung von effizienten Netzteilen und so wollen wir heute einen Blick auf das 500-Watt-Exemplar des Enermax Modu87+ werfen, welches sich gerade für kleine Systeme anbietet. Mit einer hohen Verarbeitungsgüte, vielen Anschlüssen, einem leisen Betrieb und natürlich auch durch eine gute Effizienz will das Netzteil überzeugen. Ob dies gelingt, zeigen die folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Modu 87+ ErP Lot 6 ist zum einen schlicht in schwarz gehalten, bietet auf der Rückseite aber sehr viele Informationen zum Netzteil. Neben der maximalen Effizienz sind dort auch Angaben zu den vorhandenen Anschlüssen, zu den Leistungen der einzelnen Spannungen, dem Drehzahlverlauf des Lüfters und den technischen Details vorhanden. Das Netzteil ist im Innenraum lediglich in einer Folie verpackt, Schaumstoff oder Pappe werden nicht für die Polsterung genutzt, stattdessen wird durch ein passgenaues Sitzen des Netzteiles und des Zubehörs das Netzteil fixiert.
Der Lieferumfang des Modu 87+ ErP Lot 6 mit 500 Watt fällt gut aus. Neben dem Netzteil befinden sich noch ein Kaltgerätekabel, eine Tasche mit den modularen Kabeln, zwei wiederverwendbare Kabelbinder, vier Montageschrauben, ein Enermax-Aufkleber, ein Halter für das Kaltgerätekabel, ein Beipackzettel sowie das Handbuch im Lieferumfang. Das Handbuch des Netzteiles fällt zudem sehr umfangreich aus und sollte keine Fragen offen lassen.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: EMG500AWT
Leistung: 500 Watt
Peak Power: 550 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 20 Ampere
+5,0V: 20 Ampere
+12V1-3: je 25 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 100 Watt
+12V: 492 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
AC UVP: AC Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz AC
DC UVP: AC Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz DC
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
SIP: Surge and Inrush Protection -> Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen

Außenansichten

Farblich ist das Modu 87+ ErP Lot 6 in Schwarz und Gold gehalten. Während bei den ersten Modu-87-Netzteilen auch der Lüfter goldfarbend war, ist der Lüfter nun ebenfalls schwarz. Auch das Gehäuse wurde zu den ersten Netzteilen verändert und so ziert nun ein goldener Rahmen den Lüfter. Der Lüfter selbst setzt auf das hausinterne Twister-Lager und hat einen Durchmesser von 13,9 Zentimetern. Die Drehzahl des Lüfters wird in Abhängigkeit von der Auslastung des Netzteiles geregelt und liegt bei geringer Auslastung bei lediglich 330 U/min. Bei voller Auslastung dreht der Lüfter dann mit 900 U/min.
Die Rückseite ist komplett in schwarz gehalten. Auf der Rückseite ist zudem der Aufkleber mit den technischen Daten zentral aufgeklebt. Die Farbe, welche kein reines Schwarz ist sondern leicht Richtung Hammerschlag tendiert, ist sauber aufgebracht und hebt sich von der Masse der Netzteile gut ab. Technisch bietet das Netzteil neben dem 80Plus-Gold-Zertifikat auch die Unterstützung zur ErP-Lot-6-Richtlinie, welche die Standbyverluste regelt, hierfür muss aber das gesamte System entsprechend ausgestattet sein.
Auf beiden Seiten des Netzteiles ist groß mit Gold der Schriftzug "MODU87+" aufgebracht. Egal ob das Netzteil mit dem Lüfter nach oben oder unten verbaut wird, so ist der Schriftzug immer richtig herum lesbar.
Als Luftauslass dient beim Netzteil von Enermax eine Waben-Struktur. Diese umfasst den Großteil der Rückseite und bietet so viel Fläche durch, die die Luft entweichen kann. Der beiliegende Halter für das Kaltgerätekabel hält das Kabel in der Kaltgerätebuchse und verhindert so, dass das Kabel ausversehen aus dem Netzteil gezogen wird. In der Innenseite sind die sieben Buchsen für die modularen Kabel untergebracht. Gut beschriftet und durch Form und Farbe kodiert können auch unerfahrene Anwender die Kabel sicher und korrekt anschließen. Auch eine Erklärung, welche Schiene welche Buchse mit Spannung versorgt, ist auf der Rückseite vorhanden. So kann verhindert werden, dass lediglich eine der drei 12-Volt-Schienen belastet bzw. überlastet wird.

Die Kabel

Fest installiert sind beim Modu 87+ ErP Lot 6 mit 500 Watt das 24-Pin-ATX-Stromkabel sowie das 4+4-Pin-12-Volt-Stromkabel. Während letzteres 59 Zentimeter lang ist und sich noch recht gut verlegen lässt, ist das ATX-Stromkabel 57 Zentimeter lang und - bedingt durch die Anzahl der Stromadern - recht steif. Aufpassen sollten Anwender, die noch ein Mainboard mit 20-Pin-ATX-Stromanschluss, denn zu diesen ist das Netzteil durch den 24-Pin-Anschluss nicht mehr kompatibel.
Für die Stromversorgung der Grafikkarten liefert Enermax ein Anschluss-Kabel mit, welches am Ende zwei einzelne Kabel mit jeweils einem 6+2-Pin-PCIe-Stromanschluss besitzt. Das Kabel ist 49 Zentimeter lang und auf den letzten ca. 15 Zentimetern getrennt.
Die 500-Watt-Variante des Modu 87+ ErP Lot 6 besitzt ein Kabel mit vier SATA-Stromanschlüssen. Dieses Kabel ist insgesamt 90 Zentimeter lang, die Anschlüsse sind mit einem Abstand von 15 Zentimetern zueinander angebracht.
Ein weiteres Kabel stellt zwei SATA- und zwei Molex-Stromanschlüsse bereit. Auch dieses Kabel hat eine Länge von 90 Zentimetern und die Anschlüsse untereinander einen Abstand von 15 Zentimetern zueinander.
Als Letztes liegt ein Kabel bei, welches drei Molex- und einen FDD-Stromanschlüsse bereit stellt. Ebenfalls mit einer Länge von 90 Zentimetern sind die Anschlüsse in einem Abstand von 15 Zentimetern zueinander angebracht.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden. Im Vergleich zu den letzten Netzteil-Tests haben wir unser Testsystem ein wenig modifiziert, um eine noch höhere Auslastung der Netzteile erreichen zu können.

Das Testsystem setzt sich nun wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3.800MHz @ 1,3V
- Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60%
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.143MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Colorful GeForce GTX 470 (SLI-Test)
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60% (Systemlüfter-Grafikkarte)
- mCubed T-Balancer BigNG
- Aquacomputer aquaero 4.0


Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Das Enermax Modu 87+ ErP Lot 6 mit 500 Watt zeigt sich bei den Spannungstests sehr stabil. So sind die Schwankungen der einzelnen Schienen sehr gering und betragen maximal 0,06 Volt (12-Volt-Schienen). Die 5-Volt-Schiene lieferte uns Werte zwischen 5,01 und 5,04 Volt, bei der 3,3-Volt-Schiene lag die Differenz zwischen dem minimal und maximal gemessenen Wert bei 0,04 Volt. Jedoch waren die Spannungen der 3,3-Volt-Schiene mit bis zu 3,39 Volt leicht über dem Idealwert, aber noch deutlich innerhalb der von den ATX-Spezifikationen vorgegebenen Toleranzen.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.




Bei den Effizienzmessungen auf unserem neuen Testsystem konnte das Modu 87+ ErP Lot 6 gerade im Idle-Betrieb und bei geringer Last sehr gute Werte erzielen. Dort liegt das Netzteil von Enermax dann gleich auf mit den etwas leistungsstärkeren Netzteilen von NZXT und Thermaltake. Wird auch die Grafikkarte mit ausgelastet, liegt die aufgenommene Strommenge aus der Steckdose bei rund 456 Watt, was rund zehn Watt mehr sind als das NZXT Hale Power 90+ mit 650 Watt der Fall ist. Im Vergleich zum Enermax LibertyECO mit 620 Watt, welches lediglich 80Plus-Standard zertifiziert ist, liegt die Stromaufnahme 30 Watt niedriger.


Lautstärke

Im Betrieb bei keiner oder geringer Last macht sich die niedrige Drehzahl des Lüfters des Enermax Modu 87+ sehr positiv bemerkbar. So ist das Netzteil dann nicht wahrnehmbar, was sich bei einer stärkeren Auslastung jedoch leicht ändert. Bei starker Auslastung dreht der Lüfter dann auf und ist leicht hörbar. Nebengeräusche besitzt der Lüfter keine. Nach dem Herunterfahren des Rechners arbeitet der Lüfter aber bis zu 60 Sekunden nach und führt weiterhin Luft aus dem Gehäuse ab, dies soll zu einem schnelleren Abkühlen der Systemkomponenten führen.

Fazit

Das Enermax Modu 87+ ErP Lot 6 mit 500 Watt kommt ordentlich verpackt aber mit wenig Transportschutz beim Käufer an. Dennoch erreichte uns das Netzteil ohne Beschädigungen in einem sehr guten Zustand, was sich auch bei der Verarbeitung zeigt. Die zur Verfügung gestellten Anschlüsse sind für ein Netzteil mit 500 Watt vollkommen im Rahmen und bieten dem Anwender genügend Kombinationsmöglichkeiten, um die heimische Hardware anschließen zu können. Bei unseren Leistungstests kann das 500-Watt-Exemplar gerade durch sehr stabile Spannungen und guten Effizienzwerten überzeugen. Kleinere Schwächen zeigt lediglich die 3,3-Volt-Schiene, welche zwar ebenfalls stabile Spannungen liefert, diese aber leicht erhöht sind. Bei den Effizienzwerten rutscht es nur bei der Auslastung von Prozessor und Grafikkarte leicht hinter die anderen 80Plus-Gold-Netzteile. Insgesamt kann das Enermax Modu 87+ ErP Lot 6 durchweg überzeugen und stellt gerade für kleine Gaming-Systeme ein interessantes Netzteil dar. Mit einem Preis von rund 115 Euro gehört es in der Leistungsklasse von 450 bis 550 Watt jedoch zu den teureren Vertretern.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ gute Effizienzwerte
+ leiser Betrieb

Contra
- Spannungen der 3,3-Volt-Schiene leicht erhöht (aber innerhalb der Toleranz)


Award

Das Enermax Modu 87+ ErP Lot 6 mit 500 Watt bekommt unseren DeXgo-Gold-Award verliehen.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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