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Antec Basiq VP550P


Einleitung

Nicht immer lohnt es sich zu High-End-Komponenten zu greifen. Auch wenn Netzteile mit hoher 80-Plus-Zertifizierung deutliche Vorteile haben, was den Verbrauch und auch die Lautstärke angeht, rechnet es sich bei manch einer Rechner-Konfiguration nicht 20, 30 oder 40 Euro mehr bei der Anschaffung des Netzteiles auszugeben. Gerade wenn die Leistungsaufnahme des Rechners eher gering ist und dieser auch noch wenig genutzt wird, amortisiert sich der Anschaffungspreis teurer und effizienter Netzteile meist nicht. Dennoch will man natürlich gerade bei so einer wichtigen Komponente wie dem Netzteil nicht auf Qualität verzichten. Antec versucht genau hier mit der Basiq-Serie diese Brücke zu schlagen. Für einen geringen Preis soll der Anwender ein hochwertiges Netzteil für einen günstigen Preis erhalten. Dass dies nicht funktioniert ohne Kompromisse eingehen zu müssen, sollte jedem klar sein. Wie diese Kompromisse ausschauen, klären wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Das Basiq VP550P wird von Antec in einem großteils schwarzen Karton ausgeliefert. Auf der Verpackung finden sich die wichtigsten technischen Daten und auch ein Bild, auf dem das Netzteil zumindest teilweise zu sehen ist. Neben den allgemeinen technischen Daten, die seitlich auf dem Karton zu finden sind, sind auf der Oberseite die Schlüssel-Eigenschaften aufgelistet. Dazu gehört der verbaute 120-mm-Lüfter, die Effizienz von über 82 Prozent und auch die Leistung von 550 Watt. Im Karton ist das Netzteil in einer Folie eingeschlagen und durch Pappe fixiert. Der Transportschutz fällt so zwar nicht so gut aus, wie es bei einer Umverpackung mit Schaumstoff der Fall wäre, jedoch ist die Karton-Verpackung deutlich umweltfreundlicher.
Dem Antec Basiq VP550P liegen lediglich ein Kaltgerätekabel, vier Schrauben sowie eine knappe Bedienungsanleitung bei. Die Kabel sind mit zwei Kabelbindern, welche wiederverwendbar sind, zusammen gefasst. Auf zusätzliche Kabelbinder oder Fixierhilfen wird im Lieferumfang jedoch verzichtet.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: VP550P
Leistung: 550 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 200 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 47 - 63 Hz
Abmessungen (L x B x H): 140 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 24 Ampere
+12V1/2: je 30 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 2,5 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 135 Watt
+12V: 540 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 12,5 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz

Außenansichten

Zur Kühlung verbaut Antec beim Basiq VP550P einen 120-mm-Lüfter. Über die maximale Drehzahl, den Luftdurchsatz oder die Lautstärke schweigt sich Antec leider aus. Lediglich, dass der Lüfter eine "geräuscharme und gleichmäßige Kühlung" gewährleisten soll, ist zu erfahren. Der Lüfter, das Lüftergitter und das Gehäuse bieten ein, durch das überall genutzte Schwarz, homogenes Erscheinungsbild.
Wie bereits erwähnt und auch ersichtlich ist das Gehäuse komplett in schwarz gepulvert. Die Verarbeitung des Basiq VP550P ist gut, so zeigen sich weder Fehler beim Gehäuse noch bei der Beschichtung. Interessant könnte das Basiq VP550P für Anwender mit kompakten Gehäuse sein, da es lediglich eine Tiefe von 140 Millimetern besitzt. Als Vergleich ist hier ein mal das Antec EarthWatts Series EA-750 Green mit 750 Watt zu nennen, welches 180 Millimeter tief ist.
Den Aufkleber mit den Leistungsdaten hat Antec seitlich auf das Netzteil aufgebracht. Wird das Basiq VP550P mit dem Lüfter nach unten verbaut ist der besagte Aufkleber zu sehen, wird der Lüfter nach oben ausgerichtet zeigt sich eine leere Seite in der nur der Antec-Schriftzug eingestanzt ist. Auf dem Aufkleber sind alle wichtigen Leistungsdaten ersichtlich, dazu gehören auch die zwei getrennten 12-Volt-Schienen mit jeweils 30 Ampere, die die 550-Watt-Variante der Basiq-Serie besitzt.
Als Luftauslass setzt Antec, wie beim Lüftergitter auch, auf ein Wabendesign. Dieses bietet den besten Kompromiss aus Stabilität und offener Fläche. Der Bereich um die Kaltgerätebuchse und den Ein-/Ausschalter sind auch beim Basiq VP550P massiv ausgeführt. Auf der Innenseite befindet sich lediglich eine Öffnung, durch die der Kabelbaum aus dem Netzteil-Gehäuse nach außen geführt wird. Auf ein Kabelmanagement-System verzichtet Antec bei der gesamten Basiq-Serie.

Die Kabel

Alle vorhandenen Anschlüsse sind an den fest installierten Kabeln angebracht. Zur Stromversorgung des Mainboards stellt das Basiq VP550P einen 20+4--Pin-ATX-Stromanschluss sowie einen 4+4-Pin-12-Volt-Stromanschluss bereit. Während der ATX-Stromanschluss 49 Zentimeter lang ist und als einziger Strang gesleevt wurde, ist der 12-Volt-Stromanschluss rund 56 Zentimeter lang. Erwähnen müssen wir noch, dass der 20+4-Pin-Stecker nicht komplett getrennt werden kann, sondern lediglich zur Seite geklappt wird. Während der ATX-Stromanschluss intern an der ersten 12-Volt-Schiene angeschlossen ist, wurde der 12-Volt-Stromanschluss als einziger Anschluss an der zweiten 12-Volt-Schiene angebunden.
Zur Stromversorgung von Grafikkarten stehen zwei 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse bereit. Diese befinden sich an einem Kabel, welches bis zum ersten Anschluss 47 Zentimeter lang ist, der zweite Anschluss folgt nach weiteren 15 Zentimetern. Intern angebunden sind die PCIe-Stromanschlüsse an der ersten 12-Volt-Schiene.
Auch die Anschlüsse für die Laufwerke sind an der ersten 12-Volt-Schiene angeschlossen. Zur Verfügung stehen hier insgesamt vier 4-Pin-Molex-Anschlüsse, fünf SATA-Stromanschlüsse und ein FDD-Stromanschluss. Diese teilen sich auf drei Kabel auf, wobei die Verteilung nicht gleichmäßig erfolgt. An einem Kabel befinden sich insgesamt drei Molex- und ein FDD-Stromanschluss. Am zweiten Kabel sind zwei SATA- und der letzte Molex-Anschluss untergebracht und am letzten Kabel befinden sich drei SATA-Stromanschlüsse. Allen Kabel gemein ist die Länge bis zum ersten Anschluss, welcher jeweils nach 48 Zentimetern angebracht wurde. Die weiteren Anschlüsse folgen dann nach jeweils 15 weiteren Zentimetern.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden. Im Vergleich zu den letzten Netzteil-Tests haben wir unser Testsystem ein wenig modifiziert, um eine noch höhere Auslastung der Netzteile erreichen zu können.

Das Testsystem setzt sich nun wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3.800MHz @ 1,3V
- Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60%
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.143MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Colorful GeForce GTX 470 (SLI-Test)
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60% (Systemlüfter-Grafikkarte)
- mCubed T-Balancer BigNG
- Aquacomputer aquaero 4.0


Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



In unseren Stabilitätsmessungen schlägt sich das "kleine schwarze" sehr ordentlich, ja sogar gut. Auf den 12-Volt-Schienen betrug die maximale Abweichung vom Idealwert lediglich 0,12 Volt und auch die Schwankungen lagen mit 0,05 Volt sehr gering. Ein ähnliches Bild zeigt sich auf der 5-Volt-Schiene, die lediglich um 0,04 Volt vom Ideal abweicht. Bei der 3,3-Volt-Schiene lag die Abweichung vom Sollwert bei geringen 0,06 Volt. So können wir sagen, dass das Antec Basiq VP550P bei unseren Messungen immer innerhalb der von den ATX-Spezifikationen vorgegebenen Toleranzen lag.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.




Da die Basiq-Serie im Low-Budget-Bereich angesiedelt ist, verzichtet Antec aus Kostengründen auf das eine oder andere Feature, auch eine 80-Plus-Zertifizierzung besitzt das Netzteil nicht. Die Effizienz, welche Antec mit über 82 Prozent angibt, liegt dabei im Bereich der normalen 80Plus-Norm. Dies spiegelt sich natürlich auch bei den Effizienzmessungen wieder, bei denen das Basiq VP550P knapp hinter dem Enermax LibertyECO rangiert, welches wiederum 80Plus-Zertifziert ist. Zum nahen Verwandten, dem Antec EA-750 Green fehlen gerade bei hoher Auslastung schon einige Watt.


Lautstärke

Der verbaute Lüfter erledigt seine Arbeit nur teilweise zufriedenstellend. Ist er im Idle-Betrieb noch leise und kaum wahrnehmbar, dreht er bereits bei Teillast (Auslastung CPU) deutlich auf und ist bei der Auslastung von Prozessor und Grafikkarte laut. Die geringe Effizienz macht sich hierbei bemerkbar, ist die abzuführende Abwärme doch deutlich höher als bei Netzteilen mit 80Plus-Bronze oder noch besserer Zertifizierung.

Fazit

Mit der Basiq-Serie versucht Antec den preisbewussten Käufer anzusprechen, was im Grunde auch gelingt. Dass der Käufer aber dann auch Abstriche hinnehmen muss, sollte ebenfalls klar sein. Bei der Verpackung ist dies schon teilweise der Fall und so verzichtet Antec dort auf sicheren Schaumstoff und setzt auf eine einfache Kartonverpackung. Dies ist zwar gut für die Umwelt, der Transportschutz leidet aber. Ebenfalls Abstriche muss man bei der Anleitung hinnehmen, welche lediglich aus einem einfachen Faltblatt besteht und nur sehr wenige Informationen bereit hält. Die Verarbeitung hingegen ist gut und bietet ebenso wenig Anlass zur Kritik, wie auch die Anschlüsse, welche aus unserer Sicht in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Praktisch ist zudem die geringe Tiefe des Netzteiles, was gerade für Anwender mit kleinen Gehäusen interessant sein dürfte. Bei den Leistungstests kann das Basiq VP550P mit sehr stabilen Spannungen punkten, welche zudem noch recht gering von den Idealwerten abweichen. Bei den Effizienzmessungen schneidet das Netzteil hingegen erwartungsgemäß schlechter ab, liegt die Effizienz nur auf dem Niveau der 80Plus-Zertifizierung. Wirklich unschön ist aber eigentlich der verbaute Lüfter, welcher schon bei Teillast deutlich hörbar aufdreht und bei der Auslastung von Grafikkarte und Prozessor auf unserem Testsystem als laut zu klassifizieren ist. Preislich ist das Antec Basiq VP550P bei rund 52 Euro angesiedelt, was in der Klasse der 550-Watt-Netzteile nicht wenig ist. Betrachtet man allerdings nur die Marken-Hersteller gibt es ähnliche Netzteile nicht für wirklich weniger zu haben.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ geringe Einbautiefe

Contra
- Lüfter schon bei Teillast deutlich hörbar und unter Last laut
- kein Unterspannungsschutz vorhanden
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Antec.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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