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Antec EarthWatts Series EA-750 Green 750 Watt


Einleitung

Antec ist bekannt für eine große Palette an PC-Netzteilen. Sowohl im High-End-Segment, als auch im Bereich der günstigen Netzteile bietet Antec einige Produkte an. Mit der EarthWatts-Serie hat Antec zudem noch eine Serie von Netzteilen im Programm, welche besonders umweltfreundlich sein sollen, unter anderem wird hier die Effizienz von bis zu 88 Prozent genannt. Aber nicht nur umweltfreundlich, sondern auch leistungsstark sollen die Netzteile sein, was wir an Hand des EA-750 Green überprüfen wollen. Was für viele Anwender neben der Effizienz und der Leistungsklasse interessant ist, ist die Anzahl der verfügbaren Anschlüsse. Beim Antec EA-750 Green gibt es einige davon: Vier PCIe-, neun SATA- und sechs Molex-Anschlüsse bieten genügend Möglichkeiten ein System mit reichlich Komponenten auszustatten. Wie sich das Netzteil in unserem Testparcour schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Das EA-750 Green wird in einem bunt bedruckten Karton ausgeliefert. Neben einem Bild des Netzteiles hat Antec auch die technischen Daten mit auf der Verpackung aufgelistet. Ebenso einige Eigenschaften wie das 80-Plus-Bronze-Zertifikat, die vier 12-Volt-Leitungen, die SLI-Unterstützung und der leise 135-mm-Lüfter werden auf der Verpackung erwähnt. Im Innenraum ist das Netzteil in eine Folie eingeschlagen und wird durch zwei kleine Polsterungen aus Pappe rudimentär geschützt. Im Sinne der Umwelt verzichtet Antec auf die Nutzung von Schaumstoff.
Der Lieferumfang des EA-750 Green fällt sehr knapp aus. Lediglich ein Kaltegerätekabel, vier schwarze Montageschrauben und eine kurze Bedienungsanleitung liegen dem Netzteil bei. Die fest installierten Kabel sind zudem mit zwei wiederverwendbaren Kabelbindern zusammen gehalten, welche ggf. im Gehäuse zur Bändigung der nicht benötigten Kabel genutzt werden können.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: EA-750 GREEN
Leistung: 750 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 180 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 25 Ampere
+5,0V: 25 Ampere
+12V1-4: je 40 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 150 Watt
+12V: 750 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz

Außenansichten

Antec verbaut im EA-750 Green einen 135 Millimeter großen Lüfter. Um zu verhindern, dass Kabel in den Lüfter geraten, wurde vor diesem ein schwarzes Lüftergitter installiert. Der Lüfter stammt von ADDA und trägt die Bezeichnung ADN512UB-A90. Neben dem EA-750 Green kommt der Lüfter auch noch in anderen Netzteilen von Antec (z.B. HCG-750) oder auch XFX (Pro Serie) zum Einsatz. Der Lüfter arbeitet mit bis zu 1.900 U/min und befördert bei maximaler Drehzahl fast 140 Kubikmeter Luft die Stunde. Die maximale Leistungsaufnahme des Lüfters liegt bei 5,28 Watt. Zur Lautstärke werden leider keinerlei Angaben gemacht.
Der Namenszusatz "Green" ist auch Thema des Gehäuses, welches komplett in eben jener Farbe gehalten wurde. Die Farbe selbst mag Geschmackssache sein, bei der Verarbeitung leistet sich Antec aber keine Schwächen. Während die Breite von 150 und die Höhe von 86 Millimetern dem gängigem Standard entsprechen, benötigt das EA-750 Green in der Länge satte 180 Millimeter an Platz.
An einer Seite des Netzteiles wurde der Aufkleber mit den Leistungsdaten des EA-750 Green aufgebracht. Dieser ist zu lesen, wenn das Netzteil mit dem Lüfter nach unten eingebaut wird. Zeigt der Lüfter nach oben ist nur ein "leeres" Seitenteil zu sehen, welches rechts unten einen eingestanzten Antec-Schriftzug besitzt.
Auch Antec setzt zum Luftauslass auf ein Gitter mit Waben-Struktur, welches den besten Kompromiss aus Stabilität und Luftdurchlässigkeit gewährleistet. Nur in dem Bereich um die Kaltgerätebuchse und dem Ein-/Ausschalter herum ist "massives" Blech vorhanden. Auf der Innenseite hingegen befindet sich nur eine Öffnung, durch die die internen Kabel aus dem Gehäuse herausgeführt werden.

Die Kabel

Da das Antec EA-750 Green über kein Kabelmanangement verfügt, werden alle vorhandenen Anschlüsse durch einen Kabelbaum aus dem Gehäuse herausgeführt. Für die Stromversorgung des Mainboards steht ein 20+4-Pin-ATX-Stromkabel und ein 4+4-Pin-12-Volt-Stromabel zur Verfügung. Während das ATX-Stromkabel rund 55 Zentimeter lang ist, wurden dem 12-Volt-Stromkabel 10 Zentimeter mehr spendiert und so kommt dieses auf eine Gesamtlänge von 60 Zentimetern. Interessant am 20+4-Pin-ATX-Stromkabel ist die Art und Weise wie die zusätzlichen vier Adern angebracht sind. Während bei den meisten geteilten Steckern die vier Extra-Pins in einem losen Stecker bereitgestellt werden, ist dieser Part beim EA-750 Green am großen Stecker angebracht, kann dort aber abgeklappt werden. Während der ATX-Strang mit einem Sleeve versehen wurde, verzichtet Antec auf diesen beim 12-Volt-Stromanschluss.
Das EA-750 Green unterstützt SLI- und Crossfire-Systeme und stellt für diese ganze vier 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse an zwei Strängen zur Verfügung. Die Gesamtlänge der Stränge beträgt 70 Zentimeter, wobei die beiden Anschlüsse jeweils 15 Zentimeter auseinander liegen. Eine Ummantelung in Form von Sleeve besitzen die Kabel nicht.
Auch bei den SATA-Laufwerken ist die Anzahl der Anschlüsse großzügig bemessen. An drei Strängen werden jeweils drei SATA-Stromanschlüsse zur Verfügung gestellt. Jedes der Kabel ist 85 Zentimeter lang, die Anschlüsse liegen jeweils 15 Zentimeter auseinander. Auch die SATA-Kabel besitzen keine Ummantelung.
Für die älteren IDE-Laufwerke - oder auch Lüftersteuerungen - stellt das EA-750 Green insgesamt sechs Anschlüsse zur Verfügung. Neben diesen sechs Molex-Stromanschlüssen befindet sich auch noch ein FDD-Stromanschluss an einem der beiden Kabelstränge. Während ein Strang 85 Zentimeter lang ist und drei Molex-Stromanschlüsse besitzt, ist der zweite Strang 100 Zentimeter lang und besitzt neben den drei Molex-Stromanschlüssen noch den FDD-Stromanschluss. Die Anschlüsse sind in einem Abstand von jeweils 15 Zentimetern zueinander an den Kabeln angebracht. Auch die letzten beiden Stränge besitzen keine Ummantelung.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden. Im Vergleich zu den letzten Netzteil-Tests haben wir unser Testsystem ein wenig modifiziert, um eine noch höhere Auslastung der Netzteile erreichen zu können.

Das Testsystem setzt sich nun wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3.800MHz @ 1,3V
- Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60%
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.143MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Colorful GeForce GTX 470 (SLI-Test)
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60% (Systemlüfter-Grafikkarte)
- mCubed T-Balancer BigNG
- Aquacomputer aquaero 4.0


Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Egal ob unter großer Last oder im Leerlauf, die gemessenen Spannungen beim EA-750 Green liegen immer innerhalb der ATX-Spezifikationen. Auch die Schwankungen fallen klein aus - während die Werte auf den 12-Volt-Schienen maximal um 0,16 Volt schwanken, sind es bei der 5-Volt und bei der 3,3-Volt-Schiene sogar nur 0,03 Volt.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten. Die Auflösung der Messungen erfolgt im 0,1 Watt Schritten, alle Ergebnisse bis auf die Standby-Messungen wurden auf ein Watt gerundet.





Durch die Neu-Konfiguration unsere Testsystems fallen die aktuellen Vergleiche noch sehr knapp aus. Dennoch zeigt sich, dass das Netzteil im höheren Last-Bereich seine Stärken hat. Während es im Idle-Betrieb noch hinter dem LibertyEco rangiert, kann es sich sowohl bei der Auslastung des Prozessors, als auch bei der Auslastung von Prozessor und Grafikkarte an dem Enermax Liberty Eco vorbei schieben und sich sogar deutlich vor diesem platzieren. Das ebenfalls mit 80-Plus-Bronze zertifizierte Cooler Master GX-650 erreicht im Last-Betrieb nur geringfügig bessere Ergebnisse.


Lautstärke

Der Lüfter des Antec EA-750 Green arbeitet ohne Last angenehm leise und ist fast nicht zu hören, bei der Auslastung mit zwei Grafikkarten im SLI-Betrieb muss der Lüfter jedoch aufdrehen, das Netzteil ist dann zwar noch nicht laut aber schon hörbar. Gerade das Rauschen des Luftstromes ist dann gut zu vernehmen.

Fazit

Mit EA-750 Green der EarthWatts Serie möchte Antec weitere Marktanteile erlangen. Umweltfreundlich, leistungsstark und leise soll das Netzteil zu Werke gehen. Die Umweltfreundlichkeit unterstreicht Antec bereits mit der Verpackung und dem Verzicht auf Schaumstoff zur Polsterung des Netzteiles, stattdessen kommt leicht recycelbare Pappe zum Einsatz. Dass darunter der Transportschutz leidet sollte aber jedem bewusst sein. Beim Lieferumfang verzichtet Antec auf alles "Unnötige". Neben dem Netzteil befinden sich nur eine Anleitung, ein Kaltgerätekabel und vier Montageschrauben im Lieferumfang, für unseren Geschmack zu wenig. Bei der Verarbeitung zeigt das EA-750 Green keine Schwächen und passend zum Namen ist es komplett in Grün gehalten. Neben der Farbe fällt aber auch die Länge des Netzteiles auf, welche satte 180 Millimeter beträgt. Vor dem Kauf sollte also nachgemessen werden, ob das Netzteil in das eigene Gehäuse passt. Bei den Leistungstests zeigt das EA-750 Green keine Schwächen. Die Spannungen sind während des gesamten Testlaufes stabil und liegen deutlich innerhalb der vorgegebenen Toleranzen. Bei unseren Effizienz-Messungen platziert sich das Netzteil von Antec da, wo wir es erwartet haben, auf dem Niveau der 80-Plus-Bronze-Netzteile. Und auch bezogen auf die Lautstärke gab es keine bösen Überraschungen. Im Idle-Betrieb agiert das Netzteil leise und unauffällig, bei steigender Last erhöht sich aber auch der Lautstärkepegel. Insgesamt können wir also sagen, dass das EA-750 Green eine solide Leistung gezeigt hat ohne große Schwächen. Erhältlich ist das Netzteil aktuell ab rund 95 Euro, was wir allerdings einen Tick zu viel finden um deutliche Marktanteile zu gewinnen, überteuert ist es aber auch nicht. Von daher muss jeder selbst entscheiden, in wie weit das Netzteil so interessant für ihn ist.


Pro & Contra

Pro
+ stabile Spannungen
+ gute Verarbeitung
+ leiser Betrieb bei keiner oder geringer Last...

Contra
- ...dafür aber bei hoher Auslastung hörbar
- recht lang (180 Millimeter)
- kein Kabelmanagement


Award

Wir verleihen dem EA-750 Green unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Antec.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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