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Phobya LED-Flexlights


Einleitung

Im Bereich des Modding hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. So arbeitet die Szene immer professioneller, aber auch den handwerklich eher nicht so begabten Anwendern, oder auch denen die wenig Zeit haben, stellt die Industrie mittlerweile viele kleine nützliche Dinge zur Verfügung, mit denen der heimische Rechner leicht aufgewertet werden kann. Dazu zählen neben den bereits in verschiedenen Varianten gezeigten gesleevten Kabel auch diverse Beleuchtungselemente. Mussten früher die LED noch per Hand verlötet und auf Platinen untergebracht werden, bietet der Markt aktuell fertig verarbeitete "Bänder" an, die nur noch mit Strom versorgt werden müssen. Diese sogenannten LED-FlexLights gibt es in diversen Farben und Längen und auch RGB-Versionen mit Fernbedienung sind erhältlich. In diesem kurzen Review wollen wir die Beleuchtungselemente von Phobya genauer unter die Lupe nehmen. Was dabei herausgekommen ist, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Einleitung

Die Flexlights von Phobya gibt es in diversen Ausführungen. Neben SMD-LED werden solche Beleuchtungsstränge auch mit LED in normaler Baugröße angeboten. Zur Individualisierung stehen dem Anwender aber auch diverse Farben und auch Längen zur Verfügung. In diesem kurzen Test beschränken wir uns allerdings auf die SMD-Versionen mit 60 und 120 Zentimeter Länge.

Phobya LED-Flexlight (RGB), RGB-Controller und Fernbedienung

Den Anfang macht die 60 Zentimeter lange LED-Flexlight-RGB-Variante, welche zur Steuerung ein kleines Netzteil und eine Fernbedienung benötigt. Da die RGB-Flexlights auf einem modularen System beruhen, sind diese beide Sachen nicht bei den LED-Streifen dabei. Für die leichte Installation der Stromversorgung liegt eine einfache Bedienungsanleitung bei, welcher allerdings nur in englisch vorhanden ist. Die Fernbedienung ist sehr simpel aufgebaut und auch ohne Englisch-Kenntnisse in wenigen Minuten bedienbar. Neben der Ansteuerung diverser Farben, kann auch die Helligkeit in neun Stufen angepasst werden. Auch Lichteffekte lassen sich erzeugen, welche vom Flashlight (Blitzlicht) bis hin zum langsamen, sanften Faden (überblenden) der einzelnen Farben reicht. Die Stromversorgung der Fernbedienung erfolgt über eine 3-Volt-Knopfbatterie, welche dem Lieferumfang beiliegt.
Die Stromversorgung und auch die Steuerung der angeschlossenen LED erfolgt durch eine separate Einheit, welche einen Infrarot-Empfänger besitzt. Der Molex-Adapter, mit dem das Netzteil intern im Rechner angeschlossen wird, ist rund 40 Zentimeter lang, die einzelnen Anschlusskabel für die LED-Flexlights bringen es auf eine Länge von 20 Zentimetern. Der Infrarot-Empfänger sitzt an einem rund 15 Zentimeter langem Kabel, was aus unserer Sicht zu kurz ist. Will man das Netzteil im Rechner verstecken kann es vorkommen, dass der Infrarot-Empfänger schlicht nicht an eine Stelle geführt werden kann, an der die Fernbedienung ihn ansteuern kann. Hier hätte Phobya etwas mehr Kabel spendieren können. Die maximale Ausgangsleistung soll sechs Ampere betragen, was bei einer Ausgangsspannung von zwölf Volt rund 72 Watt Leistung bedeutet. Wir würden keinem empfehlen hier bis an das Limit zu gehen ohne das Netzteil einen ordentlichen Luftzug zu spendieren.
Das 60 Zentimeter lange LED-Flexlight besitzt ein 26 Zentimeter langes Anschlusskabel, welches mit einem schwarzen Sleeve ummantelt wurde und am Ende vier Anschlusspins besitzt. Die Leuchtdioden, von denen 60 Stück pro Meter verbaut sind, sind durch eine Gummischicht geschützt. Insgesamt ist der Strang dadurch vier Millimeter dick. Wem ein Strang zu lang ist, kann diesen auch bequem kürzen, es sollte nur darauf geachtet werden, dass die Schnittkanten dafür genutzt werden. Diese sind nach jeweils drei LED vorhanden. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, wer will kann mehrere Stränge in Reihe verlöten und ein evtl. bereits vorhandenes Flexlight verlängern. Um die LED-Flexlight im Rechner verbauen zu können wurde bereits ein Klebepad aufgebracht. Will man die Schutzfolie abziehen, löst sich bei unseren LED-Flexlights jedoch die Schutzfolie samt klebende Unterseite. An dieser Stelle muss also ein wenig gefummelt werden um den Klebestreifen auf der richtigen Oberfläche anzubringen.
Wie bereits erwähnt erfolgt der Anschluss der Kabel an drei Buchsen am Netzteil. Nur durch einen kleinen Pfeil gekennzeichnet ist erkennbar wie herum die Polung der Adern erfolgen muss: Das schwarze Massekabel muss an den Pfeil. Da der Sleeve nicht wirklich blickdicht ist, bei unserem Sample auch noch ein Stück zu lang war und dadurch auch nicht straff gezogen werden konnte war es ein leichtes die entsprechende Ader zu finden. Auch saß der Schrumpfschlauch nicht wirklich gut, was wir aber auf den viel zu langen Sleeve zurückführen.

Phobya LED-Flexlight (RGB), RGB-Controller und Fernbedienung

Ist die Verkabelung erfolgreich abgeschlossen, kann das RGB-LED-Flexlight in Betrieb genommen werden. Alle folgenden Bilder sind nicht nachbearbeitet und wurden bei Dunkelheit auf einer weißen Unterlage angefertigt. Sie zeigen recht original-getreu die verschiedenen Farben, welche sich direkt ansteuern lassen. Beim Faden wechseln die Farben auch in Zwischenschritten die nicht ansteuerbar sind. Auf den Bildern ist zudem noch recht gut zu erkennen, dass die Dioden gerade bei blau nicht so kräftig wirken wie beispielsweise bei rot. Durch den recht hohen Abstrahlwinkel, welcher bei geschätzten 160 Grad liegt ist bereits nach weniger als fünf Zentimetern Abstand zum beleuchteten Objekt bereits kein Lichtkegel einer einzelnen Diode mehr ersichtlich. Dies ist auch dem recht geringen Abstand der LED untereinander, dieser beträgt nur rund zwölf Millimeter, geschuldet.
Die Einstellung der Helligkeit ist unabhängig der gewählten Farbe, wir haben uns zur kurzen Demonstration aber für Weiß entschieden. Die Dimmung erfolgt in leichten Abstufungen und kann so recht gut auf die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Im Betrieb hinterlässt das RGB-LED-Flexlight einen deutlich besseren Eindruck, wie es die ersten Blicke vermuten ließen. Auch erfreulich ist, dass die Flexlights selbst kaum nennenswerte Abwärme erzeugen. Auch nach längerer Nutzung (eine Stunde dauerhaft auf höchster Helligkeitsstufe bei weißem Licht) wird das Flexlight lediglich handwarm. Für diesen Versuch positionierten wir das Flexlight auf einem Holztisch und deckten dies zusätzlich mit Pappe ab um den Fall zu simulieren, dass keinerlei Luftbewegung am Flexlight herrscht.
Im verbauten Zustand schaut das Ganze dann so aus. Das RGB-Flexlight wurde hierbei oben im Gehäuse verbaut und kann so große Teile der Hardware ausleuchten, ohne das die Grafikkarte zu viel Schatten wirft. Unter der Grafikkarte ist es jedoch entsprechend dunkel. Wer das gesamte Gehäuse gleichmäßig ausleuchten möchte, sollte versuchen möglichst eine U-Form zu erhalten, welche Boden, Rückwand und Deckel umfasst.

Phobya LED-Flexlight (Single Color)
Die einfarbigen LED-Flexlights unterscheiden sich vom Aufbau etwas von den RGB-Versionen. Dies betrifft aber mehr die Anschlussart als die Flexlights an sich. So sind auch die einfarbigen Varianten in verschiedenen Längen erhältlich. Neben den "rechnerkonformen" Längen 30, 60 und auch noch 120 Zentimeter bietet Phobya die LED-Flexlights mit 240 und 500 Zentimetern Länge an. Diese sind dann allerdings eher für die Raum-Beleuchtung geeignet und gedacht, als für die Ausleuchtung eines Rechners.
Während die Längen der Streifen je nach Ausführung unterschiedlich lang sind, ist das Anschlusskabel immer rund 30 Zentimeter lang. Am Ende des gesleevten Kabels befindet sich ein durchgeschliffener 4-Pin-Molex-Anschluss, welcher das LED-Flexlight mit Strom versorgt. Je nach verbauter Farbe unterscheiden sich die verarbeiteten LED ebenfalls. Bei den einfarbigen HighDensity-Flexlights kommen pro Meter 120 SMD-LED zum Einsatz. Aber auch bei diesen Flexlights gilt: Wer will kann nach jeweils drei der kleinen Lichter das Flexlight kürzen. Auch die einfarbigen Flexlight sind nicht von dem Problem verschont, welches auch bei der RGB-Variante aufgetreten ist: Der Klebestreifen sitzt nicht wirklich fest auf dem String. Auch hier muss also wieder etwas gefummelt werden.
Da für die einfarbigen Flexlights nur zwei Stromadern benötigt werden, fällt das Anschlusskabel entsprechend kürzer aus, auch sitzt der Sleeve besser auf diesem. Beim Molex-Adapter ist dies allerdings nicht der Fall. Hier hat man den Eindruck, das auf Teufel-komm-raus der Adapter mit Sleeve versehen werden sollte. Jedoch sind die beiden Schrumpfschlauchteile bereits so groß, das vom Sleeve quasi nichts zu sehen ist. Auch sorgt der Schrumpfschlauch dafür, dass die Kabel in der Mitte dicht zusammen gedrückt werden und die Pins in den Steckern entsprechend schräg stehen. Der Anschluss an das Netzteil gestaltet sich dadurch alles andere als leicht. Wir empfehlen Phobya bei folgenden Generationen einfach die bunten Kabel durch einfarbige Schwarze zu ersetzen und den Sleeve mit Schrumpfschlauch komplett wegzulassen.

Phobya LED-Flexlight (Single Color)

Neben den Farben Blau, Grün und Rot bietet Phobya auch noch LED-Flexlights mit UV-Licht und zwei verschiedene weiße LED-Flexlight in dieser Serie an. Die beiden weißen (weiß und warm-weiß) unterscheiden sich deutlich, so leuchtet das warm-weiße LED-Flexlight eher in Richtung gelb und erzeugt so ein nicht ganz so "kaltes" Licht. Die Intensität beider Stripes ist jedoch gleich. Auch die bunten LED-Flexlights leuchten sehr kräftig, eine Dimmung ist ohne Bastelei jedoch nicht möglich. Wer dies möchte kann den LED-Flexlights jedoch einfach einen 3-Pin-Lüfteranschluss spendieren und diese dann über eine Lüftersteuerung regeln. Auch bei den einfarbigen Flexlights ist der Abstrahlwinkel sehr hoch und liegt bei geschätzten 160 Grad. In Kombination mit dem Abstand der LED untereinander von lediglich sechs Millimetern kann auch bei geringsten Abständen keine punktuelle Beleuchtung mehr ausgemacht werden.
In der Nacht, an dunklen verregneten Tagen oder in dunkleren Kellern zeigen die Flexlights ihre wahre Stärke, aber auch am Tage ist die Beleuchtung zu erkennen, bei zu hellen Flächen oder bei zu starkem Tageslicht lässt der Effekt aber nach, dies sollte aber jedem klar sein. Da es im Rechner aber auch bei Tageslicht meist nicht so hell ist, stellt diese Umstand kein so großes Problem dar. Wer aber hofft mit einem der fünf Meter langen LED-Flexlights sein komplettes Zimmer tageshell auszuleuchten, den muss ich enttäuschen. Für eine Hervorhebung einzelner Raum-Teile oder als Hintergrundbeleuchtung hinter dem Fernseher oder unter dem TV-Schrank eignen sich die LED-Flexlight jedoch gut. Man sollte aber bedenken, dass dann ein extra Netzteil notwendig ist und gerade die einfarbigen Flexlights keinen Schalter besitzen.
Im Vergleich zu den RGB-Flexlights besitzen die einfarbigen doppelt so viele LED pro Meter. Dies bedeutet natürlich auch, dass die Intensität des Lichtes deutlich stärker ist. Verbaut man dann die Flexlights noch an der falschen Stelle (Bild links), ist die Beleuchtung nur suboptimal. Bei der seitlichen Montage des Flexlights (Bild rechts) ist die Ausleuchtung zwar schon deutlich besser, aber auch hier entstehen "tote Zonen". Ebenfalls sollte auch genügend Abstand zum Seitenfestern eingehalten werden, da sonst nicht nur das Gehäuse sondern auch der Raum mit erleuchtet und der Anwender am Rechner ggf. geblendet wird.

Fazit

Licht und Schatten, diese Worte sind als Einleitung für ein Fazit von Beleuchtungsmittel ja fast schon als billiger Wortwitz zu verstehen. Nennen wir es also Höhen und Tiefen, was wir bei der Detailbetrachtung der LED-Flexlights erlebt haben. Fangen wir mit den positiven Dingen an: Die Flexlights stellen - zumindest im Gehäuse - eine einfache Möglichkeit dar eine homogene Ausleuchtung zu erzielen. Fertig zum Einsatz geliefert werden sich gerade eher unerfahrene Anwender über die einfache Inbetriebnahme freuen, auch wenn diese ein paar kleinere Hürden bereithält. Hier sind gerade die Klebestreifen zu nennen, welche sich leider recht leicht vom Flexlight lösen, will man denn die Schutzfolie entfernen. Auch bei den Kabeln könnten Kleinigkeiten besser gelöst werden. Der Sleeve z.B. ist zwar eine gute Idee, die Ausführung dahinter könnte aber besser sein. Wir würden Phobya sogar empfehlen den Sleeve komplett wegzulassen und stattdessen schwarze Kabel zu nutzen. Für den Anschluss der einfarbigen Flexlights wünschen wir uns in der nächsten Generation einen 3-Pin-Stecker, dem ja ruhig ein 4-Pin-Adapter beigelegt werden kann. So könnten die Flexlights auch bequem über eine Lüftersteuerung gedimmt werden. Erhältlich sind die einfarbigen Flexlights bereits ab acht Euro, wer ganze fünf Meter benötigt muss 60 Euro anlegen. Die RGB-Flexlights sind ab zehn Euro zu haben, hier schlagen für den 500-Zentimeter-Stripe sogar 100 Euro zu Buche. Dazu kommen dann aber noch die Kosten für die Fernbedienung, welche für 15 Euro erworben werden kann, und wer die "Lichterkette" außerhalb des Rechners nutzen will braucht auch noch ein entsprechendes Netzteil. Diese sind ab 15 Euro erhältlich, hier sollte aber darauf geachtet werden, dass das gewählte Modell auch genügend Leistung bereitstellt.


Pro & Contra
Pro
+ sehr gute Ausleuchtung
+ variable Längen vorhanden und individuell kürzbar
+ einfache Inbetriebnahme...

Contra
- ... wenn man von den beiden kleinen Problemen absieht (Klebestreifen & schiefe Pins)

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aquatuning.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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