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Alpenföhn Triglav


Einleitung

Als weltweit erstes Unternehmen hat Alpenföhn einen CPU-Kühler auf den Markt gebracht, welcher mit zehn Millimeter dicken Heatpipes ausgestattet ist. Trotz der imposanten Konstruktion sieht Alpenföhn selbst den Triglav, so der Name des Kühlers, eher als Nachfolger des Alpenföhn Nordwand. Preislich liegt der Kühler, welcher nach dem höchsten Gipfel Sloweniens benannt ist, jedoch über der Nordwand. Da stellt sich natürlich die Frage, wie der Triglav leistungsmäßig abschneidet und genau dies wollen wir in diesem Review klären. Wie der Triglav abgeschnitten hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Triglav ist solide und bietet dem Kühler einen guten Transportschutz. Im Inneren ist der Kühler durch Polsterungen fixiert und das Zubehör befindet sich in einer separaten Schachtel. Auf dem Karton befinden sich neben Bildern des Kühlers noch die technischen Daten und auch Informationen zur Kompatibilität.
Der Lieferumfang des Triglav fällt zwar übersichtlich aus, umfasst allerdings alles was zum Betrieb des Kühlers benötigt wird. Neben dem Kühlkörper liefert Alpenföhn noch einen 120-mm-PWM-Lüfter, vier Lüfterklammern, eine Bedienungsanleitung sowie das Montagematerial für die unterstützten Sockel mit.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):163 x 132 x 60 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):670 Gramm
Material:Kupfer Heatpipes vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt
Anzahl Heatpipes:3x 10 Millimeter
Anzahl Lamellen:45
Lamellenabstand:2,0 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:850 - 1.500 U/min
Fördermenge:102,42 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:3,00 Watt
Lautstärke:21,40 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter, beleuchtet, H.D.T., 10-mm-Heatpipes
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3, FM1
Preis:40 Euro (Stand September 2011)

Der Kühler im Detail

Der Triglav ist ein klassischer Tower-Kühler, welcher auf 10-mm-Heatpipes setzt anstatt der sonst üblichen sechs bzw. acht Millimeter starken Wärmeleitrohre. Mit einer Höhe von 163 Millimetern, einer Breite von 132 Millimetern und einer Tiefe von 60 Millimetern bewegt er sich bei den Abmessungen im üblichen Rahmen.
Der Aufbau des Triglav ist symmetrisch und die abwechselnde Anordnung der Lamellen erinnert an den Matterhorn. Vom Gewicht her liegt der Triglav mit seinen 670 Gramm aber deutlich unter dem 800 Gramm schweren Matterhorn.
Der gesamte Kühler wurde von Alpenföhn glänzend vernickelt und auch poliert. In die Lamellen wurde zudem der Alpenföhn-Schriftzug eingestanzt. Die Enden der Heatpipes wurden nicht verdeckt und ragen aus dem Kühler heraus, wobei die schmalen Enden keinen Kontakt mit der obersten Lamelle haben.
Wie wir bereits erwähnten ist der Kühler symmetrisch aufgebaut, es werden aber zwei verschiedene Lamellen-Formen genutzt. Dies sorgt zum einen dafür, dass die seitliche Abdeckung des Kühlers, welche aus den Lamellen besteht, abwechselnd verdeckt wird und auch die Fläche, wo die Luft in den Kühler eintritt, abwechselnd hohe und flache Stellen besitzt. Während die Anordnung an den Seiten lediglich eine optische Sache darstellen, ist der zentrale Aufbau sinnvoll um den Widerstand für die einfließende Luft zu verringern.
45 Lamellen aus Aluminium nehmen die Abwärme von den Heatpipes auf und sollen diese dann an die Umwelt wieder abgeben. Neben dem angestrebten verringerten Luftwiderstand sorgt auch der große Lamellenabstand von zwei Millimetern dafür, dass der Triglav vermutlich im niedrigen Drehzahlbereich seine Stärken entfalten wird. Unsere Testläufe werden hier Aufschluss geben.

Der Kühler im Detail

Die drei 10-mm-Heatpipes verlaufen parallel vom Boden in den Kühler. "Boden" ist beim Triglav jedoch das falsche Wort, da der Kühler auf die H.D.T.-Technologie setzt und die Heatpipes somit im direkten Kontakt zum Prozessor sind. Am "Boden", welcher dieses mal keinen kleinen Passivkühler besitzt, ist auch der Rahmen für die Befestigung des Kühlers fest verschraubt.
Die Kontaktfläche wird während des Transportes von einer Folie geschützt, diese lässt sich leicht entfernen, jedoch nicht rückstandsfrei. Mit ein wenig Reinigungsbenzin können die zurück gebliebenen Klebereste jedoch leicht entfernt werden. Der Boden selbst ist plan verarbeitet und makellos. Insgesamt beträgt die Breite der Auflagefläche, welche von den Heatpipes abgedeckt wird, 35 Millimeter, unser Core i7-920 ist 32 Millimeter breit. Zustande kommt die Breite, da die Heatpipes einen recht großen Abstand untereinander haben, der jeweils grob drei Millimeter beträgt.
Der Lüfter ist der selbe, der auch schon beim Alpenföhn Brocken zum Einsatz kam. Der 120-mm-Lüfter mit PWM-Anschluss arbeitet im Drehzahlbereich von 850 bis 1.500 U/min und wird dabei bis zu 21,4 dB(A) laut. Der Luftdurchsatz beträgt dabei dann rund 102 m³/h, die Leistungsaufnahme im 12-VoltBetrieb liegt bei drei Watt. Der Lüfter selbst ist leicht beleuchtet. Am Lüfter montiert sind bereits vier weiche Gummientkoppler, welche die Schwingungen des Lüfters mindern sollen. Auf die Nachfrage hin, warum kein Lüfter der WingBoost-Serie beigelegt wurde, wurde uns mitgeteilt, dass dadurch der Preis des Kühlers nicht gehalten hätte werden können.
Die Montage des Lüfters ist sehr einfach. Die beiliegenden Klammern werden in den Lüfter eingehakt und anschließend der Lüfter auf den Kühler "gespannt". Dies geht einfach von der Hand, jedoch muss der Lüfter höher platziert werden, als es in der Anleitung angezeigt wird, da sonst die unteren Entkoppler nicht mehr auf dem Kühler aufliegen. Wir empfehlen die Entkoppler nicht nur aus Gründen der Geräuschminimierung zu nutzen, sondern auch weil die Lüfter durch diese straffer auf dem Kühler sitzen.

Die Montage

Die Montage des Triglav ist nicht die, die zuletzt auch beim Matterhorn genutzt wurde, sondern basiert auf der Montage des Alpenföhn Nordwand, wurde jedoch um sinnvolle Kleinigkeiten erweitert. So wird die Backplate mit den langen Schrauben als erstes mit dem Mainboard verschraubt, so sitzt dieser Teil schon fest und brauch bei der Montage des Kühlers nicht mehr festgehalten werden. Den Schrauben mit Federn, die zur Befestigung des Kühlers genutzt werden, wurden noch vier Unterlegscheiben beigelegt. Diese verhindern, dass die Federn sich in der Halterung verkanten. Insgesamt ist die Montage zwar nicht perfekt, jedoch können auch unerfahrene Anwender diese problemlos durchführen.
Wer ein Intel-System besitzt kann den Kühler frei ausrichten. Hierzu gehört natürlich auch die horizontale Anbringung des Kühlers. Auf unserem Testsystem überragt der Kühler dabei einen RAM-Slot vollständig und dem Zweiten kommt er dabei auch schon recht nahe. Der Kühler ist jedoch hoch genug, dass Arbeitsspeicher ohne hohen Heatspreader unter dem Kühler problemlos Platz haben.
Vertikal montiert, dies ist auch die Ausrichtung die für AMD-Systeme vorgesehen ist, hält der Kühler genügend Abstand zu den RAM-Bänken. Bei wem es evtl. knapp wird vom Platz her, der kann durch das Entfernen der Entkoppler am Lüfter noch etwas über einen Millimeter an Platz gewinnen.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


In unserer Übersicht fallen zwei Dinge mehr oder weniger schnell auf. Zum einen arbeitet der beiliegende Lüfter nicht ganz so gut wie unsere Referenzlüfter, da die Scythe Kama Flex 1900 trotz 150 U/min weniger fast ein Kelvin geringere Temperaturen erreichen. Das zweite was auffällt ist die recht flache Kurve des Temperatur-Verlaufes. So gewinnt der Kühler bei steigender Drehzahl nicht ganz so stark an Leistung, oder wenn wir den umgekehrten Weg gehen, verliert der Kühler bei sinkender Drehzahl weniger an Leistung.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Dass dem Triglav hohe Drehzahlen nicht liegen, zeigt schon der Vergleich bei zwölf Volt mit den Original-Lüftern. Relativ weit hinten im Testfeld platziert sich der neuste Kühler von Alpenföhn, der mit seinen 1.450 U/min auch deutlich hörbar zu Werke geht.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Der PWM-Lüfter agiert beim 5-Volt-Betrieb nur noch mit 500 U/min, dies ist für den Triglav zu wenig um den übertakteten Intel i7-920 noch ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Die eher geringe Leistung bei hohen Drehzahlen zeigt sich sehr deutlich im Referenz-Lüfter-Vergleich. Es zeigt sich aber auch, dass Alpenföhn den Kühler - wie wir es schon vermutet haben - für den Betrieb mit geringen Drehzahlen optimiert hat. Von der Leistung her liegt der Triglav in etwa auf dem Niveau des Scythe Mugen 3, kann sich von diesem aber bei 700 U/min etwas absetzen. Auch im direkten Vergleich zum Nordwand, dessen Nachfolge der Triglav antreten soll, konnte die Leistung bei niedrigen Drehzahlen deutlich gesteigert werden.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Mit zwei Lüftern bestückt ändert sich das Leistungsspektrum etwas. Zwar liefert der Triglav - relativ gesehen - weiterhin bei bei niedrigen Drehzahlen seine beste Leistung, er profitiert aber bei weitem nicht so stark wie viele andere Kühler von einem zweiten Lüfter. Der Nordwand liegt hier bei 1.850 U/min zwar knapp vor dem Triglav, aber auch hier setzt sich der neue Kühler bei sinkenden Drehzahlen teilweise deutlich vor den Nordwand.

Fazit

Mit dem Triglav möchte Alpenföhn den in die Tage gekommenen Nordwand ablösen. So zielt der Kühler gerade auf das untere Preissegment ab und entsprechend fällt auch der Lieferumfang aus. Dieser umfasst zwar alles notwendige um den Kühler in Betrieb zu nehmen, auch ein zweites Paar Lüfterklemmen liegt bei, vier weitere Entkoppler für einen zweiten Lüfter oder Spannungsadapter wurden aber nicht beigelegt. Die Verarbeitung des Triglav ist sehr gut, für den optisch letzten Schliff sorgt auch die glänzende Nickelschicht. Bei der Montage hat man bei Alpenföhn dazu gelernt und die kleinen Problemstellen beseitigt, auch wenn der Kühler auf AMD-Systemen weiterhin nur in einer Richtung montierbar ist. Bei den Leistungstests zeigte der Triglav, dass er durchaus auch für High-End-Prozessoren geeignet ist, auch wenn die Temperaturen dann nicht sonderlich gut ausfallen. Aber gerade für kleinere Systeme, die man leise kühlen möchte, ist der Triglav gut geeignet, da er gerade bei niedrigen Drehzahlen seine Stärken ausspielt. Erhältlich ist der Alpenföhn Triglav ab 40 Euro, was in etwa seinem Leistungsniveau entspricht.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ einfache Montage

Contra
- "nur" durchschnittliche Kühlleistung


Award

Wir verleihen dem Alpenföhn Triglav für die gezeigten Leistungen unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von EKL.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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