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Thermaltake BlacX 5G


Einleitung

Mit der Einführung von USB3.0 begannen auch immer mehr Hersteller passende externe Gehäuse für die Datensicherung mit eben diesem Anschluss anzubieten. Der große Vorteil der Gehäuse zu den USB2.0-Vorgängern liegt in der deutlich höheren Transferrate. Diese hatten aber auch schon Laufwerke mit eSATA-Schnittstelle, welche ebenfalls deutlich höhere Transferraten erzielen konnten, als es USB2.0-Gehäuse schafften. Jedoch besitzen nur weniger Mainboards einen entsprechenden Anschluss und so verliert sich der Vorteil wieder, da häufig auf USB2.0 ausgewichen werden muss. Thermaltake hat seit einiger Zeit diverse Festplattengehäuse im Angebot, mit der neuen BlacX-Serie kommen nun auch Dockingstations dazu, welche Wahlweise mit USB3.0- oder eSATA-Anschluss ausgestattet sind und ein oder zwei Laufwerke aufnehmen können. Das heute getestete BlacX 5G besitzt den neuen USB3.0-Anschluss und kann wahlweise eine 2,5- oder eine 3,5-Zoll-Festplatte aufnehmen. Wie sich das Gehäuse im Test schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung der BlacX-5G-Dockingstation bietet dem Anwender bereits einige Informationen zum Produkt. Neben diversen Bildern auf denen das BlacX G5 und der Lieferumfang zu sehen ist, befinden sich auch die Systemvoraussetzungen und die technischen Daten auf der Verpackung. Im Karton ist das Zubehör getrennt von der Dockingstation verstaut, die Dockingstation besitzt zum Schutz eine Schaumstoffschale, welche rund die Hälfte der Dockingstation umschließt.
Zum Lieferumfang des BlacX 5G gehören ein Netzteil, ein USB3.0-Kabel, je eine Schutzhülle für eine 3,5- und eine 2,5-Zoll-Festplatte, ein Garantiezettel sowie eine Bedienungsanleitung. Gerade die beiden beiliegenden Schutzhüllen findet man äußerst selten im Lieferumfang von Dockingstations, was wir bereits jetzt positiv aufnehmen.

Ansichten und Inbetriebnahme

Das schwarze Kunststoffgehäuse des BlacX 5G ist inkl. Standfüße 76 Millimeter hoch, 136 Millimeter breit und 88 Millimeter tief. Mit einem Grundgewicht von rund 310 Gramm ohne montierte Festplatte steht die Dockingstation von Thermaltake gut und sicher auf dem Schreibtisch. Während des Transports wurde ein Teil der Oberfläche des BlacX 5G mit einer Folie vor Kratzern geschützt. Die Folie lässt sich leicht und ohne Rückstände entfernen.
Das Gehäuse verfügt über einen Ein-/Ausschalter, welcher einen angenehmen und sicheren Druckpunkt besitzt. Als Betriebsanzeige dient der "Superspeed"-Schriftzug, welcher im Betrieb blau beleuchtet ist. Ausgeworfen werden die Festplatten durch einen seitlich angebrachten Hebel, welcher - bei ausgeschaltetem Gehäuse - heruntergedrückt werden sollte um die Festplatte zu entfernen.
Auf der Rückseite befinden sich die Anschlusspunkte für das Netzteil und das USB3.0-Kabel. Die Blende, in der die beiden Anschlüsse eingelassen sind, ist ebenfalls mit einer Schutzfolie versehen. An der Unterseite befinden sich vier Gummi-Füße, welche ein Verrutschen auf glatten Oberflächen verhindern. Auch ein Aufkleber mit den technischen Daten ist auf dem Boden aufgebracht.
Wie bereits erwähnt, liegen dem BlacX 5G zwei Gummi-Hüllen für je eine 2,5- und eine 3,5-Zoll-Festplatte bei. Diese schützen die empfindlichen Platinen der Festplatten während der Nutzung im BlacX 5G. Wer die Festplatten in den Hüllen einlagern will, während diese nicht genutzt werden, sollte die Hüllen jedoch umdrehen, so dass auch die Anschlüsse der Laufwerke geschützt werden.
Die "Montage" der Festplatten ist kinderleicht. So werden die Laufwerke lediglich von oben in das BlacX 5G gesteckt. Kommt ein 3,5-Zoll-Laufwerk zum Einsatz wird die Blende einfach mit heruntergedrückt, bei 2,5-Zoll-Laufwerken wird das Laufwerk in den freien Ausschnitt gesteckt. So ist sichergestellt, dass die Laufwerke korrekt in die Anschlüsse im Gehäuse eingesteckt werden.
Eingesteckt und auch entfernt werden sollten die Festplatten nur, wenn das Gehäuse ausgeschaltet ist. Durch einen Druck auf den Schalter wird die Stromversorgung der Festplatte hergestellt bzw. unterbrochen. Sowohl der Schalter, als auch der "Superspeed"-Schriftzug sind bei aktiver Stromversorgung blau beleuchtet.

Testaufbau & Testablauf

Bei unseren Tests setzen wir für unsere Praxistests auf einen Mix von drei verschiedenen Benchmarks. So nutzen wir die Programme HD-Tach und H2Test um die theoretischen Leistungen des Gehäuses zu ermitteln. Da in der Praxis aber selten solch ideale Voraussetzungen bei den Dateitypen vorliegen, kombinieren wir diese Tests mit dem ATTO Disk Benchmark 2.46. Dieser testet die Laufwerke sowohl lesend als auch schreibend mit verschieden großen Dateiblöcken. So ist gut zu erkennen, wann die Laufwerke ihre volle Geschwindigkeit erreichen und ob sie evtl. mit vielen kleinen Dateien Probleme haben.

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920
- 3x2 GB Crucial Ballistix
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- zu testendes externes "Gehäuse" mit Seagate ST33000651AS

Um die Werte etwas einordnen zu können, haben wir die Testfestplatte (Seagate ST33000651AS) sowohl intern direkt am Mainboard angeschlossen getestet, als auch in einem Sharkoon SATA QuickPort PRO. Das Sharkoon SATA QuickPort PRO verfügt über einen USB2.0- und einen eSATA-Anschluss, so kann recht gut verglichen werden, ob der Einsatz von USB3.0 sinnvoll ist oder eben nicht.
Testergebnisse

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark überprüft anhand verschieden großer Dateien den Datendurchsatz der getesteten Gehäuse. Wir haben uns hierbei für eine Blockgröße von 0,5 Kilobyte bis hin zu 1024 Kilobyte entschieden.
Als Einleitung für den umfangreichsten Test präsentieren wir euch ein Diagramm, welches die gesammelten Daten übersichtlich aufbereitet.
In unserem Vergleichsdiagramm betrachten wir - aus Gründen der Übersichtlichkeit - lediglich die Schreibraten bei den fünf verschiedenen "Betriebsarten". Die besten Ergebnisse werden durchweg erzielt, wenn das Laufwerk direkt am Mainboard angeschlossen wird, dies ist auch nicht weiter verwunderlich. Bis zu einer Blockgröße von acht Kilobyte stellt der eSATA-Anschluss über das Sharkoon SATA QuickPort PRO die zweitbeste Anschlussart da, gefolgt von der Verbindung über USB3.0 mit dem Thermaltake BlacX 5G. Ab einer Blockgröße von 16 Kilobyte dreht sich das Verhältnis jedoch und so erreicht die USB3.0-Schnittstelle aber einer Blockgröße von 64 Kilobyte nahezu das Transferniveau des internen Anschlusses. So erreicht der USB3.0-Anschluss Schreibraten von rund 158 MB/s, beim internen Anschluss liegen sie bei rund 159 MB/s. Der eSATA-Anschluss kommt hingegen nur auf eine maximale Schreibrate von 132 MB/s und liegt so deutlich hinter der USB3.0-Schnittstelle. Beim Betrieb über USB2.0 nehmen sich beide Gehäuse nicht viel und pendeln sich bei einem Maximum von rund 31 MB/s ein.

Testergebnisse

ATTO Disk Benchmark

Für den Vergleich der verschiedenen Gehäuse untereinander haben wir uns für fünf Blockgrößen entschieden, welche einen guten Überblick über die gezeigten Leistungen bringen sollten.

Schreiben





Auch bei der Einzelbetrachtung der Testergebnisse bei den entsprechenden Blockgrößen zeigt sich, dass bei kleinen Dateien der USB3.0-Anschluss des Thermaltake BlacX 5G dem eSATA-Anschluss des Sharkoon SATA QuickPort PRO unterlegen ist. Um so größer die zu schreibenden Dateien werden, desto weiter schließt das BlacX 5G auf den internen Anschluss auf. Beim USB2.0-Betrieb nehmen sich die beiden Dockingstations hingegen nichts und agieren hier auf Augenhöhe. Im Vergleich zum internen Anschluss ist der Leistungsunterschied jedoch frappierend.

Testergebnisse

ATTO Disk Benchmark

Wie beim Schreibtest haben wir uns auch beim Lesetest auf fünf Werte beschränkt.

Lesen





Beim lesenden Zugriff zeigt sich ein ganz ähnliches Bild. Während das Thermaltake BlacX 5G bei kleineren Dateien im Benchmark schlechter als das Sharkoon SATA QuickPort PRO abschneidet, herrscht bei einer Blockgröße von 8 Kilobyte bereits fast Gleichstand. Bei größeren Dateien legt das BlacX 5G weiter stark zu und pendelt sich knapp unter den Werten, die beim direkten Anschluss an das Mainboard erzielt werden, ein. Beim Betrieb über USB2.0 schneiden beide Geräte wieder gleich ab.

Testergebnisse

HD-Tach

Der synthetische Benchmark von Simplisoftware ermittelt die maximale Transferrate sowie die durchschnittliche Leserate der getesteten Laufwerke.


Während die intern verbaute Seagate ST33000651AS nahezu den Idealwert der SATA-300 Spezifikationen beim Burst-Speed erreicht, liegt das Laufwerk im BlacX 5G verbaut und per USB3.0 angeschlossen nur knapp 210 MB/s. Per eSATA mit dem Rechner verbunden und im SATA QuickPort PRO von Sharkoon verbaut reduziert sich der Burst-Speed sogar auf rund 125 MB/s. Der USB2.0-Betrieb läuft bei beiden Dockingstations wieder außerhalb der Konkurrenz und liegt mir rund 36 bzw. 35 MB/s deutlich hinter den anderen Werten. Da der Burst-Speed aber nicht die effektive Transferrate wiedergibt, ist gerade der Wert der durchschnittlichen Lesegeschwindigkeit interessant. Hierbei erreicht das Thermaltake BlacX 5G den gleichen Wert (144 MB/s), wie ihn auch die Festplatte intern verbaut erreicht. Der Controller beeinträchtigt hier die Leistung also nicht. Die maximale Leserate in der Sharkoon-Dockingstation liegt bei rund 122 MB/s im eSATA-Betrieb.


H2test (2.000MB)

Beim H2Test-Benchmark wird eine beliebig große Datei auf dem Ziellaufwerk geschrieben. Für unseren Vergleich wählten wir hier eine Dateigröße von genau 2.000 Megabyte aus.


Das was wir beim Test mit HD-Tach bereits festgestellt haben, untermauern die Testläufe mit H2test. So arbeitet das Thermaltake BlacX 5G nahezu genauso schnell, wie es die Festplatte intern verbaut ermöglicht. Das Sharkoon SATA QuickPort PRO im eSATA-Betrieb liegt hingegen über 30 MB/s hinter dem Wert des Thermaltake BlacX 5G im USB3.0-Betrieb.

Testergebnisse

Praxistest
Nach all der Theorie stellt sich natürlich auch die Frage, was diese Werte für den praktischen Einsatz bedeuten. Hierfür haben wir noch vier weitere kurze Testläufe getätigt. Hierbei schauen wir, wie lange das Laufwerk zum Schreiben von Office-Dokumenten, mp3-Dateien, Images oder HD-Material benötigt. Die Datengrößen gehen hierbei von mehreren Kilobyte hin zu einigen Gigabyte.
Heraus kam bei den Testläufen folgendes:




Die 50 Megabyte an Office-Dokumenten (735 an der Zahl) werden selbst beim Anschluss über USB2.0 in Windeseile übertragen. In der Praxis macht es keinen Unterschied, ob man zwei oder fünf Sekunden wartet. Lediglich, wenn man das Datenvolumen hochrechnet machen sich die Unterschiede deutlich bemerkbar. Die 200 Megabyte an Musikstücken im mp3-Format (46 Lieder) zeigen schon deutlicher die Unterschiede bei der Kopierzeit. Während sowohl mit intern verbauter Festplatte, als auch im USB3.0- und eSATA-Betrieb nur drei Sekunden zum kopieren benötigt werden, sind im USB2.0-Betrieb zwischen neun und zehn Sekunden von Nöten. Ähnliches zeigt sich auch beim Kopieren des 800 Megabyte großen Images. Wie groß die Unterschiede aber wirklich ausfallen erkennt man beim kopieren von sehr großen Dateien, welche ein sequentielles lesen oder schreiben ermöglichen. Genau hier spielt das Thermaltake BlacX 5G seine Stärke aus und kann dort weiterhin mit der intern verbauten Festplatte mithalten. Beim Sharkoon SATA QuickPort PRO werden zwölf Sekunden mehr benötigt, was in der Praxis - bei einer zwölf Gigabyte großen Datei - nicht wirklich eine Rolle spielt. Wer aber dauerhaft große zusammenhängende Dateien liest, schreibt oder kopiert ist mit dem Thermaltake BlacX 5G besser bedient.

Fazit

Die Verpackung des Thermaltake BlacX 5G ist gut und schützt das Gehäuse ausreichend während des Transports, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass das Schaumstoffpolster das Gerät komplett umschließt. Dennoch ist die Verpackung vollkommen ausreichend. Der Lieferumfang des BlacX 5G umfasst alles, was zum Betrieb des Gehäuses benötigt wird und zusätzlich liefert Thermaltake auch noch zwei Hüllen für je eine 2,5- und eine 3,5-Zoll-Festplatte, dies ist nicht bei jedem Hersteller der Fall. Bei der Verarbeitung zeigt die Dockingstation keinerlei Schwächen und dank des tiefen Schwerpunktes und der Gummifüße ist auch ein sicherer Stand garantiert. Bei den Leistungstests kann das BlacX 5G gerade bei großen Dateien und dem sequentiellen Zugriffen (schreiben/lesen) überzeugen. Man muss aber auch sagen, dass Dockingstations generell, so wie es das Thermaltake BlacX 5G eine ist, Vor- und Nachteile besitzen. Während sich der freie Aufbau gerade dann lohnt, wenn häufig die Laufwerke gewechselt werden und so das lästige Demontieren entfällt. Dafür werden die Laufwerke bei weitem nicht so gut geschützt, wie es in einem geschlossenem Gehäuse der Fall ist. Für die Lagerung und als groben Schutz liefert Thermaltake ja bereits zwei Gummihüllen mit, wie die sichere Aufbewahrung erreicht werden soll, sollte aber rechtzeitig überlegt werden. Erhältlich ist das Thermaltake BlacX 5G ab rund 45 Euro. Die Konkurrenz ist hier preislich deutlich besser aufgestellt, so sind ähnliche Dockingstations bereits ab rund 20 Euro erhältlich, wie diese leistungstechnisch im Vergleich liegen, können wir jedoch nicht abschätzen.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ sehr einfache "Montage" der Festplatte
+ sehr schneller Festplattenwechsel möglich
+ Zwei Schutzhüllen im Lieferumfang enthalten
+ gute Performance über USB3.0...

Contra
- ...welche allerdings bei kleineren Dateien hinter der von eSATA-Laufwerken liegt
- Festplatten sind nicht so gut geschützt wie in einem Gehäuse


Award

Wir verleihen dem Thermaltake BlacX 5G für die gezeigten Leistungen unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Thermaltake.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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