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Scythe Ninja 3 Silent Edition


Einleitung

Mit günstigen Kühlern, die gute Leistungen abliefern, machte sich Scythe einen Namen. Mittlerweile deckt das Portfolio aber schon deutlich mehr Produktbereiche ab und so zählen auch Grafikkartenkühler, Gehäuse, Netzteile, Lüftersteuerungen, Boxen und noch so einige andere Dinge zum Sortiment des Unternehmens aus Japan. Dabei hat es Scythe aber auch immer verstanden das Kernsegment - die CPU-Kühler - nie zu vernachlässigen. Regelmäßig brachte das Unternehmen Nachfolger bekannter und bewährter Produkte auf dem Markt. Mit dem Scythe Ninja 3 Silent Edition verfolgt das Unternehmen einen etwas anderen Weg. So änderte sich am Kühler selbst nichts, die Lüfterausstattung wurde jedoch auf einen besonders leisen Betrieb getrimmt. Anstatt des ehemals hoch drehenden Slip Stream 120 PWM Adjustable wird nun ein Slip-Stream-Lüfter mit fester Drehzahl, welche bei 800 U/min liegt, verbaut. Auf den folgenden Seiten klären wir, für wen sich die Anschaffung des Kühlers lohnt.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Scythe Ninja 3 Silent Edition unterscheidet sich nur minimal von der der "Original-Version". Da der Kühler selbst sich nicht geändert hat und auch der Lieferumfang gleich geblieben ist, mussten lediglich die Daten und Bilder des Lüfters angepasst werden. Hierzu wurden die entsprechenden Bereiche auf der Verpackung schlicht mit Aufklebern, auf den die neuen Daten aufgebracht sind, überklebt.
Zum Lieferumfang des Ninja 3 Silent Edition gehören neben dem Kühler selbst noch der neue Slip-Stream-Lüfter im 120-mm-Format, die Montageanleitung, eine Portion Wärmeleitpaste, zwei Lüfterklammern und das Montagematerial in Form der Flip Mount Super Backplate 2 (F.M.S.B.2).
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):160 x 120 x 120 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):880 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Kupfer Boden vernickelt, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:8x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:38
Lamellenabstand:2,4 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:4x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:800 U/min
Fördermenge:68 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:1,2 Watt
Lautstärke:10,70 dB(A)
Besonderheiten:keine
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD 754, 939, 940, AM2, AM2+, AM3, FM1
Preis:35 Euro (Stand Oktober 2011)

Der Kühler im Detail

Der Aufbau des Ninja 3 hat sich nicht geändert und so besitzt der Kühler immer noch einen quadratischen Aufbau. Alle vier Außenseiten sind exakt 120 Millimeter lang und bieten somit exakt Platz für einen 120-mm-Lüfter. Hoch ist der Kühler 160 Millimeter, womit er in den meisten Gehäusen Platz finden sollte. Und auch das Gewicht hat sich weiterhin nicht verändert: 880 Gramm bringt der wuchtige Japaner auf die Waage und dies, obwohl die einzelnen Kühlsegmente Lücken untereinander besitzen. Aus den 38 Lamellen, welche nur durch winzige Stege miteinander verbunden sind, werden so eigentlich 152 Lamellen. Die acht 6-mm-Heatpipes sind U-förmig gebogen und teilen sich gleichmäßig auf die vier Kühltürme auf.
Die Enden der Heatpipes verstecken sich wieder unter silbernen Kappen, welche aber nicht nur die Heatpipes verdecken, sondern auch die Lamellen auf dem Kühler mit fixieren. Zur optischen Aufwertung hat Scythe schon der "Original-Version" ein Tribal spendiert, welches eher ein gemischtes Feedback auslöste. So ist es doch eine Geschmacksfrage, ob der Kühler mit Aufdruck oder "sauber" besser gefällt.
Die 38 oder 152 Lamellen, je nachdem wie man es sieht, sind aus Aluminium gefertigt und nicht mit den Kupferheatpipes verlötet sondern auf diese gesteckt. Das dies nicht schlecht funktioniert zeigte kürzlich erst Thermalright beim True Spirit und HR-02 Macho. Der Abstand der Lamellen ist mit 2,4 Millimetern unverändert geblieben.

Der Kühler im Detail

Die acht Heatpipes verlaufen in zwei Gruppen, welche um 90 Grad zueinander versetzt sind, in zwei Lagen durch den Boden. Auf den Heatpipes hat Scythe noch einen großen Passiv-Kühler angebracht, welcher ebenfalls noch zur Steigerung der Kühlleistung beitragen soll. Der Boden, welcher aus Kupfer gefertigt ist und vernickelt wurde, die Heatpipes und der Passiv-Kühler sind miteinander verlötet. Dadurch soll im Boden ein perfekter Wärmeübergang erzielt werden.
Der vernickelte Boden ist im Auslieferungszustand mit einer Schutzfolie versehen. Durch diese werden Kratzer und Schmutzablagerungen wirkungsvoll verhindert, die Folie lässt sich aber dennoch leicht und frei von Rückständen entfernen. Wie wir es von Scythe kennen kann der Boden auch als Spiegel genutzt werden, so gut ist dieser poliert.
Während beim "originalen" Ninja 3 ein Slip-Stream-Lüfter zum Einsatz kommt, welcher mit bis zu 1.900 U/min arbeitet und dadurch laut zu Werke geht, wird beim Ninja 3 Silent Edition einen Slip-Stream-Lüfter mit fester Drehzahl verbaut. Dieser arbeitet mit maximal 800 U/min und soll maximal 10,7 dB(A) laut werden. Der Luftdurchsatz beträgt im 12-Volt-Betrieb 68 m³/h, die maximale Leistungsaufnahme bei 1,2 Watt.
Befestigt werden die Lüfter mit Hilfe von jeweils zwei Metallklammern, welche seitlich am Kühler eingehakt werden. Durch seinen gleichseitigen Aufbau kann man nachdem der Kühler montiert ist auch noch überlegen, von wo nach wo der Luftstrom geleitet werden soll. Durch seine Tiefe von 120 Millimetern kann der Kühler bei doppelter Lüfter-Bestückung aber einiges an Platz einnehmen.

Die Montage

Der enorme Platzbedarf zeigt sich deutlich, wenn der Kühler auf dem Mainboard platziert ist. Dank der rückseitigen Montage lässt sich der Ninja 3 Silent Edition zwar leicht auf dem Mainboard befestigen, die etwaigen Kompatibilitätsprobleme können damit aber auch nicht aus der Welt geschafft werden. Durch den gleichseitigen Aufbau können aber auch AMD-Anwender - unabhängig von der sowieso freien Ausrichtungsmöglichkeit - den Luftstrom ihrem Gehäuse problemlos anpassen.
Durch seine Abmessungen verträgt sich der Ninja 3 Silent Edition in keiner Ausrichtung mit Arbeitsspeicher, welcher erhöhte Heatspreader besitzt. Auch bei den Kühlern der Northbridge oder den Spannungswandlern sollten hohe Aufbauten vermieden werden und wer kann, sollte die Grafikkarte nicht im obersten Slot platzieren. Zumindest nicht dann, wenn der Kühler die Luft von unten nach oben befördern soll.
Wird die Luft über den RAM-Bänken angesaugt und der vorderste Lüfter eben dort befestigt, überragt dieser selbst auf unserem Sockel-1366-Testsystem drei RAM-Bänke. Auf Plattformen, bei denen die Speicherbänke dichter am Sockel liegen, wird diese Problematik nicht geringer werden. Da der Lüfter aber hoch genug sitzt, passt normaler Arbeitsspeicher problemlos unter den Kühler.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Vergleicht man die Werte des Ninja 3 Silent Edition mit denen des Ninja 3, wird sehr deutlich, dass die beiden Kühlkörper absolut baugleich sind. Die Unterschiede der beiden "Kühler" liegen innerhalb der Messtoleranzen. Auch der Ninja 3 Silent Edition profitiert eher mäßig von hohen Drehzahlen, bzw. verliert bei der Verringerung der Drehzahl nicht so stark an Leistung. Mit dem mitgelieferten Slip-Stream-Lüfter bei 850 U/min werden sogar bessere Werte, als mit zwei KamaFlex bei 700 U/min. Es zeigt sich also wieder, dass der Slip-Stream-Lüfter sehr gut zum Kühler passt.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Durch die geringe Drehzahl von lediglich 850 U/min erreicht der Ninja 3 Silent Edition eine eher schlechte Platzierung im Ranking, dennoch reicht die Performance aus um den übertakteten i7-920 ausreichend zu kühlen. Dabei agiert der Kühler nahezu unhörbar und gehört damit zu den leisesten Kühlern im Testfeld.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Im 5-Volt-Betrieb dreht der Lüfter nur noch mit 450 U/min, für den übertakteten i7-920 reicht dies nicht mehr aus. Hörbar ist der Lüfter auf dem Kühler nun nicht mehr.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Als wir die "Original-Version" des Ninja 3 im Test hatten, fiel das Testfeld noch sehr klein aus. Nun ist die Übersicht deutlich umfangreicher und so lässt sich die Performance besser einordnen. Die hohe Abwärme unseres Testsetups liegt dem Ninja 3 Silent Edition nicht so recht, relativ weit hinten platziert sich der Kühler in allen drei Testläufen. Es zeigt sich aber, dass der Kühler bei niedrigen Drehzahlen besser zu recht kommt und sich dort etwas im Ranking nach oben schieben kann.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Mit zwei Lüftern bestückt schaut es nicht viel anders aus, die große Abwärme ist einfach nichts für den Ninja 3. Dennoch reicht die Leistung aus, um den Prozessor ausreichend zu kühlen. Die Differenz zu den stärksten Kühlern im Testfeld beträgt aber bis zu zehn Kelvin.

Test - Passiv (ohne Lüfter)

Neu bei unseren Tests schauen wir bei einigen der Kühler, welche sich durch ihre Bauweise oder ihre Testergebnisse bei den Aktiv-Tests hervorheben, die Passiv-Fähigkeiten an. Hierzu müssen die Kühler komplett passiv den Prozessor kühlen, welcher aber natürlich nicht mit dem Default-Settings betrieben wird. Bei einer Abwärme von 98 (2.400 MHz@1,1 Volt) , 67 (2.160 MHz@1,0 Volt) und 50 (1.800 MHz@0,9 Volt) Watt müssen die Kühler zeigen was sie ohne Belüftung können. Durch den offenen Aufbau unterstützten hierbei auch keine Gehäuselüfter den Abtransport der Abwärme.


Passiv-Setup 1 - 98 Watt


Das 98-Watt-Setup schafft weder der Ninja 3 noch der Ninja 3 Silent Edition.

Passiv-Setup 2 - 67 Watt


Auch das 67-Watt-Setup schafft der Ninja 3 Silent Edition nicht.

Passiv-Setup 3 - 50 Watt


Sobald die Abwärme auf rund 50 Watt sinkt, reicht die passive Kühlleistung des Ninja 3 Silent Edition aus um unseren Prozessor des Testsystems ausreichend zu kühlen. Dennoch gibt es einige andere Kühler, die diese Aufgabe besser erledigen. Unter anderem gehört dazu auch der Twin-Tower-Kühler Mine 2, der ebenfalls von Scythe stammt.

Fazit

Die Silent Edition unterscheidet sich nur durch ein Bestandteil vom ursprünglichen Ninja 3: Den Lüfter. Die Verpackung beruht ebenso auf der des Ninja 3, wie auch der Lieferumfang. Auch bei der Verarbeitung hat sich nichts geändert und so ist diese weiterhin gut. Die Montage gestaltet sich ebenfalls einfach, nur der Platzbedarf ist natürlich recht hoch. Wo der Original-Lüfter des Ninja 3 noch laut und leistungsstark war, agiert der Lüfter des Ninja 3 Silent Edition leise und zurückhaltend, die Temperaturen sind aber auch deutlich schlechter. Im Vergleich mit unseren Referenzlüftern nehmen sich beide Kühler nichts und auch im Passiv-Test liegen die Kühler gleich auf. So ist es nicht verwunderlich, das Scythe auch beim Preis beide Versionen gleich platziert: 35 Euro kostet auch der Scythe Ninja 3 Silent Edition. Nun stellt sich natürlich die Frage, warum diese neue Version? Uns fällt hier nur eines ein. Anwender die den Lüfter ungeregelt betreiben oder diesen an einer Lüftersteuerung anschließen wollen hatten bei der Ur-Version Probleme und mussten ggf. den Lüfter austauschen. Dies war entweder umständlich da das Potentiometer fest verbaut war, bzw. hat Mehrkosten verursacht durch den Kauf eines weiteren Lüfters. An dieser Stelle schafft Scythe Abhilfe.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ leiser Betrieb mit Original-Lüfter
+ bietet Platz für bis zu vier Lüfter
+ einfache und sichere Montage
+ auf AMD-Systemen in beide Richtungen montierbar

Contra
- Testergebnisse nur im hinteren Bereich


Award

Auch der Scythe Ninja 3 Silent Edition bekommt von uns den DeXgo-Bronze-Award verliehen. Zudem verleihen wir ihm noch unseren DeXgo-Silent-Award.
DeXgo-Bronze-Award DeXgo-Silence-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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