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Akasa Venom Voodoo


Einleitung

Ende letzten Jahres wurde von Akasa der Venom vorgestellt. Mit einem grellen Lüfter der Viper-Serie sollte er vor allem die Spieler ansprechen, was durch den Slogan "unlock Venom - Game on!" unterstrichen wurde. Rund ein Jahr später erblickt der Nachfolger des Venom, der Venom Voodoo, nun das Licht der Erde und kommt in den Handel. So wurde der Kühler in einigen Punkten überarbeitet, dazu zählt unter anderem der zweite Lüfter, welcher nun bei liegt. Aber auch bei der Anzahl und der Art der Heatpipes hat sich etwas getan. Statt vier Heatpipes mit acht Millimetern Durchmesser besitzt der Venom Voodoo nun sechs 6-mm-Heatpipes. Was sich gerade bei der Kühlleistung getan hat, klären wir für euch auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Kartonverpackung des Akasa Venom Voodoo ist hauptsächlich in Schwarz, Grün und Neon-Gelb gehalten. Auf der Vorderseite ist erneu der Slogan "unlock Venom GAME ON!" zu finden, sowie einige Eigenschaften des Kühlers. Dazu zählen die direkt auf dem Prozessor aufliegenden Heatpipes und die beiden Viper-Lüfter. Seitlich und auf der Rückseite werden die Features genauer erläutert und auch auf die Spezifikationen wird eingegangen. Auf den Seiten befinden sich auch Bilder des Kühlers, die Detailaufnahmen, aber auch eine Totale, zeigen.
Der Lieferumfang des Akasa Venom Voodoo umfasst den Kühlkörper selbst, zwei 120-mm-Lüfter auf jeweils einem Kunststoffrahmen, eine Tube Wärmeleitpaste, eine Montageanleitung, ein Y-PWM-Kabel sowie das Montagematerial für die unterstützten Sockel.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):166 x 131 x 74 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):695 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:45
Lamellenabstand:1,9 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:2x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:600 - 1.900 U/min
Fördermenge:142,00 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:2,04 Watt
Lautstärke:28,90 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter, H.D.T.
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366, 2011
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:45 Euro (Stand Oktober 2011)

Der Kühler im Detail

Während beim Venom die oberste Lamelle lediglich beklebt war, spendiert Akasa dem Venom Voodoo eine komplette Kunststoffabdeckung. Diese sieht deutlich besser aus, als die einfache Folie des Vorgängers. Die Abdeckung sorgt aber auch dafür, dass der Kühler an Höhe und Breite gewinnt, ohne dadurch mehr Kühlfläche bereitstellen zu können. So ist der Venom Voodoo rund 166 Millimeter hoch, 131 Millimeter breit und 74 Millimeter tief.
Das Gewicht des Kühlers hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur gering erhöht. 695 Gramm zeigt nun die Waage an, 50 Gramm mehr als beim Venom. Ob dies aber an der Kunststoffabdeckung oder der Umstellung von vier 8-mm-Heatpipes auf sechs 6-mm-Heatpipes liegt, können wir nicht klären, da die Abdeckung nur entfernt werden kann, wenn man die Halterung dieser abbricht.
Der Venom Voodoo besitzt eine definierte Vorder- und Rückseite und so sollte beim Einbau auch darauf geachtet werden. An der Vorderseite besitzen die Aluminium-Lamellen im Zentrum eine Vertiefung, die auf der Rückseite so nicht vorhanden ist. Einige Zacken in den Lamellen, welche sowohl an der Vorder- als auch Rückseite zu finden sind, findet man mittlerweile bei mehreren Kühlern. Da diese Struktur aber bei allen Lamellen gleich ist bezweifeln wir, dass dadurch die Kühlleistung beeinflusst wird.
Die Abdeckung oben auf dem Kühler verdeckt den Kühler komplett. Zentral ist jedoch Lochgitter eingearbeitet, auf dem das Venom-Logo prangt. Um das Lochgitter optisch vom Logo und Kunststoff abzusetzen wurde dies in Neon-Gelb ausgeführt. Seitlich ist der Venom Voodoo nahezu komplett offen, lediglich im zentralen Bereich findet sich ein ca. zehn Millimeter breiter Bereich, in dem der Kühler verschlossen ist.

Der Kühler im Detail
Die Anzahl der verbauten Aluminium-Lamellen änderte sich nicht vom Venom zum Venom Voodoo. Insgesamt sind 45 der einzelnen Aluminium-Lamellen verbaut, der Abstand der Lamellen untereinander liegt bei 1,9 Millimetern. Gut zu erkennen sind auch die beiden Haltestifte, durch die die Kunststoffabdeckung auf dem Kühler befestigt wird.
Die Auflageflächer der sechs 6-mm-Heatpipes wird durch eine leicht entfernbare Kunststofffolie geschützt. Die Heatpipes selbst werden wieder in einem Aluminium-Block fixiert. Die Breite des Bodens über alle Heatpipes hinweg beträgt 41 Millimeter, die Auflagefläche der Prozessoren ist aber meist deutlich geringer. Unser i7-920 z.B. misst gerade ein mal 32 mal 34 Millimeter. Selbst im Idealfall werden die beiden äußeren Heatpipes also nur teilweise genutzt, was zwangsläufig zu einem Leistungsverlust führen muss.
Wie bereits erwähnt liegen dem Akasa Venom Voodoo zwei Lüfter der hauseigenen Viper-Serie bei. Diese arbeiten im Drehzahlbereich von 600 bis 1.900 U/min und können per PWM-Signal gesteuert werden. Der maximale Luftdurchstz der Lüfter liegt dann bei jeweils rund 142 m³/h bei einer Lautstärke von 28,9 dB(A). Um beide Lüfter über einen PWM-Anschluss steuern zu können hat Akasa einen entsprechenden Y-PWM-Adapter beigelegt.
Die Lüfter sind mit vier weichen Gummientkopplern auf jeweils einem Kunststoffrahmen befestigt. Dieser Rahmen wiederum kann einfach auf den Kühler gesteckt werden. Auch Alternativ-Lüfter kann der Kühler aufnehmen, solange diese keinen durchgängigen Montagesteg besitzen. Die Entkoppler sind recht weich und absorbieren so die gröbsten Schwingungen der Lüfter. Mit beiden Lüftern bestückt beträgt die Gesamttiefe 130 Millimeter.

Die Montage

Die Montage des Akasa Venom Voodoo ist exakt die selbe, die auch schon beim Venom zum Einsatz kam. Mit Hilfe einer Backplate wird der Kühler auf dem Mainboard fixiert. Hierbei kommen Rändelschrauben ohne Federn zum Einsatz, die Schrauben sollten daher ohne Werkzeug angezogen werden, um Beschädigungen am Mainboard zu verhindern.
Auf Intel-Systemen kann der Kühler frei ausgerichtet werden, dieses Glück besitzen AMD-Anwender nicht. So ist die hier gezeigte Ausrichtung die einzig mögliche (eine um 180 Grad gedrehte Montage ist natürlich möglich), der Luftstrom ist dann Richtung Gehäuse-Deckel gerichtet.
Intel-Anwender können durch die quadratische Lage der Montagelöcher den Kühler auch zur Rückseite hin ausrichten. Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader sollte dann aber gemieden werden, da der vordere Lüfter selbst bei unserem Sockel 1366-Testsystem den ersten RAM-Slot überragt.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Die beiden mitgelieferten Viper-Lüfter erledigen ihre Arbeit ausgesprochen gut und liegen bei den Messwerten gleich auf mit unseren Scythe Kama-Flex. Der Akasa Venom Voodoo profitiert sehr gleichmäßig von der Erhöhung der Drehzahl und von einem zweiten Lüfter. Es lohnt sich also einen zweiten Lüfter zu montieren und ggf. die Drehzahl der beiden Lüfter nicht so stark anzuheben, um die Geräuschkulisse in einem angenehmen Bereich zu halten.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Im 12-Volt-Betrieb ist der Kühler laut, was bei den Drehzahlen der Lüfter, welche bei jeweils 1.800 U/min liegen, nicht verwunderlich ist. In der Gesamtübersicht kann sich der Venom Voodoo knapp vor seinen Vorgänger setzen, dessen Lüfter zwar ebenfalls eine Drehzahl von 1.800 U/min besitzt, aber eben nur ein Lüfter montiert ist.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Im 5-Volt-Betrieb sieht es ähnlich aus. Dank des zweiten Lüfters und der noch guten Drehzahl von rund 750 U/min liegt der Venom Voodoo von Akasa im guten Mittelfeld der Kühler, die dieses Setup noch schaffen. Der Kühler ist dabei immer noch leicht hörbar, aber schon deutlich angenehmer.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Im direkten Vergleich mit identischer Lüfterbestückung zeigt sich nun das, was wir bereits vermutet haben. Die Kühlleistung des Venom Voodoo fällt nicht so hoch aus, wie es die technischen Daten vermuten lassen. So kann er sich nur bei 1.850 U/min knapp vor dem Venom platzieren, bei niedrigeren Drehzahlen liegt dieser sogar vor dem Venom Voodoo. Die beiden äußeren Heatpipes scheinen einfach zu wenig Kontakt zum Prozessor zu haben, um genügend Wärme aufnehmen zu können. Im Gesamtvergleich liegt der Akasa Venom Voodoo im gesicherten Mittelfeld der Testcharts.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Nahezu das selbe Bild zeigt sich im Dual-Lüfter-Betrieb, in dem sich der Akasa Venom Voodoo aber etwas länger vor dem Venom halten kann. Aber auch hier liegt der Kühler "nur" im Mittelfeld und rutscht gerade bei langsamen Lüftern im Ranking leicht ab. Für den Silent-Betrieb ist der Venom Voodoo von Akasa also nur bedingt geeignet.

Fazit

Mit dem Venom Voodoo wollte Akasa einen nicht nur optisch "besseren" Kühler als Nachfolger des Venom vorstellen, auch leistungstechnisch sollte es einen Schritt voran gehen, dies ist leider nicht gelungen. Bei der Verpackung steigerte sich Akasa und so kommt der Venom Voodoo sicher beim Käufer an und auch der zweite Lüfter im Lieferumfang ist positiv anzusehen. Bei der Verarbeitung verzichtete man nun auf den Aufkleber auf der obersten Lamelle und spendierte dem Venom Voodoo eine Kunststoffabdeckung. Bei der Verarbeitung wurde sich ebenfalls große Mühe gegeben, zwar verzichtete man auf eine schützende Nickelschicht, gut verarbeitet ist der kühler dennoch. Bei der Montage änderte sich nichts und so geht diese weiterhin leicht von der Hand, auch wenn Rändelschrauben mit Federn uns besser gefallen würden. Bei der Kühlleistung kann sich der Venom Voodoo vom Venom allerdings nur im Vergleich mit den Original-Lüftern absetzen, was bei doppelter Bestückung aber auch nicht verwunderlich ist. Mit gleichen Lüftern ausgestattet liegt mal der eine und mal der andere Kühler vorn, dies ist abhängig von der Drehzahl der Lüfter. Preislich sortiert sich der Venom Voodoo bei 45 Euro ein, was rund zehn Euro über dem Preis des Venom liegt. Auch wenn die Kühlleistung identisch ist, lohnt sich der Griff dann eher zum Venom Voodoo, wenn die Lüfter gefallen. Dieser bietet nicht nur einen Lüfter mehr sondern auch ein besseres optisches Erscheinungsbild.


Pro & Contra

Pro
+ ordentlicher Lieferumfang mit zwei PWM-Lüftern
+ Lüfter werden entkoppelt montiert
+ leichte Montage

Contra
- Lüfter sind im 12-Volt-Betrieb laut
- "nur" durchschnittliche Kühlleistung


Award

Der Akasa Venom Voodoo bekommt von uns den DeXgo-Bronze-Award verliehen.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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