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Impactics C3LH-B + Impactics Coolset


Einleitung

Wer träumt nicht vom lautlosen Computer? Trotz Wasserkühlung oder passiver Kühler im Netzteil kommt man selten um alle Lüfter drum rum, da, zumindest bei ATX-Systemen, das Netzteil meist noch aktiv betrieben wird. Wer aber nur einen kleinen HTPC oder Office-Rechner möchte, für den gibt es nun eine möglicher Weise interessante Möglichkeit, den Rechner absolut lautlos zu betreiben. Impactics bietet mit dem Gehäuse C3LH und diversen Coolsets die Möglichkeit Mini-ITX-Systeme absolut lautlos zu kühlen. Wie das funktionieren soll und ob es am Ende auch klappt, zeigen wir euch auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Das System setzt sich aus verschiedenen Teilkomponenten zusammen und ist somit modular aufgebaut. Neben dem Gehäuse, welches in einem einzelnen großen braunen Karton geliefert wird, bietet Impactics auch noch ein Netzteil, sowie die passende Coolsets zum gewünschten Mainboard an. Eine Übersicht über die vorhandenen Coolsets findet ihr auf der Homepage von Impactics. Das Netzteil, wir haben uns für die interne Variante entschiede, und das passende Coolset werden in separaten Verpackungen geliefert. Da unser Mainboard (ASUS AT3IONT-I) noch kein offizielles Coolset besitzt, hat uns Impactics aus den vorhandenen Bausteinen ein entsprechendes Set zusammen gestellt.
Der Lieferumfang des Gehäuses (linkes Bild) umfasst eine Anleitung zur Montage des Mainboards und der Laufwerke, Abstandshalter sowie Montageschrauben.
Das Netzteil, welches eine Ausgangsleistung von 84 Watt besitzt, ist mit jeweils einem 24-PIN-ATX-, einem 4-Pin-12-Volt-, einem SATA-, einem 4-Pin-Molex und einem FDD-Stromanschluss ausgestattet. Ein Kaltgeräte-Kabel liegt aber nicht bei.
Das Coolset, welches so nicht erwerblich ist, besteht aus vier vorgebogenen Heatpipes, zwei Voll-Kupfer-Kühlblöcken, zwei Deckplatten, zwei Halterungen, drei Montagerahmen, vier Aufnahmen für die Heatpipes sowie diversem Montagematerial wie Schrauben und Schaumstoffauflagen. Eine Anleitung liegt uns nicht bei, bei den fertig konfigurierten Sets ist dies aber der Fall.
Spezifikationen
Größe (Höhe x Breite x Tiefe):88 x 260 x 240 Millimeter
Gewicht:ca. 2,68 Kilogramm
Formfaktor:Mini-ITX
Laufwerksschächte extern:1 x 5,25 Zoll (Slimline)
Laufwerksschächte intern:1 x 2,5 Zoll
Erweiterungsslots:0
Front I/O-Panel:- keine -
Lüfter im Lieferumfang:- keine -
Lüfter Optional:- keine -
Preis:100 Euro* (Stand Oktober 2011)
* Kosten nur für das Gehäuse, ohne Netzteil und Coolset

Außenansichten

Das Impactics K.I.S.S.S. (Keep It Simple, Silent and Smart) C3LH-B ist auf den ersten Blick ein ganz normales HTPC-Gehäuse, wie es dutzende auf dem Markt gibt. Schlicht in schwarz gehalten ist es mit montierten Füßen rund 88 Millimeter hoch, 260 Millimeter breit und 240 Millimeter tief. Das Gewicht des Mini-ITX-Gehäuses liegt bei rund 2,7 Kilogramm. Zustande kommt das, für ein Gehäuse dieser Größe, recht hohe Gewicht durch den Verzicht auf Kunststoff. So besteht der gesamte Korpus aus Metall, zum Einsatz kommt sowohl Stahl, als auch Aluminium.
Die Front besteht z.B. aus gebürsteten und eloxiertem Aluminium. In der Front befindet sich der Einbauplatz für das Slimline-Laufwerk, der Ein-/Aus-Taster sowie eine LED, welche sowohl den Betriebszustand, als auch den Festplattenzugriff anzeigt. Ein Frontpanel mit USB- oder Audio-Anschlüssen besitzt das Impactics C3LH-B nicht.
Der Deckel des Gehäuses, welcher aus Stahl gefertigt wurde, ist schwarz pulverbeschichtet und macht daher einen nicht ganz so edlen Eindruck wie die massive Front. Seinen Zweck, das Gehäuse ordentlich und sauber zu verschließen, erfüllt der Deckel aber tadellos.
Auffällig am Impactics C3LH-B sind die beiden Seiten. Diese sind nicht glatt sondern besitzen ein Kühler-Profil aus jeweils 30 einzelnen Kühllamellen. Diese beiden aus Aluminium gefertigten Elemente sind auch die, welche für die Kühlung der Hardware eingesetzt werden. Wie dies genau geschieht, zeigen wir auf der nächsten Seite.
Auch die Unterseite des Gehäuses ist aus Stahl gefertigt und schwarz lackiert. Das C3LH-B ist sowohl mit als auch ohne Standfüße nutzbar, hier stellt sich die Frage ob genügend Platz für diese vorhanden ist. Durch Gummi-Auflagen steht das Gehäuse auf den Füßen sicher und rutschfest, zudem absorbieren die Füße im HiFi-Design auch ein wenig etwaige Vibrationen. Die Entkopplung ist aber definitiv nicht die Parade-Disziplin der Füße.
Die Rückseite besteht aus zwei Teilen und auch der Deckel wird an der Rückseite fixiert. Neben der Gehäuse-Rückseite ist auch die Blende für das Mainboard, inkl. Gehäusedurchführungen, angebracht. In den Ausschnitt wird die normale Blende des rückseitigen I/O-Panels gesteckt. An der Rechten Seite kann ein COM-Anschluss nach außen geführt werden, links sind drei "Löcher" für das Netzteile vorhanden. Wenn einer der Montageplätze benötigt wird, muss das Blech an dieser Stelle heraus gebrochen werden.

Innenansichten & Montage

Der Deckel des Impactics C3LH-B kann leicht nach hinten herausgezogen werden und gibt dann den Blick frei auf das Innenleben des Gehäuses. Dieses besteht aus unlackiertem Stahl. Über dem Mainboardschlitten befindet sich der Rahmen für die Laufwerke, rechts und links an den Seiten des Gehäuses sind die Aufnahmen der Heatpipes zu sehen.
Durch das Lösen von vier Schrauben kann der Laufwerksträger aus dem Gehäuse entfernt werden. Neben den drei Anschlusskabeln für das Frontpannel (Powerbutton, HDD-LED, Power-LED) befindet sich im Innenraum nichts. Die Kabel sind für das kleine Gehäuse ausreichend lang dimensioniert. Auf die einzelnen Teile gehen wir bei der Montage der Hardware genauer ein.
Wie wir bereits erwähnten nutzen wir für dieses Review das ASUS AT3IONT-I mit Intel-Atom-Prozesser und einer Ion Grafikeinheit von Nvidia. Beide Komponenten sitzen unter dem großen passiven Kühlkörper, welcher durch sechs Schrauben befestigt wird. Um das Coolset von Impactics montieren zu können muss dieser entfernt werden. Im Anschluss werden sowohl CPU, als auch GPU gereinigt. Für die Wärmeübertragung können sowohl Wärmeleitpaste, als auch Wärmeleitpads genutzt werden. Wir haben uns für letzteres entschieden und nutzen 0,5 Millimeter starke Pads auf beiden Prozessoren.
Da es sich bei uns wie gesagt um kein offiziell verfügbares Set handelt musste ein wenig getrickst werden. Während bei passenden Mainboards meist nur eine Blende zum Einsatz kommt, welche die beiden Kühlblöcke auf den Prozessoren fixiert, nutzen wir zwei identische Blenden. Um ein Verkanten der Blenden zu vermeiden, wurden bei der Grafikeinheit weitere kleinere Blenden zur Erhöhung der eigentlich genutzten Blende eingesetzt. Dadurch ist der Anpressdruck gleichmäßig verteilt und ein Verkanten der Kühler wird verhindert. Unser Beispiel zeigt recht gut, wie variabel die Coolsets eigentlich sind, wer ein offiziell unterstütztes Mainboard besitzt sollte aber zum entsprechenden Set greifen. Eine freundliche Anfrage bei Impactics hilft aber auch weiter, wenn sich das Mainboard nicht in der Liste der unterstützten Hauptplatinen befindet.
Als nächstes muss das Mainboard und auch das Netzteil im Gehäuse untergebracht werden. Es empfiehlt sich zuerst das Mainboard und anschließend das Netzteil zu montieren. Beide Teile werden durch Abstandshalter und normale Schrauben fixiert. Beim Arbeitsspeicher muss darauf geachtet werden, dass dieser nicht die normale Höhe von rund 32 Millimetern überschreitet, da er sonst nicht mehr unter den Rahmen der Laufwerke passt. Nachdem das Mainboard und das Netzteil im Gehäuse befestigt wurden, können die Heatpipes montiert werden. Wir empfehlen diese zuerst grob auszurichten und dann als erstes mit den Außenwänden zu verschrauben. Zwischen den Heatpipes und den Aluminium-Profilen, welche die Wärme an die Außenwände weiter geben, muss dünne Wärmeleitpaste aufgebracht werden. Nun werden die Heatpipes durch die im Gehäuse befindlichen Bügel fest mit den Seitenwänden verschraubt. Je nach Mainboardtyp ist die Kontaktfläche eine andere, das Gehäuse besitzt seitlich aber genügend Verschraubungspunkte, an denen die Halterungen befestigt werden können.
Es sollte auch darauf geachtet werden, dass die Heatpipes mit den Kupferblöcken genügend Kontakt haben, da sonst der Wärmetransfer nicht optimal abläuft. Sind die Heatpipes in Position und ebenfalls an der Unterseite mit Wärmeleitpaste versehen, kann der Deckel verschraubt werden. Durch diesen werden die Heatpipes stark an den Kühlerblock gepresst, was für einen guten Wärmetransfer sorgt. Nicht wundern, wenn die Wärmeleitpaste seitlich aus dem Kühler austritt, dies zeigt nur, dass der Anpressdruck hoch genug ist.

Innenansichten & Montage

Das Impactics C3LH-B kann nur ein 2,5-Zoll- und ein Slimline-Laufwerk aufnehmen. Während die Festplatte, oder für den absolut lautlosen Rechner die SSD auf zwei entkoppelte Haltestege geschraubt wird, nimmt das Slimline-Laufwerk in einem unentkoppelten Rahmen Platz. Beide werden anschließend auf den großen Montagerahmen geschraubt.
Es empfiehlt sich den Rahmen jedoch zuerst im Gehäuse zu befestigen und anschließend die Laufwerke auf diesem zu montieren. Da für die Verkabelung sehr wenig Platz vorhanden ist, sollten die benötigen Anschlüsse schon vorher verlegt werden. Dabei ist aber darauf zu achten, dass die Kabel keinen Kontakt zu einer der Heatpipes haben, da diese sehr warm werden können.
Zum Abschluss muss nur noch der Deckel wieder auf dem Gehäuse angebracht und befestigt werden. Im Anschluss ist das Impactics C3LH-B betriebsbereit. Wir empfehlen für den Dauerbetrieb ein 2,5-Zoll-Laufwerk welches wenig Abwärme produziert, im Idealfall eine SSD. Da das Gehäuse keinerlei Lüftungsöffnungen besitzt könnte sich ein schnell drehendes 2,5-Zoll-Laufwerk sonst nur unnötig stark erhitzen.
Die Stromversorgung der internen Platine wird von dem externen Netzteil realisiert. Verbunden werden beide Teile durch den nach außen geführten Anschluss. Sehr schön finden wir hier, dass der Stecker verschraubt wird und so nicht versehentlich aus der Buchse gezogen werden kann.
In Betrieb genommen kann das Impactics C3LH-B voll und ganz überzeugen. In unserem Fall ist lediglich noch das leise Surren der 2,5-Zoll-Festplatte zu hören. Würde diese Komponente noch gegen ein Flash-Speicher getauscht werden, wäre der Rechner unhörbar. Im Dauerbetrieb zeigte sich auch, dass das Gehäuse ausreichend Kühlleistung für unser System bereit stellt. Freigegeben ist das C3LH-B für Systeme bis zu einer TDP von 35 Watt, dies allerdings bei einer Umgebungstemperatur von 50 Grad Celsius. Da diese Temperaturen in den seltensten Fällen in der Wohnung herrschen, ist die Kühlleistung bei Raumtemperatur also noch etwas höher anzusiedeln. Was wir aber unbedingt empfehlen ist, das Gehäuse unter keinen Umständen in einem geschlossenen Schrank unterzubringen. Da das Gehäuse gut warm wird muss diese Abwärme natürlich auch entweichen können, was nur an einem offenen Stellplatz der Fall ist. Auf dem Schreibtisch oder neben dem Fernseher auf dem TV-Rack macht sich das Gehäuse durch sein edles Aussehen aber gut und sollte auch nicht versteckt werden.

Fazit

Impactics hat mit dem K.I.S.S.S. C3LH-B ein Gehäuse auf den Markt gebracht, welches den lautlosen Computer ohne Lüfter ermöglicht. In Kombination mit einem entsprechenden Coolset kann so ein System lautlos betrieben werden. Der Lieferumfang des Gehäuses und des Coolsets fällt ausreichend aus, beim Netzteil wäre die Beigabe eines Kaltgerätekabels noch wünschenswert. Die Verarbeitung des Gehäuses ist tadellos. Gebürstet Aluminium und pulverbeschichter Stahl sorgen für ein stabiles Gehäuse und ein hochwertiges Aussehen. Das Coolset zeigt ebenfalls keine Makel. Das Kupfer ist sauber verarbeitet und die Heatpipes ordentlich gebogen. Bei der Montage der Hardware, welche beim C3LH-B das Coolset quasi beinhaltet, traten für uns keine Schwierigkeiten auf, auch wenn man uns vor dem Review "warnte", dass durch das nicht passende Set die Montage schwierig werden würde. Davon merkten wir jedoch nichts und wenn die Montage der 100 Prozent passgenauen Sets noch leichter von statten geht, können wir nur den Hut ziehen. Was uns jedoch weniger gefiel war das nicht vorhandene Frontpanel, gerade in Kombination mit der Tatsache, dass nur eine Festplatte verbaut werden kann wären Frontanschlüsse wünschenswert. So müssen zusätzliche Datenträger an der Rückseite angeschlossen werden oder das System per LAN mit einem Netzwerkspeicher verbunden werden. Demnächst will Impactics hier aber Abhilfe schaffen und so sind schon Adapter in Planung, mit deren Hilfe statt des optischen Laufwerkes weitere Festplatten im Gehäuse untergebracht werden können. Ist das System aber fertig konfiguriert, sind die nicht vorhandenen Geräusche eine wahre Freude. Leider hat dies auch seinen Preis. Für das K.I.S.S.S. C3LH-B werden rund 100 Euro fällig, das passende Netzteil schlägt nochmals mit 80 Euro zu Buche. Das gezeigte Coolset würde bei rund 60 Euro liegen, hier schwanken jedoch die Preise je nach genutztem Mainboard. Abhilfe will hier Caseking schaffen, welche verschiedene Bundles zu vergünstigten Konditionen anbieten wollen. Am Ende muss aber jeder für sich entscheiden, ob ein absolut lautloses System den Preis wert ist, für Wasserkühlungen wird kaum weniger Geld ausgegeben.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabiler Aufbau des Gehäuses
+ lautloser Betrieb möglich

Contra
- kein Front-I/O-Panel vorhanden
- nur Platz für eine 2,5-Zoll-Festplatte
- nicht für alle Mainboards geeignet


Award

Wir verleihen dem Impactics K.I.S.S.S. C3LH-B und dem Impactics Coolset für der gezeigten Leistungen, den DeXgo-Silber-Award und den DeXgo-Silence-Award.
DeXgo-Silber-Award DeXgo-Silence-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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