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NZXT Hale82 650 Watt


Einleitung

Kaum ein Unternehmen, welches Netzteile unter seinem eigenen Namen vertreibt, bietet nur eine einzige Serie an und so war es nur eine Frage der Zeit, bis auch NZXT sein Portfolio an Netzteilen erweitert. Nach dem Hale Power 90+, welches einen positiven Eindruck in unseren Tests hinterlassen hat, kommt mit der Hale82-Serie nun quasi der günstigere Ableger. So besitzen die neuen Netzteile keine 80-Plus-Gold-Zertifizierung mehr, sollen aber dennoch durch die 80-Plus-Bronze-Zertifizierung sparsam zu Werke gehen. Ebenfalls mit modularen Kabeln ausgestattet fällt es sogar noch etwas kompakter aus. Wie sich das Hale82 mit 650 Watt Leistung schlägt, klären wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung des Hale82 erinnert stark an die des Hale Power 90+. Auch beim Hale82 ist ein kleines Sichtfenster vorhanden und im Inneren wird das Netzteil von einer Schaumstoffschale fixiert und geschützt. Bilder des Netzteiles finden sich keine auf der Verpackung aber einzelne Komponenten und auch die verfügbaren Anschlüsse sind abgebildet. Ebenso wurden die technischen Daten des Netzteiles auf der Verpackung abgedruckt, so dass schon vor dem Kauf ersichtlich ist, welche Eigenschaften das Netzteil mit sich bringt.
NZXT legt dem Hale82 ein Kaltgerätekabel, vier Montageschrauben, eine Bedienungsanleitung und einen Beutel mit den modularen Kabeln bei. Weiteres Zubehör, wie Kabelbinder, befinden sich nicht im Lieferumfang.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: Hale82-650-M
Leistung: 650 Watt
Peak Power: - keine Angabe -
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 25 Ampere
+5,0V: 25 Ampere
+12V: 53 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 150 Watt
+12V: 636 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz

Außenansichten

Während das Hale Power 90+ nahezu komplett in Weiß gehalten wurde, ist das Gehäuse des Hale82 schwarz und lediglich der verbaute 120-mm-Lüfter weiß. Dieser stammt von ADDA, die maximale Drehzahl und Angaben zur Lautstärke konnten wir jedoch nicht finden. Im Test-Abschnitt werden wir klären, wie sich der Lüfter im betrieb verhält.
War beim Hale Power 90+ noch Super Flower der Fertiger, werden die Netzteile der Hale82-Serie von von Seasonic gefertigt. Dies ist in der Branche nichts Ungewöhnliches, gibt es doch nur wenige Hersteller, die eigene Fabriken zur Netzteilfertigung unterhalten. Technisch wird beim Hale82 auf ein Single-Rail-Design gesetzt, welches auf der einzig vorhandenen 12-Volt-Schiene, bei der 650-Watt-Version, satte 53 Ampere bereitstellt. Verpackt ist die ganze Technik dieses mal in einem schwarzen Gehäuse, auf dessen Unterseite sich auch der Aufkleber mit den Leistungsdaten befindet. Die Verarbeitung des Hale82 ist gut und bietet uns keinen Anlass zur Kritik.
Die beiden Seiten sind sehr dezent gestaltet. Lediglich auf der linken Seite befindet sich rechts unten das NZXT-Logo eingestanzt. Ansonsten sind beide Seiten frei von weiteren Schriftzügen, Bildern oder anderer Verzierungen.
Die Luft entweicht beim Hale82 ebenfalls über ein großflächiges Wabengitter. Der Bereich um die Kaltgerätebuchse und den Ein-/Ausschalter ist aus massivem Blech gefertigt und soll dadurch genügend Stabilität bieten. Das Hale82 ist teilmodular ausgeführt und besitzt somit auch einige Buchsen für die modularen Kabel. Neben vier 6-Pin-Buchsen für die Peripherie-Anschlusskabel (z.B. Laufwerke und Lüftersteuerungen) sind auch noch zwei 8-Pin-Buchsen vorhanden. An diese werden z.B. die modularen Kabel für weitere Grafikkarten angeschlossen.

Die Kabel

Fest installiert sind beim Hale82 drei Kabel. Neben dem 20+4-Pin-ATX-Stromkabel befindet sich noch ein 4+4-Pin-12-Volt- und ein PCIe-Stromkabel direkt am Netzteil. Das ATX-Stromkabel ist rund 53 Zentimeter lang und hätte aus unserer Sicht noch ein paar Zentimeter mehr vertragen können, gerade ein verstecktes Verlegen ist so nicht immer möglich. Das 12-Volt-Stromkabel ist mit einer Länge von rund 71 Zentimetern hingegen ausreichend lang dimensioniert. Das Kabel für die Grafikkarten besitzt eine Länge von 55 Zentimetern bis zum ersten der beiden 6+2-Pin-Anschlüsse. Der zweite Anschluss folgt nach weiteren zehn Zentimetern.
Wer ein Mainboard sein eigenen nennt, welches einen weiteren 8-Pin-Stromanschluss benötigt, wird beim Hale82 mit 650 Watt fündig. So liegt dem Netzteil ein ebensolches Kabel, mit einer Länge von 55 Zentimetern, bei. Bei allen modularen Kabel kommen Flachbandkabel zum Einsatz. Für den Anschluss weiterer Grafikkarten liegt der 650-Watt-Variante ein zweites PCIe-Stromanschlusskabel bei. Dieses ist insgesamt 65 Zentimeter lang, wobei die beiden 6+2-Pin-Anschlüsse lediglich zehn Zentimeter auseinander liegen.
Insgesamt sechs SATA-Laufwerke können ohne Adapter am Hale82 mit 650 Watt betrieben werden. Aufgeteilt sind die Anschlüsse zu gleichen Teilen auf zwei 85 Zentimeter langen Anschlusskabel. Der Abstand zwischen den Kabeln beträgt jeweils 15 Zentimeter.
Für ältere Laufwerke mit Molex-Anschluss stellt dies 650-Watt-Variante ebenfalls sechs Anschlüsse zur Verfügung. Einen FDD-Stromanschluss besitzt das Netzteil hingegen nicht mehr. Die beiden Molex-Kabelstränge sind ebenfalls 85 Zentimeter lang und der Abstand zwischen den einzelnen Anschlüssen beträgt auch hier 15 Zentimeter.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden. Im Vergleich zu den letzten Netzteil-Tests haben wir unser Testsystem ein wenig modifiziert, um eine noch höhere Auslastung der Netzteile erreichen zu können.

Das Testsystem setzt sich nun wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3.800MHz @ 1,3V
- Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60%
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.143MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Colorful GeForce GTX 470 (SLI-Test)
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60% (Systemlüfter-Grafikkarte)
- mCubed T-Balancer BigNG
- Aquacomputer aquaero 4.0


Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Bei der Überwachung der Spannungen während der Tests konnten wir feststellen, dass die gemessenen Werte sehr gut ausfielen. Nicht nur, dass die Schwankungen zwischen den Maximal- und Minimal-Werten sehr gering ausgefallen sind, auch die Abweichung von den Idealwerten fallen sehr gering aus. Dass die Werte deutlich innerhalb der Toleranzen liegen, welche von den ATX-Spezifikationen vorgegeben werden, ist somit auch klar.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.





Das NZXT Hale82 ist mit dem Bronze-Zertifikat von 80Plus.org ausgezeichnet, was im Betrieb eine Effizienz von mindestens 81 Prozent (im 230-Volt-Netz) vorraus setzt. Somit befindet es sich bei der Effizienz auf dem Level des Cooler Master GX-650 oder des Antec EA-750 Green. Beim Vergleich der Effizienzwerte bei diesen drei Netzteilen schneidet das Hale82 gut ab, das Netzteil von Cooler Master aber noch einen Tick besser. Im Vergleich zu den Netzteilen mit Gold-Zertifikat, vertreten von Thortech, Enermax, Thermaltake und auch NZXT, liegt die Effizienz aber gerade bei hoher Auslastung deutlich hinter den Spitzenplätzen. Bis zu 31 Watt beträgt dabei der Unterschied zwischen dem ersten Platz und dem Hale82.


Lautstärke

Bei der Lautstärke schneidet das Hale82 leider nicht ganz so gut ab. Während der Betrieb bei geringer Last und im "Leerlauf" noch angenehm leise ist und das Netzteil dort quasi nicht aus einem geschlossenem System herausgehört werden kann, agiert das Hale82 unter Last deutlich hörbar und ist bei voller Auslastung sehr deutlich hörbar. Für ein Silent-System ist das Netzteil nicht geeignet.

Fazit

Mit dem Hale82 erweitert NZXT sein Netzteil-Sortiment um ein ordentliches Stück Technik. In einer ordentlichen Verpackung mit gutem Transportschutz wird das Netzteil mit dem Zubehör geliefert. Der Lieferumfang selbst fällt aber beschaulicher aus, zusätzliche Kabelbinder z.b. finden sich dort nicht. Dennoch ist alles Notwendige vorhanden, auch eine Tasche um die nicht benötigten Kabel zu verstauen. Die Verarbeitung des uns vorliegenden Testsmusters ist gut und weist keinerlei Fehler oder Mängel auf. Ebenfalls positiv, zumindest zum Großteil, sind uns die verfügbaren Anschlüsse im Gedächtnis verbleiben. Nicht nur, dass das 650-Watt-Modell schon über vier 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse verfügt, auch ein zweites ATX-12-Volt-Stromkabel befindet sich im Lieferumfang. Dies bietet nicht jedes Netzteil in der 650-Watt-Klasse. Vermisst haben wir jedoch einen FDD-Stromanschluss, welcher wenigstens als Adapter beiliegen sollte, denn es gibt immer noch einige Frontpanel, welche eben jenen zur Stromversorgung nutzen. In unseren Testläufen hinterließ das Hale82 insgesamt einen positiven Eindruck. Sehr gute Stabilitätswerte, welche zudem noch dicht an den Idealwerten liegen kombiniert das Netzteil mit guten Effizienzwerten - im Bereich der 80Plus-Bronze-Netzteile. Die Lautstärke hingegen ist weniger erfreulich. Zwar verhält sich das Netzteil im Idle und unter Teil-Last angenehm ruhig, wird es aber über einen etwas längeren Zeitraum stark ausgelastet dreht der Lüfter stark auf und macht sich so - durch den hohen Luftdurchsatz - deutlich bemerkbar. Erhältlich ist die 650-Watt-Version des NZXT Hale82 für rund 110 Euro bei Caseking.de.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ ordentliche Effizienzwerte für 80Plus-Bronze-Netzteil

Contra
- kein FDD-Stecker vorhanden
- Lüfter unter Last deutlich hörbar


Award

Wir verleihen dem NZXZ Hale82 unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Caseking.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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