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Cooler Master Hyper 212 EVO


Einleitung

Das günstig nicht immer gleich schlecht bedeutet sollte jedem mittlerweile klar sein. Gerade bei Kühlern hält sich dieses Gerücht bei einigen Käufern aber hartnäckig und das obwohl diverser Hersteller schon mehrfach das Gegenteil bewiesen haben. Ein weiterer Kandidat der "Gut-aber-Günstig-Fraktion" wird nun von Cooler Master ins Rennen geschickt. Der Hyper 212 EVO basiert hierbei auf dem Hyper 212 Plus, welcher im Jahr 2009 erschien. Einige Details haben sich aber in der Zwischenzeit geändert. So wurde nicht nur die Lüfterbefestigung überarbeitet, auch das Design des Bodens hat sich geändert. Wie der Kühler in unserem aktuellen Vergleich abschneidet, seht ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Bei der Verpackung bleibt Cooler Master seiner Linie treu und verpackt den Hyper 212 EVO in einem lila-weißen Karton, auf dem sich einige Bilder des Kühlers und die technischen Daten befinden. Der Kühler wird im Karton in einer Kunststoffschale gehalten, der Lieferumfang befindet sich in einem kleinen Karton getrennt vom Kühler. Der Transportschutz ist gut, aber nicht so gut wie es bei einer Schaumstofffüllung wäre.
Zum Lieferumfang des Hyper 212 EVO gehören noch ein 120-mm-Lüfter, ein weiteres Paar Haltestreben für einen zusätzlichen Lüfter, vier passende Lüfterschrauben, Entkopplerstreifen, eine Tube Wärmeleitpaste, das Montagematerial inklusive Backplate und die Bedienungs- bzw. Montageanleitung.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):160 x 116 x 51 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):480 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Kupfer Boden, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:4x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:57
Lamellenabstand:1,5 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:600 - 1.600 U/min
Fördermenge:112,58 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:3,84 Watt
Lautstärke:31,00 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter, H.D.T.
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1
Preis:28 Euro (Stand Januar 2012)

Der Kühler im Detail

Der Hyper 212 EVO gehört zu den kleineren Tower-Kühlern. So ist er exakt 160 Millimeter hoch, 116 Millimeter breit und 51 Millimeter tief. Diese Abmessungen beziehen sich auf den Kühler allein, ohne montierten Lüfter. Als Material kommen wie beim Hyper 212 Plus Aluminium und Kupfer-Heatpipes zum Einsatz.
Auf den ersten Blick ist der Hyper 212 EVO mit dem Hyper 212 Plus identisch. Die Lamellen besitzen ebenfalls das eingestanzte Logo und auch die Form hat sich nicht verändert. Die optischen Unterschiede liegen also an anderer Stelle, zu diesen kommen wir noch. Das Kampfgewicht des Hyper 212 EVO beträgt 480 Gramm.
Früher wurde bei Kühlern meist aus Gründen der hohen Kosten auf ein Verlöten der Lamellen verzichtet. Heutzutage ist der Leistungsunterschied zwischen verlötetet und gesteckten Lamellen aber nicht mehr so gravierend. So verwundert es nicht, dass Cooler Master beim Hyper 212 EVO - eben um die Kosten gering zu halten - auf ein Verlöten der Lamellen verzichtet. Dennoch sitzen die 57 Lamellen relativ fest auf den vier 6-mm-Heatpipes. Der Lamellenabstand beträgt beim Hyper 212 EVO relativ geringe 1,5 Millimeter.

Der Kühler im Detail

Die Montage des Hyper 212 EVO von Cooler Master erfolgt durch eine Montagekreuz, welches zentral auf der Bodenplatte des Kühlers angesetzt wird. Um ein Verdrehen des Kühlers zu verhindern, befindet sich im Aluminium-Teil des Bodens ein kleiner Stift, der das Haltekreuz arretiert. Die vier Heatpipes verlaufen aus dem "Boden" versetzt in die Lamellen und verteilen die Abwärme so über einen größeren Bereich der Kühlfläche.
Während beim Hyper 212 Plus die Heatpipes noch einen gewissen Abstand untereinander besaßen, sitzen diese beim Hyper 212 EVO lückenlos nebeneinander. Gerade bei Prozessoren mit kleinem Heatspreader wird so verhindert, dass die Heatpipes nicht komplett aufliegen. Für den Transport hat Cooler Master eine Schutzfolie aufgebracht, welche sich leicht entfernen lässt.
Der beiliegende PWM-Lüfter ist komplett in schwarz gehalten, wobei die Rotor-Blätter transparent sind. Die Maximal-Drehzahl gibt Cooler Master mit 1.600 U/min an, per PWM geregelt beginnt der Lüfter seinen Dienst bei rund 600 U/min. Der maximale Luftdurchsatz wird mit 112,58 m³/h, die Lautstärke mit 31 dB(A) angegeben. Die Leistungsaufnahme des 120-mm-Lüfters beträgt 3,84 Watt.
Montiert wird der Lüfter nicht mehr mit Metallbügeln am Kühler, sondern mit der Hilfe von zwei Kunststoffstreben. Diese werden an den genutzten Lüfter geschraubt, mit kleinen Entkopplern versehen und anschließend am Kühler befestigt. Dadurch gestaltet sich die Lüftermontage sehr leicht, die Entkopplung fällt aber eher gering aus.

Die Montage

Wie wir bereits erwähnten, erfolgt die Montage des Hyper 212 EVO mit Hilfe eines Montagekreuzes und ist relativ schnell erledigt. Als erstes wird die Backplate mit der Hilfe von vier Schrauben und vier Muttern am Mainboard befestigt. Im zweiten Schritt wird dann der Kühler auf den Prozessor gesetzt, welcher vorher natürlich eine dünne Schicht Wärmeleitpaste erhalten haben sollte. Nun kann der Kühler in der gewünschten Ausrichtung auf den Prozessor gesetzt und mit Hilfe des Haltekreuzes befestigt werden.
In welche Richtung der Luftstrom des Kühlers gerichtet wird, kann der Anwender selbst entscheiden. Durch die Form der Halterung können auch Anwender mit AMD-System den Kühler frei ausrichten. Soll der Kühler waagerecht verbaut werden, so blockiert er auf unserem Testsystem den sockelnahsten Steckplatz für Arbeitsspeicher mit erhöhtem Heatspreader.
Ist der Luftstrom nach hinten gerichtet, so benötigt der Kühler zum Arbeitsspeicher hin weniger Platz. Auf unserer Sockel-1366-Testplattform wäre nun genügend Platz vorhanden, um auch Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader zu verbauen. Auf Plattformen, bei denen die RAM-Bänke dichter am CPU-Sockel sitzen, kommt es aber weiterhin zu Beeinträchtigungen, was die RAM-Kompatibilität angeht.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Schon bei der Betrachtung des Kühlers auf den vorherigen Seiten lies die Vermutung aufkommen, dass er bei geringen Drehzahlen nicht besonders gut abschneiden würde. Beim Vergleich aller genommener Testwerte bestätigt sich unser Verdacht. Betrachtet man nur die Werte mit unseren Referenzlüftern, so beträgt der Unterschied zwischen dem besten und dem schlechtesten Ergebnis über 21 Kelvin. Durchschnittlich liegt hier die Differenz bei nur rund 15 Kelvin. Dies bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass der Kühler insgesamt schlecht abschneidet. Wie sich die Werte im direkten Vergleich zu den anderen Kühlern verhalten, zeigt sich im Vergleich der Referenzwerte.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Beim Betrieb mit zwölf Volt arbeitet der Lüfter mit gut hörbaren 1.475 U/min. Damit liegt der Cooler Master Hyper 212 EVO im mittleren Bereich, was die Drehzahlen angeht und auch was unser Testfeld anbelangt. Zu den Spitzenplätzen der Luftkühler beträgt der Rückstand knapp über sechs Kelvin, der Vorsprung zu den letzten Plätzen beträgt bis zu 10 Kelvin, beziehen wir den Boxed-Kühler mit ein, sind es sogar 19 Kelvin.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


525 U/min erreicht der Lüfter im 5-Volt-Betrieb und macht den Kühler damit unhörbar. Leider reicht dies aber nicht aus, um den übertakteten i7-920 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Interessant sind aber erst die Vergleiche, bei denen alle Kühler mit gleichem Lüfter betrieben werden. Und genau hier zeigt sich, dass der Hyper 212 EVO kein schlechter Kühler ist. Selbst der deutlich größere - und erst kürzlich getestete - Hyper 612S muss sich bei hoher und mittlerer Drehzahl geschlagen geben. Was wir aber schon andeuteten zeigt sich im letzten Diagramm. Bei lediglich 700 U/min bricht die Kühlleistung stark ein und sorgt so dafür, dass der Hyper 212 EVO stark abrutscht. Lag er bei 1.850 und 1.300 U/min noch in den Top20 (jeweils Platz 18), stürzt er am Ende 24 Ränge ab und landet im 700-U/min-Betrieb nur auf Platz 42. Wer den Kühler also mit einem Lüfter einsetzt, sollte die Drehzahlen jenseits der 1.000 U/min halten.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute


Fast gleich aber doch anders sieht es mit zwei 120-mm-Lüftern aus. Auch jetzt liegt der Cooler Master Hyper 212 EVO bei hoher und mittlerer Drehzahl auf Rang 18 unserer Charts. Das entspricht dem Niveau des Thermalright True Spirit bzw. Scythe Yasya. Bei 700 U/min, aber mit zwei Lüftern bestückt, erfolgt der Einbruch auch, aber bei weitem nicht so deutlich - auf Rang 29 landet der Kühler dann, gleichauf mit dem Akasa Venom Voodoo.

Fazit

Die Hyper-Serie von Cooler Master bestach schon immer durch ein gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis und dies ist auch beim Hyper 212 EVO nicht anders. Die Verpackung ist gut, lediglich die Kunststoffschale in die der Kühler eingebettet wurde mag uns nicht ganz gefallen. Seinen Zweck - den sicheren Transport des Kühlers zum Kunden - erfüllt diese aber dennoch. Der Lieferumfang des Kühlers fällt zweckmäßig aus und bringt alles mit, was zum Betrieb benötigt wird. Auch das Montagematerial für einen weiteren Lüfter liegt bei. Einen positiven Eindruck hinterließ auch die Verarbeitung, welche sich als makellos erwies. Bei der Montage greift Cooler Master auf ein bewährtes System zurück, was gerade für Neulinge gut zu handhaben ist. Da die gewählte Lösung über wenige Einzelteile verfügt, der Kühler aber dennoch leicht befestigt werden kann, wird so niemand überfordert. Bei unseren Leistungstests zeigte sich, dass der Hyper 212 EVO durchaus Potential hat auch heiße Prozessoren zu kühlen und sich dabei auch nicht hinter der Konkurrenz verstecken muss, dafür sollte die Drehzahl aber auch hoch gehalten werden, gerade im Betrieb mit nur noch 700 U/min bricht die Leistung doch stark ein. Bei einem Preis von 28 Euro bietet der Cooler Master Hyper 212 EVO aber gute Leistungen, die nicht jeder erwartet hätte. Wer kein Problem damit hat, den Lüfter etwas höher drehen zu lassen, kann bedenkenlos zugreifen. Silent-Fans wird der Hyper 212 EVO aber nicht glücklich machen.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ leichte Montage
+ gute Testergebnisse bei hohen und mittleren Drehzahlen

Contra
- Überdurchschnittlicher Leistungsabfall bei niedrigen Drehzahlen


Award

Wir verleihen dem Cooler Master Hyper 212 EVO für die gezeigten Leistungen unseren Bronze- und unseren Preis-/Leistungs-Award.
DeXgo-Bronze-Award DeXgo-Preis/Leistung-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Cooler Master.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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