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Thortech Thunderbolt PLUS 800 Watt


Einleitung

Es ist nicht selten der Fall, dass bei der Zusammenstellung eines neuen Rechners meist da gespart wird, wo man es am wenigsten sollte: Beim Netzteil. Zwar bedeutet ein hochwertiges Netzteil nicht mehr Leistung in Spielen, nicht mehr Speicherkapazität auf den Laufwerken und auch nicht mehr Punkte in diversen Benchmarks. Aber für eines ist das Netzteil dennoch unentbehrlich, für den stabilen Betrieb des gesamten Systemes. Aber nicht nur für die Stabilität ist die Wahl des richtigen Netzteiles wichtig, auch der Geldbeutel freut sich unter Umständen, wenn der Griff zu einem energieeffizienten Netzteil geht. Thortech, ein Tochterunternehmen von GeIL, bringt mit dem Thunderbolt PLUS nicht nur ein Netzteil auf den Markt, welches eben genau diese beiden Punkte abdecken soll, nein auch für die Optik will man etwas bieten. So wird das Netzteil mit einem eigenen Front-Panel ausgeliefert, auf dem diverse Werte des Netzteiles, wie die aktuelle Spannung der Leistungsschienen, im Betrieb abgelesen werden können. Wie sich das Netzteil im Praxiseinsatz schlägt, zeigen wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Bei der Verpackung hat sich Thortech etwas ungewöhnliches ausgedacht. So besteht die Verpackung zwar weiterhin aus Pappe, nur ist die Art der Aufmachung anders als gewöhnlich. So besitzt der Karton zwei Griffe, an denen das Netzteil getragen werden kann. Geöffnet wird der Karton, welcher sehr viele Informationen zum Netzteil bereit hält, ebenfalls oben. Im Inneren des Kartons ist das Netzteil nicht nur durch Schaumstoff gepolstert, sondern auch noch in einem Stoffbeutel verpackt. Das Zubehör und auch das Frontpanel befinden sich ebenfalls gut verpackt im Karton.
Neben dem Netzteil befindet sich im Karton noch eine Tasche mit den modularen Kabeln, ein Kaltgerätekabel, das Frontpanel, fünf wiederverwendbare Kabelbinder, Montageschrauben für das Netzteil, das Frontpanel und eine Bedienungs- und Installationsanleitung. Die Anleitung geleitet einen zwar durch die Installation des Netzteiles, technische Daten finden sich aber lediglich auf der Verpackung.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: TTB800G
Leistung: 800 Watt
Peak Power: 960 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 190 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 24 Ampere
+12V: 65 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 120 Watt
+12V: 800 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz

Außenansichten

Die Belüftung des Thunderbolt PLUS übernimmt ein 135 Millimeter großer Lüfter, welcher sich hinter einem schwarzen Lüftergitter mit Wabenmuster verbirgt, über der Lüfternabe prangt das Firmenlogo auf einem Aufkleber. Der doppelt kugelgelagerte Lüfter wird mit Hilfe der "Smart Fan Control Technology" geregelt und arbeitet so die meiste Zeit auf einem nicht wahrnehmbaren Niveau. Wer will kann den Lüfter aber auch per Hand in den Turbo-Modus versetzen, bei dem der Lüfter dann mit 1.500 U/min arbeitet.
Auf der Unterseite des Netzteiles wurde der Aufkleber mit den Leistungsdaten aufgebracht. Zu diesen zählt z.B. die einzelne 12-Volt-Schiene, welche satte 65 Ampere liefert. Der Aufkleber ist ebenfalls, wie das Gehäuse, in Schwarz gehalten und farblich auf das 80-Plus-Gold-Zertigfikat und die Firmen-Farben abgestimmt. Obwohl die Verarbeitung des Netzteiles insgesamt sehr hochwertig ist, zeigten sich bei unserem Exemplar kleinere Schäden an der Pulverbeschichtung. So besaß unser Netzteil an einer Seite ein paar oberflächliche Kratzer.
An beiden Seiten des Netzteiles hat Thortech dem Thunderbolt PLUS einen Aufkleber spendiert, welcher, egal wie herum das Netzteil verbaut wird, lesbar ist. Auf dem Aufkleber ist neben dem Netzteil-Namen noch das 80-Plus-Gold-Emblem und die gebotene Leistung - 800 Watt - zu sehen. Um den Aufkleber optisch von der Seitenwand etwas abzusetzen, wurde in eben jener Seitenwand eine kleine Vertiefung eingearbeitet, in der der Aufkleber sitzt.
Auch Thortech setzt auf das bewährte Wabenmuster als Luftauslass beim Thunderbolt PLUS. Nahezu die gesamte Rückseite ist so luftdurchlässig gestaltet, lediglich der Bereich bei der Kaltgerätebuchse und dem Ein-/Ausschalter ist massiv ausgeführt. Wo andere Hersteller das Netzteil weitestgehend geschlossen halten setzt Thortech auch auf einen Luftauslass. So wurde ein schmaler Streifen unter den Buchsen für die modularen Kabel in der Innenseite des Netzteiles luftdurchlässig gestaltet. Dies hat zwar den Vorteil, dass mehr warme Luft aus dem Gehäuse entweichen kann, leider strömt diese dann aber in das Computergehäuse und wird nicht nach außen abtransportiert.

iPower Meter

Als kleine Besonderheit besitzt die Thunderbolt-Plus-Serie ein sogenanntes "iPower Meter". Dieses listet diverse Werte des Netzteiles auf und ermöglicht es auch Einstellungen am Lüfter vorzunehmen. Für eine entsprechend hochwertige Optik sorgt die schwarze Blende aus Aluminium. Diese umrahmt das Segment-Display und ist zudem weiß beschriftet. Während die Front aus Aluminium besteht, ist der eigentliche Trägerrahmen einfaches Kunststoff. Das Display inklusive Controller-Platine wird von hinten mit der Blende und dem Rahmen verschraubt. Der Rahmen selbst kann dann wiederum mit den beiliegenden Schrauben im Gehäuse befestigt werden.
Über die vier Taster, welche sich seitlich am iPower Meter befinden, kann man unter anderem zwischen der aktuellen Leistungsaufnahme und der Effizienz, der anliegenden Spannung und der konsumierten Stromstärke, dem Lüftermodus und der Einheit der Temperatur (Celsius oder Fahrenheit) umschalten. All dies geschieht im Betrieb und ist sofort wirksam.
Das Display ist in weiß und blau gehalten, wobei der Hintergrund die typische blaue Beleuchtung aufweist. Alle Werte sind dank der Segment-Anzeige deutlich zu erkennen und gut abzulesen. Die angezeigten Werte (Spannung und Leistungsaufnahme) decken sich auch relativ gut mit den von uns gemessenen Werten direkt am Netzteil bzw. der Steckdose. So bietet das Display also eine gute Möglichkeit sich über den aktuellen Werte des Netzteiles zu informieren.
Da man meist von oben auf den Rechner herab schaut, ist es natürlich auch interessant, wie das Display aus einem steilen Blickwinkel abzulesen ist. Selbst aus einem sehr steilen Winkel von oben sind die einzelnen Werte noch gut zu erkennen, die Überlagerung bei einzelnen Segmenten kommt durch die hohe Belichtungszeit zustande. Das Display ist sowohl bei Tageslicht, als auch bei Dunkelheit sehr gut ablesbar.

Die Kabel

Viel Leistung bedeutet meist auch viele Anschlüsse, aber gerade da zeigt das Thortech Thunderbolt Plus mit 800 Watt leichte Schwächen. So besitzen Netzteile mit ähnlichen Leistungswerten beispielsweise zwei 12-Volt-Stromanschlüsse, das Thunderbolt Plus hingegen nur eines, welches 63 Zentimeter lang ist und einen 4+4-Pin-Anschluss besitzt. Für die Hauptstromversorgung stellt das Netzteil ein 64 Zentimeter langes 20+4-Pin-ATX-Stromkabel zur Verfügung. Ebenfalls fest installiert sind bereits zwei 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse, welche ebenfalls 64 Zentimeter lang sind. Aber auch das iPower Meter will mit dem Netzteil verbunden werden, hierfür ist das letzte der fest installierten Kabel vorgesehen, welches rund 65 Zentimeter lang ist. Bis auf das dicke ATX-Stromkabel lassen sich die anderen gut verlegen, da sie recht biegsam sind.
Neben den beiden fest angebrachten Kabeln liegen der 800-Watt-Variante der Thunderbolt-PLUS-Serie noch zwei weitere 6+2-Pin-PCIe-Stromkabel bei. Diese sind 65 Zentimeter lang und lassen sich ebenfalls gut verlegen. Aus unserer Sicht hätte man dem Netzteil aber noch zwei weitere Anschlüsse spendieren können, da gerade bei Grafikkarten die nur 6-Pin-Anschlüsse benötigen, und somit weniger Leistung für sich beanspruchen, das Netzteil noch merkliche Reserven besitzt.
Insgesamt acht Laufwerke mit SATA-Anschluss kann die 800-Watt-Variante des Thunderbolt PLUS mit Strom versorgen. Hierfür stehen zwei Anschlussstränge zur Verfügung, welche jeweils 110 Zentimeter lang sind. Die Anschlüsse - jeweils vier je Strang - sind mit einem Abstand von 15 Zentimetern zueinander an den Kabeln angebracht.
Für IDE-Laufwerke oder auch Lüftersteuerungen sind insgesamt sechs 4-Pin-Molex-Anschlüsse vorhanden. Zudem besitzt jedes der beiden Kabel auch noch einen 4-Pin-FDD-Stromanschluss, welcher ebenfalls von einigen Frontpanels oder auch noch Disketten-Laufwerken genutzt wird. Auch diese beiden Kabel sind insgesamt 110 Zentimeter lang und die Anschlüsse, welche sich zu gleichen Teilen auf beide Kabel aufteilen, mit jeweils 15 Zentimeter Abstand zueinander angebracht.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden. Im Vergleich zu den letzten Netzteil-Tests haben wir unser Testsystem ein wenig modifiziert, um eine noch höhere Auslastung der Netzteile erreichen zu können.

Das Testsystem setzt sich nun wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3.800MHz @ 1,3V
- Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60%
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.143MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Colorful GeForce GTX 470 (SLI-Test)
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60% (Systemlüfter-Grafikkarte)
- mCubed T-Balancer BigNG
- Aquacomputer aquaero 4.0


Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Sehr gut erkennt man bei den Diagrammen, dass das Thortech Thunderbolt Plus mit 800 Watt nahezu keine Spannungsschwankungen aufweist. 0,03 Volt bei der 12-Volt-Schiene, 0,02 Volt bei der 5-Volt-Schiene und ebenfalls 0,03 Volt bei der 3,3-Volt-Schiene betragen lediglich die Differenzen zwischen dem gemessenen Minimal- und Maximal-Wert. Zudem liegen die Messwerte auch noch deutlich innerhalb der von den ATX-Spezifikationen vorgegebenen Toleranzen.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.






Das Thortech Thunderbolt PLUS ist das aktuell leistungsstärkste Netzteil, welches unseren neuen Testparcour durchlaufen hat. Im Idle-Betrieb kann sich das 800-Watt-Netzteil mit einer Leistungsaufnahme von 153 Watt auf den ersten Platz schieben, knapp vor den anderen Gold-Netzteilen, die hier auf 155 Watt kommen. Genau anders herum schaut es bei der Auslastung des Prozessors aus. Mit einer Leistungsaufnahme von 314 Watt liegt es knapp hinter den Netzteilen von NZXT, Enermax und Thermaltake. Bei der zusätzlichen Auslastung mit einer Grafikkarte erreicht das NZXT Hale Power 90+ den Bestwert, knapp gefolgt vom Thortech Thunderbolt PLUS, dem Thermaltake ToughpowerGrand und dem Enermax Modu 87+. Ein ähniches Bild zeigt sich auch im Test mit dem SLI-Gespann, auch hier erreicht das Thunderbolt PLUS nicht ganz die Werte des Hale Power 90+, liegt aber dennoch auf einem guten zweiten Rang.


Lautstärke

Die kleinste Version aus der Thunderbolt-PLUS-Serie kann durch unser Testsystem nicht wirklich aus der Ruhe gebracht werden, was man ruhig wörtlich nehmen kann. Selbst bei der Belastung mit beiden Grafikkarten und übertaktetem Prozessor arbeitet der Lüfter mit leisen aber wahrnehmbaren 880 U/min. Per Druck auf den Taster auf dem Frontpanel kann der Lüfter auf Maximal-Drehzahl gebracht werden, wobei dieser dann auch deutlich hörbar ist, bei rund 1.500 U/min aber auch nicht verwunderlich. Im Praxistest hat sich aber gezeigt, dass die meisten Gaming-Systeme das Netzteil nicht soweit belasten können, dass dies der Fall ist.

Fazit

Thortech versucht sich mit der Thunderbolt-PLUS-Serie von der Konkurrenz durch mehrere Dinge abzuheben. So fällt schon die Verpackung, welche mit Tragegriffen daherkommt, ungewöhnlich aus. Dennoch bietet der Karton einen sehr guten Transportschutz und schützt zudem den Inhalt auch noch sehr gut. Zum Lieferumfang des Netzteiles gehören nicht nur Dinge wie ein Beutel für die modularen Kabel und Kabelbinder, sondern auch noch ein eigenes Frontpanel bringt die Thunderbolt-PLUS-Serie mit sich. Bei der Verarbeitung, sehen wir von den kleinen Schrammen an der Unterseite ab, zeigt das Netzteil keine Schwächen. Sowohl die Kabel, als auch das Frontpanel sind ebenfalls ordentlich verarbeitet und bieten keinen Grund zur Kritik. Lediglich die Größe könnte bei einigen zu Problemen führen, ist das Netzteil doch satte 190 Millimeter lang. Bei unseren Testmessungen kann das Thunderbolt PLUS mit 800 Watt nicht nur mit sehr stabilen Spannungen punkten, auch die Abweichungen von den Idealwerten sind sehr gering. Ebenfalls gut sind die gemessenen Leistungsaufnahmen an der Primärseite. Das Frontpanel bietet vielleicht nicht für jeden Anwender einen Mehrwert, liefert aber interessante Werte und einen dauerhaften Überblick über die aktuellen Leistungsdaten des Netzteiles. Erhältlich ist das Thortech Thunderbolt PLUS mit 800 Watt aktuell für knapp über 170 Euro.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ sehr stabile Spannungen
+ gute Effizienzwerte
+ leiser Betrieb
+ Frontpanel bietet guten Überblick über die Leistungsdaten

Contra
- sehr lang
- zwei weitere 6-Pin-PCIe-Stromanschlüsse wären wünschenswert


Award

Für die gezeigten Leistungen bekommt das Thortech Thunderbolt PLUS mit 800 Watt unseren DeXgo-Gold-Award verliehen.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Thortech.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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