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Thermalright True Spirit 140


Einleitung

Besaßen die Produkte von Thermalright bis vor kurzem ausnahmslos ein Nickel-Finish, waren komplett verlötet und preislich im oberen Bereich angesiedelt, so verzichtet das Unternehmen aus Taiwan bei einigen Ablegern auf diese Eigenschaften. Die Ableger von bekannten Produkten aus dem Hause Thermalright müssen sich aber nur bedingt hinter den Vorbildern verstecken. Mit dem HR-02 Macho und auch mit dem True Spirit brachte Thermalright zwei Kühler auf den Markt, die zwar nicht ganz die Leistungen der "Originale" erreichen, dafür aber auch deutlich günstiger angeboten werden. Mit dem True Spirit 140 kommt nun der Ableger des Archon auf den Markt, welcher sich ebenfalls anschickt ganz oben in den Charts mitzuwirken. Ob auch dieser Wurf von Thermalright gelingt, zeigen wir auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Beim HR-02 Macho war es Grün, beim True Spirit Gelb und beim True Spirit 140 kommt Blau als Farbe neben Schwarz zum Einsatz. Die Verpackung bietet einiges an Informationen über den Kühler, dazu zählen die technischen Daten des Kühlers und einige "Eigenschaften", die der Kühler besitzen soll. Aber auch zwei Bilder, die Ausschnitte des Kühlers zeigen, befinden sich auf der Verpackung. Was uns gut gefällt ist, dass Thermalright den Schutz des Kühlers im Karton, im Vergleich zum HR-02 Macho und True Spirit, gesteigert hat. An den "Vollschutz" der Premium-Kühler kommt die Verpackung aber dennoch noch nicht heran.
Im Karton befindet sich neben dem Kühlkörper selbst noch ein TY-140-Lüfter, die Montageanleitungen, eine Portion Wärmeleitpaste, vier Lüfterklemmen, zwei Satz Lüfterentkoppler sowie das Montagematerial für die unterstützten Sockel. Thermalright hat also auch bezüglich des Montagematerials für den bzw. die Lüfter umgedacht und packt nun ein zweites Paar Halteklammern bei.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):170 x 155 x 53 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):610 Gramm
Material:Kupfer Heatpipe, Kupfer Boden, Aluminium Lamellen
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:50
Lamellenabstand:1,8 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:2x 120/140 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 140 Millimeter
Lüfterdrehzahl:900 - 1.300 U/min
Fördermenge:125 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:2,4 Watt
Lautstärke:21 dB(A)
Besonderheiten:PWM-Lüfter
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3
Preis:40 Euro (Stand November 2011)

Der Kühler im Detail

Unverkennbar ist die Ähnlichkeit des True Spirit 140 mit dem Archon, jedoch hat sich das Lamellendesign geändert. So ähnelt die Form der Lamellen eher dem Design der Thermalright Ultra Extreme Kühler (TRUE), zu denen eben auch der True Spirit 140 zählt.
Während sich bei den Abmessungen so gut wie nichts geändert hat und der True Spirit lediglich um zwei Millimeter geschrumpft ist (jetzt 170 Millimeter hoch, 155 Millimeter breit und 53 Millimeter tief), was auch an der Serienstreuung der Heatpipes liegen kann, hat er beim Gewicht deutlich abgespeckt. So zeigt die Waage nun nur noch 610 Gramm an, während der Archon ein Kampfgewicht 770 Gramm besitzt.
Gerade beim Blick von oben erkennt man die Unterschiede im Lamellendesign. Beim Archon waren die Lamellen zur Mitte hin drei mal abgekantet, der True Spirit 140 hingegen besitzt die typischen seitlichen Abkantungen. Auch das zentrale Loch im Archon besitzt der True Spirit 140 nicht mehr. Was aber auch beim True Spirit 140 übernommen wurde ist die zu den Seiten tiefer werdende Kühlfläche. So besitzt der Kühler dort, wo der größte Luftstrom vorhanden ist und die Lamellen durch den Kühler laufen auch die größte Kühlfläche.
Von der Seite sind die Abkantungen der einzelnen Lamellen gut zu sehen. Auch, dass der Kühler nicht verschlossen wurde, ist gut zu sehen. Während die Premium-Kühler an den Seiten und auch zentral in der Kühlfläche Abkantungen besitzen, welche die Stabilität des Kühlers erhöhen, wird bei den günstigen Versionen darauf verzichtet. Ebenfalls wird auf das Verlöten und auf das Vernickeln der Heatpipes und der Lamellen verzichtet.
50 Lamellen aus Aluminium mit einem Abstand von 1,8 Millimetern zueinander stellen die Kühlfläche des True Spirit 140 dar. Aus Kostengründen verzichtet Thermalright auf ein Verlöten des Kühlers und nutzt stattdessen ein Pressverfahren, welches aber nahezu gleichwertige Temperaturen ermöglichen soll. Beim HR-02 Macho zeigte sich dies auch in den Testläufen, in wie weit dies auch beim True Spirit 140 der Fall ist klären wir später.

Der Kühler im Detail

Bei der Bodenplatte, welche als einziges Teil des True Spirit 140 vernickelt wurde, konnte Thermalright durch die andere Montage ebenfalls Material und somit Gewicht einsparen. Was zum Archon aber wieder identisch ist, sind die Aussparungen für die inneren und äußeren Heatpipes in den untersten Lamellen.
Die Bodenplatte des True Spirit 140 wird durch eine Folie während des Transports vor Schmutz und Kratzern geschützt. Die Folie lässt sich leicht entfernen und hinterlässt keinerlei Rückstände.
Traditionell sind die Böden von Thermalright nicht plan verarbeitet, was allerdings nicht als Produktionsmangel anzusehen ist, sondern mit Absicht geschieht. So ist der Boden parallel zu den Heatpipes konvex verarbeitet und besitzt somit eine leichte Wölbung, quer zu den Heatpipes hingegen ist der Boden plan.
Auch beim True Spirit 140 legt Thermalright den eigenen TY-140 bei. Der Lüfter ist im 140-mm-Format gefertigt, besitzt aber die Montagelöcher von 120-mm-Lüftern. Der Drehzahlbereich des PWM-Lüfters geht von 900 bis 1.300 U/min, wobei der maximale Luftdurchsatz im 12-Volt-Betrieb dann 125 m³/h beträgt. Laut soll der Lüfter dabei lediglich 21 dB(A) sein. Die Leistungsaufnahme beträgt 2,4 Watt.
Befestigt werden die Lüfter, egal ob 120 oder 140 Millimeter groß, mit den beiliegenden Lüfterklammern. Da der TY-140 jedoch etwas dicker als 25 Millimeter ist, sitzen die Klammern sehr straff. Sollen dann noch die beiliegenden Entkopplerpads genutzt werden, lässt sich der Lüfter nur noch mit sehr großem Krafteinsatz montieren.

Die Montage

Bei der Montage greift Thermalright auf das abgespeckte Montagekit zurück, welches auch schon beim HR-02 Macho und beim True Spirit zum Einsatz kam. Hierbei wird der Montagerahmen am Mainboard verschraubt und der Kühler anschließend an diesem befestigt.
Auf Intel-Systemen kann der Kühler frei ausgerichtet werden, was an der quadratischen Positionierung der Montagelöcher im Mainboard liegt. AMD-Nutzer hingegen können den True Spirit 140 nicht wie auf den folgenden Bildern zu sehen anbringen.
Auf allen unterstützen Systemen kann der Kühler aber zur Rückseite des Gehäuses hin ausgerichtet werden. Die erwärmte Luft kann dann direkt durch die Lüfter an der Gehäuse-Rückseite nach außen transportiert werden. Zudem ist dann deutlich mehr Platz beim Arbeitsspeicher vorhanden, bedacht werden sollte jedoch, dass auch die Klammern der Lüfter einige Millimeter nach vorn überstehen und somit Platz benötigen.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Der True Spirit 140 profitiert recht gut sowohl von einem zweiten, als auch von einem größeren Lüfter, selbstverständlich auch, wenn beides mit einander kombiniert wird. Gerade im niedrigen Drehzahlbereich lohnt es sich eher einen zweiten oder einen größeren Lüfter zu montieren um die Leistung zu steigern, ohne jedoch die Lautstärke zu stark zu erhöhen. Ab rund 1.200 U/min nimmt die Leistung, bei gleicher Lüfterbestückung, nur noch wenig zu. Bei unseren erreichten Ergebnissen erkennt man auch sehr gut, dass der Kühler auch bei niedrigen Drehzahlen gut Leistungswerte erreicht.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Der True Spirit 140 muss sich natürlich in all unseren Benchmarks gerade mit dem nahezu baugleichen Archon vergleichen lassen. Praktisch ist hierbei auch noch, das beide Kühler mit dem gleichen Serienlüfter bestückt sind. Im Gesamtranking liegt der True Spirit 140 2,1 Kelvin hinter dem Archon. In der Gesamtübersicht reicht es so für einen Platz im vorderen Mittelfeld. Der Lüfter agiert hierbei hörbar, sollte aber in einem nicht auf Silent getrimmten System nicht heraus hörbar sein. Für Silent-Systeme sollte der Lüfter aber noch leicht herunter geregelt werden.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Im 5-Volt-Betrieb agiert der Lüfter dann unhörbar, bei lediglich 200 U/min ist dies aber auch kein Wunder. Der Luftdurchsatz reicht dabei aber nicht mehr aus, um den übertakten i7-920 ausreichend zu kühlen.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Keine zwei Kelvin trennen den True Spirit 140 und den Archon. Während letzterer die Charts anführt, muss sich der True Spirit 140 dementsprechend etwas weiter hinten einordnen. Während er bei 1.850 U/min auf dem elften Platz liegt, kann er sich bei 700 U/min bis auf den vierten Platz vorarbeiten. Wie wir bereits erwähnte liegt dem True Spirit 140 der Betrieb mit langsamen Lüftern mehr, was sich auch in den Charts wieder spiegelt.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Nach den Testläufen mit einem 120-mm-Lüfter folgen die Testläufe mit doppelter Bestückung.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Auch mit zwei 120-mm-Lüftern liegen maximal zwei Kelvin zwischen dem True Spirit 140 und dem Archon. Und auch hier zeigt es sich, dass dem True Spirit 140 der Betrieb mit geringen Drehzahlen mehr liegt. Während er bei 1.850 U/min nur auf Platz 15 rangiert, kämpft er sich bei 700 U/min bis auf Rang neun vor.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3)

Nun folgen die Testläufe mit den 140-mm-Lüftern in Form des Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3.


1.700 Umdrehungen pro Minute



1.200 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Auch mit einem 140-mm-Lüfter bestückt ändert sich nichts am Abstand des True Spirit 140 zum Thermalright Archon. Selbst der HR-02 kann ihm mit einem Lüfter nicht gefährlich werden. Der Thermalright Silver Arrow hingegen liegt bei hohen Drehzahlen deutlich vor dem True Spirit 140, der NZXT Havik 140 schafft dies bei geringer Drehzahl.

Test - Dual-Referenz-Belüftung (Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3)

Als nächster Test kommt unser Referenztest mit der Dual-Belüftung zweier Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3.


1.700 Umdrehungen pro Minute



1.200 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Die doppelte Lüfterbestückung mit 140-mm-Lüftern ist bei hohen Drehzahlen nicht das Metier des True Spirit 140. Generell liegen aber alle hier getesteten Kühler recht dicht beieinander, lediglich der Prolimatech Armageddon fällt bei 700 U/min etwas ab.

Fazit

Die günstige Neuauflage des Archon in Form des True Spirit 140 kann im Gesamten überzeugen. Zwar spart Thermalright erneut beim Transportschutz, dieser liegt aber schon über dem Niveau der letzten günstigen Kühler aus dem Hause Thermalright. Beim Lieferumfang verbessert sich Thermalright ebenfalls und legt nun zwei Paar Lüfterklammern bei. Was der True Spirit 140 mit dem Archon gemein hat ist unter anderem der hohe Platzbedarf, welcher bei 170 Millimetern in der Höhe liegt. Bei der Verarbeitung muss man keinerlei Abstriche machen, sofern man die fehlende Nickelschicht dort nicht mit einrechnet. Dass der Kühler unter anderem nicht mehr verlötet ist, sondern die Lamellen auf die Heatpipes gepresst wurden, macht sich deutlich beim Preis bemerkbar, ein wenig aber auch bei den Testergebnissen. Obwohl der True Spirit 140 hinter den Werten des Archon liegt, erreicht er dennoch mehr als ordentliche Testwerte. Während der Archon mittlerweile bereits ab 47 Euro zu bekommen ist, werden für True Spirit 140 rund 40 Euro fällig. Der Preis dürfte sich aber recht schnell noch nach unten korrigieren, so wie es beim Archon auch der Fall ist.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ bietet Platz für bis zu zwei Lüfter im 120-mm- oder 140-mm-Format
+ gute Kühlleistungen

Contra
- geringer Transportschutz
- hoher Platzbedarf (über 17 Zentimeter hoch)
- Lüfter mit Entkoppler nur schwer montierbar


Award

Knapp aber verdient erlangt der Thermalright True Spirit 140 unseren DeXgo-Silber-Award.
DeXgo-Silber-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von PC Cooling.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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