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Arctic Accelero Twin Turbo II & Xtreme Plus II auf Nvidia Geforce GTX 560 Ti


Einleitung

Eine leistungsstarke Kühlung muss nicht immer laut sein. Dies haben schon diverser Hersteller bewiesen und auch Arctic (ehemals Arctic Cooling) möchte mit seinen beiden neusten Grafikkarten-Kühlern genau dies schaffen. Mit dem Accelero Twin Turbo II und dem Accelero Xtreme Plus II wurden uns zwei Kühler zur Verfügung gestellt, welche durch zwei bzw. drei Lüfter und viel Kühlfläche auch hitzköpfige Grafikkarten leise kühlen sollen. In unserem aktuellen Test müssen sich beide Kühler auf unserer Nvidia Geforce GTX 560 Ti beweisen. Ob die beiden Kühler die hohen Erwartungen, welche wir an sie stellen, erfüllen können, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Vorwort

Auch dieses mal wollen wir, bevor wir uns den Kühlern widmen, am Anfang des Vergleiches ein paar einleitende Worte verlieren. So sollte jedem klar sein, dass beim Umbau des Kühlers jeglicher Garantieanspruch der Grafikkarte erlischt. Dies ist bei nahezu jedem Hersteller der Fall und so sollten nur Geübte den Umbau vornehmen. Wir von DeXgo übernehmen keinerlei Haftung für etwaige Schäden an eurer Hardware.

Für unsere Tests muss auch dieses mal wieder unsere EVGA GTX 560 Ti herhalten, welche im Referenzdesign gefertigt ist. Die VID des Grafikprozessors, welcher die Versionsnummer GF114 Rev.A1 trägt, ist 1,05 Volt. Sowohl den Takt der GPU, als auch der Takt des Speichers und den der Shader lassen wir unverändert bei 900 MHz, 2.106 MHz und 1.800 MHz. Die Karte wurde von allen Original-Kühlern befreit und muss auch ohne die eigene Grundplatte auskommen, da diese mit dem eigentliche Kühler und Lüfter verschraubt ist.
technische Daten
Arctic Accelero TWIN TURBO IIArctic Accelero XTREME Plus II 
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):53 x 217 x 122 Millimeter50 x 288 x 103 Millimeter 
Gewicht (ohne Lüfter):470 Gramm625 Gramm 
Anzahl Heatpipes:5x 6 Millimeter5x 6 Millimeter 
Anzahl Lamellen:3565+30+18 
Lamellenabstand:2,0 Millimeter1,7|2,0 Millimeter 
Lüfteranzahl:2x 92-Millimeter3x 92-Millimeter 
Lüfterdrehzahl:1.000 - 2.000 U/min900 - 2.000 U/min 
Fördervolumen:92 m³/h138 m³/h 
Lautstärke:0,5 Sone0,5 Sone 
Platzbedarf:3 Slots3 Slots 
Lochabstand:43,2 x 43,2, 51 x 61, 53,2 x 53,2 und 58,4 x 58,4 Millimeter51 x 61, 53,2 x 53,2 und 58,4 x 58,4 Millimeter 
Kompatibilität:siehe hiersiehe hier 
Preis:29 Euro (Stand Januar 2012)51 Euro (Stand Januar 2012) 

Arctic Accelero Twin Turbo II

Der Accelero Twin Turbo II wird in einer durchsichtigen Kunststoffverpackung geliefert. Diese ermöglicht es den Kühler sich bereits vor dem Kauf ausgiebig anzuschauen, hierbei helfen auch die technischen Daten auf der Rückseite der Verpackung, als Nachteil sehen wir aber den geringen Transportschutz. Eine Polsterung des Kühlers ist nicht vorhanden und so kann ein unachtsamer Umgang des Lieferanten bereits zu Beschädigungen führen, sollte der Kühler nicht gut im Versandkarton verstaut sein. Der Lieferumfang des Accelero Twin Turbo II umfasst neben dem Kühler und den bereits montierten Lüftern noch ein Stromanschlusskabel, zwei Slotblenden, das Montagematerial für die unterstützten Sockel, die Montageanleitung, eine Portion Wärmeleitkleber (auf welchen wir später noch genauer eingehen), sowie diverse Passiv-Kühlkörper. Insgesamt 26 Kühlkörper in fünf verschiedenen Größen und Formen legt Arctic bei. Diese sollten ausreichen, um alle Bauteile, die eine zusätzliche Kühlung benötigen, entsprechend auszustatten.
Wie es der Name bereits vermuten lässt, besitzt der Accelero Twin Turbo II zwei Lüfter. Inklusive der Verblendung bringt es der Kühler auf ein Gewicht von rund 470 Gramm. Hoch ist der Kühler 53 Millimeter, breit 217 Millimeter und tief 122 Millimeter. Somit ist jetzt schon klar, dass der Kühler zum Seitenteil über die Grafikkarte hinausragen wird, zu den Festplattenkäfigen hingegen lässt er genügend Platz. Ob auch hier die Karte überragt wird, hängt von der genutzten Grafikkarte ab. Etwas verwirrt hat uns hingegen die Angabe zur Kühlleistung. Während auf der Homepage von Arctic von einer Leistung von 250 Watt geredet wird, ist bei unserem Exemplar die maximale Kühlleistung mit 160 Watt angegeben.
Neben der Kunststoffabdeckung setzt Arctic auf großflächige Aluminium-Lamellen und quer dazu verlaufende Kupfer-Heatpipes. Da die Heatpipes nicht parallel zu den Mainboard-Slots verlaufen und somit in zwei 90-Grad-Bögen wieder in den Kühlkörper geführt werden müssen, benötigt der Accelero Twin Turbo II die angegebenen fast 22 Zentimeter in der Tiefe. Die Verarbeitung des Kühlers können wir mit gut klassifizieren, so sind weder Lamellen verbogen noch befinden sich irgendwelche Beschädigungen am Kühler.
Um dem Anwender die Montage zu erleichtern - und natürlich auch um das eigene Produkt zu pushen - befindet sich bereits die hauseigene Wärmeleitpaste MX-4 auf dem Boden des Kühlers. Der Boden besteht aus Kupfer und wurde nicht vernickelt, zudem besteht auch nur durch die Heatpipes Kontakt zwischen dem Boden und den Lamellen. Der Montagerahmen, in welchem sich die Bohrungen für die verschiedenen Grafikkarten befinden, kann beim Accelero Twin Turbo II noch verstellt werden. Dadurch lässt sich der Abstand des Kühlers zum Mainboard regulieren und bei Bedarf eben vergrößern. Welche Position gewählt werden sollte, hängt von der Grafikkarte ab, in der Bedienungsanleitung geht Arctic aber auf diese Problematik ein.
Zwei Lüfter im 92-mm-Format sorgen für die Belüftung des Accelero Twin Turbo II. Die Lüfter arbeiten hierbei im Drehzahlbereich von 1.000 bis 2.000 U/min, geregelt werden können diese entweder direkt über die Grafikkarte oder per beiliegenden Spannungsadapter. Jeder der Lüfter besitzt eine Leistungsaufnahme von rund 1,8 Watt und erzeugt dabei einen Volumenstrom von rund 46 m³/h, was zusammen 92 m³/h macht. Das Anschlusskabel - ohne Spannungsadapter - ist rund 27 Zentimeter lang. Je nach Grafikkarte kommt ein 3- oder 4-Pin-Anschluss zum Einsatz, besitzt die Karte einen komplett anderen Anschluss, muss der Molex-Adapter genutzt werden.
Fünf Heatpipes mit einem Durchmesser von sechs Millimetern verteilen die aufgenommene Abwärme auf insgesamt 35 Aluminiumlamellen. Der Abstand der Lamellen untereinander beträgt recht luftige 2,0 Millimeter. Verlötet sind die Heatpipes lediglich mit dem Kupferboden, zu den Lamellen wurde eine Steck-Verbindung gewählt. Wer basteln möchte, kann mit Hilfe von Kabelbindern auch einen 120- oder gar 140-mm-Lüfter auf dem Kühler befestigen.

Arctic Accelero Xtreme Plus II

Ebenfalls in Kunststoff hüllt Arctic den Accelero Xtreme Plus II. So fallen der mögliche Einblick, aber auch der Produktschutz identisch zum Accelero Twin Turbo II aus. Aber auch beim Accelero Xtreme Plus II finden sich reichlich Informationen auf der Rückseite der Verpackung. Der Lieferumfang fällt sogar noch umfangreicher aus, als es beim Accelero Twin Turbo II der Fall ist. So liegen dem Accelero Xtreme Plus II eine Slotblende, eine Montageanleitung, eine Portion Wärmeleitkleber, ein Spannungsadapter, das Montagematerial, mehrere kleine Wärmeleitpads und insgesamt 31 Passiv-Kühlkörper bei. Die Anzahl der verschiedenen Formen und Größen beträgt nun sogar acht, dies soll eine möglichst große Kompatibilität auch zu den High-End-Karten gewährleisten.
Auch beim Accelero Xtreme Plus II unterscheiden sich die Angaben zur maximalen Kühlleistung zwischen dem was auf der Verpackung unseres Samples zu finden ist und dem, was auf der Homepage von Arctic geschrieben steht. So gibt Arctic auf der Homepage die Kühlleistung des 625 Gramm schweren Kühlers mit 300 Watt an, auf der Verpackung stehen bei unserem Exemplar jedoch 250 Watt. In der Höhe reserviert der Accelero Xtreme Plus II 50 Millimeter für sich, in der Breite sind es sogar 288 Millimeter. Tief ist der Kühler hingegen nur 103 Millimeter. Durch die ausufernde Breite sollte vor dem Kauf aber bereits geprüft werden, ob der Kühler überhaupt im Gehäuse untergebracht werden kann, oder dort der Festplattenkäfig oder die Festplatten stören könnten.
Was schon zu erahnen war, zeigt sich beim Blick von unten auf den Kühler. So verlaufen die fünf Heatpipes parallel zur Karte selbst und ermöglichen es daher, den Kühler kompakt in der Tiefe zu gestalten. Der Accelero Xtreme Plus II besteht ebenfalls (wir sagen ebenfalls, weil dies die Xtreme-Serie ausmacht) aus drei einzelnen Kühlkörpern, wobei sich zentral über der Kontaktfläche zur GPU ein massiver Kühlkörper befindet. Auf dem Boden, welcher aus Kupfer besteht, wurde bereits MX-4-Wärmeleitpaste vorab aufgetragen.
Im Vergleich zum Accelero Twin Turbo II fallen die Lamellen beim Accelero Xtreme Plus II deutlich kleiner aus, dafür kommen aber auch mehr als doppelt so viele von diesen zum Einsatz. Der große Kühlkörper zur Linken besteht aus insgesamt 65 Aluminiumlamellen, der kleine auf der rechten Seite hingegen besteht aus 18 Lamellen. In beiden Kühlkörpern beträgt der Abstand der Lamellen untereinander 1,7 Millimeter. Die Verarbeitung des Accelero Xtreme Plus II ist eigentlich gut, wären nicht die verbogenen Lamellen am kleinen Kühlkörper. Diese reduzieren zwar nicht die Kühlleistung und sind auch nach der Montage nicht mehr sichtbar, unschön sind sie aber allemal.
Beim Arctic Accelero Xtreme Plus II sind drei Lüfter im 92-mm-Format verbaut. Die Lüfter arbeiten im Drehzahlbereich von 900 bis 2.000 U/min, geregelt werden können sie entweder direkt über die Grafikkarte oder per beiliegendem Spannungsadapter. Jeder der Lüfter besitzt eine Leistungsaufnahme von rund 1,8 Watt und erzeugt dabei einen Volumenstrom von rund 46 m³/h, was zusammen 138 m³/h macht. Das Anschlusskabel - ohne Spannungsadapter - ist rund 30 Zentimeter lang. Je nach Grafikkarte kommt ein 3- oder 4-Pin-Anschluss zum Einsatz, besitzt die Karte einen komplett anderen Anschluss, muss der Molex-Adapter genutzt werden.
Neben den beiden Kühlflächen, welche durch die 6-mm-Heatpipes mit der Abwärme des Prozessors versorgt werden, besitzt der Kühler aber auch noch einen dritten, sehr massiven Kühlkörper. Dieser sitzt direkt über dem Grafikprozessor und besteht schlussendlich aus 30 sehr massiven Kühlfinnen. Der Abstand, den die Lamellen dort besitzen, beträgt zwei Millimeter. Dieser Kühlkörper ist auch der Grund, warum das Gewicht des Accelero XTREME Plus II so hoch ausfällt.

Montage - Gemeinsamer Anfang

Nachdem wir euch die Kühler vorgestellt haben, wollen wir uns an die Montage machen. Diese fällt in den ersten Schritten identisch aus und da auch die gleichen passiven Kühlkörper zum Einsatz kommen, haben wir die ersten Schritte für beide Kühler zusammen gefasst. Als erstes sollten die benötigten Kühlkörper aus dem mitgelieferten Fundus herausgesucht werden. Bei der von uns genutzten GTX 560 Ti sind diese acht RAM-Kühlkörper, zwei mittlere sowie ein kleiner Spannungswandler-Kühler. Gerade was die Spannungswandler betrifft, ist hier viel von der genutzten Karte abhängig, die Montage verläuft aber nahezu immer wie nachfolgend beschrieben ab.
Etwas erstaunt waren wir, als wir als erstes die Montageplatte vom Kühler entfernen sollten. Im Nachhinein ergibt dies aber durchaus Sinn. Die Montageplatte wird mit vier Abstandshaltern, welche an die Platte geklebt werden, und vier Schrauben an der Grafikkarte verschraubt. Welche Löcher hierbei zum Einsatz kommen, ist wieder abhängig von der Grafikkarte, aber auch hierfür findet sich in der Anleitung eine Übersicht. Der Grund, warum die Grundplatte zuerst montiert werden soll, ist recht simpel. So sollen Probleme mit den Passiv-Kühlkörpern verhindert werden. Wie in unserem Beispiel gut zu sehen, ragt die Grundplatte leicht über die RAM-Bausteine. Würden diese nun voll-flächig bestückt werden, ließe sich der Kühler schlicht nicht mehr montieren. Daher zuerst die Grundplatte auf den Kühler und dann die Passiv-Kühler verkleben.
Arctic setzt bei der neuesten Generation seiner Grafikkarten-Kühler nicht mehr auf Wärmeleitpads, sondern auf einen Kleber. Dieser besteht aus zwei Komponenten und muss erst angerührt werden. Eine entsprechende Schale liefert Arctic nicht explizit mit, ein Teil der Verpackung des Kühlers funktioniert hier aber ausgezeichnet, wir griffen auf eine alte CPU-Verpackung zurück. Die beiden Pasten, von denen eine weiß und eine grau ist, müssen nun fünf Minuten gut verrührt werden. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die Masse gleichmäßig umgerührt wird. Zur Verarbeitung der Paste hat man insgesamt 15 Minuten Zeit, was wir als ausreichend lang betrachten. Ob nun die Paste auf die Kühler oder auf die Bausteine aufgetragen wird kann jeder selbst entscheiden, wir empfehlen aber die Auftragung auf die Kühlkörper. So verhindert man, dass man kleckert und die Paste von der Karte wieder entfernt werden muss.
Da wir Aufgrund des knappen Zeitfensters auf Bilder beim Auftragen verzichtet haben, können wir euch hier keine Hilfestellung geben, aber wir denken dies sollte jeder problemlos hin bekommen. Hätten wir jedoch das gewusst, was wir im Laufe des Reviews gelernt haben, hätten wir leicht Bilder anfertigen können. Selbst nach einer halben Stunde lässt sich die Masse noch gut verarbeiten. Arctic gibt die Aushärtezeit mit fünf Stunden an und dies ist nicht untertrieben. Nachdem ihr die Kühlkörper aufgebracht habt, sollte ihr auch wirklich die Finger von der Karte lassen, wir empfehlen sogar ruhig eine Nacht die Kühlkörper aushärten zu lassen. Nichts ist ärgerlicher, als einen der Kühlkörper bei der Montage zu lösen.

Montage - Arctic Accelero Twin Turbo II

Um die Montage abschließen zu können muss die Montageplatte wieder am Kühler befestigt werden. Nun passiert das, was schon ohne Kühler erfolgte. Die Montageplatte (mit Kühler) wird an der Grafikkarte verschraubt. Ohne Backplate oder Federn, die den Anpressdruck regulieren könnten, geschieht dies. Durch die Abstandshalter kann aber kein zu großer Druck aufgebaut werden, dennoch gilt auch hier wieder: Mit Gefühl die Sache angehen. Wenn man sich unsicher ist lieber erst einmal etwas zu locker und die Temperaturen überprüfen.
Bei der Kombination aus Accelero Twin Turbo II und Nvidia Geforce GTX 560 Ti ist auch nach der Montage des Kühlers noch genügend Platz vorhanden um die Lüfter und später auch die Stromversorgung anschließen zu können. Das lange Kabel der Lüfter ist mit Sicherheit von Vorteil, wenn die Lüfter direkt vom Netzteil mit Strom versorgt werden, wird der Anschluss der Grafikkarte genutzt, wie in unserem Fall, würde auch ein fünf Zentimeter langes Anschlusskabel ausreichen.
Wie weit der Kühler seitlich und "nach vorn" (Richtung Seitenteil) über die Grafikkarte hinausragt, hängt von eben jener Karte ab. Auch die Höhe ist in einem gewissen Maße abhängig von der genutzten Karte, da einige Chips flacher ausfallen als andere. Der Unterschied liegt hier jedoch bei lediglich 1,5 Millimetern, diese werden durch die beiliegenden Abstandshalter eingehalten. Von der Rückseite des PCB bis zur Oberkante des Kühler benötigt der Accelero TWIN TURBO II 58 Millimeter an Platz, dies entspricht drei blockierten Erweiterungs-Slots. Zu den Festplattenkäfigen überragt der Kühler unsere GTX 560 TI gar nicht, zur Gehäuseseite hin sind es satte 29 Millimeter. Durch die verstellbare Halterung hängt auch hier das Ergebnis von der genutzten Karte ab.

Montage - Arctic Accelero Xtreme Plus II

Die Montage des Accelero Xtreme Plus II verläuft im Prinzip nicht anders, als es beim Accelero Twin Turbo II der Fall war. Die Montageplatte wird wieder am Kühler befestigt und bei den benötigten Bohrlöchern werden die - entsprechend für die genutzte Grafikkarte zu nutzenden - Abstandshalter angeklebt. Anschließend nur noch von der Grafikkarten-Rückseite vorsichtig verschrauben und schon ist der Kühler montiert.
Ob die Steckverbindung der Lüfter zur Grafikkarte vor oder nach der Montage des Kühlers erfolgt, hängt vom Geschick des "Monteurs" ab. Wir konnten den Stecker ohne größere Probleme auch noch nachträglich einstecken, wer sich etwaige Schwierigkeiten aber sparen will, kann dies schon vorher erledigen. Auch beim Accelero Xtreme Plus II ist das Anschlusskabel mehr als ausreichend lang dimensioniert und muss daher, bei der Nutzung des Anschlusses der Grafikkarte, irgendwie gebündelt werden. Kniffliger wird da hingegen schon das Anbringen bzw. eher sogar das Lösen der PCIe-Stromversorgung. Da die beiden 6-Pin-Buchsen direkt unter dem Kühler liegen, ist es sehr umständlich diese bei einem Ausbau der Karte wieder zu lösen. Entweder man arbeitet hier mit Verlängerungen, oder man legt sich eine Verlängerung bereit, mit dessen Hilfe die Haltenasen an den Steckern ggf. geöffnet werden können.
55 Millimeter beträgt die Aufbauhöhe der Grafikkarte von der PCB-Rückseite bis einschließlich des Kühlers. Seitlich - Richtung Gehäuseseitenteil - überragt der Accelero Xtreme Plus II die GTX 560 Ti um rund elf Millimeter. Probleme sollten hierdurch nicht verursacht werden, die Slot-Halterung benötigt in der Regel nicht weniger viel Platz. Kritisch kann es jedoch, je nach genutztem Gehäuse und verbauter Hardware, bei dem Überstand am Ende der Karte werden. Durch die enorme Länge von fast 29 Zentimetern benötigt der Kühler hier schlicht einiges an Platz. 63 Millimeter ragt der Kühler über die von uns genutzte Grafikkarte hinaus.

Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 2660 MHz @ 1,20 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.333 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- EVGA GTX 560 Ti
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler erfolgt mit den Original-Lüftern bei 100, 75, 50 und - soweit möglich - 25 Prozent anliegender Spannung. Wir geben die dabei erreichten Drehzahlen in den entsprechenden Diagrammen mit an. Zudem geben wir auch noch eine kurze Einschätzung über die Lautstärke der einzelnen Kandidaten bei den entsprechenden Drehzahlen. Ein Vergleich bei gleichen Drehzahlen ist, aus unserer Sicht, auf Grund der unterschiedlichen Lüfterkonfigurationen weniger praktikabel.

Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review), werden die Lüfter direkt an der Grafikkarte angeschlossen, erfolgt das Auslesen der Drehzahlen mit Hilfe des Tools GPU-Z, eingestellt wird die Drehzahl dann mit Hilfe des Tools NVIDIA Inspector Tool 1.90.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool MSI Kombustor in der Version 1.0.8 entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der GPU mit dem Tool EVEREST Ultimate Edition. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund 15 Zentimetern zur Grafikkarte von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse

Da beide Kühler direkt über die Grafikkarte mit Strom versorgt werden, nutzten wir dies um die Drehzahl entsprechend per Software steuern zu lassen. So wurden beide Kühler, bzw. die Lüfter auf diesen bei 100, 75, 50 und 30 Prozent Leistung getestet. Eine Abstufung auf 25 Prozent war von Software-Seite her nicht möglich.


100 Prozent Leistung



75 Prozent Leistung



50 Prozent Leistung



25 Prozent Leistung*



Als erstes wollen wir ein Wort zum Regelverhalten verlieren. Während die Drehzahlreduzierung beim Accelero XTREME Plus II noch recht gut funktionierte, von 2.000 U/min ließen sich die Lüfter bis auf 850 U/min herunter regeln, funktionierte dies beim Accelero TWIN TURBO II nicht so gut. Bei 100 Prozent Leistung drehten die Lüfter mit rund 2.050 U/min, bei 30 Prozent Leistung waren es aber immer noch 1.500 U/min. Obwohl die Spannung um 70 Prozent gesenkt wurde, reduzierte sich die Drehzahl lediglich um rund 25 Prozent. Dies zeigt sich natürlich auch bei den Testergebnissen, bei denen der Accelero TWIN TURBO II sich ab 50 Prozent Leistung an die Spitze der Charts setzen. Bei voller Drehzahl liegen beide Artic-Kühler lediglich vor dem Original-EVGA-Kühler, allen Konkurrenten müssen sie sich jedoch geschlagen geben und das trotz der höchsten Drehzahlen. Vergleichen wir die Kühler bei gleichen Drehzahlen (rund 1.500 U/min) erreicht der Alpenföhn Peter mit 120-mm-Lüftern einen Wert von 28,3 Kelvin, der Deepcool V6000 mit seinen beiden 92-mm-Lüftern einen Wert von 32,1 Kelvin, der Arctic Accelero XTREME Plus II kommt auf 36,2 Kelvin und der Accelero TWIN TURBO II auf 39,2 Kelvin. Der Original-Kühler würde auf über 60 Kelvin bei dieser Drehzahl kommen und somit deutlich abgeschlagen auf dem letzten Platz landen.


Lautstärke

Zum Thema Lautstärke können wir folgendes sagen: Der Original-Kühler arbeitet beim 12-Volt-Betrieb mit sehr lauten 4.875 U/min und wird selbst auf 75 Prozent geregelt nur minimal leiser. Bei einer anliegenden Spannung von sechs Volt ist er aber immer noch deutlich hörbar, mit 3,6 Volt sogar nahezu unhörbar.

Der Arctic Accelero TWIN TURBO II ist bei 100 Prozent Leistung (2.050 U/min) deutlich hörbar, bei lediglich 75 Prozent arbeiten die Lüfter immer noch mit 1.900 U/min, an der Lautstärke ändert dies nur geringfügig etwas. Bei 50 Prozent Leistung sind es immer noch 1.675 U/min, mit denen der Accelero TWIN TURBO II arbeitet, der Kühler ist jetzt leicht hörbar/hörbar. Bei der Minimal-Drehzahl, welche wir per Software einstellen konnten (1.500 U/min) ist der Kühler dann immer noch leicht hörbar.

Beim Arctic Accelero XTREME Plus II sieht es, dank der besseren Regelbarkeit, etwas anders aus. Im 100-Prozent-Betrieb (2.000 U/min) ist der Kühler ebenfalls deutlich hörbar. Reduzieren wir die Leistung um 25 Prozent erreichen die Lüfter noch 1.850 U/min, was die Lautstärke leicht reduziert, den Kühler aber immer noch gut hörbar macht. Anders schaut dies bei 50 Prozent aus, die jetzt noch vorhandenen 1.450 U/min sind nur noch leicht zu hören. Bei 30 Prozent (850 U/min) sind die Lüfter im geschlossenem System nicht mehr zu hören.

Fazit
Arctic Accelero Twin Turbo II

Der Accelero Twin Turbo II von Artic ist insgesamt ein gutes Produkt, welches aber teilweise - aus unserer Sicht - an einigen Stellen deutliche Verbesserungen erfahren könnte. Dies fängt schon bei der Verpackung an, welche zwar viel vom Kühler zeigt, diesen aber nur rudimentär schützt. Der Lieferumfang fällt gut aus, bei den Kühlkörpern sollten für jede unterstützte Grafikkarte genügend Passiv-Kühler zur Verfügung stehen. Die Verarbeitung des Kühlers geht in Ordnung, Kritik brauchen wir an dieser Stelle nicht zu üben. Die Montage der Kühlkörper gestaltet sich eigentlich recht einfach, ist aber leider - wegen der Trockenzeit des Klebers - sehr zeitaufwendig. Für den Umbau der Karte muss man dadurch leider einen halben Tag einkalkulieren. Dafür halten die Kühlkörper am Ende super und auch der Kühler selbst ist einfach und sicher befestigt. Zur Gehäuse-Seite hin sollte man aber gut Platz einplanen, um fast drei Zentimeter überragt der Kühler diese nämlich. Ebenfalls positiv sehen wir die Möglichkeit, die Lüfter direkt über die Karte steuern zu lassen. Der Regelbereich hingegen ist schlecht. Dies sehen wir auch als größten Kritikpunkt am Accelero Twin Turbo II. Mit einer Spanne von 2.050 bis 1.500 U/min fällt dieser einfach zu gering aus. Die Kühlleistung ist aber deutlich stärker als die des Original-Kühlers, hinter der Konkurrenz muss sich der Kühler auch nicht verstecken, beim direkten Drehzahlvergleich zieht er aber den Kürzeren. Die Lautstärke des Accelero Twin Turbo II ist in Ordnung, wenn die Lüfter geregelt werden. Erhältlich ist der Arctic Accelero TWIN TURBO II bereits ab rund 29 Euro, was wir für das Gezeigte als günstig empfinden.

Daher verleihen wir dem Arctic Accelero TWIN TURBO II nicht nur unseren DeXgo-Bronze- sondern auch unseren DeXgo-Preis-/Leistungs-Award.


Arctic Accelero Xtreme Plus II

Beim Arctic Accelero Xtreme Plus II hinterlässt insgesamt betrachtet einen positiven Eindruck, bietet aber ebenfalls noch genügend Spielraum für Verbesserungen. So müssen wir auch beim Accelero Xtreme Plus II die Verpackung bemängeln, welche zwar das Produkt und das Zubehör gut "bündelt", aber leider zu wenig Transportschutz bietet. Der Lieferumfang fällt sehr gut aus, die Anzahl und die Varianten an Passiv-Kühlkörpern ist sehr gut. Die Verarbeitung ist insgesamt betrachtet ordentlich, durch den mangelhaften Transportschutz haben sich bei unserem Testexemplar aber ein paar Lamellen leicht verbogen. Die Montage der Passiv-Kühlkörper ist sehr zeitaufwendig und bis die Karte fertig für den Betrieb ist vergeht - durch die Trockenzeit des Klebers - ein guter halber Tag. Die Anforderungen an den Anwender sind aber erfreulich gering gehalten. Der Platzbedarf Richtung Festplattenkäfige hingegen ist weniger gering sondern schon recht hoch. Gerade in kleinen Gehäusen könnte es hier zu Problemen kommen. Unser Tipp daher: Vorher ausmessen ob genügend Platz vorhanden ist. Sehr schön finden wir auch beim Accelero Xtreme Plus II, dass die Lüfter direkt über die Grafikkarte geregelt werden können, der Regelbereich der Lüfter ist ausreichend (850 bis 2.000 U/min), könnte aber auch gerne noch etwas größer ausfallen. Die Kühlleistung liegt deutlich über dem Niveau, die der Original-Kühler von EVGA bietet, aber auch leicht hinter der der Konkurrenz. Die Unterschiede sind in der Praxis aber eher zu vernachlässigen. Die Lautstärke des Kühlers, welcher drei Lüfter besitzt, ist in Ordnung, zumindest wenn die Lüfter nicht mit voller Drehzahl genutzt werden. Erworben werden kann der Arctic Accelero XTREME Plus II für rund 51 Euro.

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem Arctic Accelero XTREME Plus II unseren DeXgo-Bronze-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von ARCTIC COOLING.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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