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Enermax ETD-T60-VD


Einleitung

Mit dem ETS-T40 brachte Enermax vor kurzem einen Tower-Kühler auf den Markt, welcher in drei Varianten zu haben ist. Der erste Prozessorkühler von Enermax konnte dabei gerade durch eine sehr gute Verarbeitung punkten. Als Erweiterung des Produktportfolios im Bereich der Kühler bringt das Unternehmen aus Taiwan nun einen Top-Flow-Kühler auf den Markt, welcher in zwei Varianten zu haben ist. Neben dem ETD-T60-VD, welchen wir heute im Test haben, gibt es auch noch den ETD-T60-TB. Während die Kühlkörper selbst identisch sind, unterscheiden sich beide Kühler bei den mitgelieferten Lüftern und der Montage eben jener. So besitzt der ETD-T60 insgesamt sechs 6-mm-Heatpipes und wird mit einem 120-mm-Lüfter ausgeliefert. Wie sich der neue Top-Flow-Kühler von Enermax in unseren Benchmarks schlägt, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Verpackt ist der ETD-T60-VD in einem weiß-blauen Karton, welcher durch zwei Sichtfenster erste Blicke auf den Kühler ermöglicht. Die Verpackung selbst bietet reichlich Informationen zum Kühler und auch schon zum Lieferumfang. Neben den technischen Daten der beiden Varianten befinden sich auch noch Bilder der Kühler auf der Verpackung. Im Inneren des Karton ist der ETD-T60-VD durch ein Papp-Inlay fixiert und wird durch die vorhandenen Abstände zum Karton recht gut geschützt.
Der Lieferumfang des ETD-T60-VD setzt sich aus dem Kühler mit vormontiertem T.B.Vegas Duo, der Montageanleitung, der Wärmeleitpaste und dem Montagematerial zusammen.
technische Daten
Größe (H x B x T - ohne Lüfter):85 x 152 x 126 Millimeter
Gewicht (ohne Lüfter):520 Gramm
Material:Kupfer Heatpipes vernickelt, Aluminium Lamellen vernickelt, Kupfer Boden vernickelt
Anzahl Heatpipes:6x 6 Millimeter
Anzahl Lamellen:55
Lamellenabstand:1,7 Millimeter
Lüfterplätze vorhanden:1x 120 Millimeter
Lüfter beiliegend:1x 120 Millimeter
Lüfterdrehzahl:800 - 1800 U/min
Fördermenge:129,09 m³/h
Lüfter Leistungsaufnahme:5,40 Watt
Lautstärke:26,00 dB(A)
Besonderheiten:vernickelt, beleuchtet, PWM-Lüfter, Vortex Generator Flow, Vacuum Effect Flow
Kompatibilität:Intel 775, 1155, 1156, 1366
AMD AM2, AM2+, AM3, AM3+, FM1
Preis:50 Euro (Stand November 2011)

Der Kühler im Detail

Auch wenn es bei einem flüchtigen Blick nicht so ausschaut, der ETD-T60 ist asymmetrisch. So teilen sich schon die sechs verbauten Heatpipes zu einem Vierer- und einem Zweier-Paar auf. Allgemein betrachtet ist der Kühler aber ein einfach aufgebauter Top-Flow-Kühler, was sich auch bei den Abmessungen wieder spiegelt. Ohne Lüfter ist der Kühler 85 Millimeter hoch, 152 Millimeter breit und 126 Tief. Mit der Kunststoffabdeckung, die den Lüfter aufnimmt, wächst der Kühler auf eine Höhe von 115 und eine Tiefe von 131 Millimeter. Die Breite verändert sich nicht, da dort die gebogenen Heatpipes den Kühler abgrenzen.
Die 55 Aluminium-Lamellen, welche wie der Rest des Kühlers vernickelt wurden, besitzen einen Zacken-Muster, was den Luftwiederstand verringern und somit zur Steigerung der Kühlleistung bzw. der Verringerung der Lautstärke beitragen soll. Wie auch der ETS-T40-TA besitzt auch der ETD-T60-VD den patentierten "Vortex Generator Flow", welcher sich durch die Spoiler hinter (unter) den Heatpipes kennzeichnet. Der Lüfter liegt beim ETD-T60 nicht direkt auf dem Kühler auf, sondern wird auf vier Gummientkopplern gelagert. Da beim ETD-T60-VD der Lüfter aber in einem Rahmen fixiert ist, wirken hier die Entkoppler so gut wie gar nicht. Sie sorgen lediglich dafür, dass der Lüfter straff auf dem Kühler sitzt.
Neben dem "Vortex Generator Flow" kommt beim ETD-T60-VD auch der "Vacuum Effect Flow" zur Anwendung. Bei der seitlichen Sicht zeigt sich die nur teilweise geschlossene Fläche, welche durch Unterdruck weiterer kühle Umgebungsluft in den Lüfter lässt. Da für einen Unterdruck aber immer eine gewisse Luftgeschwindigkeit vorhanden sein muss, wird sich dieser Effekt vermutlich nur bei hohen Drehzahlen auf die Kühlleistung auswirken.

Der Kühler im Detail
Wir erwähnten bereits, dass Enermax beim ETD-T60-VD Aluminium-Lamellen verbaut. Insgesamt wurden 55 der Lamellen verbaut, welche einen Abstand von jeweils 1,7 Millimetern zueinander besitzen. Für einen Tower-Kühler wäre dies ein eher geringer Lamellenabstand, bei den Top-Flow-Kühlern gehört der ETD-T60-VD damit aber zu den Kühlern mit größerem Lamellenabstand. Als Vergleich kommt der Scythe Kabuto auf einen Abstand von 1,6 Millimetern, der Thermalright AXP-140 hat hier sogar einen Wert von nur 1,0 Millimetern. Es geht aber auch weiter, wie es der Noctua NH-U12P zeigt, bei dem die Lamellen 2,1 Millimeter auseinander liegen.
Der Boden des ETD-T60-VD besteht aus einer vernickelten Kupferplatte. Diese wurde während des Transports mit einer Folie versehen, die den empfindlichen Boden vor Schmutz und Kratzern schützt. Wird die Folie entfernt kommt der makellose, leicht spiegelnde Boden zum Vorschein.
Bei der VD-Version des Enermax ETD-T60 kommt zur Belüftung ein T.B.Vegas Duo zum Einsatz. Genauer vorgestellt haben wir den Lüfter bereits vor einiger Zeit bei uns im Forum. Der Lüfter arbeitet mit maximal 1.800 U/min und besitzt dann einen Luftdurchsatz von 129 m³/h. Laut Enermax soll der Lüfter dabei nur 26 dB(A) laut werden. Die Leistungsaufnahme des T.B.Vegas Duo liegt bei 5,4 Watt. Das besondere an dem Lüfter mit PWM-Anschluss ist die integrierte Beleuchtung, welche durch einen kleinen Taster individuell angepasst werden kann. Dieser Taster, welcher am Ende eines 50 Zentimeter langem Kabels sitzt, muss aber auch irgendwo verstaut werden.
Der ETD-T60-VD kann jeden 120-mm-Lüfter aufnehmen, der eine maximale Dicke von 25 Millimetern nicht überschreitet. Befestigt wird der Lüfter mit Hilfe des Kunststoffrahmens, in dem der Lüfter arretiert wird. Im Betrieb kann der Anwender dann die Art der Beleuchtung wählen oder diese komplett abschalten.

Die Montage

Bei der Montage hat Enermax im Vergleich zum ETS-T40 einiges ändern müssen. Da die Verschraubung von der Vorderseite nicht mehr erreichbar ist, wird der Kühler nun von der Mainboard-Rückseite aus verschraubt. Dabei erinnert das System ein wenig an das, welches auch Cooler Master bei einem Teil seiner Kühler einsetzt. Am Kühler wird dabei der Haltebügel nebst Schrauben befestigt, welche von der Vorderseite durch die Montageöffnungen gehen. Auf der Mainboard-Rückseite wird dann die Backplate und der Kühler mit Hilfe von vier Muttern verschraubt.
Mit einer Gesamthöhe von rund 115 Millimetern ist der Enermax ETD-T60-VD nicht viel höher als eine "normale" Grafikkarte. Wo durch die Höhe keine Einschränkung bei der Montage zu erwarten ist, muss dennoch auf die Ausrichtung geachtet werden. So gibt Enermax vor, die Heatpipes des ETD-T60-VD nicht vertikal verlaufen zu lassen, da dadurch die Kühlleistung leidet. Wer den Kühler in einem Desktop-System verbaut kann den Kühler aber dennoch so wie abgebildet verbauen. Arbeitsspeicher mit hohem Heatspreader sollte man aber nicht verbauen, da der Kühler die RAM-Bänke überragt und zu diesen nicht viel Platz lässt.
Bei der horizontalen Ausrichtung empfiehlt Enermax die Montage wie auf den Bildern zu sehen ist. Dabei überragt der ETD-T60-VD auf unserem Testmainboard die RAM-Bänke nicht, wohl aber den Kühler der Spannungswandler.
Testaufbau & Testablauf

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3400 MHz @ 1,25 Volt
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.363 MHz @ 1,64 Volt (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
- Scythe Kaze Jyu Slim (Systemlüfter @ 12 Volt)

Der Testaufbau und -Ablauf sieht wie folgt aus.
Der Test der Kühler mit den Original-Lüftern erfolgt bei zwölf und fünf Volt, bei beiden Tests geben wir die Drehzahl mit an, mit der der Lüfter im Schnitt gearbeitet hat, diese runden wir in 25er-Schritten. Ausgelesen werden die Drehzahlen mit Hilfe des Aquacomputer Aquaero 4.0 (Review).

Die Vergleichstests mit einheitlichen Lüftern erfolgen mit Hilfe eines Scythe Kama Flex 1900. Diesen regeln wir mit einer Aquacomputer Aquaero 4.0 auf die Drehzahlen 1.850, 1.300 und 700. Unterstützt ein Kühler 140-Millimeter-Lüfter werden zusätzlich Testläufe bei 1.700, 1.200 und 700 Umdrehungen mit einem Noiseblocker NB-BlackSilentPro NB-PK3 getätigt.

Wir nutzen bei unseren Tests eine einheitliche Wärmeleitpaste, um auch hier etwaige Schwankungen ausschließen zu können. Zum Einsatz kommt hierfür Noctua NT-H1 (Review).

Jeder Kühler muss mit jeder der Konfigurationen mehrere Testläufe über sich ergehen lassen. Neu ist, dass wir die Kühler nur noch zur Rückseite des Gehäuses hin ausrichten. Für das Einheizen in den Last-Phasen haben wir uns für das Tool Core Damage entschieden. Protokolliert werden die Temperaturen der CPU mit dem Tool Core Temp 0.99.7. Die Temperatur der Umgebungsluft wird in einem Abstand von rund fünf Zentimetern vor dem Lüfter mit Hilfe von vier digitalen Sensoren eines mCubed T-Balancer bigNG gemessen.

Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die durchschnittliche Temperatur des Prozessors in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Die Temperaturen werden immer als Differenz zur Umgebungstemperatur angegeben. Gemäß der Konvention machen wir die Angaben in Kelvin, wobei ein Kelvin einem Grad Celsius Temperaturdifferenz entspricht. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind trotz des getätigten Aufwandes Schwankungen im Bereich von 0,5 Kelvin bei den gemessenen Temperaturen möglich.


Wir möchten an dieser Stelle nochmals den Hinweis geben, dass die erreichten Temperaturen stark in Abhängigkeit vom genutzten System sind und auch auf ähnlichen Systemen abweichen können. Jedoch lassen sich die Kühler untereinander gut vergleichen, da alle die gleiche Grundlage für ihren Test haben.

Testergebnisse - Übersicht

Den Anfang bei unserer Testauswertung macht wie immer der Ergebnisvergleich. Hierbei werden alle erreichten Werte in einem Diagramm zusammengefasst, was einen guten Überblick darüber bringt, welche Lüfterbestückung oder Drehzahlen dem Kühler am besten liegen.


Im Vergleich der verschiedenen Lüfter und Drehzahlen zeigt sich, dass der Enermax ETD-T60-VD einen hohen Luftdurchsatz bevorzugt, aber auch bei 700 U/min noch ausreichend Leistung besitzt um den übertakteten i7-920 zu kühlen.


Test - Serienbelüftung mit zwölf Volt


Im 12-Volt-Betrieb arbeitet der Lüfter des Enermax-Kühlers mit rund 1.875 U/min, was sich in einem deutlich hörbarem Betriebsgeräusch niederschlägt. Dies reicht für einen Delta-Wert von 50,7 Kelvin, was ihm einen Platz im sicheren Mittelfeld beschert. Zu den Spitzenplätzen in Form des Scythe Susanoo und des Noctua NH-C14 fehlen dem ETD-T60-VD rund sieben Kelvin.


Test - Serienbelüftung mit fünf Volt


Beim Betrieb mit fünf Volt arbeitet der Lüfter noch mit 550 U/min und ist dann unhörbar. Die Kühlleistung des Enermax ETD-T60-VD reicht dann für den übertakteten i7-920 nicht mehr aus.

Test - Single-Referenz-Belüftung (Scythe Kama Flex)

Als erster Test kommt unser Referenztest mit der Single-Belüftung eines Scythe Kama Flex 1900.


1.850 Umdrehungen pro Minute



1.300 Umdrehungen pro Minute



700 Umdrehungen pro Minute



Bei gleichem Lüfter und gleicher Drehzahl schafft es der Enermax ETD-T60-VD nicht über das Mittelfeld hinaus. Während der Kühler bei 1.850 und 1.300 U/min nur rund fünf Kelvin hinter dem ersten Platz (Noctua NH-C14) liegt, wächst der Rückstand auf fast elf Kelvin bei 700 U/min an. Als Vergleich kann recht gut der Scythe Rasetsu herhalten, da dieser ein ähnliches Leistungsprofil besitzt und nur sehr knapp vor dem ETD-T60-VD liegt.

Fazit

Der ETD-T60-VD von Enermax wird gut verpackt ausgeliefert und bietet dem Anwender schon vor dem Auspacken reichlich Informationen. Der Transportschutz könnte zwar besser ausfallen, grundsätzlich sollte der Kühler aber unversehrt ankommen. Beim Lieferumfang liefert Enermax alles mit was zur Montage benötigt wird, da es sich beim beiliegenden T.B.Vegas Duo um einen PWM-Lüfter handelt, verzichtet Enermax auf Spannungsadapter oder auch eine Lüftersteuerung. Die Verarbeitung des Kühlers ist absolut makellos und kann sich problemlos mit den Branchengrößen von Noctua, Thermalright oder auch Prolimatech messen. Auch bei der Montage macht Enermax alles richtig und verlagert die Befestigung auf die Rückseite des Mainboards. Dadurch wird einem das "herumfummeln" auf der Mainboard-Vorderseite unter dem Kühler erspart. Bei den Leistungstests schneidet der ETD-T60-VD nicht schlecht ab, in die Leistungsspitze kann er aber leider auch nicht vorstoßen. Sowohl mit dem beiliegenden Lüfter, als auch mit unseren Referenzlüftern bietet der Kühler ordentliche Leistungen, solange die Drehzahl hoch genug ist. Bei weniger als 1.000 U/min verliert er jedoch einiges an Leistung. Erhältlich ist der Enermax ETD-T60-VD ab rund 50 Euro.


Pro & Contra

Pro
+ sehr gute Verarbeitung
+ einfache Montage
+ ordentliche Kühlleistung bei hohen Drehzahlen...

Contra
- ...aber mit Einbruch bei niedrigen Drehzahlen
- keine Unterstützung von 140-mm-Lüftern


Award

Für die erbrachten Leistungen verleihen wir dem Enermax ETD-T60-VD unseren DeXgo-Bronze-Award.
DeXgo-Bronze-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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