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Enermax Platimax 600 Watt


Einleitung

Eine stabile Stromversorgung ist das Wichtigste für den reibungslosen Betrieb des heimischen Rechners. Umso erfreulicher ist es für den Anwender, wenn das verbaute Netzteil auch noch angenehm leise ist und evtl. auch noch beim Geld sparen hilft, in dem es sehr effizient seine Arbeit verrichtet. Enermax bietet mit der Platimax-Serie Netzteile an, welche genau diese Anforderungen erfüllen sollen. In Leistungsstufen von 500 bis 1.500 Watt bietet Enermax die Netzteile der Platimax-Serie an und so sollte sich für nahezu jeden Bedarf das passende Netzteil finden. In unserem heutigen Review schauen wir uns das 600-Watt-Exemplar an und prüfen, wie es sich im Alltagseinsatz schlägt.

Verpackung & Lieferumfang

Wie schon oft gesehen, passt Enermax die Verpackung farblich dem "Konzept" des Produktes an. So dominiert beim Platimax-Netzteil die Farbe Platin (Silber/Grau). Der Karton selbst ist sehr großzügig ausgeführt und schafft so viel Platz für das Innenleben. Auf der Verpackung befinden sich auf der Rückseite sehr viele Informationen zum Netzteil und dessen technische Daten. Aber auch Angaben darüber wie viele Anschlüsse das Netzteil besitzt und wie das Regelverhalten des Lüfters ausfällt, finden sich auf der Verpackung. Im Karton ist das Netzteil durch Pappe arretiert und so vor einem Verrutschen geschützt. Der Lieferumfang befindet sich in einem extra Bereich, auf Schaumstoffpolster verzichtet Enermax.
Im Lieferumfang des Platimax befinden sich die modularen Kabel, welche in einer extra Tasche verstaut sind, ein Kaltgeräte-Kabelhalter (CordGuard), vier Montageschrauben, zwei Kabelbinder sowie die Bedienungsanleitung. Der 1.200- und 1.500-Watt-Variante liegt noch ein 120-mm-Lüfter mit Twister-Lager bei.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: EPM600AWT
Leistung: 600 Watt
Peak Power: 660 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 20 Ampere
+5,0V: 20 Ampere
+12V1-3: je 25 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 2,5 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 100 Watt
+12V: 600 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 12,5 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
DC UVP: AC Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz DC
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
SIP: Surge and Inrush Protection -> Schutz vor unvorhergesehenen Stromstößen

Ansichten

Wurde bei den Gold-Netzteilen der Modu-87-Serie entsprechend der 80Plus-Zertifizierung auf Gold und Schwarz bei der Gestaltung des Netzteiles gesetzt, zeigt sich das Platimax ebenfalls in schlichtem Schwarz, gepaart mit dem edlen Platin. Der Lüfter, der sich unter dem Lüftergitter befindet, ist 13,9 Zentimeter groß und arbeitet mit dem sehr guten Twister-Lager. Durch das gute Regelverhalten des Lüfters, welcher erst mit steigender Auslastung aufdreht, soll das Netzteil sehr leise arbeiten. Ob dies wirklich so ist, klären wir im Praxistest.
Auf der Unterseite befindet sich der Aufkleber mit den technischen Daten. Dieser ist - bei unserer Version - leicht schräg aufgebracht. Da wir aber ein frühes Sample - welches technisch Serienqualität besitzt - erhalten haben, versicherte uns Enermax, das dies bei den ausgelieferten Netzteilen nicht so sein wird. Farblich setzt Enermax auf eine strukturierte Beschichtung, welche erstmals beim Revolution 85+ zum Einsatz kam. Diese verleiht dem Netzteil einen "rustikalen Look", ohne dabei aber billig oder einfach verarbeitet zu wirken. Auch das 80Plus-Platin-Logo ist auf dem Netzteil, genauer genommen auf dem Aufkleber, zu finden. Mit einer Effizienz von 92 Prozent bei 50 Prozent Last und einer durchschnittlichen Effizienz von fast 91 Prozent erreicht das Platimax mit 600 Watt gute Werte im Betrieb mit 115 Volt. Wer sich den gesamten Prüfbericht anschauen möchte, findet diesen hier.
Die Seiten besitzen bei den Netzteilen mit 500 bis 850 Watt Leistung lediglich einen Platimax-Aufdruck. Die Modelle mit 1.000, 1.200 und 1.500 Watt Leistung hingegen besitzen zudem noch vier eingestanzte Pfeile. Während das 500- und das 600-Watt-Modell nur 160 Millimeter lang sind, bringen es das 750- und das 850-Watt-Netzteil auf 175 Millimeter Länge. Die drei Giga-Watt-Modelle sind sogar satte 180 Millimeter tief.
Als Luftauslass dient wieder ein Waben-Gitter, welches den Großteil der Rückseite ausmacht. Im Bereich der Kaltgeräte-Buchse und des Ein-/Ausschalters befindet sich hingegen massives Blech. Der CordGuard, welcher auf dem zweiten Bild zu sehen ist, soll verhindern, dass das Kaltgeräte-Kabel durch Unachtsamkeit aus der Buchse gezogen wird. Die Buchsen für die modularen Kabel sind sehr gut beschriftet. Dazu zählt auch, dass Enermax direkt an der Rückseite angibt, welche 12-Volt-Schiene an welcher Buchse zum Einsatz kommt. So kann bei der Rechnerkonfiguration darauf geachtet werden, dass keine der drei 12-Volt-Schienen überlastet wird.

Die Kabel

Neben den modularen Kabeln besitzt das Platimax mit 600 Watt Leistung auch zwei fest installierte Kabelstränge. Am Ende dieser Stränge befinden sich der 24-Pin-ATX-Stromanschluss und der 4+4-Pin-12-Volt-Stromanschluss. Beide Kabel sind rund 60 Zentimeter lang, wobei das ATX-Stromkabel, bedingt durch die vielen Adern, recht steif ist und in der Praxis dadurch etwas kürzer (rund 57 Zentimeter) ausfällt.
Bereits beim 600-Watt-Platimax befinden sich vier 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse im Lieferumfang. Diese teilen sich auf zwei 50 Zentimeter lange Kabel auf, die die letzten rund 15 Zentimeter getrennt sind. Dadurch kann das Netzteil auch SLI-/Crossfire-Systeme versorgen, welche auch aus High-End-Karten bestehen.
Die Anschlüsse für die Peripherie teilen sich auf vier Kabel auf. Eines dieser Kabel besitzt ausschließlich SATA-Stromanschlüsse und ist insgesamt 90 Zentimeter lang. Die Anschlüsse sind bei diesem jeweils 15 Zentimeter auseinander.
Ein weiteres Kabel besitzt vier 4-Pin-Molex- und einen FDD-Stromanschluss. Dieses Kabel ist insgesamt 105 Zentimeter lang, aber auch hier haben die Stecker einen Abstand von 15 Zentimetern zueinander. Der FDD-Stromanschluss befindet sich am Ende des Kabels.
Aber auch Kabel mit kombinierten Anschlüssen liefert Enermax mit. So befinden sich zwei Kabel mit jeweils zwei SATA- und zwei 4-Pin-Molex-Anschlüssen im Lieferumfang. Die Gesamtlänge der Kabel beträgt jeweils 90 Zentimeter und auch hier sind die Anschlüsse mit einem Abstand von jeweils 15 Zentimetern an den Kabeln angebracht.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden. Im Vergleich zu den letzten Netzteil-Tests haben wir unser Testsystem ein wenig modifiziert, um eine noch höhere Auslastung der Netzteile erreichen zu können.

Das Testsystem setzt sich nun wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3.800MHz @ 1,3V
- Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60%
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.143MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Colorful GeForce GTX 470 (SLI-Test)
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60% (Systemlüfter-Grafikkarte)
- mCubed T-Balancer BigNG
- Aquacomputer aquaero 4.0


Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Bei den Stabilitätswerten liefert das Platimax gute Ergebnisse ab. Gerade bei den Schwankungen betragen die Abweichungen maximal 0,08 Volt und dies gemessen bei den 12-Volt-Schienen. Die 5-Volt-Schiene schwankt sogar nur um 0,04 Volt, bei der 3,3-Volt-Schiene sind es sogar nur 0,02 Volt. Auch die Abweichungen von den Idealwerten sind relativ gering, auch wenn es einige Netzteile auch schon besser gemacht habe, genannt werden kann hier z.B. das Thermaltake ToughpowerGrand. Insgesamt liegen alle Werte aber deutlich innerhalb der von den ATX-Spezifikationen vorgegebenen Toleranzen.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.






Das Platimax muss sich in unseren Effizienz-Tests als allererstes natürlich der Konkurrenz aus eigenem Hause, in Form des Modu 87+, erwehren. Aber auch die Gold-Netzteile von Thortech, NZXT und Thermaltake stellen einen direkten Konkurrenten dar. Es zeigt sich in den Testläufen aber, dass das Platimax auf unserem Testsystem tatsächlich effizienter zu Werke geht, als alle bisher getesteten Netzteile. Was sich aber auch deutlich zeigt ist, dass der Unterschied nie wirklich groß ausfällt, gerade das Hale Power 90+ von NZXT stellt sich als ein harter Gegner heraus. Der Unterschied zwischen Platin und Gold zertifizierten Netzteilen fällt in unseren Testläufen kleiner aus, als der Unterschied zwischen den Gold- und Silber-Netzteilen.


Lautstärke

Die hohe Effizienz macht sich aber nicht nur bei der Effizienz-Messung bemerkbar, auch bei der Lautstärke spiegelt sich diese wieder. Ohne starke Last ist der Lüfter im normalen Abstand zum Gehäuse absolut unhörbar. Mann muss schon sein Ohr direkt auf das Netzteil legen, um überhaupt etwas zu hören. Um den Lüfter überhaupt aus kurzer Distanz leicht wahrnehmen zu können, muss das Netzteil schon stark beansprucht werden. Aber selbst in unserem Testlauf mit dem SLI-System ist der Lüfter des Platimax in einem geschlossenem System nicht zu hören. Bei einer Distanz von unter 20 Zentimeter im offenem Aufbau kann dieser ganz leicht gehört werden, weiter weg oder im Gehäuse verbaut ist absolute Ruhe angesagt.

Fazit

"Weniger ist manchmal mehr" - Gerade wenn es um den Verbrauch von elektronischen Geräten geht trifft dieses Sprichwort perfekt zu. Mit der Platimax-Serie geht Enermax konsequent den Weg weiter, den die Industrie nach dem "Mehr-Leistungs-Wahn" eingeschlagen hat. Gut verpackt mit einem ordentlichen Lieferumfang verkauft Enermax die Serie. Bei der Verarbeitung zeigt sich die gewohnt hohe Verarbeitungsqualität der Enermax-Produkte und auch bei der Ausstattung bzgl. der Anschlüsse muss sich unser Testexemplar nicht verstecken. Vier PCIe-Stromanschlüsse und insgesamt 17 Anschlüsse für diverse Laufwerke oder andere Peripherie besitzt das 600-Watt-Netzteil. In unseren Leistungstests kann das Platimax durch stabile Spannungen, einen leisen Betrieb und sehr gute Effizienzwerte überzeugen. Gerade Anwender, die noch ein Netzteil ohne 80Plus-Bronze-Zertifikat besitzen bzw. ein Netzteil verbaut haben, dessen Effizienz unter den Werten der 80Plus-Bronze-Zertifizierung liegt, sollten den nächsten Netzteilkauf nicht mehr allzu weit aufschieben. Durch den mittlerweile doch recht großen Unterschiede bei der Effizienz und die weiter steigenden Energiekosten lohnt es sich beim Neukauf in ein gutes Netzteil zu investieren. Ob es aber gleich ein Platin-Netzteil sein muss sei dahin gestellt, der aktuelle Preisunterschied zwischen beiden Zertifikats-Stufen wird jedenfalls nicht in jedem Fall durch die leicht bessere Effizienz wieder heraus geholt. Technisch und gerade auch bei der Lautstärke hat uns das Platimax aber vollkommen überzeugt, ja fast begeistert. Erhältlich ist das Enermax Platimax mit 600 Watt ab rund 156 Euro. Damit gehört es zu den günstigeren Netzteilen mit Platin-Zertifikat und ist auch eines der Wenigen, welche diese hohe Effizienz schon bei der relativ geringen Leistung von 600 Watt erreicht.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ sehr stabile Spannungen
+ sehr gute Effizienzwerte
+ sehr leiser Betrieb

Contra
- nichts


Award

Wir verleihen dem Enermax Platimax für die sehr guten Leistungen unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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