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be quiet! Straight Power E9 580W CM


Einleitung

"Straight Power E9, ist das eine neue Benzinsorte?" Wir können den nicht ganz so informierten Leser hierbei beruhigen. Beim Straight Power E9 dreht es sich nicht um die neuste Errungenschaft der Öl-Konzerne sondern um das brandneue High-End-Netzteil von be quiet! So geht die erfolgreiche Serie bereits in seine neunte Runde und bietet auch dieses mal wieder einige Änderungen zum Vorgänger. So hat es be quiet! geschafft die Effizienz weiter zu steigern, das Resultat: Das Straight Power E9 besitzt nun das 80Plus-Gold-Zertifikat und auch die Stromstärke auf einzelnen Schienen konnte weiter gesteigert werden, im Vergleich zum direkten Vorgänger (Straight Power E8 580 CM). Auch beim Lüfter nahm be quiet! Änderungen vor. Der 120-mm-Lüfter wurde gegen ein Exemplar mit 135-mm-Durchmesser getauscht, an der Lautstärke des Netzteiles änderte dies allerdings nichts nennenswertes, die Kühlung dürfte davon allerdings profitieren. Aber auch Liebhaber von Multi-GPU-Systemen werden ihre Freude haben, so besitzt bereits das 580-Watt-Modell insgesamt vier 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse. Mit welchen Überraschungen noch gerechnet werden kann und wie sich das Netzteil im Test schlägt, seht ihr auf den folgenden Seiten.

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung besteht be quiet!-typisch aus einem recht großen, flachen, schwarzen Karton. Während die Vorderseite recht schlicht gestaltet ist und lediglich ein Bild des Netzteiles und einige wenige technische Daten zu finden sind, finden sich auf der Rückseite alle wichtigen Informationen, die man vom Netzteil benötigt. Selbst die Anzahl der Kabel und deren Kabellängen sowie die vorhandenen Anschlüsse sind schematisch dargestellt. Im Karton wird das Netzteil durch ein Inlay aus Pappe arretiert und durch eine Noppenfolie zusätzlich geschützt. Der Lieferumfang und die modularen Kabel befinden sich sauber getrennt neben dem Netzteil.
Der Lieferumfang des Straight Power E9 CM setzt sich aus dem Netzteil selbst, einem Kaltgerätekabel, vier Kabelbindern, schwarzen Montageschrauben, einem Produkt-Flyer, einer Bedienungsanleitung sowie den modularen Kabeln, welche in zwei Bündel aufgeteilt sind, zusammen. Eine Tasche, um die nicht benötigten Kabel zu verstauen, liefert be quiet! nicht mit.
technische Daten

Grunddaten
Modellbezeichnung: BQT E9-CM-580W
Leistung: 580 Watt
Peak Power: 650 Watt
Eingangsspannung: 100 - 240 Volt
Eingangsfrequenz: 50 - 60 Hz
Abmessungen (L x B x H): 160 x 150 x 86 Millimeter

Belastbarkeit der Schienen
+3,3V: 24 Ampere
+5,0V: 24 Ampere
+12V1+2: je 18 Ampere
+12V3+4: je 20 Ampere
-12V: 0,5 Ampere
+5Vsb: 3 Ampere

Leistung der Schienen
+3,3V / +5V: 140 Watt
+12V: 564 Watt
-12V: 6 Watt
+5Vsb: 15 Watt

Schutzschaltungen
OCP: Over Current Protection -> Überstromschutz
OVP: Over Voltage Protection -> Überspannungsschutz
UVP: Under Voltage Protection -> Unterspannungsschutz
SCP: Short Circuit Protection -> Kurzschlussschutz
OTP: Over Temperatur Protection -> Überhitzungsschutz
OPP: Over Power Protection -> Überlastungsschutz

Ansichten

be quiet! bleibt seiner Linie treu und setzt auch beim Straight Power E9 wieder einen Lüfter aus eigenem Hause ein. Dieser ist im Vergleich zur Vorserie jedoch gewachsen und misst nun 135 Millimeter. Die maximale Drehzahl des SilentWings-Lüfters liegt bei 1.200 U/min, welche allerdings nur bei voller Auslastung erreicht wird. Selbst bei einer Auslastung von rund 60 Prozent arbeitet der Lüfter immer noch mit angenehm leisen 13,7 dB(A). Die maximale Lautstärke gibt be quiet! mit 21,7 dB(A) an, was immer noch sehr leise ist. Um auch Geräusche zu verhindern, welche durch etwaige Vibrationen des Lüfters entstehen könnten, besitzt der Lüfter erneut den bereits bekannten Gummiring, welcher den gesamten Lüfter vom Gehäuse entkoppelt. Als Lüftergitter kommen parallel verlaufende Kunststoffstreben zum Einsatz.
Bei der Verarbeitung des schwarz pulverbeschichteten Gehäuses gibt sich be quiet! ebenfalls keine Blöße. Aber nicht nur von Außen ist die Verarbeitung gut, auch im Inneren hat be quiet! auf Qualität gesetzt. Neben dem bereits erwähnten Lüfter meinen wir hierbei natürlich auch die elektronischen Bauteile im Netzteil. Neben dem Einsatz von höherwertigen Feststoffkondensatoren soll vorallem die "Active Clamp + SR"-Topologie dafür sorgen, dass das Netzteil höchsten Ansprüchen genügt. Aber was genau macht die "Active Clamp + SR"-Topologie eigentlich? Um es kurz zusammenzufassen: Anstatt älterer passiver Bauteile, welche das Netzteil überwachen, verbaut be quiet! (nicht als einziges Unternehmen) IC-Controller, welche diese Aufgabe übernehmen. Diese überwachen die ein- und ausgehenden Spannungen und können bei Bedarf aktiv im Betrieb Bauteile ansteuern um Korrekturen vornehmen zu können. Dadurch sollen nicht nur die Spannungsschwankungen minimiert, sondern auch die hohe Effektivität bei einem vergleichsweise kleinen Preis realisiert werden.
Auf den Seiten gibt es in dem Sinne nichts neues. Wie auch schon beim Straight Power E8 CM befindet sich auf einer Seite der Aufkleber mit den Leistungsdaten und dem 80Plus-Gold-Logo. Auf der gegenüberliegende Seite ist der be-quiet!-Schriftzug ins Metall eingestanzt.
Mittlerweile setzt fast jeder Hersteller auf ein Gitter mit Wabenstruktur, um die warme Luft aus dem Netzteil herausströmen zu lassen. be quiet! stellt hier keine Ausnahme dar und nutzt das Wabengitter recht großzügig. Lediglich kleine Bereiche um die Kaltgerätebuchse, den Ein-/Ausschalter und die Gewinde zur Verschraubung herum sind aus massivem Blech. Auf der Innenseite befinden sich neben der Öffnung für den fest installierten Kabelstrang noch die Buchsen der modularen Kabel. Diese sind sehr gut beschriftet und zudem noch durch Farbe und Form kodiert. Dies mag für einige Modder, welche auf einen schlichten Innenraum achten, eher unschön sein, dem Otto-Normal-Anwender hilft dies aber die Kabel an die richtigen Buchsen anzuschließen.

Die Kabel

Bei der 580-Watt-Version des Straight Power E9 CM ist nur noch ein Kabel fest mit dem Netzteil verbunden. Bei diesem handelt es sich um das ATX-Stromkabel, welches einen 20+4-Pin-Stecker besitzt. Der Stecker befindet sich am Ende des 55 Zentimeter langen Kabels, welches nahezu komplett gesleevt ist. Durch die Anzahl der Adern ist der ATX-Strang aber leider etwas steif und lässt sich dadurch nur schwer sauber verlegen.
Die Stromversorgung des Prozessors und der Grafikkarten erfolgt bereits über modulare Kabel. Das ATX-12-Volt-Stromkabel ist ebenso 55 Zentimeter lang, wie es auch das Hauptstromkabel ist. Um auch einen gewissen Grad an Abwärtskompatibilität zu gewährleisten besitzt das Kabel einen 4+4-Pin-Stecker. Ebenfalls geteilte Stecker sind auch bei den PCIe-Stromanschlusskabeln vorhanden, welche auch 55 Zentimeter lang sind. Je Kabelstrang verfügen diese aber über zwei einzelne Kabel, welche komplett getrennt verlaufen. Insgesamt stehen dem Anwender vier 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse zur Verfügung.
Eines der beiliegenden modularen Kabel für die Peripherie besitzt ausschließlich SATA-Stromanschlüsse. Insgesamt derer vier befinden sich an dem 100 Zentimeter langem Kabel. Der Abstand zwischen den einzelnen Anschlüssen beträgt jeweils 15 Zentimeter.
Neben dem Kabel, welches nur SATA-Anschlüsse besitzt, liegen dem Straight Power E9 580W CM auch noch zwei weitere Kabel bei. Diese sind sich im Aufbau ähnlich, unterscheiden sich aber in einem Stecker. So besitzen beide Kabel zwei SATA- und zwei Molex-Stromanschlüsse. Eines der beiden Kabel besitzt zudem aber auch noch einen FDD-Stromanschluss. Bis zum ersten Stecker sind die Kabel jeweils 55 Zentimeter lang, die einzelnen Anschlüsse besitzen einen Abstand von jeweils 15 Zentimetern zueinander. Somit ist ein Kabel 100, das andere 115 Zentimeter lang.

Praxistest

Die Messungen des Verbrauchs erfolgen mit einem Voltcraft Energy Check 3000. Als Last-Programme kommen Core Damage, Prime95 sowie der MSI Kombustor zum Einsatz. Während Core Damage bei den CPU-Tests zum Einsatz kommt, nutzen wir bei der Auslastung von CPU und GPU Prime95 (mit sieben aktiven Threads) und den MSI Kombustor. Dies ist notwendig, da bei der Nutzung von Core Damage die Grafikkarten zu wenig Daten erhalten und dadurch nicht voll ausgelastet werden. Im Vergleich zu den letzten Netzteil-Tests haben wir unser Testsystem ein wenig modifiziert, um eine noch höhere Auslastung der Netzteile erreichen zu können.

Das Testsystem setzt sich nun wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920 @ 3.800MHz @ 1,3V
- Prolimatech Armageddon mit 1x NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60%
- 3x2 GB Crucial Ballistix @ 1.143MHz @ 1,64V (7-7-7-24 2T)
- Palit GeForce GTX 470
- Colorful GeForce GTX 470 (SLI-Test)
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- NB-BlackSilentPRO PK-3 @ 60% (Systemlüfter-Grafikkarte)
- mCubed T-Balancer BigNG
- Aquacomputer aquaero 4.0


Stabilität

Angegeben werden in den Diagrammen die jeweils niedrigsten bzw. höchsten gemessenen Werte während der gesamten Testläufe. Ermittelt werden die Werte mit einem Multimeter sowohl am 24-Pin-ATX-Stromanschluss, dem 8-Pin-12-Volt-Stromanschluss und auch an einem PCIe-Stromanschluss.



Den Anfang machen wieder ein mal unsere Stabilitätsmessungen, wobei wir im Falle des Straight Power E9 mehrere 12-Volt-Schienen überwacht haben. Die Messungen an eben diesen zeigte uns maximale Schwankungen (Differenz zwischen wenig Last und viel Last) von 0,16 Volt, was angesichts der Toleranzen der ATX-Spezifikationen als gut angesehen werden kann. Zudem befinden sich die gemessenen Werte auch recht nah an dem Ideal-Wert. Ähnlich sieht es bei der 5-Volt-Schiene aus, welche um maximal 0,08 Volt schwankte. Auch bei dieser bewegen sich die gemessenen Werte nah am Idealwert, gleiches gilt auch für die 3,3-Volt-Schiene.

Effizienz

Mit Hilfe eines Voltcraft Energy Check 3000 haben wir den Gesamtverbrauch während der verschiedenen Belastungsszenarien gemessen. Da das Voltcraft Energy Check 3000 bereits ab 1,5 Watt genaue Werte ausgibt, schauen wir uns nun auch den Verbrauch der Netzteile an, wenn der angeschlossene Rechner aus ist. Hinzu kommen noch Messungen beim Idle-Betrieb ohne jegliche Last, Messungen mit ausgelastetem Prozessor und die Leistung bei Last auf dem Prozessor und der Grafikkarte. Anzumerken ist noch, dass das Voltcraft Energy Check 3000 eine Messtoleranz von ein Prozent besitzt. Bei einer Auslastung von 200 Watt entspricht dies einem tatsächlichen Messwert zwischen 198 und 202 Watt. Mit mehrfachen Messungen haben wir versucht, die tatsächlichen Schwankungen gering zu halten.






Als zweites auf dem Programm steht die Effizienzmessung. Im Idle-Betrieb und bei der Auslastung des Prozessors erreicht das Straight Power E9 die besten Werte unter den 80Plus-Gold-Netzteilen. Dort muss es sich lediglich dem Enermax Platimax geschlagen geben. Steigt die Auslastung entfernt sich das 580 Watt starke Netzteil von der Auslastungsmarke von 50 Prozent, bei der das Netzteil die beste Effizienz aufweist. So rutscht es in den Charts einen (Auslastung CPU + 1x GPU) bzw. zwei (Auslastung CPU + 2x GPU) Plätze ab. Sowohl das NZXT Hale Power 90+, als auch das Thortech Thunderbolt PLUS können sich in diesen Auslastungs-Szenarien am Straight Power E9 CM vorbei schieben. Dennoch sind die erreichten Werte gut und liegen absolut auf dem Niveau der 80Plus-Gold-Zertifizierung.


Lautstärke

Dank der geringen Verlustleistung, welche mit der guten Effizienz einhergeht, fällt auch die Geräuschkulisse angenehm aus. be quiet! verspricht nicht zu viel mit den angegebenen dB-Werten. Im Idle-Modus und bei geringer Last ist das Netzteil absolut nicht zu hören. Erst wenn der Lüfter bei nahezu voller Auslastung langsam aufdreht wird das Netzteil leicht hörbar. Wer dies vermeiden will, greift sicherheitshalber zur 680-Watt-Variante, welche bei unserem Setup dann noch leiser arbeiten sollte.

Fazit

Das be quiet! Straight Power E9 CM wird gut verpackt und mit reichlich Informationen versehen zum Anwender verschickt. Der Lieferumfang beinhaltet das Notwendigste, eine Tasche für die modularen Kabel oder wiederverwendbare Kabelbinder sucht man jedoch vergebens. Bei der Verarbeitung überzeugt das Straight Power E9 CM ebenso, wie bei den zur Verfügung stehenden Anschlüssen. Gerade die vier 6+2-Pin-PCIe-Stromanschlüsse sind bei Netzteilen mit weniger als 600 Watt Leistung sehr selten anzutreffen. Positiv ist auch die Beschriftung der Anschlussbuchsen für die modularen Kabel, welche zudem sogar noch durch Farbe und Form kodiert sind. Dies erleichtert gerade unerfahrenen Anwender die Inbetriebnahme deutlich. In unseren Leistungstests konnte das Netzteil von be quiet! nicht nur durch stabile Spannungs-, sondern auch durch gute Effizienzwerte überzeugen. Ebenfalls lobenswert hervorgehoben werden muss die Betriebslautstärke. So ist das Netzteil sehr lange Zeit unhörbar und wird nur bei hoher Auslastung leicht hörbar. Insgesamt bietet das Straight Power E9 CM ein sehr gutes Gesamtpaket an, welches für rund 97 Euro erhältlich ist. Bei den Netzteilen mit 550 bis 600 Watt Leistung ist der Preis im unteren Drittel angesiedelt, wenn man Netzteile mit ähnlicher Ausstattung vergleicht.


Pro & Contra

Pro
+ gute Verarbeitung
+ stabile Spannungen
+ gute Effizienzwerte
+ leiser Betrieb
+ Anschlüsse durch Farbe und Form Form kodiert
+ besitzt vier 6+2-Pin-PCI-Stromanschlüsse

Contra
- nichts


Award

Das be quiet! Straight Power E9 CM mit 580 Watt verdient sich für die gezeigten Leistungen unseren DeXgo-Gold-Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von be quiet.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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