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USB3.0-Sticks im Vergleich


Einleitung

Um große Datenmengen, wie z.B. Images des heimischen Computers, transportieren oder extern lagern zu können, musste man vor einiger Zeit noch auf Festplatten zurückgreifen. USB-Sticks waren waren meist zu langsam und vor allem auch zu teuer, wenn es um hohe Kapazitäten ging. Mit der Einführung von USB3.0 und dem anhaltenden Preisverfall bei Flash-Bausteinen kommen aber immer mehr USB-Sticks mit hohen Kapazitäten zu einem relativ günstigen Preis auf den Markt. Vor einiger Zeit stellten wir bereits erste Vertreter vor, welche auf die USB3.0-Schnittstelle setzen. In unserem heutigen Vergleich konzentrieren wir uns nur auf USB-Sticks, welche die neue Schnittstelle nutzen und schauen, wie sich diese untereinander unterscheiden. Dazu haben wir insgesamt fünf der Speichersticks von Adata, Kingston und Silicon Power mit Kapazitäten von 16 und 64 Gigabyte auf den Zahn gefühlt. Was bei unseren Tests herauskam, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.

Vorwort

In der Einleitung sprachen wir davon, dass wir in diesem Vergleich insgesamt fünf USB-Sticks testen, viele werden sich aber gewundert haben, warum nur vier von diesen auf dem Titelbild zu sehen sind. Dies hat den einfachen Grund, dass wir dort nur die Neuankömmlinge abgebildet haben. Einen der fünf Kandidaten, den Kingston DataTraveler Ultimate 3.0, hatten wir bereits im Oktober letzten Jahres getestet. Auf eine ausführliche Vorstellung verzichten wir daher und konzentrieren uns dabei auf die neuen Laufwerke. Die damals getestete Version des Kingston DataTraveler Ultimate 3.0 ist optisch gleich mit der im heutigen Test vorhandenen, besitzt allerdings nur eine Kapazität von 16 Gigabyte.

Die Vorstellung der Speicherticks im Vergleich erfolgt in alphabetischer Reihenfolge und ist frei von jedweder Wertung, noch wollen wir einen Hersteller bevorteilen.

Adata S102 Pro

Adata schickte uns für diesen Vergleich einen Stick der neuen S102-Pro-Serie. Diese wird in einer recht einfachen Verpackung ausgeliefert, die auf der Vorderseite nicht nur einen Blick auf den USB-Stick freigibt, sondern auch einige technische Daten auflistet. Auf der Rückseite finden sich noch in mehreren Sprachen Angaben zur Kompatibilität und auch zu den Abmessungen und dem Gewicht. Die Verpackung lässt sich leicht öffnen, einen Lieferumfang neben dem USB-Stick selbst gibt es nicht. Auf der Homepage von Adata können aber noch diverse Anwendungen kostenfrei heruntergeladen werden.
Der S102 Pro gehört mit seinen zwölf Gramm zu den leichteren USB-Sticks und auch seine Größe - er ist elf Millimeter hoch, 19 Millimeter breit und 62 Millimeter lang - ist eher kompakt. Erhältlich ist der USB-Stick mit Kapazitäten von acht, 16 oder 32 Gigabyte, welche sich dann aber auch in der maximalen Performance unterscheiden. Das uns vorliegende 16-Gigabyte-Modell soll Schreibraten von bis zu 18 MB/s und Leseraten von bis zu 68 MB/s erreichen.
Die Optik des S102 Pro ist schlicht, aber kann durch eine gewisse Eleganz überzeugen. Neben der schwarzen Kappe und dem schwarzen Ende setzt Adata auf ein titanfarbendes Mittelteil. Auf diesem ist neben dem Firmen- und Produktnamen auch die Kapazität (16GB) und die Schnittstelle (USB3.0) aufgedruckt. Die Kappe, welche den USB-Stecker schützt, kann leicht abgezogen werden. Am hinteren Ende des USB-Sticks kann zudem eine Kordel eingefädelt werden, um den S102 Pro z.B. an einem Schlüsselbund zu befestigen.
Um die Kappe nicht zu verlieren kann sie im Betrieb auf den hinteren Teil des S102 Pro gesteckt werden. Eine LED, die den Betriebszustand des Speichersticks anzeigt, gibt es nicht, vorformatiert ist das Laufwerk im FAT32-Format.

Kingston HyperX 3.0

Unser zweites Testexemplar stammt von Kingston und hört auf den Namen HyperX 3.0. Kingston liefert den USB-Stick in einer Blisterverpackung aus, welche aufgeschnitten werden muss. Zwar bieten solche Verpackungen den Vorteil, dass der Inhalt recht sicher verstaut ist, angenehm zu öffnen ist diese Art der Verpackung jedoch nicht. Wie Adata bietet auch Kingston durch die Verpackung einen freien Blick auf den USB-Stick und listet einige technische Daten auf. Neben dem USB-Stick ist im Inneren auch noch eine kleine Kordel enthalten, mit deren Hilfe der USB-Stick an einem Schlüsselbund befestigt werden kann.
Der HyperX 3.0 gehört mit einem Gewicht von 18 Gramm, einer Höhe von 16, einer Breite von 24 und einer Länge von 75 Millimetern zu den größeren USB3.0-Sticks. Übertroffen wird dies eigentlich nur noch vom DataTraveler Ultimate 3.0, welcher noch ein wenig schwerer ist. Bei den Kapazitäten bietet Kingston die Sticks in drei Varianten an: 64, 128 und 256 Gigabyte. Laut Kingston erreicht die 64-GB-Variante bis zu 135 MB/s schreibend und 225 MB/s lesend.
Der Kingston HyperX 3.0 besteht sozusagen aus zwei Teilen. Zum einen sind dort die schwarzen Bereiche zu nennen, welche eine sogenannte Silk-Touch-Oberfläche besitzen, zum anderen besitzt der Stick auch Bereiche die blau-metallic sind. Auf der Rückseite befindet sich in die Silk-Touch-Oberfläche eingelassen der Kingston-Schriftzug, auf der Vorderseite prangt der Name des USB-Sticks, das Kingston-Logo und die Kapazität. Die beiliegende Kordel kann am hinteren Ende des HyperX 3.0 angebracht werden und ermöglicht es dann, den Speicherstick an einem Schlüsselanhänger zu befestigen.
Im Betrieb leuchtet eine helle blaue LED auf, sobald Daten auf den HyperX 3.0 geschrieben oder von diesem gelesen werden. Wer will kann auch beim HyperX 3.0 die Kappe hinten auf den USB-Stick stecken. Vorformatiert ist der HyperX 3.0 im exFAT-Format.

Silicon Power Blaze B10

Der Blaze B10 von Silicon Power erreichte uns ohne Verpackung. Dies lag an unserer kurzfristigen Anfrage, so konnte uns Silicon Power in der kurzen Zeit kein Retail-Sample stellen. Mit einem Gewicht von lediglich neun Gramm ist der Blaze B10 der leichteste Stick in unserem Vergleich und auch bei den Abmessungen zeigt sich der Stick von Silicon Power sehr genügsam. Lediglich zehn Millimeter hoch, 18 Millimeter breit und 73 Millimeter lang ist der Blaze B10. Silicon Power bietet den Blaze B10 in den Kapazitäten von acht, 16 und 32 Gigabyte an, unser Sample wird mit einer Geschwindigkeit von 70 MB/s schreibend und lesend angepriesen.
Auf den ersten Blick wirkt der Blaze B10 eher "billig". So besteht das Gehäuse komplett aus schwarzem Kunststoff. Zum Schutz des Anschlusses setzt Silicon Power auf eine Kappe, um den USB-Stick sicher transportieren zu können besitzt er eine Öse, an der eine Kordel angebracht werden kann. Das wohl Auffälligste bei der Blaze-Serie ist die blau-rote Applikation auf der Vorderseite. Zwischen dieser befindet sich in weiß der Firmenname, die Kapazität und die Schnittstelle. Der Name des Sticks ist hingegen nirgends zu finden.
Im Betrieb leuchtet beim Blaze B10 ebenfalls eine blaue LED auf. Dies ist aber nicht das einzige, was die Aktivität anzeigt. So wird die blaue Beschichtung, welche sich auf dem USB-Stick befindet, bei längerer Benutzung durchsichtig und erweckt so den Anschein, als wenn diese sich langsam rot verfärbt. Erreicht wird dies durch eine thermoaktive Farbe, welche auf die Erwärmung des Controller-Chips reagiert. Angekommen ist der Blaze B10 mit NTFS formatiert.

Silicon Power Marvel M60

Auch das zweite Sample, das wir von Silicon Power erhielten, wurde uns ohne Verpackung geliefert. Im Gegensatz zum Blaze B10 wirkt der Marvel M60 sehr elegant. Mit einem Gewicht von 13 Gramm ordnet er sich im Mittelfeld ein, seine Höhe von lediglich neun Millimetern ist die geringste im Testfeld, dafür ist er aber auch 22 Millimeter breit. Lang ist der Marvel M60 73 Millimeter. Silicon Power bietet genau zwei Varianten an, eine mit einer Kapazität von 32 Gigabyte und eine Version mit einer Kapazität von 64 Gigabyte. Die maximale Schreibrate gibt Silicon Power mit 70 MB/s an, die maximale Leserate soll hingegen bei 100 MB/s liegen.
Eine silberne Oberfläche, welche stark spiegelnd ist, ist die Oberseite des Marvel M60. In dieser sind neben dem Silicon-Power-Logo noch die Kapazität des Sticks sowie die Schnittstelle (3.0) eingraviert. Auch beim Marvel M60 befindet sich kein Hinweis auf den Namen des USB-Sticks. Der Großteil des Marvel M60 besteht aber aus schwarzem Kunststoff, dazu zählt auch die Unterseite. In dieser ist eine Schieber eingearbeitet, mit dessen Hilfe der USB-Stecker aus dem Gehäuse geschoben wird. Auch beim Marvel M60 kann eine Kordel angebracht werden, mit dessen Hilfe der USB-Stick dann an einem Schlüsselbund befestigt werden kann.
Im Betrieb nutzt auch der Marvel M60 eine blaue LED um seine Aktivität anzuzeigen, diese leuchtet bei Schreib- und Lesezugriffen. Vorformatiert war der Silicon Power Marvel M60 mit exFAT.

Testaufbau & Testablauf

Bei unseren Tests setzen wir für unsere Praxistests auf einen Mix von drei verschiedenen Benchmarks. So nutzen wir die Programme HD-Tach und H2Test um die theoretischen Leistungen des Gehäuses zu ermitteln. Da in der Praxis aber selten solch ideale Voraussetzungen bei den Dateitypen vorliegen, kombinieren wir diese Tests mit dem ATTO Disk Benchmark 2.46. Dieser testet die Laufwerke sowohl lesend als auch schreibend mit verschieden großen Dateiblöcken. So ist gut zu erkennen, wann die Laufwerke ihre volle Geschwindigkeit erreichen und ob sie evtl. mit vielen kleinen Dateien Probleme haben.

Unser Testsystem setzt sich wie folgt zusammen:
- ASUS P6X58D-E
- Intel Core i7 920
- 3x2 GB Crucial Ballistix
- Palit GeForce GTX 470
- Enermax LibertyECO 620W
- Western Digital WD64001AALS-00J7B0
- LG HL-DT-ST GH22NS50
- Aquacomputer Aquaero 4.00
- mCubed T-Balancer BigNG + 4 digitale Sensoren
Testergebnisse

ATTO Disk Benchmark

Der ATTO Disk Benchmark überprüft anhand verschieden großer Dateien den Datendurchsatz der getesteten Gehäuse. Wir haben uns hierbei für eine Blockgröße von 0,5 Kilobyte bis hin zu 1024 Kilobyte entschieden. Als Einleitung für den umfangreichsten Test präsentieren wir euch dieses mal zwei Diagramme, welche die gesammelten Daten übersichtlich aufbereitet anzeigen. Dabei unterscheiden wir zwischen den erreichten Werten bei den Schreib- und bei den Lesetests.
Beim Vergleich der fünf Laufwerke im Schreibtest von ATTO fällt eines massiv ins Auge. Beide 64-GB-Sticks erreichen bis einschließlich einer Blockgröße von 32 Kilobyte deutlich schlechtere Werte, als dies bei den 16-GB-Modellen der Fall ist. Dann allerdings, dreht sowohl der Kingston HyperX 3.0 (64GB), als auch der Silicon Power Marvel M60 (64GB) deutlich auf. Der HyperX 3.0 maht bei einer Blockgröße von 128 Kilobyte sogar nochmals einen deutlichen Sprung und setzt sich deutlich an die Spitze der Charts. Der Marvel M60 hingegen pendelt sich dann auf dem Niveau des Kingston DataTraveler Ultimate 3.0. Der Adata S102 Pro (16GB) und der Silicon Power Blaze B10 (16GB) liegen bis zu einer Blockgröße von 32 Kilobyte relativ mittig im Testfeld und haben dann auch schon ihr Leistungsmaximum erreicht.
Beim Lesetest verlaufen die Diagrammlinien deutlich homogener als beim Schreibtest, dennoch gibt es auch hier sowohl "positive", als auch "negative" Ausreißer. Positiv sticht definitiv der HyperX 3.0 (64GB) heraus, welcher sich bereits bei einer Blockgröße von 16 Kilobyte deutlich absetzen kann. Die Differenz zu den nächst folgenden Laufwerken liegt bei rund 20 MB/s. Einen wirklichen Ausreißer nach unten gibt es nicht direkt. Während der DataTraveler Ultimate 3.0 anfangs etwas hinter den anderen USB-Sticks zurück liegt, erreicht der Blaze B10 (16GB) bereits bei der Blockgröße von 16 Kilobyte sein Leistungsmaximum (rund 71,5 MB/s), während bei den anderen Laufwerken die Leseraten noch weiter steigen. Am Ende bedeutet dies eine Differenz von rund 20 MB/s, die der Blaze B10 Rückstand auf die nächsten platzierten hat. Den Marvel M60 (64GB) müssen wir hier noch etwas hervorheben, da dieser sich um rund 20 bis 25 MB/s absetzen kann.

Testergebnisse

ATTO Disk Benchmark

Für den Vergleich der verschiedenen Gehäuse untereinander haben wir uns für fünf Blockgrößen entschieden, welche einen guten Überblick über die gezeigten Leistungen bringen sollten.

Die detaillierte Auswertung haben wir dieses mal schon auf der vorherigen Seite durchgeführt, daher belassen wir es an dieser Stelle bei den Diagrammen ohne diese erneut zu kommentieren.

Schreiben







Lesen





Testergebnisse

HD-Tach

Der synthetische Benchmark von Simplisoftware ermittelt die maximale Transferrate sowie die durchschnittliche Leserate der getesteten Laufwerke.


Was sich im ATTO-Benchmark schon abzeichnete zeigt sich auch bei HD-Tach. Der Kingston HyperX 3.0 setzt sich deutlich an die Spitze, gefolgt vom Silicon Power Marvel M60. Mit etwas Abstand folgen der Adata S102 Pro, der DataTraveler Ultimate 3.0 sowie der Silicon Power Blaze B10. Verwundert sein darf man nicht darüber, dass der Burst Speed des HyperX 3.0 unter der tatsächlichen Lesegeschwindigkeit liegt, wir vermuten schlicht, dass das Tool durch die hohe Geschwindigkeit fehlerhafte Werte ausspuckte. Dass die Average-Read-Werte hinkommen, zeigten ja bereits die Testläufe von ATTO.


H2test (2.000MB)

Beim H2Test-Benchmark wird eine beliebig große Datei auf dem Ziellaufwerk geschrieben. Für unseren Vergleich wählten wir hier eine Dateigröße von genau 2.000 Megabyte aus.


Beim H2Test-Benchmark (schreiben) bestätigt sich ebenfalls das, was die vorherigen Tools zeigten. Der Kingston HyperX 3.0 zieht einsam seine Kreise, wobei der Marvel M60 von Silicon Power ihm noch am dichtesten folgt, knapp dahinter der DataTraveler Ultimate 3.0 ebenfalls von Kingston. Der Adata S102 Pro und der Silicon Power Blaze B10 liegen mit deutlichem Rückstand abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Beim Test der Lese-Performance kann der Adata S102 Pro stark an Boden gutmachen und überholt sogar den DataTraveler Ultimate 3.0 von Kingston. Dennoch führt der Kingston HyperX 3.0 erneut das Testfeld deutlich an, ihm wieder auf den Fersen, wenn man das bei einem Rückstand von über 70 MB/s so sagen kann, der Marvel M60 Silicon Power. Der Blaze B10 liegt auch hier auf dem letzten Platz.

Testergebnisse

Praxistest

Nach all der Theorie stellt sich natürlich auch die Frage, was diese Werte für den praktischen Einsatz bedeuten. Hierfür haben wir noch vier weitere kurze Testläufe getätigt. Hierbei schauen wir, wie lange das Laufwerk zum Schreiben von Office-Dokumenten, mp3-Dateien, Images oder HD-Material benötigt. Die Datengrößen gehen hierbei von mehreren Kilobyte hin zu einigen Gigabyte.
Heraus kam bei den Testläufen folgendes:




In unserem Praxis-Test schauen wir, wie schnell die Speichersticks Dateien schreiben können. In der Praxis ist dies immer ein gutes Indiz dafür, wie sich die Laufwerke auch beim lesen schlagen. Generell dauert das Schreiben der Laufwerke auch immer länger, als dies beim lesen der Fall ist. Gerade der Blaze B10 von Silicon Power kann sich hier nicht so gut platzieren und landet, teilweise sogar recht abgeschlagen, auf dem letzten Platz. Während er bei kleinen Dateien fast doppelt solange braucht, wie der zweit schlechteste USB-Stick, reduziert sich der Rückstand aber mit zunehmender Dateigröße. Apropos Dateigröße: Diese ist gerade bei unseren 64-GB-Sticks entscheidend für das Abschneiden. Um so linearer die Schreibvorgänge sind, um so besser schneiden sowohl der Kingston HyperX 3.0, als auch der Silicon Power Marvel M60 ab. Der Adata S102 Pro hat seine Stärken noch bei kleineren Dateien, sobald es darum geht große Datenmengen zu schreiben, fällt auch er teils deutlich ab.

Fazit

Wir erlauben es uns dieses mal ein kleines Vorwort zu Texte zu bringen, bevor es an die einzelne Bewertung der Testkandidaten geht. Generell hat sich eines gezeigt: Gerade beim schreiben hängt es stark davon ab, wie groß der Speicherstick ist. Die Performance wird dabei weniger von der Kapazität im allgemeinen bestimmt, sondern viel mehr innerhalb der Serie selbst. So werden bei kleineren Kapazitäten meist nicht alle Speicherkanäle des Controller-Chips genutzt, was natürlich dazu führt, dass dieser seine volle Leistung nicht ausnutzen kann. Nehmen wir als Beispiel hierfür eine Serie, die es mit den Kapazitäten von 16, 32 und 64 Gigabyte gibt. Nehmen wir hierfür an, dass der Controllerchip genau acht Speicherkanäle besitzt. Verbaut der Hersteller nun bei allen drei verfügbaren Kapazitäten Flash-Bausteine mit einer Kapazität von jeweils acht Gigabyte, so nutzt das 16-GB-Modell nur zwei der vorhandenen Kanäle aus, das 32-GB-Modell hingegen schon vier. Nur das Top-Modell würde die volle Performance nutzen können, da alle acht Kanäle genutzt werden. Was wir damit nun sagen wollen: Die Leistung zu bewerten fällt bei einzelnen Exemplaren leicht, auf die gesamte Serie sollte dies allerdings nicht umgemünzt werden.


Adata S102 Pro (16GB)

Der Adata S102 Pro ist mit einem Preis von rund 17 Euro der günstigste USB-Stick in diesem kleinen Vergleich. Der Lieferumfang umfasst bei diesem lediglich den USB-Stick selbst, eine Halteschlaufe oder anderes Zubehör werden nicht mitgeliefert. Die Verarbeitung des S102 Pro fällt gut aus, zudem kann die Kappe bei Benutzung auf die Hinterseite des USB-Sticks gesteckt werden, was die Wahrscheinlichkeit eines Verlustes eben jener Kappe reduziert. Die uns vorliegende 16-GB-Version ist die mittlere Variante, diese erreicht in unseren Tests durchschnittliche Werte. Seine Stärken besitzt der USB-Stick eindeutig bei kleineren Dateien, um so größer die Dateien werden (bzw. um so weniger es auf die Zugriffe selbst, sondern auf die reine Schreibleistung ankommt), desto weiter fällt er im Gesamtranking zurück. Die Leseperformance ist dennoch sehr ordentlich. In Anbetracht des Preis, liefert der Adata S102 Pro mit 16 Gigabyte Kapazität aber eine gute Performance. Von Vorteil ist auch, dass der S102 Pro durch seine schlanke Bauweise keine umliegenden USB-Steckplätze blockiert.

Für die gezeigten Leistungen verleihen wir dem Adata S102 Pro unseren DeXgo-Bronze- und für den recht günstigen Preis unseren DeXgo-Preis-/Leistungs-Award.


Kingston HyperX 3.0 (64GB)

Der Kingston HyperX 3.0 mit einer Kapazität von 64 Gigabyte ist mit einem Preis von rund 113 Euro knapp der teuerste USB-Stick in diesem Vergleich. Als einzige Zugabe liegt dem HyperX 3.0 eine Kordel zur Befestigung an einem Schlüsselbund bei, weiteres Zubehör befindet sich aber auch bei ihm nicht im Lieferumfang. Die Verarbeitung des USB-Sticks ist gut und auch beim HyperX 3.0 kann die Kappe des Steckers im Betrieb hinten auf den USB-Stick aufgesteckt werden. Den HyperX 3.0 gibt es mit insgesamt drei Kapazitäten, wobei die vorliegende 64-GB-Version die kleinste verfügbare ist. In unseren synthetischen Leistungstests zeigt der HyperX 3.0 bei kleinen Blockgröße (bis 32 Kilobyte) Schwächen bei der Schreibrate, anschließend explodiert die Performance aber gerade zu. Bei den Lesetests dominiert er das Testfeld nahezu von Anfang und kann sich, je nach Benchmark, mehr als deutlich von diesem Absetzen. Gerade das lineare Lesen und Schreiben liegt dem USB-Stick von Kingston gut. Dies zeigt sich auch in den Praxistests, in denen er lediglich bei kleinen Dateien nicht an der Spitze liegt. Einziger Wermutstropfen ist die Dicke des HyperX 3.0, da durch diese durchaus der zweite USB-Steckplatz blockiert werden kann, dies hängt davon ab, was für Stecker bzw. Geräte dort genutzt werden. Insgesamt punktet der HyperX 3.0 aber durch seine unbändige Performance.

Leider schrammt der Kingston HyperX 3.0 knapp an unserem Gold-Award vorbei. Dennoch kann er überzeugen und verdient sich damit redlich unseren DeXgo-Silber-Award. Für die sehr guten Testwerte bekommt er zudem unseren DeXgo-Power-Award verliehen.


Silicon Power Blaze B10 (16GB)

Der Blaze B10 ist die günstige USB-3.0-Speicherserie von Silicon Power und so kostet die vorliegende 16-GB-Version aktuell rund 21 Euro und ist somit rund vier Euro teurer als der Adata S102 Pro mit gleicher Kapazität. Verfügbar ist der Blaze B10 zusätzlich noch mit Kapazitäten von acht sowie 32 Gigabyte. Wir erhielten den Blaze B10 ohne Verpackung, aber auch so liefert Silicon Power keinen Lieferumfang, neben der Verpackung, mit. Optisch wirkt der Blaze B10 sehr schlicht - das Wort billig wollen wir hier nicht verwenden. Dennoch ist die Verarbeitung selbst in Ordnung und mit dem Ornagramm, welches bei längerem Betrieb des USB-Sticks die Farbe wechselt, hat sich Silicon Power auch noch etwas überlegt, um sich von der Masse abheben zu können. Die Kappe, welche den USB-Stecker schützt, kann während des Betriebes nicht anderweitig am Stick befestigt werden. Bei unseren synthetischen Leistungstests zeigte der Silicon Power Blaze B10 eine ähnliche Leistung wie der Adata S102 Pro und hat seine Stärken beim schreiben von kleinen Dateien. Die maximale Schreibperformance ist jedoch nicht so hoch wie beim USB-Stick von Adata. Bei der Leseperformance hat der Blaze B10 die schlechtes Performance der vorhandenen Testkandidaten, was sich auch bei unseren Praxistests wieder spiegelt. Dennoch können wir sagen, reicht der Silicon Power Blaze B10 für die alltäglichen Arbeiten aus, wenn keine gehobenen Ansprüche vorhanden sind, es gibt in der gleichen Leistungsklasse aber auch günstigere USB-Sticks.

Zwar schafft es der Silicon Power Blaze B10 nicht sich, irgendwo hervor zu tun, dennoch bietet er solide Leistungen für die meisten Heimanwender. Daher verleihen wir dem Silicon Power Blaze B10 unseren DeXgo-Bronze-Award.


Silicon Power Marvel M60 (64GB)

Mit einem Preis von rund 110 Euro ist der Silicon Power Marvel M60 minimal günstiger, als es der Kingston HyperX 3.0 ist. Die uns vorliegende Variante mit 64 Gigabyte Kapazität ist die größere der beiden erhältlichen Versionen. Neben eben dieser ist noch eine weitere mit 32 Gigabyte erhältlich. Wie auch der Blaze B10 erreichte uns auch der Marvel M60 als Bulk-Variante, aber auch als Retail-Produkt liegt dem USB-Stick kein Zubehör bei. Die Verarbeitung ist ebenso gut wie beim Blaze B10, bei der Optik wirkt der Marvel M60 durch das genutzte Design deutlich schöner, auch wenn dieses subjektiv ist. Auf eine Kappe verzichtet Silicon Power beim Marvel M60 und so wird der Stecker durch einen Schiebemechanismus freigelegt. Durch seine flache Bauweise (neun Millimeter hoch) wirkt er recht breit, was er allerdings nicht ist. Bei den synthetischen Tests agiert der Marvel M60 ähnlich dem HyperX 3.0 von Kingston. So sind die Transferraten bei den Schreibtests bis zu einer Blockgröße von 32 Kilobyte unterdurchschnittlich, anschließend kommt es aber zu einer sehr deutlichen Steigerung. Die maximale Transferrate geht hierbei bis knapp an die 70 MB/s heran. Die Leserate steigt hingegen kontinuierlich an und erreicht Werte von rund 115 MB/s. In der Praxis überzeugt der Marvel M60 durch durchweg gute bis sehr gute Testergebnisse, auch bei kleinen (Office-)Dateien. Der Silicon Power Marvel M60 ist somit für alle Anwendungsbereich bestens geeignet und bietet zudem noch eine sehr große Kapazität, einzig der Preis trübt die Vorfreude natürlich ein wenig.

Insgesamt schneidet der Silicon Power Marvel M60 knapp besser ab als der Kingston HyperX 3.0 und somit verleihen wir ihm unseren DeXgo-Gold-Award.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Kingston, Adata und Silicon Power.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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