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Enermax 4-Kanal-Lüftersteurung UC-A8FATR4


Einleitung

Vor kurzem hatten wir schon 2 Lüftersteuerungen im Test. Zu diesen beiden Exemplaren gesellt sich heute die 4-Kanal-Lüftersteurung UC-A8FATR4, von dem bekannten Hersteller Enermax. Enermax ist durch seine leisen und hochklassigen Netzteile bekannt. In diesem Test wollen wir schauen, ob Enermax den Qualitätsstandart ihrer Produkte auch bei Lüftersteurungen halten kann.

Lieferumfang

Zusätzlich zu der eigentlichen LS bekommt man noch einiges an Zubehör mitgeliefert:
- eine weitere Frontblende (Schwarz)
- 1x Imbusschlüssel
- 2x U-Rahmen zur Festplattenbefestigung
- 12 Befestigungsschrauben
- 2x Lüfterverlängerungen mit abnehmbarem Tachosignal
- 4x Klebestreifen zur Temperatursensor-Befestigung
- 9x Aufkleber zur Temperatursensor-Beschriftung
- und das Handbuch
Technische Daten

Eingangsspannung: +5V, +12V (Standard über 4-pol. Anschluss)
Ausgangsspannung: 4V - 12 V (max. 10 Watt pro Kanal)
Grösse LCD Display: 43 x 20 mm
Sensor Temperaturbereich: 0~90 °C / 0~194 °F
Lüfter-Drehzahlbereich: 1000~9900 U/min
3-pol Lüfteranschlüsse: 4
Lüfter-Drehzahlknöpfe: 4
Abmessungen(B x H x T): 148 x 42 x 82 mm

Wichtig ist hier der Punkt, dass der Regelbereich der Lüfter recht gross ist und auch für Silentsysteme geeignet ist, jedoch ist es nicht möglich die Lüfter komplett auszuschalten.
Die 4 Temperatursensoren, sind mit einer Kabellänge von 100cm sehr grosszügig dimensioniert. Die Anschlusskabel für die Lüfter haben eine Länge von 50cm. Zu erwähnen ist jedoch, dass der LS noch 2 Verlängerungskabel mit jeweils 100cm Kabellänge bei liegen. Bei diesen Verlängerungen ist zu beachten, dass nur effektiv um 50 cm verlängert werden kann, da der mittlere Anschluss für den Lüfter ist und jeweils nur 50cm in beide Richtungen (Tachosignal für Mainboard und Anschluss für die LS) vorhanden sind. Durch die beachtliche Kabellänge ist die LS auch für grosse Systeme ala Chieftech-901 geeignet.

Sehr praktisch ist die zweite (schwarze) Blende die mitgeliefert wird. Hierdurch besteht die Möglichkeit die LS ein wenig dem eigenen Geschmack anzupassen. Edler Silberlook oder schlichtes schwarz.

Verarbeitung
Die LS ist aus gebürstetem Aluminum gefertigt. Es sind keine Kratzspuren oder scharfe Kanten an dieser zu entdecken. Auch die Plexiabdeckung ist tadellos verarbeitet und weisst keinerlei Kratzer auf.
Auffällig ist die geschwungene Form der Front. Dies sieht schick aus und hebt sich von anderen schlichten Lüftersteuerungen ab, könnte sich aber in manchen Systemen negativ auf die Optik auswirken. Da in Gehäusen wo die Front völlig plan ist, die LS hierdurch aus der Front ''heraussticht''.
Ein Kritikpunkt sind die Drehknöpfe, da diese sehr wacklig wirken. Man hat das Gefühl das sie, bei unvorsichtiger Handhabung, abrechen könnten. Desweiteren ist der Knopf zur Umschaltung der Steuerung sehr tief verbaut. Hierdurch fällt es sehr schwer diesen weit genug hineinzudrücken, so dass die Anzeige auch umspringt.
Auch die kleinen Hebel für die Einstellungen hätten etwas länger ausfallen können, da diese sehr schwer zu erreichen sind. Der Resetknopf hingegen ist ausreichend dimensioniert. Da diese Schalter nicht zur Alltagsnutzung notwendig sind, kann über diesen kleinen Makel getrost hinweggeschaut werden.
Kommen wir nun zum ''Innenleben'' der LS. Für ein besseres Kabelmanagment sind schon zwei Halterungen an den Seiten verklebt, an denen die vorhanden Kabel mit Kabelbindern befestigt sind. Desweitern fällt die gute Verarbeitung der Platine, sowie deren ordentliche Befestigung positiv auf. Nirgendwo sind Lötreste oder loose Kontakte vorhanden.

Betrieb
Die UC-A8FATR4 bietet wenige Einstellungsmöglichkeiten. Dies ist zum einen die Wahl der Temperatur-Einheit (°C [Celsius] oder °F [Fahrenheit]). Desweiteren kann bei der Höhe der Überhitzungstemperatur, zwischen drei Werten gewählt werden: Low (45°C / 113°F), Middle (55°C / 131°F) oder High (65°C / 149°F). Um die Änderungen zu Aktivieren muss der Reset-Button betätigt werden.
Zusätzlich kann auch noch die Alarmdrehzahl bestimmt werden. Dies geschieht mit Hilfe eines Jumpers an der Innenseite der LS. Hier kann zwischen 1000rpm (rotations per minute = Umdrehungen pro Minte) (Jumper offen) und 2000rpm (Jumper gesetzt) gewählt werden.
Um die Front wechseln zu können, ist es notwendig 4 Schrauben zu lösen. Dies geschieht mit Hilfe des mitgelieferten Imbusschlüssels. Wenn alle Schrauben gelöst wurden, kann man die Plexiabdeckung und die darunter liegende Aluminum-Front austauschen.
Jetzt muss die LS zeigen, ob sie halten kann, was sie verspricht. Eingebaut wird die Lüftersteurung in einen freien 5 1/4'' Schacht. Dies geht ohne jegliche Kompliaktion von statten. Jedoch muss ich Besitzer eines CS-601 (oder Gehäuse mit ähnlichem Einbausystem) enttäuschen, wenn der mitgelieferte Einbaurahmen für die Festplatte genutzt werden soll. Denn dies funktioniert leider nicht ohne Modifikationen der Einbauschienen des Gehäuses und/oder der LS samt Festplattenrahmen. Dies liegt an den festgelegten Verschraubungspunkten der beiden Systeme.
Als erstes, nach Inbetriebnahme, fällt das kräftig leuchtende Display sowie die schön leuchtenden Drehknöpfe auf. Man erkennt gut, dass die Knöpfe auf beiden Seiten unterschiedliche Farben haben. Links leuchten sie Blau und auf der rechten Seite Grün.
Die Display-Farbe zeigt an, welche Lüfterseite im Moment angezeigt und überwacht wird. So kommen wir auch schon zum zweiten Kritikpunkt nach den lockeren Drehknöpfen. Denn nur die angezeigte Seite kann überwacht werden. Das ist dann von Nachteil, wenn mehr als 2 Temperaturkritische Punkte im System vorhanden sind.
Das Display zeigt in der obersten Reihe die Temperatur der jeweiligen Sensoren in der eingestelten Einheit (°C oder °F) an. Darunter stehen die jeweiligen Lüfterdrehzahlen die die LS ausliest. Diese steigen oder fallen in 100er Schritten. Solange 80mm Lüfter angeschlossen werden, die ein Tachosignal liefern, ist alles einwandfrei.
Nun kommen wir zum nächsten und wahrscheinlich auch schwerwiegensten Kritikpunkt. Es treten Probleme auf, wenn Lüfter ohne Tachosignal oder 120mm Lüfter angeschlossen werden.

Fazit

Abschliessend kann man sagen, dass Enermax mit der UC-A8FATR4 eine optisch ansprechende Lüftersteurung produziert hat. Die Möglichkeiten, 120mm Lüfter anzuschließen, werden durch das ertönende Warnsignal unterhalb von 1000rpm deutlich verringert. Für User die also vornehmend auf 120mm Lüfter setzen und ein wirkliches Silentsystem aufbauen ist die LS wohl eher ungeeignet, gerade wenn es um die Regelung der 120mm Lüfter des Radiators geht, die ja meistens nur mit sehr geringer Drehzahl arbeiten. Wenn es aber eher um Leistung und niedrige Temperaturen geht und wo Ruhe nicht ganz so wichtig ist, ist diese Lüftersteurung von Enermax mit in Erwägung zu ziehen. Schon die Möglichkeit 4 Temperaturen auszulesen bieten sonst nicht viele LS.
Nach dem ganzen gemeckere sollten wir die positiven Punkte nicht vernachläsigen. Dies wären z.B. die wechselbare Front, die einfache Montage und der geringe Platzbedarf. Auch der mitgelieferte Rahmen zum Einbau einer Festplatte in den sonst eigentlich ''verloren'' 5 1/4'' Schacht ist positiv zu vermerken. Die UC-A8FATR4 hat sogar Moddingpotenital. Da die Möglichkeit besteht die Farben der Knöpfe seinen indivudellen wünschen anzupassen. Dazu jedoch später vielleicht mehr. Als letzten positiven Punkt möchten wir noch erwähnen, dass es auch möglich ist pro Kanal (also pro Drehknopf) mehr als einen Lüfter anzuschliessen.


Pro & Contra

Pro
+ Design
+ Verarbeitung
+ kein ''verlorener'' 5 1/4'' Schacht dank eines Festplattenrahmen
+ Stufenlos variierbare Lüfterdrehzahl

Contra
- Drehknöpfe wackelig
- Probleme mit 120mm Lüftern und Lüftern ohne Tachosignal
- Probleme beim Einsatz des Festplattenrahmens in manchen Gehäusen


Award

Für einen Award hat es leider nicht ganz gereicht, für diesen ist die Unterstützung von 120mm Lüftern einfach zu gering.

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Enermax Deutschland.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
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