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Scythe Kamakaze2 Revision.B


Einleitung

Scythe ist ja schon etwas länger bekannt für seine recht guten CPU-Kühler. Auf der diesjährigen Cebit besuchten wir unseren Sponsor und bekamen auch gleich ein weiteres Testobjekt. Wie sich der neue Scythe Kamakze2 in der Revision.B schlägt, lest ihr hier.

Technische Daten


Als erstes werde ich euch mit den technischen Daten quälen ^^. Diese zeigen schon was man vom Kamakze2 erwarten kann:
- Unterstützte Sockel: LGA775 / Sockel A/370/478/754/939/940
- Maße komplett: 98(W) x 83(T) x 88(H) mm
- Maße Lüfter: 80(W) x 80(T) x 25(H) mm
- Lüfter Geschwindigkeit: 1300upm - 4600upm (+/- 10%)
- Luft Durchsatz: 15,2cfm (25,84m³/h) - 60,6cfm (103,02m³/h)
- Lautstärke: 15,1dbA - 46,1dbA
- Gewicht: zwischen 635g und 650g (je nach verwendetem Sockel)

Anhand dieser Daten lässt sich schon erahnen was für eine 'eierlegende Wollmilchsau' Scythe hier geschaffen hat. Kommen wir nun zum eigentlichen Test.



Verpackung / Lieferumfang

Geliefert wird der Kühler sicher in einem Pappkarton mit Sichtfenster. Durch dieses kann man noch im verpackten Zustand den Kühler bewundern.
Am ausgepackten Kühler fallen sofort der separate 4-Pin Stromanschluss mit einer Gesamtlänge von 45cm, sowie die Slotblende mit integriertem Potentiometer auf. Das Kabel für diese ist 60cm lang. Dadurch dürfte es auch in Bigtowern keine Probleme geben die Blende ordentlich anzuschliessen. Obwohl der Lüfter seinen Strom direkt vom Netzteil bezieht, besteht durch einen Stecker die Möglichkeit das Tachosignal mit einem beliebigen Programm auszulesen. Das Kabel hierfür ist ca. 35 cm lang, somit sollte es auch hier zu keinen Anschlussproblemen kommen.
Der Kühler mit Lüfter an sich ist weder spektakulär noch besonders schlicht gehalten. Dazu aber nachher noch mehr.
Zusätzlich zum Kühler befindet sich noch diverses Zubehör im Karton. Dies sind die einzelnen Haltesysteme für die verschiedenen Sockel. Dies wären:
- Sockel A und Sockel370 mit Haltenasen (AMD Athlon/XP/Duron und Intel Celeron/Pentium3)
- Sockel 754/939/940 mit Backplane (Athlon64)
- Sockel 478 mit Retention Modul (Pentium 4)
- LGA 775 (Dies ist der Nachfolger des Sockel 478)
Außerdem liegt eine Einbauanleitung bei. Diese ist in Englisch und Japanisch. Diese ist aber auch ohne Kenntnisse einer der beiden Sprachen problemlos zu verstehen, da die Bilder sehr eindeutig und aussagekräftig sind.

Die verschiedenen Halterungen


Vorweg muss man sagen das Scythe sich sehr viele Gedanken über die Haltesysteme gemacht haben muss, denn fast jedes Teil kann bei 2 verschiedenen Sockel benutzt werden. Hierdurch können einmal Kosten gespart werden (was den Kühler günstiger macht), zum anderen hat man nicht das Problem sich durch hunderte Kleinteile wühlen zu müssen um für seinen Sockel das passende zu finden. Im nachfolgenden werden die verschiedenen Haltesysteme kurz vorgestellt.

Sockel A & Sockel 370
Dies ist die Halterung für den Sockel A und Sockel 370. Das Modul wird einfach unter die Haltenasen gesetzt.
Anschließend wird der CPU-Kühler eingesetzt und mit den Schrauben festgezogen. Man sollte die Schrauben nicht zu straff anziehen sondern nur mit leichtem Druck.
Sockel 754, 939 & 940
Hier sehen wir das Backplane, 2 Gewinde, 2 lange Schrauben und einen kleinen Maulschlüssel. Die Gewinde müssen, mit Hilfe des Maulschlüssels, in die entsprechenden Bohrungen im Backplane geschraubt werden. diese wird dann (nach entfernen der Folie) an die Rückseite des Mainboards geklebt.
Der Kühler wird dann auf die CPU aufgesetzt und mit Hilfe der langen Schrauben fixiert. Der Anschraubdruck sollte wieder wohl dosiert sein.
LGA 775
Hier wird die Backplane wieder von der Folie befreit und an die Rückseite des Mainboards, genau über die Montagelöcher, geklebt. Anschließend das 'Ersatz Retention Modul' an der Backplane festgeschraubt. Mann sollte aber auf keinen Fall die Isolierscheiben vergessen, da es sonst zu Kurzschlüssen kommen kann.
Jetzt kann die Halterung am 'Ersatz Retention Modul' eingehackt werden. Nun wieder den CPU Kühler einsetzen und anschrauben.
Sockel 478
Die Halterung wird genauso angebracht wie beim LGA 775 jedoch nicht an den mitgelieferten 'Ersatz Retention Modul' montiert sondern am originalen Retention Modul. Die gesamte Unterkonstruktion entfällt somit.

Technik und Verarbeitung
Wie schon anfangs erwähnt ist an diesem Kühler nichts Unnötiges dran. Schlichte Eleganz fällt mir in diesem Zusammenhang nur ein. Auffallend ist hier nur das der Lüfter nicht, wie sonst üblich, blasend montiert ist sondern saugend. Das bedeutet, dass der Lüfter keine Kühle Luft auf den Kühlkörper pustet sondern die bereits erwärmte Luft vom Kühlkörper heruntersaugt.
Entfernen wir den Lüfter einmal um uns die Kühlerstruktur mal etwas genauer anzuschauen. Dazu lösen wir nur die 4 Schrauben am Rand. Hier erkennt man, dass nicht wie sonst üblich auf feine Lammelen gesetzt wurde sondern 490 Pins (in ovaler Form mit einem Querschnitt von 2 x 1,5 mm) den Kühlblock schmücken. Verbunden mit der Saugenden Technik bringt dies den Vorteil, dass sich die Kühlfläche nicht mit Staub zusetzen kann.
Um die Halterung des Lüfters zu entfernen müssen nochmals 4 Schrauben gelöst werden.
Nochmals alle Einzelteile aus denen der Kühler besteht (natürlich hier ohne die entsprechenden Haltesysteme für die einzelnen Sockel).
Die Bodenplatte des Kühlkörpers ist zum Schutz vor Kratzern mit einer Dicken Folie beklebt. Diese lässt sich aber ohne Probleme rückstandslos entfernen.
Gut zu erkennen ist auch der massive Kupferkern der die Wärme direkt aufnehmen und weitergeben soll.
Etwas enttäuscht war ich jedoch von der Oberfläche der Bodenfläche. Diese hat zwar keine tiefen Kratzer oder Rillen, jedoch waren wir vom letzten Scythe Kühler noch so verwöhnt, dass ich gehofft hatte auch einen kleinen Spiegel in meinen Händen halten zu können. Die nicht polierte Oberfläche beeinträchtigt aber nicht die Kühlergebnisse!
Die Slotblende mit eingebautem Potentiometer ist auch sauber verarbeit. Die Anschlüsse sind ordentlich mit Schrumpfschlauch isoliert worden.
Die Außenseite der Blende hat noch eine Beschriftung mit 'High' bzw. 'Low' damit man genau weiss in welche Richtung man das Potentiometer drehen muss um die Geschwindigkeit zu erhöhen oder zu senken.

Der Einbau

Hier noch mal schnell die Schritte wie man einen CPU Kühler Richtig montiert.
Zeigen was er kann, muss der Kühler bei einem Athlon XP 2800+ mit Barton Kern. Dieser erzeugt unter voll Last etwa 69 Watt Verlustleistung. Wichtig ist das die alte Wärmeleitpaste vollständig entfernt wird.
Als Wärmeleitpaste wurde eine einfache Wärmeleitpaste von Arctic Cooling verwendet.
Diese wird nur hauchdünn aufgetragen und die CPU dann in den Sockel gesetzt.
Jetzt muss nur noch verriegelt werden, dazu den Hebel vorsichtig nach unten drücken und arretieren.
Das von mir verwendete Board besitz keine Bohrlöcher also benutze ich die Halterung für Sockel A mit Haltenasen.
Leider gab es ein kleineres Problem mit einigen Kondensatoren die leicht im Weg waren. Wenn man jedoch vorsichtig vorgeht bekommt man auch den Rahmen ohne größere Probleme montiert. Man sollte nur darauf achten mit dem Metallrahmen nicht aus Versehen einen Widerstand oder eine Leiterbahn zu beschädigen, da der Spielraum doch sehr klein ist in dem man den Rahmen bewegen kann.
Jetzt nur noch den CPU-Kühler aufsetzen und mit den beiden Schrauben rechts und links festziehen. Aber Vorsicht! Nicht zu straf anziehen sondern nur so das der Kühler nicht mehr wackelt. Die Schrauben müssen NICHT bis zum Anschlag angezogen werden.
So sieht das ganze dann fertig montiert und angeschlossen aus.
Um die Slotblende einbauen zu können ist es notwendig den Drehknopf abzuziehen. Dies geht ganz leicht. Anschließend die Blende verbauen und den Knopf wieder aufstecken.

Das Testsystem


Als Testsystem diente ein AMD Athlon XP 2800+ auf einem MSI K7N2 Delta mit 1GB Ram. Das Gehäuse wird von 2 80mm Lüftern mit Luft versorgt, diese sind mit 5 Volt betrieben. Entlüftet wird das System über 2 weitere 80 mm Lüfter die ebenfalls mit 5 Volt betrieben werden. Das Netzteil entlüftet das Gehäuse ebenso, dieses ist aber Temperatur geregelt. Als Vergleichswert ziehe ich meinen vorigen Lüfter heran, dies war ein Thermaltake Silent Boost der von einem 120 mm Akasa Ultra Quiet mit Frischluft versorgt wird. Dieser lief auf 12 Volt ungeregelt und erzeugte so einen Luftdurchlass von ca. 74,8 m³/h (dies entspricht etwa 44cfm [Formel: m³/h = cfm*1,7 & cfm = (m³/h)/1,7]).
Beim Gesamten Test herrschte in etwa 21°C Raum Temperatur. Das System wurde Normal hochgefahren und im Idle Betrieb nur mit den normalen Hintergrundprozessen belastet. Nur Motherboard Monitor 5 lief während dieser Phase. Nach 20 Minuten wurde dann die Temperatur abgelesen. Dieses Vorgehen wurde drei mal wiederholt und dann der Mittelwert errechnet. Die Temperatur unter Last wurde auch in drei Durchgänge ermittelt. Unterschied zum Idle Betrieb war, dass dort nicht der aktuelle Temperaturwert genommen wurde sondern der Höchste Wert der während eines Testlaufes erreicht wurde. Zwischen den einzelnen Testläufen wurde das System komplett abgekühlt (Gehäuse geöffnet und keine Last auf CPU). Im ersten Test musste der Lüfter zeigen was er im 3D Betrieb leisten vermag. Hierzu wurde ausgiebig gespielt (ca. 45 Minuten). Die zweite Tortur die er über sich ergehen lassen musste war ein ca. 45 minütiges DVD encodieren. Der letzte Test dauerte in etwa 2,5h. Bei diesem wurden verschiedene Anwendungsbereiche vermischtet. Der Testlauf umfasste einen Betrieb aus Office- und Internetanwendungen sowie Viedeoencodierung und Spielen.


Testergebnis


Man erkennt recht deutlich, dass im Idle Betrieb die Werte kaum Unterschiede aufweisen. Hier liegt der Kamakaze2 mit voller Drehzahl knapp vor sich selbst bei mittlerer Drehzahl und dem Silentboost auf 12V. Jedoch muss hier erwähnt werden das der Kamakaze auf voller Drehzahl nur für den Industriebereich verwendbar ist, da er einen Höllenlärm verbreitet der nicht lange auszuhalten ist. Nur mit lauter Musik und Kopfhörern kann man mit ihm in 'Ruhe' arbeiten. Also für den Silentfreak auf dieser Stufe absolut nicht zu gebrauchen. Wenn der Kamakaze2 mit minimaler Drehzahl läuft ist er im geschlossenen System nicht wahrnehmbar erreicht aber auch nur 47° C.
Wie schlägt er sich aber wenn es ordentlich zur Sache geht? Unter Volllast erreicht der Kamakaze2 mit voller Drehzahl 52°. dies sind 10° Unterschied zum Idle-Modus. Bei halber Drehzahl steigt die Temperatur auf 56° dies sind 13° mehr als im Idle Modus. Ein Grad mehr erreicht der SilentBoost. Auf niedrigster Drehzahl bricht die Leistung allerdings ein. Die Temperatur steigt dort auf 65°. Dies ist eindeutig zuviel.
2 Sachen sind noch anzumerken. 1. das relativ schlechte abschneiden des Silentboost ist natürlich auf den Lüfter zurückzuführen der auf Absoluten Silentbetrieb ausgelegt ist. Wenn hier ein Lüfter mit mehr Power zum Einsatz kommen würde dürfte dieser deutlich niedrigere Temperaturen erreichen. 2. Dies soll aber auf keinen Fall die Leistung des Kamakaze2 schmälern. Ob dieses gute Ergebnis auf die saugende Verbauung des Lüfters zurückzuführen ist oder es an den 490 einzelnen Pins liegt, werden wohl erst weitere Test mit späteren Modellen zeigen.

Fazit / Anmerkungen

Der Kamakaze2 in der Revision.B ist ein Kühler der absoluten Spitzenklasse Leider gibt es noch keinen Deutschen Distributor der die RevisionB vertreibt. Leider können wir euch somit noch keinen Händler Preis nennen. Auf Nachfrage bei Herrn Hiroyuki Komi erfuhren wir das der Preis bei 35€ liegen soll.


Pro und Contra

Pro
+ sehr gute Kühlleistungen auf allen Stufen
+ auf mittlerer und niedrigster Stufe leise bzw. sehr leise + einfache Montage
+ Montage Material für fast jeden Sockel
+ Preis

Contra
- auf höchster Drehzahl sehr laut
- Installationsanleitung leider nur in Englisch und Japanisch



Für die wirklich ausgezeichneten Kühlleistung, die simple Montage sowie dem Potential eines Silentkühlers vergeben wir den DeXgo Gold Award.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Scythe.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Snippy verfasst.
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