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Aqua Computer aquaero 4.0


Einleitung

Stellt euch folgendes Szenario vor: Ihr habt einen luftgekühlten Rechner und sucht eine schicke Lüftersteuerung, mit der sich nicht nur ein wenig die Drehzahl ändern lässt, sondern man seinen Rechner auch gut überwachen kann. Jedoch plant ihr euch in nächster Zeit auch eine Wasserkühlung anzuschaffen und dann wäre diese Lüftersteuerung nicht mehr zu gebrauchen. Was machen? Eine perfekte Lösung für dieses Problem stellt das Aquaero von Aqua Computer dar. Es vereint Lüftersteuerung, LCD-Display und Überwachungstool in einem Gerät. Was es alles zu leisten vermag, erfahrt ihr im folgenden Review.

Verpackung & Lieferumfang
Aus dem gut gepolsterten Lieferkarton ausgepackt erwartet uns die Verpackung des Aquaero. Auffällig ist hier der kleine Aufkleber, der die Verpackung nach dem Qualitätscheck (QC) versiegelt. So ist sichergestellt, dass niemand mehr an den geprüften Geräten manipulieren kann oder Teile entnommen werden können. So hat der Kunde die Sicherheit erstklassige Ware zu erhalten.
Wenn wir die Verpackung öffnen, sehen wir als erstes die Bedienungsanleitung. Diese hat stolze 48 Seiten (alle auf Deutsch), auf denen die Montage und der Anschluss erklärt werden. Ebenso wird in Dieser auf die einzelnen Menüs und deren Bedienung eingegangen.
Neben der Bedienungsanleitung befinden sich natürlich auch noch andere Sachen im Karton. Das Aquaero, eine Treiber CD, das interne USB-Anschlusskabel, sowie 4 Temperatursensoren und die Befestigungsschrauben.
Dem aquaero liegen bereits 4 Temperatursensoren mit einer Länge von jeweils rund 70cm bei. Für Miditower sollte dies ausreichen, um die Sensoren so zu verlegen, dass sie nicht zu sehen sind. Für Bigtower wären Sensoren mit Längen ab 90cm interessant. Jedoch sollte man bedenken, dass nicht jede Firma überhaupt so viele Sensoren beilegt.
Das Anschlusskabel für den internen USB Anschluss hat auch eine Länge von rund 70cm. Dies ist für den internen 5pol-Anschluss. Die 4 Schrauben sind etwas länger als normale Schrauben für die Laufwerke.
Dies hat einen Vorteil: Auch bei Einbauschienen oder etwas dickeren Befestigungsmaterialien lässt sich die Schraube noch weit genug einschrauben, um dem Panel einen absolut festen Sitz zu ermöglichen.
Auf der CD befinden sich alle nötigen Treiber- und Softwarepakete. Zusätzlich zu der bereits mitgelieferten Software und den Treiber kann jederzeit im Internet die neuste Version von Software und Firmware kostenlos heruntergeladen werden. Sollte mal etwas beim flashen (das neu bespielen des EEPROM) schief gehen, kann man das aquaero jederzeit zu Aquacomputer einschicken und diese reparieren das teildefekte Gerät wieder.

Technick & Verarbeitung
Schauen wir uns einmal ein paar Impressionen dieser Steuereinheit an. Zeitgleich möchte ich euch ein paar der wichtigsten technischen Funktionen nennen (Auszüge von der Aquacomputer-Homepage):
- Überwachung von bis zu 6 Temperatursensoren
- Steuerung und Überwachung von bis zu 4 Lüftern mit individuellen Regelparametern
- Messung des Durchflusses im Kühlsystem [mit optionalen Durchflusssensor]
- Soft-TCS (in Hardware realisierte Abschaltung des ATX-Netzteiles bei Überschreitung vorprogrammierter Parameter) [mit optionalem Kabelsatz]
- integrierte Zeitschaltuhr [mit optionalem Kabelsatz]
- Ausgang für ein Multi-Color-Beleuchtungsmodul
- Regelbare Displayhelligkeit, regelbarer Kontrast über das Menü
- Integrierte Diagnosefunktionen für die aquastream-Pumpe
- aquabus - Der AC-Erweiterungsbus lässt (fast) unendliche Möglichkeiten offen und benötigt nur 3 Leitungen
- Anschlussmöglichkeit für bis zu zwei Multiswitch-Schaltkarten, die auch als Bargraph konfiguriert werden können.
- USB-Verbindung zum Rechner, alle Einstellungen lassen sich über Software steuern und anzeigen
- Firmwareupdate per USB möglich
Beim Blick auf die Front fallen uns mehrere Sachen sofort auf:
1. Zum Steuern und Programmieren reichen 3 Metallknöpfe ('up' und 'down' sowie 'set / mode')
2. Die sehr schöne, gebürstete Edelstahlfront in der die Beschriftung lasergraviert ist
3. Das schon im ausgeschalteten Zustand sehr gut aussehende Display, welches noch von einer Folie geschützt wird

Auch die Seiten sind aus Edelstahl gefertigt. Das ganze Aquaero macht einen sehr soliden Eindruck und bis zu diesem Zeitpunkt sind keinerlei Bearbeitungsmängel festzustellen. So was nennt man 1A Verarbeitung.
Hier kann man gut die Hülsen sehen, in die die Schrauben eingedreht werden und wie weit diese nach innen reichen. Dadurch ist ein fester Halt der Steuereinheit garantiert. Auch gut zu sehen ist der Abstandshalter an dem ggf. Erweiterungsplatinen befestigt werden können.
Die Platine und alle Anschlüsse sind sehr sauber verarbeitet. Die Lötstellen sind sauber und frei von Lötresten. Einzig zu bemängeln ist die Tatsache, dass die Anschlüsse nicht in einer Line, sondern leicht 'verdreht', aufgelötet sind. Dies stört aber in keinster Weise und alle Anschlüsse lassen sich, dank ausreichend Platz zwischen ihnen, einfach benutzen.
Die Platine und das Layoutbild mal direkt nebeneinander. Man kann sehr gut erkennen, dass die Anschlüsse wirklich dort sind wo sie laut Anleitung sein soll. Man hat schon ganz andere Sachen erlebt. Alle Anschlüsse sind bezeichnet und die Pins sind nummeriert, um mögliche Fehlanschlüsse zu vermeiden.

Der Einbau & erste Inbetriebnahme
Mit Hilfe der beigelegten Schrauben wird das Aquaero befestigt, in diesem Fall an den Einbauschienen eines CS601.
Hier sehen wir die langen Einbauhülsen, durch diese ist es möglich das Aquaero bombenfest zu verschrauben.
Bevor das Aquaero jedoch eingebaut wird (ob mit Schienen oder direkt ans Gehäuse) sollte man schon alle Kabel anschließen. Aufgrund der geringen Bautiefe wird es sonst ein kleiner Kunstakt alle Kabel an die richtigen Anschlüsse zu stecken.
Fertig eingebaut sieht das ganze dann so aus.
Grundsätzlich zu erwähnen ist erstmal, dass alle Einstellungen auch ohne Software nur mit Hilfe der Taster vorgenommen werden können!
Nachdem das Aquaero in Betrieb genommen wurde, erscheint einen kurzen Augenblick lang der Bootbildschirm. Nachdem dieser verschwunden ist, wechselt das Gerät standardmäßig in einen Rotationsmodus, in dem verschiedene Sensorenwerte immer und immer wieder wiederholt angezeigt werden.
Nach dem ersten Anschluss eines jeden Lüfters, läuft dieser beim Aquaero auf voller Drehzahl. Dies ist auch so, wenn es gestartet wird. Das ganze hat 2 einfache Gründe:
1. So wird festgestellt wo die maximal Drehzahl des Lüfters liegt.
und 2. verhindert dies ein Überhitzen des Systems beim Start
Nach ein paar Sekunden voller Drehzahl pendelt sich der Lüfter dann auf die Drehzahl ein, auf die er eingestellt wurde.

Die Software
Als erstes muss (wenn nicht schon vorhanden) das Microsoft .NET Framework installiert werden. Dies liegt auf der CD bei.
Anschließend kann dann die Installation der Aquasuite vorgenommen werden. Diese dauert nur einen kurzen Augenblick, ich habe es nicht einmal geschafft rechtzeitig auf den Druck Button zu drücken.
Wenn das aquaero mit dem beiliegende Kabel mit dem Rechner verbunden wurde, kann man nun die Software starten. Der erste Bildschirm, den man zu Gesicht bekommt ist eine Übersicht, in dem alle wichtigen Sensorenwerte sofort einzusehen sind.
Wenn man nun zu einem anderen Karteireiter wechselt, bekommt man eine detailliertere Übersicht über das entsprechende Thema. Bei unserem Beispiel, Lüfter, sieht man, welche Möglichkeiten man hat diese zu regeln. Möglich ist eine Regelung über die Drehzahl, die Leistung, oder aber auch sensorenabhängig. Auch kann man hier dem Lüfter einen anderen Namen geben, z.B. CPU-Lüfter oder Radiatorlüfter.
Die zweite Seite, die ich hier kurz vorstellen möchte ist die der Temperaturen. Hier können mit die interessantesten Einstellungen vorgenommen werden. So ist es möglich Schwellwerte einzustellen bei denen dann bestimmte Lüfter ihren Dienst aufnehmen oder auch einstellen. Die wichtigste Einstellungsmöglichkeit ist aber die, eine bestimmte SOLL-Temperatur einzustellen und diese dann automatisch durch das Aquaero erreichen zu lassen. Hierzu steuert das Aquaero dann automatisch die Lüfter nach bestimmten Kriterien. So können Grenzwerte festgelegt werden, ebenso wir Hystersen und die Regelverzögerung.
Auf dieser Seite kann bestimmt werden welche Werte auf dem Display überhaupt angezeigt werden sollen - die Helligkeit, Kontrast und Leuchtdauer des Displays. Auch ein Informationsfenster ist hier zu sehen, welches genaue Angaben über das Aquaero und dessen Firmware etc darstellt.
Ein weiterer kleiner Gimmick der Software ist die Möglichkeit die Fenster auch nebeneinander darstellen zu lassen. Dass bedeutet, dass es möglich ist mehrere Ansichten parallel zu bearbeiten, ohne immer zwischen einzelnen Fenstern wechseln zu müssen.
Was bis jetzt noch nicht erwähnt wurde ist die Tatsache, dass es auch möglich ist eigene Texte auf dem Display auszugeben. Hierzu muss einfach eine Textdatei (mit 2 Zeilen a 20 Zeichen) erzeugt werden. Diese wird dann in das Aquaero eingelesen. Nun wird dieser Text in die Rotation der angezeigten Werte mit eingebunden.

Fazit

Das Aquaero machte von der ersten Minute bis zur letzten Sekunde des Tests einfach nur Spaß. Es ist einfach zu installieren, bietet eine Menge Einstellungsmöglichkeiten, die simpel von statten gehen und ist in jedem System ein wahrer Augenschmaus. Die von uns vorgestellten Abschnitte sind nur Auszugsweise das, was das Aquaero vollends zu leisten vermag. Ob Luftkühlung, Wasserkühlung oder beides kombiniert; man kann es überall Problemlos einsetzen. Mit Hilfe der Überwachungs- und Notabschaltungsmechanismen ist so die teure Hardware immer (auch ohne Beaufsichtigung) geschützt. Auch der Support bei Auqacomputer ist erstklassig. Ob per ICQ, im Forum, oder per Mail, es kommt immer schnelle und kompetente Hilfe. Einzig zu 'bemängeln' sind zwei Punkte. 1. Der Preis von 150€ ist ziemlich hoch, dies schreckt wahrscheinlich viele User ab, aber man sollte auch bedenken was für ein komplexes System man dafür erhält. Oben noch nicht erwähnte Punkte die noch zum Funktionsumfang gehören sind z.B. 2 Anschlüsse für LEDs die dann auch abhängig von der Temperatur mit Strom versorgt werden können. Auch ein Relais kann dazwischen geschaltet werden, um andere Technik mit Hilfe des Aquaero zu steuern. Die Pumpe kann überwacht und auch übertaktet werden, sogar der Anschluss von 2 Pumpen ist möglich. Alle Möglichkeiten hier aufzuzählen würde aber einfach den Rahmen sprengen. Der zweite negative Punkt ist die Tatsache, dass die meisten Funktionen nur mit weiterer Hardware von Aquacomputer zu nutzen sind. Dies wären z.B. die Pumpenüberwachung und der Durchflusssensor, jedoch ergeben sich dadurch massive Vorteile bei der Überwachung des Systems. Auch die Wartung, bzw. der Support, ist dadurch um ein vielfaches leichter, da sich ja nur um die Hardware aus eigenem Hause gekümmert werden muss. Wenn man diese Meisterwerk betrachtet bleibt nur ein Fazit übrig: Die 150€ können bei Usern, die viel Wert auf Überwachung und Einstellungsmöglichkeiten setzen, in keine andere Steuerung besser investiert werden. Ich bedanke mich an dieser Stelle noch mal bei Stephan Wille von Aquacomputer, der uns das Aquaero und den Extern-intern USB-Anschlusssatz für das Aquaero schnell und unkompliziert hat zukommen lassen.



Pro und Contra

Pro
+ sehr gute Verarbeitung und sehr gutes Design
+ Funktionsumfang sehr groß
+ kostenlose und schnelle Hilfe im Forum
+ ständige Weiterentwicklung von Firmware und Software

Contra
- nichts


Award

Aufgrund der spitzen Verarbeitung, der vielen Einstellungs- und Überwachungsfunktionen, sowie des guten Supports verleihen wir dem auqaero den DeXgo Award in Gold.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von Aqua Computer Berlin.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Mephisto verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread