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Tagan Easycon 530W


Einleitung

Die Hardware der kommenden Generationen wird immer leistungsfähiger werden, man muss kein Prophet sein um diesen Trend erkennen zu können. Gerade darum ist es wichtig nicht mit einigen Komponenten hinterherzuhängen. Wer sich einen neuen und schnellen Rechner anschaffen will, sollte also nicht an denen von einigen Menschen so schön genannten "Nebensächlichkeiten" wie z.B. dem Netzteil sparen, denn ein Netzteil ist keineswegs nebensächlich, sondern eine Essenz für einen stabilen und leistungsstarken PC. Eins dieser Netzteile, das Tagan Easycon 530W, welches Zukunftssicherheit, Leistung, geringe Lautsärke und angenehmes Kabelmanagement miteinander vereinen soll, haben wir heute im Test.

Lieferumfang
Das TG530-U15 erreicht uns in einem dezent schwarzen und für ein Netzteil ungewöhnlich großen Karton. Auf der Vorderseite sind einige Vorteile des Netzteils in englischer Sprache aufgelistet.
An den beiden Seiten des Kartons befinden sich Leistungstabellen und eine kurze Auflistung der mitgelieferten Kabel.
Öffnet man den Karton, so kommen das in Luftpolsterfolie gegen Transportschäden gesicherte Netzteil, eine Tüte mit Zubehör und ein kleiner weiterer Karton zum Vorschein.
Lieferumfang des Beutels:
- Kaltgerätekabel
- Kabelkappen zum Schutz von nicht gebrauchten Kabeln
- 5x Montageschrauben
- 2x kleine Kabelbinder
- 5x Klettkabelbinder
Lieferumfang des Extrakartons:
- Ausführliche Bedienungsanleitung
- 2x 6-Pin VGA Softtouchkabel für PCIe
- 2x 4-Pin Molex Softtouchkabel
- 2x SATA Kabel
- 2x 4-Pin Molex
- 2x 4-Pin Molex mit jeweils einem Floppyanschluss
- 1x 12V 4-Pin Kabel
- 1x Großer Kabelbinder

Technische Daten
Leistung: 530W
Input: 115-230V
Eingangsfrequenz: 47-62Hz

Belastbarkeit der Schienen:
+3,3V: 26A
+5V: 30A
+12V: 33A (Combinded Power)
+12V1/2: jeweils 20A (Split Power)
-5V: 0,8A
-12V: 1A
+5VSB: 2,5A

Leistung der Schienen:

+3,3V und +5V: 180W
+12V: 396W

Sicherheitsmechanismen
- Aktiv PFC (Power Factor Control)
- OVP (Over Voltage Protection): Überspannungsschutz
- OCP (Over Current Protection): Schutz vor zu hohen Strömen
- OPP (Over Power Protection): Überlastungsschutz
- OTP (Over Temperature Protection): Überhitzungsschutz
- SCP (Short Circuit Protection): Kurzschlussschutz

Das waren erstmal alle wichtigen technischen Daten. Die Erklärungen sollten ausreichend sein, allerdings wissen viele nicht worum es sich bei PFC, auf gut Deutsch Leistungsfaktorkorrektur, handelt. Die PFC verhindert, dass das Netzteil pulsartige Ströme aus dem 230V-Netz entnimmt, indem es diese in sinusförmige Ströme umwandelt, da pulsartige Ströme zum einen die Verlustleistung in Trafostationen, aber zum anderen auch die Ausgleichsströme im heimischen Netz erhöhen.

Das Netzteil Part 1
Hier sehen wir unser Prachtstück. Das TG530-U15 kommt in einem äußerst dezenten und stilvollen matt-schwarz daher. Auf seiner Oberseite trägt es einen thermogeregelten 120mm Lüfter, der immer für die richige Temperatur im Netzteil sorgt. Die essenziellen Adern, wie z.B. die des 20/24Pin oder 4 Pin Anschlusses für das Mainboard sind nichtmodular, d.h. fest angebracht. Die anderen Kabel für 4-Pin Molex, 6 Pin PCIe Anschluss, SATA etc lassen sich nach belieben hinzufügen. Dieser modulare Aufbau sorgt dafür, dass immer nur soviele Kabel wie benötigt im Rechner herumschwirren. Dies sieht a) besser aus und sorgt b) für eine bessere Luftzirkulation.
Die Rückseite des Tagan Easycon 530W gleicht einem Lochgitter. Dadurch kann der durch den großen 120mm Lüfter erzeugte Luftstrom ohne Störgeräusche nach außen abgeleitet werden. Zu kleine Öffnungen würden ein Zischen, oder andere störende Nebengeräusche erzeugen.
Auf der Rückseite befindet sich ebenso ein kleiner roter Schalter nebst einer blauen LED. Mit diesem Schalter lassen sich die 2 12V-Adern splitten, oder vereinen. Im "Combinded"-Modus stellen die Adern zusammen 33A zur Verfügung. Im "Split"-Modus sind es auf jeder der 2 Adern seperate 20A. Läuft das Netzteil im "Split"-Modus und wird eine Ader mit mehr als 20A belastet, so springt der Schalter automatisch unter Signalgebung der blauen LED um.

Das Netzteil Part 2
Das Netzteil ist außen herum 1A verarbeitet. Selbst die kleinsten Kratzer würde man auf dem matten Untergrund bestens sehen können, allerdings ist nicht der kleinste Mangel zu erkennen.
Hier sehen wir die auf dem Netzteil angebrachte Leistungstabelle und ein Diagramm, welches die Auslastung des Netzteils im Bezug auf die Lüfterdrehzahl und somit die Lautstärke darstellt. Bei 20% dreht der Lüfter mit 1570 UPM, was einer Lautstärke von ca 24 dB entspricht. Bei Volllast sind es 2600 UPM und somit 30 dB. Auch beim Benchmarken und einer damit verbundenen hohen Auslastung bleibt das Tagan Easycon angenehm kühl und stört dennoch nicht durch eine zu hohe Lautstärke. Ganz im Gegenteil, das Netzteil ist im Case verbaut auch auf Volllast praktisch nicht wahrzunehmen.
Das Innenleben
Das Netzteil wird wie üblich durch das Lösen der 4 auf der Oberseite befindlichen Schrauben geöffnet. Dies ist jedoch im Privateinsatz nicht nötig und auch keinesweges zu empfehlen, denn wer sich nicht mit der Materie auskennt könnte sich und auch seine Hardware in Gefahr bringen. Außerdem erlischt beim Öffnen des Gerätes die Garantie von 36 Monaten.
In dem TG530-U15 ist es wie zu erwarten war doch recht voll. Allerdings sind alle Komponenten bestmöglich verteilt und vor allem sehr sauber verarbeitet. Es fallen keine unsauberen Stellen auf. Durch die segmentierten Kühlkörper wird gewährleistet, dass der Luftstrom des 120mm Lüfters nicht nur die Kühlkörper selbst und somit die FETs, sondern auch die darunter liegenden Bauteile ausreichend kühlt. Die auf dem 2ten Bild zu sehenden Kabel liegen nicht im Luftstrom, und stören diesen somit auch nicht.

Die Kabel Part 1
Hier sehen wir die essentiellen Adern des Easycon 530W (20/24Pin und 4 Pin für den Anschluss ans Mainboard und einmal Masse). Sie sind im Gegensatz zu den modularen Kabeln nicht abnehmbar, sondern fest. Das verhindert vor allem, dass an etwaigen - jetzt ja nicht vorhandenen - Verbindungsstellen bei diesen wichtigen Kabeln Spiel auftritt oder auch die Kontakte korrodieren und somit die Leitfähigkeit schlechter wird. Alle dieser festen Kabel sind 500mm lang und abgesehen von der Masse-Ader in Gewebeschlauch gehüllt.
Je nachdem welchen Standart man verwendet, können die Anschlüsse für das Mainboard beliebig angepasst werden. So kann der 20 Pin Anschluss wenn nötig auf 24 Pin...
...und der blaue 4 Pin Anschluss auf 8 Pins erweitert werden. Welche Kombinationen ihr benötigt erfahrt ihr in eurem Mainboardhandbuch.

Die Kabel Part 2
Dies ist das mitgelieferte Kaltgerätekabel. Es ist satte 1,5 Meter lang und wirkt äußerst edel durch den golden schimmernden Gewebeschlauch unter der Kunststoffummantelung und die - wie bei allen anderen Kabeln auch - vergoldeten Kontakte.
Kommen wir nun zu den modularen Kabeln. Hier zu sehen sind: das 4 Pin Molex-Kabel für HDD und Grafikkarte, das 4 Pin Molex-Kabel mit jeweils 2 Anschlüssen pro Strang und das Kabel welches einen großen und einen kleinen 4 Pin Molex-Anschluss trägt (Von links nach rechts). Die letzten beiden Kabeln haben jeweils eine Länge von 450+150mm. Das linke Softtouchkabel ist 550mm lang. Dieses ist im Gegensatz zu den beiden anderen mit einem 2fachen EMV-Schutz ausgestattet. Der Nachteil des Softtouchkabels besteht aber darin, dass es unter Umständen durch die fast schon klobige Gummiummantelung am Stecker nicht mit allen Grafikkarten verwendet werden kann.
Hierbei handelt es sich um das 6 Pin VGA-Kabel für PCIe, das zusätzliche 4 Pin Kabel, um aus dem festen 4 Pin-Anschluss fürs Mainboard einen 8 Pin-Anschluss zu machen, und das SATA Kabel. Die ersten beiden Kabel sind wieder 500mm lang, das dritte misst 550+150mm. Auch das 6Pin Kabel für PCIe ist wieder mit einem 2fachen EMV-Schutz ausgestattet. Alle mitgelieferten Kabel verfügen über eine Länge, die ausreichend sein sollte, um das Netzteil auch in einem Bigtower verweden zu können.
Damit die verschiedenen Anschlüsse, die von außen eventuell die gleiche Form, aber andere Adern haben, nicht vertauscht werden können, sind unbenutzte Pins "ausgegossen". Damit wird es unmöglich z.B. den hier zu sehenden 6 Pin PCIe Anschluss (rechts) in einen Netzteilanschluss für die 4 Pin Molex Kabel (links) zu stecken.
Das Netzteils mit den gewünschten Kabeln zu versehen ist natürlich kinderleicht. Am Netzteil sind dazu 6 schwarze Anschlüsse für SATA oder beliebige Kabel mit Molexanschlüssen, 2 dunkelblaue Anschlüsse für die 6 Pin PCIe Kabel und ein hellblauer Anschluss für das Erweiterungskabel von 4 auf 8 Pin fürs Mainboard vorhanden. Man steckt nun einfach nur die benötigten Kabel in die Anschlüsse ein und fertig!

Verschiedenes
Zusätzlich zu den Kabeln liegen dem Netzteil neben anderem diversen "Kleinkram" auch nocht Schutzkappen für die Anschlüsse bei. 4 Stück davon sind für SATA Stecker, 7 für 4 Pin Molex, 2 für kleine Molexanschlüsse (Zur Stromversorgung von Diskettenlaufwerken) und 2 weitere für die 6 Pin PCIe Anschlüsse.
Diese Kappen schützen die Kontakte unbenutzter Kabel vor Korrosion und mechanischer Beschädigung.
Um die Handhabung des Netzteils so einfach wie möglich zu gestaltet, liegt dem Netzteil außerdem noch eine ausführliche Bedienungsanleitung bei.
Sie umfasst satte 83 Seiten, von denen jeweils 13 Seiten einer einzelnen der 6 verschiedenen Sprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch) gewidmet sind.
Das einzige Manko der Anleitung ist die schlecht geratene Maschninenübersetzung. So wurde viele Wörter einfach direkt übersetzt, was den eigentlichen Sinn total verfälscht. Aus "Load" wurde z.B. "Ladung", obwohl es eigentlich "Auslastung" bedeutet. Solche Fehler sind an den verschiedensten Stellen zu finden.

Test

Kommen wir nun zum wohl wichtigsten Teil des Reviews: Dem Leistungstest

Dazu wurde das Netzteil mit folgender Hardware betrieben und mehrere Stunden lang durch 3DMark 2003 und andere Benchmarks belastet.

Venice 3000+@2,5Ghz
Radeon X800XL
1GB DDR PC-3200 @2,5-3-3-5-2T
MSI K8N Neo4 Platinum
2x Ata 133 Seagate Barracuda 160GB 7200rpm 8mb cache

Die in den Diagrammen zu sehenden Werte sind die Toleranzen, die minimalen und maximalen Messwerte, sowie die Nennwerte. Die Prozentzahl steht für den Anteil der gemessenen an der maximal zulässigen Schwankung. Die 3 Diagramme stehen natürlich für die 3 wichtigsten Adern: +12V, +5V und +3,3V.
Wie man sieht erreichen die Schwankungen nicht im Geringsten die Toleranzgrenzen. Das Netzteil leistete also zuverlässig seinen Dienst.
Fazit

Pro
+ Hohe Leistung und geringe Spannungsschwankungen
+ Geringe Lautstärke
+ Moldularer Aufbau
+ Schlichtes Design
+ Auf diverse Standarts anpassbar
+ Makellose Verarbeitung

Contra
- Schlechte Übersetzungen im Handbuch
- 2 der 4Pin Molex Kabel nicht mit allen Grafikkarten kompatibel

Das Tagan Easycon 530W konnte in unserem Review auf voller Linie überzeugen. Es ist sehr leistungsstark, durch den thermogeregelten 120mm Lüfter aber trotzdem immer flüsterleise. Der modulare Aufbau und die hohe Kompatiblität machen es außerdem vielseitig einsetzbar und der User kann das Netzteil immer seinen Ansprüchen anpassen. Lediglich die klobige Ummantelung der 4Pin Softtouch-Stecker und die schlecht geratene Übersetzung des Handbuches fallen negativ auf. Diese Mankos sind aber nicht schwerwiegend, da man das Handbuch trotzdem versteht und falls der Stecker wirklich nicht passen sollte auch einen der Dünnen verwenden kann. Das TG530-U15 ist für 90-100 Euro in diversen Onlineshops zu bekommen und siedelt sich damit im - für Markennetzteile - mittleren Preissegment an. Wer hohe Ansprüche an sein Netzteil stellt und dennoch nicht bereit ist weit mehr als 100 Euro dafür auszugeben ist mit dem Tagan Easycon 530W also sehr gut beraten.

Wegen der sehr guten Leistungen in diesem Review vergeben wir unseren DeXgo Gold Award für das Tagan Easycon 530W.
DeXgo-Gold-Award

Danksagung

Dieser Artikel entstand mit freundlicher unterstützung von MaxPoint.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Snippy verfasst.
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