» Artikel » How² do's » PC im Eigenbau

PC im Eigenbau


Einleitung

Viele Enthusiasten schwören darauf, ihre PCs komplett selbst zu bauen. Neben dem, dass sich so jede Komponente individuell aussuchen lässt und sich oft auch Bares gegenüber dem Kauf eines Komplett-PC sparen lässt, kann so ein PC-Bau eine spannende und lehrreiche Erfahrung sein. In diesem Guide wollen wir Schritt für Schritt anhand von Bildern erklären, wie ein Gaming-tauglicher PC von Grund auf zusammengebaut wird. Auch alle, die ein Upgrade an einem bereits vorhandenen PC durchführen wollen, und sich nicht ganz sicher sind, wie das geht, könnten hier fündig werden.

Überlegungen zu diesem Guide

Die genaue Abfolge von so einem Zusammenbau sind nicht in Stein gemeißelt. Je nach Komponenten und persönlichen Vorlieben kann es Sinn machen, einige Schritte in anderer Reihenfolge vorzunehmen.
Wegen der unüberschaubar großen Anzahl verschiedener Gehäuse, CPU-Kühler, Mainboards und weiterer Komponenten kann nicht jede mögliche Kombination und deren Besonderheiten beschrieben werden. Dieser Guide ist auf Intel-Prozessoren ausgelegt, der verwendete Kühler ist von Zalman, das Gehäuse ist ein Midi-Tower mit ATX-Standard und weitgehend werkzeugfreien Installationsmöglichkeiten. Bei anderen Kühlern und AMD-CPUs könnten sich einige Montageschritte unterscheiden, ansonsten sind die meisten Erklärungen universell anwendbar.
Verwendete Komponenten:

- Intel Core2Quad Q6600 @ 4x2.4GHz
- ASUS P5K SE Mainboard
- Gainward BLISS 8800GT (G92), 512MB
- 4GB Mushkin Arbeitsspeicher, DDR2-800
- 320GB Festplatte von Samsung
- Samsung WriteMaster DVD-Brenner
- Super Flower 550W Netzteil
- Zalman CNPS7700 CPU Kühler
- Fanmate Lüftersteuerung
- Arctic Silver 5 Wärmeleitpaste
- Raidmax Smilodon Gehäuse
Hier noch das verwendete Raidmax Smilodon Gehäuse.
Benötigte Wekzeuge

Werkzeuge werden fast keine benötigt. Bis auf Ausnahmefälle reicht ein Schraubenzieher für den gesamten PC-Bau aus. Weiter nützlich, aber nicht zwingend nötig sind Kabelbinder, Klebeband, Schere und ein Plastikspachtel. Mit einem handelsüblichen Multitool ist man komplett auf der sicheren Seite, benötigt wird es meist nur in "Notfällen" z.B. wenn man per Zange eine vermurkstes Teil zurechtbiegen muss.

Außerdem empfiehlt es sich einen Mülleimer bereitzustellen. Da gerade bei der Verpackung der einzelnen Komponenten sehr viel Abfall anfällt, lohnt es sich, diverse Behältnisse (oder Plätze am Fußboden) für Karton-, Plastik- und sonstigen Abfall bereitzustellen.
Vorbereitung

Bevor die erste Komponente ausgepackt wird, sollte entweder ein antistatisches Armband angezogen, oder ein geerdetes Stück Metall angefasst werden (z.B. Heizung). Dies stellt sicher, dass sich keine statische Spannung bei Berührung auf eine der Komponenten entlädt, was zu Schäden führen könnte. Dabei ist auch darauf zu achten, dass man sich während des Umbaus nicht wieder statisch auflädt. Man sollte also z.B. besser nicht auf einem Teppichboden bauen und gewisse Kleidungsstücke, wie Pullover, die sich leicht durch Reibung aufladen, vermeiden. Notfalls kann auch einfach jedesmal vor dem Anfassen einer Komponente erneut ein Heizkörper berührt werden.

1. Teil: Netzteil einbauen
Als erstes bauen wir das Netzteil in das Gehäuse ein.
Wir entfernen die Seitenwand vom Gehäuse und schieben das Netzteil von innen auf die vorgesehenen Schienen. Dabei ist zu beachten, dass der Netzteillüfter nach unten, zum Gehäuseinneren gerichtet ist.

Bei manchen Gehäusen lässt sich das Netzteil auch mit Hilfe eines Einbaurahmens anbringen und wird dann von außen ins Gehäuse geschoben.
Nun wird das Netzteil an der Rückseite des Gehäuses an diesen vier Stellen mit Schrauben befestigt.
2. Teil: Mainboard vorbereiten

Als erstes ersetzen wir die Blende an der Gehäuserückseite.
Die mit dem Gehäuse mitgelieferte Blende lässt sich mit etwas Druck nach innen herauslösen.
Jetzt wird die mit dem Mainboard mitgelieferte Blende eingefügt. Dazu wird sie von innen her in die Öffnung gedrückt, bis sie an allen Seiten einrastet. Die Mainboardblende ist eines der weniger Bauteile, die verkehrt herum eingebaut werden können. Daher ist hier darauf zu achten, dass die Anordnung der Öffnungen mit den Anschlüssen am Mainboard übereinstimmt.
Da während des Einbaus mehrmals Druck auf das Mainboard ausgeübt wird, sollte es auf eine leicht polsternde Unterlage gelegt werden. Das Mainboard liegt meist in der Verpackung bereits auf einer Polsterung (hier Karton), die als Unterlage verwendet werden kann.
Eine weitere Möglichkeit ist, den Einbau am Mainboard direkt in der Schachtel vorzunehmen, nachdem das Zubehör raus genommen wurde.

Im Allgemeinen ist bei der Handhabung des Mainboards ein gewisses Maß an Sorgfalt empfehlenswert. Die Bauteile auf dem Mainboard sollten so wenig wie möglich angefasst werden. Mainboards lassen sich in der Regel sehr gut an den Rändern der Platine anfassen und bewegen.
Das Raidmax Smilodon Gehäuse verfügt zwar über einen äußerst praktischen, ausklappbaren Mainboardschlitten, da aber die meisten Gehäuse nicht über dieses Feature verfügen, wird hier der Zusammenbau ohne Mainboardschlitten gezeigt.

Wer über einen solchen Mainboardschlitten verfügt, kann natürlich getrost zuerst das Mainboard anbringen und danach die Teile einbauen.

3. Teil: CPU einbauen
Vorbereitend wird die CPU aus der Verpackung genommen. Die Schutzfolie wird dabei noch dran gelassen.

Die CPU sollte immer nur sachte an den Rändern berührt werden. Auf der Unterseite sind die Kontakte, die man sowieso nicht berühren sollte und am Heatspreader an der Oberseite könnten Fingerabdrücke (Fett) die Kühlleistung beeinträchtigen.
Als erstes wird der Verschluss der CPU-Klappe gelöst.
Die Klappe wird geöffnet...
... und die Plastikabdeckung entfernt. Die nun offenliegenden Pins sollten auf keinen Fall berührt werden.
Nun nehmen wir wieder die CPU und lösen die Plastikabdeckung von deren Unterseite ab.
Als nächstes wird die CPU platziert. Dabei muss nur auf die Ausrichtung der beiden Kerben geachtet werden. Die CPU sitzt nur, wenn sie richtig ausgerichtet ist, die Gefahr hier einen Fehler zu machen ist also minimal. Die CPU wird nur sachte platziert, Druck ist dabei nicht notwendig.
Nun wird die Klappe über der CPU wieder geschlossen...
... und durch Herunterdrücken und Einklinken des Verschlussriegels fixiert.
So sieht die fertig eingebaute CPU aus.

4. Teil: RAM einbauen
Die Haltebügel an den Speicherbänken werden gelöst. Wenn zwei RAM-Riegel verbaut werden, sollten diese in zusammen koordinierten Speicherbänken platziert werden. Bei Intel-Mainboards sind diese in der Regel versetzt zueinander (d.h. die Erste und Dritte sowie die Zweite und Vierte von vorne gehören zusammen). Bei AMD-Mainboards liegen die zusammengehörenden Speicherbänke nebeneinander (Der Erste und Zweite sowie die Dritte und Vierte gehören zusammen). Im Zweifelsfalle ist diese Information auch dem Mainboardhandbuch zu entnehmen.
Der erste RAM-Riegel wird in die Schienen an den Speicherbänken geschoben.
Auch beim RAM sorgt eine Kerbe dafür, dass die Riegel nur richtig herum eingesetzt werden können.
Nun wird ebenmäßig Druck an beiden Enden des Riegels ausgeübt, bis die Haltebügel von selbst wieder nach oben klappen.
Der selbe Vorgang wird beim zweiten RAM-Riegel wiederholt.

5. Teil: Wärmeleitpaste auftragen

Die folgenden zwei Schritte, Auftragen der Wärmeleitpaste (WLP) und Installieren des Einbaurahmens für den CPU-Kühler, können nach Vorliebe auch vertauscht werden.
Wird der Kühler-Rahmen zuerst angebracht, ist die CPU weniger gut erreichbar, was das Auftragen der WLP erschweren kann.
Wird, wie im Beispiel, die WLP zuerst aufgetragen, muss während der Montage des Kühler-Rahmens darauf geachtet werden, dass man die bestrichene CPU nicht anfasst oder die WLP sonstwie verschmiert. Für das Beispiel wird diese Reihenfolge gewählt, weil die CPU ohne Kühler-Rahmen auf den Bildern besser sichtbar ist.
Wir verwenden Arctic Silver 5, da diese WLP sehr gute Temperaturwerte erreicht und äußerst zuverlässig ist. Einziger Nachteil von Arctic Silver 5 ist, dass die Paste recht zäh ist und deshalb für ein sauberes Auftragen etwas Fingerspitzengefühl voraussetzt. Alternativ lässt sich auch Arctic Silver 3 empfehlen; sie ist beim Auftragen leichtgängiger als Arctic Silver 5. Egal, welche WLP schlussendlich gewählt wird, die meisten davon können auf die hier beschriebene Weise aufgetragen werden.
Einige Hersteller liefern ihre CPU-Kühler bereits mit einer Schicht aufgetragener WLP. In diesem Falle kann der folgende Schritt übersprungen werden.
Als erstes wird eine kleine Menge WLP auf die CPU gegeben. Es wird nur sehr wenig WLP benötigt
Die hier gezeigte Menge ist bereits mehr als eigentlich nötig. Das ist aber nicht weiter Schlimm, da der Überschuss am Spachtel zurückbleibt.
Mit einem kleinen Spachtel aus Kunststoff oder Karton wird die WLP auf der ganzen Fläche der CPU verteilt. Dazu ist kein besonderer Spachtel notwendig, ein zugeschnittenes Stück Karton oder (wie im Bild) Plastik einer der Verpackungen ist dafür bereits bestens geeignet.
Am Schluss bleibt nur eine Hauchdünne, gleichmäßige Schicht auf der CPU.
Nun nehmen wir uns noch der Kontaktfläche des Kühlers an.
Wir benutzen hier ein klein wenig WLP, die am Spachtel zurückblieb und ein sauberes Stück übrige Verpackung, die über den Finger gestülpt wird.
Dieser Schritt benötigt nur eine minimale Menge WLP. Diese wird mit einigem Druck auf der Kontaktfläche des Kühlers verstrichen.
Wir verstreichen so lange, bis die WLP kaum noch sichtbar ist. Wurde zu viel aufgetragen, wird die Fläche am Kühler nochmals abgewischt. Dieser Schritt dient nur dazu, die WLP in kleinste Unebenheiten der Kühlerfläche zu verteilen.

6. Teil: CPU-Kühler anbringen
Um den Einbau-Rahmen für den Zalman anzubringen, kehren wir das Mainboard um und platzieren den unteren Teil des Rahmens unter der CPU.
Die obere Komponente des Einbau-Rahmens wird anhand von vier Schrauben mit der Unteren verbunden. Diese Schrauben sollten handfest angezogen werden, so dass der Einbau-Rahmen fest und ohne Bewegungsspielraum sitzt. Der Einbau-Rahmen hat an einer Ecke eine Ausbuchtung. Der Rahmen wird so ausgerichtet, dass diese Ausbuchtung an jener Ecke liegt, an der der Verschlusshebel der CPU-Abdeckung angebracht ist.
Die mit "S-Type" bezeichneten Schraubenklammern werden am Kühler angebracht.
Der Kühler wird auf der CPU platziert.
Nun müssen die beiden Schrauben seitlich des Kühlers angezogen werden, um den Anpressdruck des Kühlers zu erzeugen. Dazu wird zuerst die Schraube auf einer Seite heruntergedrückt bis sie einrastet und nur ein- zwei Umdrehungen weit eingeschraubt. Danach wird die gegenüberliegende Schraube heruntergedrückt bis sie einrastet und ebenfalls ein- zwei Umdrehungen weit eingeschraubt. Jetzt werden die Schrauben abwechselnd, immer um nur wenige Umdrehungen weiter eingeschraubt, bis schließlich beide am Anschlag sind. Dieses Verfahren vermeidet, dass übermäßiger Druck asymmetrisch auf der CPU lastet.
Zuletzt kann der fertig platzierte Kühler noch am CPU-Fan-Header am Mainboard angeschlossen werden. Wir werden im späteren Verlauf des Einbaus noch die Fanmate Lüftersteuerung dazwischenschalten.
Viele CPU-Kühler verwenden für die Installation die Intel-Push-Pins (im Bild am Intel Boxed-Kühler). Diese sind sehr einfach anzubringen und benötigen keinen Einbau-Rahmen. Der Original-Kühler von Intel ist übrigens nicht sehr empfehlenswert: er ist sehr laut, verursacht starke Vibrationen und bietet auch keine sehr gute Kühlleistung.

7. Teil: Mainboard und Grafikkarte einbauen
Dank des ausklappbaren Mainboardschlittens fällt dieser Schritt mit unserem Gehäuse sehr einfach aus. Bei Gehäusen ohne dieses Feature, empfiehlt es sich, das Mainboard (vorsichtig!) schräg auf die unteren Kante des liegenden Gehäuses zu legen und in dieser Position die Anschlüsse für Front-LEDs und Gehäuseschalter anzubringen. Das Anbringen dieser Anschlüsse, nachdem das Mainboard schon im Gehäuse verschraubt ist, kann sonst sehr fummelig werden.
Wer ein Asus Mainboard verwendet, braucht sich darum weniger Gedanken machen und freut sich stattdessen über den sehr praktischen Asus Q-Connector. Zu den Front-Anschlüssen ist noch zu erwähnen, dass bei einigen Mainboards die HDD LED auch als IDE LED bezeichnet wird. Die bunten Kabel sind jeweils der "+" Pol, die weißen oder schwarzen der "-" Pol (dieser wird oft mit Ground oder GND bezeichnet).
Für unser Mainboard werden an diesen angezeigten Positionen die Spacer am Mainboardschlitten angebracht. Anordnung und Anzahl der benötigten Spacer sind je nach Mainboard-Format unterschiedlich. Die Anordnung hier entspricht dem ATX Standard. In der Regel sind Gehäuse ab Midi-Tower Größe mit ATX, dem grösseren Full-ATX, sowie auch dem kleineren Micro-ATX Standard kompatibel. Vor dem Kauf sollte aber auf jeden Fall überprüft werden, wie sich Mainboard und Gehäuse vertragen.
Das Gehäuse wird nun auf dem Mainboardschlitten platziert und angeschraubt.
Die von der Grafikkarte besetzten Slotblenden werden entfernt. An unserem Gehäuse werden diese einfach von Hand abgeknickt und durch hin- und herbewegen heraus gebrochen. Grafikkarten mit zwei-Slot-Kühlung besetzen im obersten PCI-E x16 Slot in der Regel die zweite und dritte Slotblende von Oben.
Die Grafikkarte wird in den PCI-E x16 Slot geschoben und mit zwei Schrauben am Mainboardschlitten angebracht.
Falls nicht schon erledigt, werden nun die Gehäuseschalter und -LEDs angeschlossen.
Als nächstes verbinden wir noch Frontaudio und -USB. Während die USB-Anschlüsse in der Regel am unteren Ende des Mainboards zu finden sind, ist der interne Audio-Anschluss je nach Hersteller unterschiedlich positioniert. Das Handbuch des Mainboards gibt hier Auskunft.

8. Teil: Optisches Laufwerk und Festplatte einbauen
Der Einbau des optischen Laufwerks und der Festplatte kann auch zu einem anderen Zeitpunkt, z.B. vor dem Einbau des Mainboards erfolgen. Bei den meisten Midi-Tower Gehäusen muss beim Einbau der Festplatte darauf geachtet werden, dass diese sich auf einer Höhe befinden, auf der sie der Grafikkarte nicht in die Quere kommen. Grafikkarten mit 24cm oder 27cm Baulänge ragen meist über das Ende des Mainboards heraus.
Am Smilodon-Gehäuse wird die Haltevorrichtung zuerst entfernt, bevor das Laufwerk eingeschoben wird. Je nach Gehäuse werden die Laufwerke anders angebracht, eine einfache, werkzeuglose Installation ist inzwischen Standard.
Die Frontblende aus Plastik wird mit leichtem Druck von Innen herausgelöst. Von vorne her wird nun das Optische Laufwerk eingeschoben. Bei manchen Gehäusemodellen muss die Gehäusefront ganz entfernt werden, bevor sich ein Laufwerk einschieben lässt.
Das Laufwerk wird so weit eingeschoben, bis es mit der Front bündig ist, und sich die Schraubengewinde am Laufwerk genau auf Höhe der Löcher am Gehäuse befinden. Nun wird die Haltevorrichtung wieder angebracht um das Laufwerk zu befestigen.
Das Smilodon-Gehäuse verfügt über einen drehbaren HDD-Käfig. Um diesen auszuschwenken, wird eine Thumbscrew gelöst und der Halteclip per Druck nach unten geöffnet.
Die dem Gehäuse beiliegenden HDD-Schienen werden an der Festplatte befestigt.
Die Festplatte wird in den HDD-Käfig geschoben, bis sie einrastet. Nun kann der HDD-Käfig wieder in die ursprüngliche Ausrichtung gebracht werden. Auch die Art und Weise, in der HDDs eingebaut werden, ist von Gehäuse zu Gehäuse unterschiedlich. Dass beim Gehäuse HDD-Schienen beiliegen, die eine werkzeugfreie Installation ähnlich der hier beschriebenen ermöglichen, ist allerdings weit verbreitet.

9. Teil: Interne Stromkabel anschließen

In diesem Teil werden alle Komponenten für die benötigte Stromzufuhr mit dem Netzteil verbunden.
Als erstes nehmen wir uns den 24Pin Mainboard-Anschluss vor. Dieser besteht bei vielen Netzteilen aus 20+4 Pins, um Abwärtskompatibilität zu 20Pin Mainboards zu gewährleisten.
Die 24 Pins werden am Mainboard eingesteckt. Dabei muss man sich um die Ausrichtung keine Sorgen machen. Dank der asymmetrischen Form der Stecker passt dieser, wie auch alle anderen Stromanschlüsse, nur in der korrekten Ausrichtung.
Jetzt kommt der zweite Stromanschluss fürs Mainboard, ein 4Pin, zum Zug. Bei manchen Mainboards ist der zweite Stromanschluss auch mit 8 Polen ausgestattet und viele Netzteile bieten passend dazu einen zweiten 4Pin Stecker, der sich mit dem ersten zusammen anschließen lässt. Allerdings ist es auch möglich, nur einen 4Pin Stecker an einem 8Pin Mainboard zu verwenden.
Wir schließen den 4Pin Anschluss an. Der zweite 4Pin Anschluss, den wir nicht benötigen, wird per Kabelbinder am Kabel befestigt, damit er aus dem Weg ist.
Als nächstes wird die Grafikkarte mit Strom versorgt. Hier kommt meist ein 6-Poliger Anschluss zum Einsatz. 2x6Pin oder 8Pin gibt es bei extremen Grafikkarten auch vereinzelt.
Die Grafikkarte wird angeschlossen.
Nun werden noch die Laufwerke angeschlossen. Dazu kommen Sata-Anschlüsse oder 4Pin-Molex Stecker zum Einsatz.
Das optische Laufwerk wird angeschlossen.
Da bei unserem Netzteil die beiden Sata-Anschlüsse zu nahe beieinander liegen, verbinden wir die Festplatte mit Hilfe eines 4pin-Molex-zu-Sata Adapters.

10. Teil: Datenkabel anschliessen, Kabelführung optimieren.
Wir brauchen für die Datenverbindungen nur SATA-Kabel. Für das weit oben im Gehäuse angebrachte optische Laufwerk eignet sich hier diese abgeknickte Variante.
Festplatte und DVD-Laufwerk werden an den SATA-Anschlüssen am Mainboard angeschlossen.
Wir wollen noch die Fanmate-Lüftersteuerung anschließen, die unserem CPU-Kühler beiliegt. Dazu wird diese zwischen den CPU-Kühler und das Mainboard geschaltet: der Female-Stecker (A) wird am CPU-Fan-Header am Mainboard angeschlossen, am Male-Stecker (B) wird der Lüfter des CPU-Kühlers angeschlossen.
Wir entscheiden uns, den Fanmate unten im Gehäuse mit dem doppelseitigen Klebestreifen anzubringen. Das Kabel könnte z.B. auch durch eine Slotblende nach außen geführt werden, um den Fanmate an der Rückseite des Gehäuses anzubringen.
Nun geht es an die Kabelführung. Es empfiehlt sich, möglichst viele Kabel mit Kabelbindern oder Klebeband zu bündeln und im Gehäuse zu fixieren. Je chaotischer die Kabelführung im Gehäuse, desto stärker wird der Luftstrom beeinträchtigt.
Bei uns zeigt sich bei diesem Schritt, dass wir ein eher kostengünstiges Netzteil verwenden und dadurch viele der Kabel zu kurz geraten sind bzw. sich nicht sauber an den Außenseiten entlang führen lassen.
Die Faustregel ist, je mehr Kabel im Gehäuse vorhanden sind und je kompakter das Gehäuse, desto wichtiger ist eine gute Kabelführung.
Die Gehäuselüfter werden entweder mit Lüfteranschlüßen an den Fan-Headern, am Mainboard, oder wie hier mit 4pin-Molex Steckern vom Netzteil verbunden.
So sieht der fertig zusammengebaute PC mit geschlossenem Seitenteil aus.
Nun können Monitor, Tastatur etc. angeschlossen werden. Der PC wird dann ans Stromnetz angeschlossen. Nun kommt der Schritt, in dem man auf den Power-Schalter drückt und hofft, dass sich etwas tut.

Nach dem Start lohnt ein Blick ins BIOS, um die Funktion aller Geräte zu überprüfen. Der PC sollte nun, wenn eine Installations-CD eines Betriebssystems eingelegt wird, in die Installation starten.

So ein PC-Bau ist heutzutage nicht mehr all zu kompliziert und das Risiko, schwerwiegende Fehler zu machen ist nur noch minimal. Wer in Technik-Angelegenheiten nicht gerade zwei linke Hände hat, kann so einen Eigenbau mit ein wenig Geduld und Sorgfalt problemlos bewältigen. Als Lohn für die Mühe hat man dann ein einmaliges System, in dem auch ein bisschen Herzblut steckt. Viel Spass mit dem neuen PC!
.

Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread