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SLI-System: 8800 GT SLI vs. 9800 GX2


Einleitung

Wer sich nach einem High-End-PC umschaut, mag als Grafiklösung die momentane Leistungskönigin 9800 GX2 ins Auge gefasst haben. Dafür muss aber tief in die Tasche gegriffen werden. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen PC zusammenzustellen, der so nahe wie möglich an die Leistung eines 9800 GX2-Systems rankommt, dabei aber weniger kostet und trotzdem hochwertig ist. Zusätzlich soll das ganze auch noch gut aussehen. Ob der Versuch glückt und ob es wirklich eine günstigere Alternative zur 9800 GX2 gibt, lest ihr in diesem Bericht.

Komponenten

Im folgenden stellen wir euch die Kern-Komponenten des Systems kurz vor. Unter "Top" beschreiben wir, weshalb wir die jeweilige Komponente aussuchten.
Basis unseres 9800 GX2-Herausforderers ist das 780i-SLI Referenzmainboard, in diesem Fall von EVGA vertrieben. Dasselbe Mainboard wird auch von anderen Herstellern wie zum Beispiel XFX verkauft.

Top: Der 780i-Chipsatz von Nvidia ist einer der besseren SLI-Fähigen Chipsätze und dabei noch einigermaßen erschwinglich. Ein Mainboard mit 790-Ultra Chipsatz hätte sehr wahrscheinlich marginal bessere Leistungen erbracht, kostet aber im Verhältnis zum Vorteil viel zu viel.
Als Prozessor kommt ein Intel Core 2 Duo E8400 zum Einsatz.

Top: Es gibt kaum Spiele, die bereits auf mehr als zwei Kerne optimiert sind. Mit zweimal 3,0 GHz und anständigem Übertaktungsspielraum ist der E8400 daher momentan erste Wahl, was das Preis/Leistungs-Verhältnis betrifft.
Für die Grafikleistung unseres Systems sind zwei Gainward BLISS 8800 GT mit je 512 MiB Speicher verantwortlich.

Top: Die BLISS 8800 GT hat in unserem Review sehr gut abgeschnitten und wir sind gespannt darauf, was sie im SLI-Verbund leisten wird. Wichtigster Grund, der für diese Grafikkarten spricht: zwei davon sind bereits ab 272€ erhältlich. Das sind satte 127€ weniger, als die günstigste 9800 GX2 zum Zeitpunkt dieses Schreibens gekostet hat.
Für den Arbeitsspeicher fällt die Wahl auf das Mushkin SP2-6400+ 2x2 GiB Kit.

Top: Einiges spricht für dieses Kit: der Preis ist mit 62€ sehr gut, DDR2-800 bietet momentan das beste Preis/Leistungs-Verhältnis und, last but not least, haben diese Mushkins schöne, grüne Heatspreader, die wunderbar in unser Farbschema passen.
Für die Kühlung des Prozessors wird ein Zalman 9700 NT verwendet.

Top: Wie auch die restlichen Komponenten weist dieser CPU-Kühler ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis auf. Zudem sieht er gut aus und ist mit einer grünen Lüfter-LED ausgestattet.
Der Luftzug durch das Gehäuse wird von zwei Nanoxia FX12-1250 120-mm-Lüftern erzeugt.

Top: Die Nanoxia-Lüfter sind laufruhig, bieten einen guten Luftdurchsatz und sind recht günstig zu haben. Außerdem sind sie grün.
Folgende Komponenten ergänzen das System:

- Eine Samsung 500 GB Festplatte
- Ein Thermaltake Toughpower 700W Netzteil mit modularen Kabeln
- Ein ASUS DRW-2014L1T Laufwerk

Einbau

In diesem Teil geht es nicht darum zu erklären, wie ein solches System Schritt für Schritt zusammengesetzt wird. Dazu haben wir bereits dieses How2. Wir wollen nur einige Details erläutern und euch ein paar Bilder des Systems präsentieren.

Inzwischen wird es deutlich geworden sein, dass wir hier auf ein schwarz-grün-Farbschema setzen. Einzig die roten Platinen der Grafikkarten fallen in dieser Hinsicht aus dem Rahmen. Mit dem Farbschema wollen wir dem System eine interessante Optik verpassen, die der (hoffentlich) großartigen Leistung auch gerecht wird. Übrigens: wir haben diesem System den Codenamen "Goblin" verliehen.
Die Komponenten werden in das Hiper Anubis Gehäuse eingebaut, welches uns im Test sehr gut gefiel.
Außerhalb des Gehäuses wird bereits ein Teil des Zusammenbaus gemacht. CPU, CPU-Kühler und Arbeitsspeicher sind auf folgendem Bild bereits eingesetzt.
Beim Einbau stoßen wir auf keinerlei Schwierigkeiten. USB- und Frontpanel-Anschlüsse auf dem Mainboard werden zwar von der unteren Grafikkarte verdeckt, aber an diesen müssen wir nach dem Einbau keine Änderungen mehr vornehmen.
So sieht der fertige Einbau aus. Die Grafikkarten wurden im ersten und dritten PCI-Express Steckplatz eingesetzt, damit sie sich nicht gegenseitig aufheizen. Dazwischen findet sich noch Platz für eine PCI-E- und eine PCI-Steckkarte.
Was neben dem Mainboard zu sehen ist, ist die Folge eines ziemlich ausführlichen Kabel-Managements. Anstatt sämtliche Kabel zu verbergen, haben wir einige der Kabel versteckt und andere dafür hervorgehoben. Der Kabel-"Salat" und die auffälligen SATA-Kabel sind also (zumindest teilweise) beabsichtigt.
Der Einblick von oben zeigt die roten GPU-Platinen. Grün wäre natürlich passender gewesen, aber die Grafikkarten nach der Platinen-Farbe auszuwählen, würde definitiv zu weit gehen.

Leistungstest

Nun geht es daran, die Leistung dieses Systems zu prüfen. Wir verwenden dazu einen Benchmark-Parcours, der demjenigen aus den Grafikkarten-Tests nicht unähnlich ist. Das System wird mit der beschriebenen Konfiguration sowie auch mit einer 9800 GX2 anstatt der beiden 8800 GT getestet. Nochmals zur Erinnerung: bleiben alle anderen Komponenten gleich, so ist die Konfiguration mit den zwei 8800 GT etwa 130€ günstiger als die mit der 9800 GX2. Unser Ziel ist es, leistungsmäßig so nahe wie möglich an die 9800 GX2 aufzuschließen.
Hier noch ein Bild der Gainward BLISS 9800 GX2, die wir im System einbauten, um die Vergleichswerte zu erhalten.
PT-Boats

Den Anfang macht PT-Boats, welches besonders mit aktivierter Kantenglättung eine echte Herausforderung für Grafikkarten ist. Mit der Auflösung von 1280x1024 Bildpunkten und achtfachem Antialiasing gehen viele Einzelkarten derart in die Knie, dass sie nicht einmal ein FPS zustande kriegen und der Test abgebrochen werden muss. Mal sehen, wie sich unsere Kandidaten schlagen:

8xAA


Beide Karten liefern nur eine ruckelige Wiedergabe dieses Benchmarks. Es sieht für den "Goblin" schon mal ganz gut aus: Die beiden 8800 GT Karten müssen sich nur um ein Haar der 9800 GX2 geschlagen geben.


4xAA


Mit reduzierter Kantenglättung legen beide Systeme sofort eine deutlich höhere und flüssige Framerate vor. Der Vorsprung der 9800 GX2 hat sich nochmals geschmälert.


2xAA


Mit zweifacher Kantenglättung steigen die Framerates ein weiteres Mal an. Diesmal ist das Gespann der 8800 GT Karten sogar marginal schneller als die 9800 GX2.
Wird die Kantenglättung ganz abgeschaltet, ergeben sich Werte, die mit den obigen praktisch identisch sind, deshalb ersparen wir uns ein weiteres Diagramm.


Zwischenbilanz

Dieser erste Benchmark ist bereits erstaunlich gut verlaufen und lässt erhoffen, dass unser Goblin-System sein Ziel erreicht, oder sogar toppen kann. Das 8800 GT-Gespann hat nämlich noch ein Ass im Ärmel: Im Gegensatz zur 9800 GX2 bleiben die Temperaturen auch unter Last bei maximalen 62 Grad Celsius, was ein akzeptabler Wert ist. Das sollte ein weiteres Anheben der Taktraten noch ermöglichen.
Im Rivatuner heben wir die Taktraten an und laut GPU-Z werden diese von beiden Grafikkarten übernommen. Original sind die 8800 GT Karten mit 650 MHz/970 MHz getaktet. Nach einigen Stabilitätstests erweisen sich 720 MHz/1010 MHz als stabil und noch immer in einem sicheren Bereich.

Leistungstest 2

Nun wollen wir mal sehen, was Futuremarks Programme von unseren Systemkonfigurationen halten.

3DMark 06


Im Test mit 3DMark 06 liegen die Endresultate der 9800 GX2 wieder knapp vor dem normal getakteten 8800 GT-Gespann. Das Übertakten wird dann aber mit einem klaren Punkte-Vorteil quittiert.


3DMark Vantage

Performance


Im Performance-Preset des 3DMark Vantage finden wir die selbe Verteilung, etwas deutlicher gestreut, wieder.
Das Performance-Resultat der übertakteten 8800 GT-Variante bescherte uns sogar mit einer Top-Platzierung unter ähnlich konfigurierten Systemen. Da 3DMark Vantage noch ziemlich neu ist, kann es gut sein, dass wir diesen Spitzenplatz fünf Minuten nach dem Screenshot schon wieder abtreten mussten, ein kleines Erfolgserlebnis ist es dennoch.
Extreme


Auch der Extreme-Preset mit der hohen Auflösung von 1920x1200 Bildpunkten und der höchsten Detailstufe verschafft der 9800 GX2 keinen Vorsprung vor die übertakteten 8800 GT Grafikkarten.


Crysis

DirectX 9, HiRes


Crysis unter DirectX 9 mit 1900x1200 Bildpunkten und allen Details auf "High" lässt zwischen den verschiedenen Konfigurationen praktisch keine Unterschiede erkennen. Die Unterschiedlichen Werte liegen alle im Bereich von Zufallsschwankungen.


DirectX 10, HiRes


Während unter DirectX 10 mit den Details auf "Very High" die beiden 8800 GT erstmals deutlich hinter der GX2 zurückfallen, reagiert dieser Benchmark umso deutlicher auf das Übertakten. Sechs Frames pro Sekunde mehr, geben die 8800 GT Karten nach dem Übertakten her.

Analyse

Das für die Grafikleistung gesteckte Ziel ist eindeutig erreicht worden, doch wie sieht es mit den anderen Vorgaben aus? Ist aus unserem "Goblin" ein hochwertiger, preiswerter und gut aussehender PC geworden?

Über die Optik des Systems muss natürlich jeder subjektiv entscheiden, fest steht nur, dass wir optisch (fast) ohne Kompromisse auf einer Linie fahren konnten und dabei alle verwendeten Teile sehr hochwertig sind. Was den Preis betrifft, lassen sich die Einzelteile dieses PCs für ca. 1100€ einkaufen. Für die gebotene Leistung ist dies sehr angemessen. Geneigte Schäppchenjäger können die Teile vielleicht auch zu einem tieferen Preis erhaschen.

Wo hat der vorgestellte PC noch Verbesserungs-Potential?
Zum einen lassen sich natürlich Prozessor und Arbeitsspeicher übertakten, was zu noch besseren Benchmark-Ergebnissen führt. Da es uns aber in erster Linie darum ging, die Grafikkarten gegeneinander antreten zu lassen, passt das Übertakten der anderen Komponenten nicht in den Rahmen dieses Artikels. Eventuell wäre es die bessere Wahl gewesen, auf ein 2-GiB-Arbeitsspeicherkit zu setzen, welches dafür höher getaktet ist. Die einzige wirkliche Schwäche des Systems ist die relativ hohe Lautstärke. Mit der Lüftersteuerung im BIOS des Mainboards und den Einstellungen im Rivatuner lässt sich der PC aber so konfigurieren, dass er im Desktop-Betrieb angenehm leise bleibt. Besonders wichtig ist das Herunter-Regulieren des Northbridge-Lüfters am Mainboard, da dieser bei maximaler Drehzahl unerträglich laut und schrill ist.

Hier noch zwei weitere Impressionen des fertigen PCs, nachdem wir noch für etwas mehr Lichteffekte gesorgt haben:
Fazit

Das Experiment ist geglückt! Letztendlich liegen die beiden Konfigurationen, einmal mit zwei 8800 GT- und einmal mit der 9800 GX2-Karte, in der Leistung praktisch gleich auf. Wo ein Vorsprung vorhanden ist, ist dieser meist so klein, dass er subjektiv nicht wahrgenommen werden kann. Alle, die sich überlegen eine 9800 GX2 Grafikkarte zu kaufen, sollten die hier vorgestellte SLI-Kombination ernsthaft in Betracht ziehen. Nur in Kombination mit einer sehr viel höher getakteten CPU könnte die 9800 GX2 unter Umständen wieder die Nase vorn haben.
Wir möchten gerne euer Fazit zu diesem PC und dem Artikel erfahren. Gefällt euch die Optik des Systems? War der Artikel für euch hilfreich? Lasst es uns im Forum wissen!
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Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von HESmelaugh verfasst.
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