» Artikel » User 4 User » Umbau einer HD4850 auf Artic Cooling S1 Rev. 2

Umbau einer HD4850 auf Artic Cooling S1 Rev. 2


Einleitung

Die 4850 von ATI erfreut sich großer Beliebtheit, noch nie gab es so viel Leistung für so wenig Geld. Doch die Leistung hat auch Nachteile, viel Wärme entsteht und muss abgeführt werden. Leider hat ATI der 4850 trotz dieser Tatsache einen knapp bemessenen Kühler spendiert, der die Grafikkarte geradeso kühlen kann. Auf diese Problematik haben viele Hersteller reagiert und alternative Kühler entwickelt. Doch wie schlägt sich solch eine Eigenentwicklung im Vergleich zum Artic Cooling S1 Rev. 2 und wie lässt sich der Artic Cooling S1 Rev. 2 auf der 4850 richtig montieren.


Die Konkurenten im Detail


Nun kurz einen Überblick über die Kühler und ihre Unterschiede.

PowerColor:
Der Kühler von PowerColor wird gleich montiert auf der 4850 verschickt, es gibt ihn also nicht im Laden ohne Grafikkarte zu kaufen. Im Unterschied zum Referenzdesign braucht der Kühler von PowerColor 2 Slots, was heutzutage aber schon fast normal ist. In der Mitte des Kühlers dreht ein 65mm Lüfter. Über die Drehzahl des Lüfters kann ich leider keine Aussagen machen, da sich im Web keine Informationen über den T&T Lüfter finden lassen.

Der spiegelnde und etwas erhöhte Teil der Bodenplatte besteht aus vernickeltem Kupfer, darauf baut dann die Halteplatte aus Aluminium und die Kühllamellen aus Aluminium auf.
Auf Heatpipes, die die Wärme zusätzlich abführen, verzichtet PowerColor komplett.
Artic Cooling AC1 Rev. 2:
Der Kühler von Artic Cooling fällt durch seine immense Größe und einen sehr großen Lamellenabstand auf, ideal für den passiven oder leicht ventilierten Betrieb. Ohne Aufgesetzten Lüfter verbraucht der Kühler 2 Slots, mit einem 25mm Lüfter braucht er insgesamt 3 Slots. Der Preis ist mit ca. 20 € im Vergleich sehr günstig, leider sieht man dem Accelero den günstigen Preis etwas an. Zum Beispiel lassen sich die Lamellen sehr leicht bewegen und verbiegen.
Wie auf dem Bild zu sehen hat AC vier 6mm Kupfer Heatpipes im Einsatz, die die Wärme direkt von der GPU abführen. Die Wärme gelangt von der GPU über die Heatpipes direkt in die 32 Aluminium-Lamellen, die sich über die gesamte Breite und Länge der 4850 hinaus ausdehnen.
Die Bodenplatte, die nicht poliert ist aber sonst ohne Verarbeitungsschwächen überzeugt, besteht komplett aus Kupfer. In der Bodenplatte sind auch die 4 Heatpipes angebracht.
Die Halterung besticht durch ein verstellbares Befestigungssystem und
verschiedene Montagelöcher. Somit ist der Kühler für viele Grafikkarten geeignet.
Hier geht es zur Kompatibilitätstabelle: klick

Montage Artic Cooling AC1 Rev. 2 - Teil 1


Als erstes möchte ich darauf hinweisen, dass die Garantie beim Kühlerwechsel erlischt, darum sollte man beim Umbau mit Vorsicht und in Ruhe arbeiten.

Da Hardware sehr empfindlich ist, sollte man sich erden um Entladungen auf der Hardware zu verhindern. Entweder man nutzt ein Erdungsband, dass man an einem Heizkörper oder am Erdungsklipp einer Steckdose festmacht oder man fasst immer mal wieder an einen Heizungskörper.



Hier zu sehen das ganze Montagematerial was ich jedem empfehle!
Kabelbinder, Schraubenzieher, Microfasertuch oder Taschentuch, Wärmeleitpaste ( wenn man die schon aufgetragene nicht nutzen möchte ), alte Plastikkarte, Reinigungsmittel (=ArctiClean Reinigungskit ) und einen Seitenschneider.



Als erstes kommt jetzt das angesprochene ArctiClean Reinigungskit zum Einsatz um Grafikchip und Co zu reinigen. Alternativ kann auch hochprozentiger Alkohol wie zum Beispiel Isopropanol genutzt werden, diesen gibt es in den meisten Apotheken. Ich habe zum Abwischen ein Microfasertuch genutzt, ein Taschentuch reicht aber auch aus.
Nach der Reinigung sollte keine Wärmeleitpaste oder Wärmeleitpad Reste mehr zusehen sein. ( Das ist keine 4850 sondern eine X1800XT )



Im nächsten Schritt ist die Wärmeleitpaste dran, ich habe dazu Artic Cooling MX2 genutzt, da diese momentan eine der besten Wärmeleitpasten auf dem Markt ist!
Wer die Standard, von Artic Cooling aufgetragene, Wärmeleitpaste nutzen möchte kann sich gleich zum nächsten Schritt weiter klicken.

Klecks in die Mitte - mit der Plastikkarte verteilen - aufpassen das so wenig wie möglich Wärmeleitpaste daneben geht.







So sollte das Ergebnis aussehen, eine schöne und dünne schicht Wärmeleitpaste.
Wer eine Referenz 4850 sein Eigen nennt, sollte nun die kleinen, von Arctic Cooling mitgelieferten passiven Kühler einsetzen. Wer diese nicht nutzt spielt mit der Gefahr das besonders die Spannungswandler zu heiß werden und die Grafikkarte davon schaden nimmt.
Die Installation der kleinen Kühler ist simpel. Mann muss nur die Schutzfolie an der Unterseite abziehen und dann auf den zuvor gereinigten VRams und Spannungswandlern festdrücken. (Das ist keine 4850 sondern eine X1800XT)

Montage Artic Cooling AC1 Rev. 2 - Teil 2

Nachdem man den Kühler auf den Rücken gelegt hat sollte man als erstes die Schutzfolie an der Halterung abziehen. (Auf dem Bild schon abgezogen)
Durch das entfernen der Schutzfolie kommen Klebestreifen zum Vorschein, darauf sollte man nun die Abstandhalter anbringen.
Wie auf dem Bild zu sehen müssen bei der 4850 die 4 äußersten Löcher mit Abstandshaltern ausgestattet werden.
Nachdem die Abstandshalter angebracht wurden sollte man nun mit Vorsichtig die Platine auf den Kühler setzen und etwas von oben drücken. Normalerweise sollte dann ein leichter Unterdruck entstehen.
Im nächsten Schritt gehts ans Anschrauben. Dazu als erstes die roten Unterlegscheiben anbringen, dann die Schrauben eine nach der anderen hineinschrauben, aber nur so weit, dass das Gewinde leicht greift.
Nun, nach dem Anschrauben, müssen die Schrauben fest gedreht werden.
Um ein verkeilen zu verhindern müssen immer die gegenüberliegenden Schrauben angezogen werden. Durch das über Kreuz anziehen der Schrauben kann sich die Wärmeleitpaste besser verteilen und es besteht die Gefahr nicht, dass der Grafikchip beschädigt wird.

Auf die Frage "Wie stark soll ich die Schrauben anziehen" gibt es nur eine Antwort. Durch die Abstandshalter kann man die Schrauben nur bis zu einem gewissen Grad festschrauben. Trotzdem sollte man die Schrauben mit Gefühl anziehen!
Um zu verhindern das der AC wackeln kann, liefert AC Abstandshalter mit.
Um den Giganten auf der Grafikkarte zu stabilisieren müssen die zwei Klemmen an der Platine angebracht werden und die T-förmigen Klemmen von oben durch die Lamellen in die Klemmen in der Platine einrasten. Dies sollte deutlich zu hören sein und benötigt auch etwas Kraft.

Montage Artic Cooling AC1 Rev. 2 - Teil 3

Nun geht es an die Montage des einen oder der zwei Lüfter. Dazu gibt viele individuelle Möglichkeiten, ich zeige eine davon. Dazu braucht man vier lange Kabelbinder. Jeweils zwei Stück werden ineinander gesteckt, wie oben auf dem Bild zu sehen ist.
Als nächstes muss nun eine der beiden Kabelbinderseiten durch die Löcher durch stecken. Der Lüfter sollte so positioniert werden das sich der Kabelbinder an den Heatpipes halten kann.
Im letzten Schritt muss nur noch der obere Kabelbinder festgezogen werden und die Reste abgezwickt werden.
Wem der Kabelbinder oben am Lüfter nicht gefällt, kann den Lüfter auch anderes befestigen, unten mal zwei Beispiele wie das aussehen könnte.

Testaufbau / Overclocking / Lautstärke


Testaufbau:
Testsystem:

Intel Core 2 Duo E8400
Asus Maximus II Formula
ATI 4850 Sapphire Play!
2 GB OZC Reaper 1200
Bequiet Dark Power Pro 750W ( ~ 600-1000 U/Min )
Front 1x Scythe Slip Stream 1200 ( ~ 1200U/min )
Wie auf dem obigen Bild zu sehen werden Prozessor und Northbridge mit Wasser gekühlt. Die Luft- sowie die Spannungswandler Temperatur wird mit den Temperatursensoren des Aquareos gemessen. Die Temperaturen des Grafikchips und der VRams wird mit Rivatunter ausgelesen! Um einen Vergleich zwischen den verschiedenen Kühlern zu haben wurde beides mal Artic Cooling MX2 aufgetragen. Als Lüfter für den Accelero wurde ein Scythe SlipStream 120x25 1900U/m gewählt. Bei der Bestückung mit 2 Lüftern wurden 2x Scythe SlipStream 120x25 1900U/m verwendet.


Overclocking:

PowerColors Eigenentwicklung wurde per Rivatuner auf 100% Lüfterdrehzahl gestellt. Der Artic Cooling S1 Rev. 2 wurde mit 2x1200 U/Min Lüfter ausgestattet um die besten Temperaturen zu erzeugen.
Auf Stabilität wurde mit dem Crysis Bechmarktool und mit 3D Mark 06 geprüft.

GPUProzentuale Übertaktung GPUVRamProzentuale Übertaktung VRam
Standart Taktraten635 MHz -993 MHz -
Powercolor OC712 MHz 12%999 MHz  1%
Artic Cooling S1 Rev. 2 OC737 MHz 16%1042 MHz 5%
Gut zu erkennen ist das sich mit dem Artic Cooling und damit auch mit besseren Temperaturen etwas mehr aus dem Siliciumkern und dem VRam herauskitzeln lässt.
Dank der besseren Temperaturen lassen sich jeweils 4% mehr Takt einstellen.
Lautstärke:

Die Angaben zur Lautstärke beruhen auf meinen subjektiven Eindrücken und sind mit keinem Gerät gemessen worden.

PowerColor:

Die Lüftersteuerung von PowerColor stellt den Lüfter unter 50 °C Kerntemperatur auf 37% Lüftergeschwindigkeit, damit ist der Lüfter kaum hörbar und sehr angenehm.

Bei 50% der Lüftergeschwindigkeit kann man den Lüfter schon ein wenig heraushören, dabei ist er aber keineswegs störend laut.

Bei 100% der Lüftergeschwindigkeit kann man den Lüfter deutlich aus dem System heraushören. Das Lüftergeräusch ist recht hoch und somit nicht mehr so angenehm. Ich muss aber im gleichen Zuge dazu sagen, dass ich schon deutlich lautere Grafikkarten gehört habe! Zum Vergleich würde ich sagen das der Lüfter auf 100% etwas lauter und störender ist als der Scythe SlipStream auf 1800 U/Min.


Artic Cooling:

Pauschal lässt sich leider nichts über die Lautstärke sagen. Da viele Lüfterkombinationen möglich sind. Vom passiven Betrieb im IDLE-Modus über einen sehr gut hörbaren 1800 U/Min Lüfter für stark übertaktete Modelle.

Darum kann ich nur eins sagen:
Jeder kann sich seinen AC so gestalten wie es einem gefällt, egal ob passiv für den Silent Freak oder den 1800 U/Min Lüfter für den Overclocker, dem es egal ist, wie laut sein PC ist.


Darum ist der Kühler von Artic Cooling ein wirklicher Allrounder!

Temperaturen - Last - Furmark


Furmark nutze ich um die Höchstbelastung der Grafikkarte zu erreichen, im Normalfall wird die Grafikkarte nicht annähernd so stark belastet. Das Testprozedere sieht so aus, dass Furmark 30 Minuten lang die Karte auf das äußerste belastet. Danach wird die höchst Temperatur mit Rivatuner ausgelesen.
Die Zimmertemperatur betrug den ganzen Test über 22 °C!
GPU:



VRam:


Spannungswandler:


Fazit Furmark:

@PowerColor:

Man könnte meinen die Kühler Eigenentwicklung von PowerColor sei überfordert, da die Temperaturen im Vergleich zum AC recht hoch steigen. Dieser Eindruck täuscht aber, denn 84 °C im Auto-Modus sind noch keine Gefahr für die Grafikkarte. Auch die VRam und Spannungswandler Temperaturen halten sich noch im grünen Bereich.

@Artic Cooling:

Artic Cooling kann bei Furmark zeigen was in ihm steckt und das tut er auch. Egal bei welcher Lüfterkombination, die Temperaturen sind sehr gut. Weiter sollte bemerkt werden, dass die VRams und die Spannungswandler sehr vom hohen Luftstrom des 120mm Lüfters profitieren und sehr gute Temperaturen erreichen.

Hinweis: Leider musste der Durchlauf im passiven Betrieb abgebrochen werden, da die Temperaturen immer weiter angestiegen sind und somit kein stabiler Betrieb möglich war!

Temperaturen - Last - 3D Mark 06


Mit 3D Mark 06 möchte ich nun den normalen Spielbetrieb simulieren, es belastet die Grafikkarte nicht so stark wie Furmark. Um die Last-Temperatur zu erzeugen wurde die Grafikkarte 30 min lang mit 3D Mark 06 belastet um danach die höchst Temperatur zu messen.
Die Zimmertemperatur betrug den ganzen Test über 22 °C!
GPU:

VRam:

Spannungswandler:

Fazit 3D Mark 06:

@Sapphire:

Die Temperaturen sind in einem sehr guten Zustand, mit 50% Lüftergeschwindigkeit ist der Lüfter zudem sehr angenehm was die Lautstärke angeht!

@Artic Cooling:

Artic Cooling zeigt abermals wo der Hammer hängt und kann die GPU bei voller Lüfterbestückung auf unter 50 °C halten, für einen Grafikkarte beachtliche Werte.

Hinweis: Leider musste der Durchlauf im passiven Betrieb abgebrochen werden, da die Temperaturen immer weiter angestiegen sind und somit kein stabiler Betrieb möglich war!

Temperaturen IDLE


Um die IDLE-Temperatur zu bekommen wurde die Grafikkarte 30 min lang mit FurMark 1.5 belastet. Nachdem die Grafikkarte dann 30 Min lang Pause bekommen hat, habe ich die IDLE-Temperatur genommen. Die Grafikkarte von PowerColor taktet im IDLE- Modus auf 160 MHz GPU und 250 MHz VRam herunter.
Die Zimmertemperatur betrug den ganzen Test über 22 °C!
GPU:

VRam:

Spannungswandler:

Fazit IDLE:

@PowerColor:

Die Temperaturen im IDLE-Betrieb können gefallen. Egal ob bei 100% oder bei 37% Lüfterdrehzahl, die 4850 bleibt kühl.

@Artic Cooling:

Wie zu erwarten kann sich der Kühler von Artic Cooling vor das Modell von PowerColor setzen.
Erfreulicherweise kann die 4850 mit dem AC Kühler im IDLE-Modus passiv betrieben werden und ist somit lautlos.

Fazit


"Mission erfüllt" könnte man sagen wenn man auf die Leistungswerte des PowerColor Kühlers schaut. Er arbeitet leiser und kühler als der Referenzkühler und lässt auch Spielraum zum übertakten. Zudem ist die Play! Version deutlich günstiger als die PowerColor Version mit Referenz Kühler, da lohnt sich der Kauf der Play! Version gleich doppelt.

Gegen den Kühler aus dem Hause von Artic Cooling kann sich die Eigenentwicklung von PowerColor aber nicht behaupten. Die Leistungswerte des AC sind in allen Belangen besser als das Modell von PowerColor!
Zudem ist der Kühler von Artic Cooling sehr günstig und sehr Flexibel was die Lüfterauswahl und damit die Lautstärke angeht.






Weitere Informationen

Dieser Artikel wurde von Marc93 verfasst.
Weitere Informationen findest du in diesem » Forum Thread